Vor der Verbeamtung in Nordrhein-Westfalen steht eine gesundheitliche Eignungsprüfung, die in der Praxis über ein amtsärztliches Gutachten läuft. Dieser Ratgeber zeigt, wie das Verfahren aufgebaut ist, welche Beihilfe und Unterhaltsbeihilfe nach aktuellen Quellen gelten und welche Änderung zum 1. August 2026 bei der Lehrkräftebesoldung ansteht.
Kurz beantwortet: Vor der Ernennung in Nordrhein-Westfalen prüft der Dienstherr die gesundheitliche Eignung, in der Praxis mit einem amtsärztlichen Gutachten. Beihilfe für Beamte auf Widerruf ohne Kinder liegt nach Sekundärangaben bei 50 Prozent. Eine pauschale Beihilfe ist laut Sekundärquelle in NRW nicht verfügbar. Im Referendariat gibt es eine Unterhaltsbeihilfe von 1.585,17 Euro (Stand 1. April 2026). Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Eignung prüft der Dienstherr vor der Ernennung. Das amtsärztliche Gutachten ist dafür der übliche Weg.
- Unvollständige Angaben im Gesundheitsfragebogen können zur Ablehnung führen. Ein Bericht auf jura.cc schildert einen Fall aus Gelsenkirchen.
- Die Unterhaltsbeihilfe im Referendariat beträgt 1.585,17 Euro ab 1. April 2026 und gilt laut Verordnung bis 28. Februar 2027.
- Ab 1. August 2026 wird der Anwärtergrundbetrag laut LBV NRW wegen der neuen Einstufung von Lehrkräften angehoben. Die Beträge nennt die Ankündigung nicht.
- Eine pauschale Beihilfe ist laut Sekundärquelle in Nordrhein-Westfalen nicht verfügbar, es gilt also die Einzelabrechnung.
Was prüft der Amtsarzt bei der Verbeamtung in Nordrhein-Westfalen?
Der Amtsarzt beurteilt, ob du den Anforderungen des Amtes gesundheitlich gewachsen bist. Das Beamtenstatusgesetz nennt in § 9 Eignung, Befähigung und fachliche Leistung als Grundlage der Ernennung. Die gesundheitliche Eignung steht dort nicht ausdrücklich, gehört in der Praxis aber zur Eignungsprüfung.
Ehrlichkeit im Fragebogen ist hier besonders wichtig. Ein Bericht auf jura.cc schildert einen Fall, in dem eine Lehrerin die Amtsärztin getäuscht hatte und das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Verweigerung der Verbeamtung bestätigte. Der Bericht auf jura.cc zeigt, wie ernst die Angaben genommen werden.
- Die einstellende Stelle fordert dich zur Untersuchung auf und schickt die Unterlagen für deine Angaben.
- Du füllst den Gesundheitsfragebogen vollständig aus und nennst Behandlungen, die für die Beurteilung wichtig sein können.
- Der Amtsarzt untersucht dich und erstellt das Gutachten für die Behörde.
- Die Behörde entscheidet über die Ernennung. Bei einer Ablehnung kannst du Widerspruch einlegen und die Begründung prüfen lassen.
Welche Beihilfe und Unterhaltsbeihilfe gelten in Nordrhein-Westfalen?
Beihilfe ist eine Leistung des Dienstherrn und ersetzt keine Versicherung. Für Beamte auf Widerruf ohne Kinder nennt die Sekundärquelle 50 Prozent. Im Vorbereitungsdienst zahlt das Land zusätzlich eine Unterhaltsbeihilfe, deren Höhe die Verordnung festlegt.
| Merkmal | Wert | Stand und Quelle |
|---|---|---|
| Beihilfesatz Anwärter (ohne Kinder) | 50 Prozent | Stand 6. November 2025, Infoblatt des Zentrums für Lehrerbildung Münster |
| Pauschale Beihilfe | nicht verfügbar laut Sekundärquelle | Oktober 2026, deutsche-beamtenversorgung.de |
| Unterhaltsbeihilfe Referendariat (Grundbetrag) | 1.585,17 Euro, zuzüglich Familienzuschlag | 1. April 2026, Verordnung NRW, gültig bis 28. Februar 2027 |
| Anwärterbezüge, Tabellenwert A 13 | 1.793,28 Euro | April 2026, dbb-Besoldungstabelle, vorbehaltlich der Verkündung |
Annahme: Eine Arztrechnung über 400 Euro ist voll beihilfefähig und dein Satz liegt bei 50 Prozent. Dann übernimmt die Beihilfe 200 Euro. Den Rest trägt dein Tarif oder du selbst. Die Unterhaltsbeihilfe ist davon getrennt und gilt für den Vorbereitungsdienst.
Laut Ankündigung des Landesamts für Besoldung und Versorgung NRW wird der Anwärtergrundbetrag zum 1. August 2026 angehoben, weil Lehrkräfte in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I nach A 13 eingestuft werden. Die Ankündigung nennt keine Beträge. Die Tabellenwerte für Grundschullehrkräfte können ab August 2026 deshalb von der Tabelle oben abweichen.
Wie sieht die Krankenversicherung nach der Verbeamtung aus?
Beamtinnen und Beamte sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V versicherungsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie Anspruch auf Beihilfe haben. Die Ergänzung läuft deshalb über einen privaten Tarif. Den Aufbau von Anwärtertarifen erklärt der Ratgeber zu Anwärtertarifen.
Wer eine Vorerkrankung hat, sollte die Öffnungsaktion für Beamtenanfänger prüfen. Eine Einordnung deines Falls ist über Academycon möglich, siehe https://academycon.de/so-arbeiten-wir/.
Wie bist du bis zur Lebenszeit abgesichert?
Das Beamtenstatusgesetz kennt Beamtenverhältnisse auf Probe und auf Lebenszeit. Die Probezeit regelt das Landesrecht von Nordrhein-Westfalen. Wer die Lebenszeitverbeamtung anstrebt, sollte die Voraussetzungen im Landesbeamtengesetz nachlesen oder bei der Behörde erfragen.
Eine Dienstunfähigkeitsversicherung kann die Lücke bei gesundheitlichen Einschränkungen schließen. Die Unterschiede zur BU beschreibt der Ratgeber zur Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehramt.
Häufige Fragen
Führt eine Vorerkrankung automatisch zur Ablehnung?
Nein. Ob eine Vorerkrankung relevant ist, prüft der Amtsarzt im Einzelfall. Wichtig ist, dass du Befunde vollständig angibst, und dass du die Entscheidung schriftlich begründet anforderst.
Muss ich privat versichert sein?
Beamte sind in der GKV versicherungsfrei, wenn sie Anspruch auf Beihilfe haben. Der Schutz besteht daher aus Beihilfe und einem privaten Tarif. Anwärter nutzen dafür oft Anwärtertarife.
Was ist die Unterhaltsbeihilfe?
Die Unterhaltsbeihilfe ist eine Leistung für den Vorbereitungsdienst. Die Verordnung nennt aktuell 1.585,17 Euro, mit Folgestufen zum 1. März 2027 und 1. Januar 2028. Der Familienzuschlag kommt laut Verordnungsangabe hinzu.
Was ändert sich im August 2026?
Laut LBV NRW wird der Anwärtergrundbetrag zum 1. August 2026 angehoben, weil Lehrkräfte in der Primarstufe und der Sekundarstufe I nach A 13 eingestuft werden. Die genauen Beträge nennt die Ankündigung nicht, deshalb solltest du die Zahlen bei der Behörde prüfen.
Wann sollte ich mich beraten lassen?
Wenn Eignung, Tarif und Beihilfe gleichzeitig offen sind, lohnt sich ein Gespräch. Eine Beratung ersetzt aber keine Auskunft der Behörde, sie hilft bei der Vorbereitung.
So gehst du jetzt vor
- Erkundige dich bei der einstellenden Stelle nach dem Gesundheitsfragebogen und dem Ablauf der Untersuchung.
- Prüfe den Anwärtergrundbetrag ab 1. August 2026, wenn dein Dienstbeginn in diesen Zeitraum fällt.
- Lass dir die Beihilfeform schriftlich bestätigen und vergleiche Tarife.
- Kläre die Absicherung der Dienstunfähigkeit, bevor du einen Vertrag unterschreibst.
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Quellen: Beamtenstatusgesetz, § 9 (gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026); Sozialgesetzbuch V, § 6 (gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026); Verordnung über die Gewährung einer monatlichen Unterhaltsbeihilfe NRW, Stand 1. April 2026; Landesamt für Besoldung und Versorgung NRW, Anpassung der Lehrkräftebesoldung zum 1. August 2026; Zentrum für Lehrerbildung Münster, Infoblatt Besoldung und Versicherung, Stand 6. November 2025.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.