Nach einem Bericht von beck-aktuell vom 16. Oktober 2026 hat Rheinland-Pfalz das Zweite Staatsexamen im Oktober 2026 erstmals vollständig digital durchgeführt. Für Referendarinnen und Referendare, die sich auf das zweite Examen vorbereiten, ist das ein Einschnitt, weil bislang gedruckte Gesetzestexte und Kommentare mitgebracht wurden. Dieser Ratgeber erklärt, was genau erlaubt ist, wie die Erprobung verlief und was offen bleibt.
Kurz beantwortet: Laut einem Bericht von beck-aktuell vom 16. Oktober 2026 hat Rheinland-Pfalz das Zweite Staatsexamen im Oktober 2026 erstmals volldigital durchgeführt. Danach schrieben rund 200 Referendarinnen und Referendare in Mainz, Trier und Frankenthal am Laptop. Zugelassene Gesetzestexte und Kommentare liegen in einer digitalen Bibliothek auf einem zweiten Bildschirm. Ob der digitale Ablauf dauerhaft übernommen wird, ist nicht belegt. Stand: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Oktober 2026 fand die volldigitale Prüfung des Zweiten Staatsexamens in Rheinland-Pfalz statt, nach einer Testphase seit Mai 2025.
- Ein Probeexamen folgte im Mai 2026. An der Prüfung im Oktober nahmen laut Bericht rund 200 Referendarinnen und Referendare teil.
- Die zugelassenen Gesetzestexte und Kommentare stehen über die beck-eExamensbibliothek zur Verfügung, welche einzelnen Werke zugelassen sind, nennt der Bericht nicht.
- Nach dem Bericht von beck-aktuell enthält die Prüfungsanwendung laut Landesprüfungsamt bewusst keine KI-Funktionen.
- Ob die Erprobung dauerhaft in das Landesrecht übergeht, ist nicht belegt.
Was ist am Zweiten Staatsexamen in Rheinland-Pfalz neu?
Bisher mussten Referendarinnen und Referendare die Gesetzestexte und Kommentare in gedruckter Form mitbringen. Nach dem Bericht begründet das Justizministerium Rheinland-Pfalz die volldigitale Prüfung damit, dass sie die Berufspraxis abbildet. Der Umstieg betrifft also nicht nur das Schreiben am Rechner, sondern auch den Umgang mit Quellen und Arbeitsmitteln. Die folgende Übersicht zeigt die bekannten Stationen des Verfahrens.
Wie verlief die Erprobung bis zur Prüfung?
Die Entwicklung lässt sich über mehrere Stufen nachzeichnen. Nach dem Bericht begann im Mai 2025 eine Testphase im Vorbereitungsdienst. Im Mai 2026 folgte ein Probeexamen, bevor im Oktober 2026 die volldigitale Prüfung stattfand. Der Bericht nennt außerdem den Oktober 2021 als Einführung des E-Examens in Rheinland-Pfalz.
| Zeitpunkt | Stufe | Quelle |
|---|---|---|
| Oktober 2021 | Einführung des E-Examens in Rheinland-Pfalz (laut Bericht) | beck-aktuell, 16.10.2026 |
| Mai 2025 | Testphase im Vorbereitungsdienst | beck-aktuell, 16.10.2026 |
| Mai 2026 | Probeexamen | beck-aktuell, 16.10.2026 |
| Oktober 2026 | Volldigitales Zweites Staatsexamen mit rund 200 Teilnehmenden | beck-aktuell, 16.10.2026 |
Welche Hilfsmittel sind im digitalen Examen zugelassen?
Die zugelassenen Gesetzestexte und Kommentare stehen nach dem Bericht in der beck-eExamensbibliothek des Verlags C.H.BECK zur Verfügung, und zwar auf einem zweiten Bildschirm neben der Prüfungsanwendung. Der Bericht nennt die einzelnen Kommentare nicht. Maßgeblich ist deshalb die Liste, die das Landesprüfungsamt für den jeweiligen Termin festlegt, und nicht ein Erfahrungswert aus früheren Durchgängen.
Für die Vorbereitung heißt das: Wer bislang mit Papierkommentaren gearbeitet hat, sollte rechtzeitig die digitale Bibliothek kennenlernen. Suchfunktionen, Verlinkungen und Sprungmarken wirken im Alltag praktisch, sie verlangen aber Übung. Wer unter Zeitdruck erst lernen muss, wo ein Paragraf steht, verliert Minuten, die im Examen fehlen.
Wer die Erprobung verfolgt, sollte im Blick behalten, dass sich Verfahren auf Landesebene schnell verändern können. Die Angaben aus einem Bericht sind deshalb eine Momentaufnahme. Vor jedem Termin lohnt der Blick auf die aktuelle Mitteilung des Landesprüfungsamts.
Was bedeutet die Erprobung für deine Vorbereitung?
Die Umstellung verändert vor allem die Arbeitsweise. Plane die digitale Form deshalb wie einen eigenen Trainingsbestandteil ein, nicht als Nebensache am Ende der Vorbereitung. Drei Schritte helfen:
- Hinweise des Landesprüfungsamts zu Geräten, Software und zugelassenen Hilfsmitteln schriftlich einholen.
- Mindestens eine Klausur unter denselben Bedingungen schreiben, also mit der Bibliothek auf dem zweiten Bildschirm.
- Die Navigation in der Bibliothek vorab einüben, bis Suchen und Springen ohne Nachdenken gelingen.
Gilt das digitale Examen auch in anderen Bundesländern?
Das lässt sich aus dem Bericht nicht ableiten. Ob andere Länder folgen, hängt vom jeweiligen Landesrecht und von den Entscheidungen der Justizverwaltungen ab. Einen Überblick, welche Bundesländer das E-Examen wie einführen, bietet der Beitrag zum E-Examen Jura 2026. Für verbindliche Auskünfte ist das Landesjustizprüfungsamt deines Bundeslandes zuständig.
Welche Fragen solltest du dem Prüfungsamt stellen?
Die Auskünfte des Prüfungsamts sind der verlässlichste Maßstab, weil sie den konkreten Termin betreffen. Ein kurzer Fragenkatalog spart später Zeit und verhindert Missverständnisse am Prüfungstag. Notiere die Antworten schriftlich und hebe die Mail auf.
- Welche Gesetzestexte und Kommentare sind für den konkreten Termin zugelassen, und in welcher Form stehen sie bereit?
- Welche Geräte, Betriebssysteme und Einstellungen sind vorgeschrieben, und wer stellt sie bereit?
- Gibt es eine Testmöglichkeit vor dem Termin, bei der die Prüfungsanwendung und die Bibliothek ausprobiert werden können?
- Wie werden Störungen während der Prüfung behandelt, und wer ist dann ansprechbar?
Wie verändert sich die Arbeit mit Kommentaren?
Im Papierbetrieb liegen Kommentare aufgeschlagen neben dem Schreibtisch. Im digitalen Format arbeitest du mit Suchfunktion, Sprungmarken und einem zweiten Bildschirm. Das kann die Recherche beschleunigen, weil ein Stichwort schneller zur Fundstelle führt als das Blättern im Band. Gleichzeitig verlangt es mehr Disziplin, denn der Zugriff auf jeden Kommentar wirkt verlockend, und das kostet Zeit, wenn du dich in Details verlierst.
Eine einfache Regel hilft: Arbeite mit einer festen Auswahl an Kommentaren, die du aus der Vorbereitung kennst. Wer in der Klausur zwischen mehreren Werken hin und her springt, verliert den Faden. Auch die Gliederung der eigenen Lösung sollte unabhängig von der Recherche stehen, damit die Bibliothek nur zur Kontrolle dient.
Für die Übung bedeutet das konkret, dass du Klausuren mit den Werken schreibst, die du tatsächlich benutzen wirst. Zeitdruck, Bildschirmwechsel und Suchfunktion gehören dann zur Probe, nicht erst zum Ernstfall. Wenn der Bericht betont, dass die digitale Form die Berufspraxis abbilden soll, passt dieser Ansatz: Auch im Berufsalltag wird mit digitalen Quellen gearbeitet, aber mit eigenem Urteil.
Für die Praxis lohnt außerdem ein Blick auf die Frage, wie Ausfälle im Termin behandelt werden. Wer technische Probleme am Prüfungstag erlebt, sollte wissen, an wen er sich wenden kann und wie dies dokumentiert wird. Eine schriftliche Auskunft des Prüfungsamts zu diesem Punkt schafft Klarheit, bevor der Ernstfall eintritt.
Häufige Fragen
Muss ich meinen Laptop selbst mitbringen?
Der Bericht enthält dazu keine Angaben. Anforderungen an Geräte und Software stellt das Prüfungsamt. Frage dort nach dem aktuellen Stand, bevor du dich auf eine Ausstattung festlegst.
Gilt die digitale Form auch für das Erste Staatsexamen?
Der Bericht bezieht sich auf das Zweite Staatsexamen. Zum digitalen Ablauf der Ersten Prüfung verweist der Überblick zu den Bundesländern auf den jeweiligen Stand. Trenne beide Verfahren in deiner Planung, weil sie unterschiedlichen Regeln folgen können.
Ist die Erprobung schon abgeschlossen?
Nach dem Bericht fand die volldigitale Prüfung im Oktober 2026 statt. Ob und wann die Erprobung ausgewertet und dauerhaft übernommen wird, ist nicht belegt. Die Auskunft gibt das Justizministerium Rheinland-Pfalz oder das Landesprüfungsamt.
Gibt es eine KI-Unterstützung im digitalen Examen?
Nach dem Bericht von beck-aktuell enthält die Prüfungsanwendung laut Landesprüfungsamt bewusst keine KI-Funktionen. Unabhängig davon gilt, dass eigene Gedanken und Lösungswege im Examen gefragt sind. Wer mit KI-Werkzeugen übt, sollte prüfen, ob die Prüfungsordnung und die eigene Ausbildungsstelle deren Einsatz regeln.
So gehst du jetzt vor
- Die Mitteilungen des Justizministeriums und des Landesprüfungsamts Rheinland-Pfalz lesen.
- Prüfungstermin und Hilfsmittelliste deines eigenen Bundeslandes klären.
- Digitale Arbeitsweise in die Vorbereitung einbauen und früh üben.
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Quellen: Beck-aktuell: Erstmals digitale Kommentare beim Juraexamen, Stand 16.10.2026. Das ist eine Sekundärquelle, verbindlich sind die Mitteilungen des Justizministeriums und des Landesprüfungsamts
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.