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Altersvorsorgedepot: Ab welchem Einkommen lohnt es sich?

Das Altersvorsorgedepot lohnt sich nicht nach einer festen Einkommensgrenze, sondern nach Eigenbeitrag und Steuersatz. Zahlen mit Stand November 2026 und Rechenbeispiel.
Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Inhalt

Das Altersvorsorgedepot ist eine beschlossene Reform der privaten Altersvorsorge, die voraussichtlich ab dem 1. Januar 2027 gilt. Ob sich das Altersvorsorgedepot für dich lohnt, hängt vor allem von deinem Eigenbeitrag, deinem Steuersatz und deinem Anlagehorizont ab, weniger von einer festen Einkommensgrenze.

Kurz beantwortet: Eine feste Einkommensgrenze, ab der sich das Altersvorsorgedepot rechnet, lässt sich daraus nicht ableiten. Entscheidend sind dein Eigenbeitrag und dein persönlicher Steuersatz. Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro im Jahr, insgesamt sind bis zu 540 Euro Zulage pro Jahr möglich. Stand: November 2026, Reform beschlossen, Start voraussichtlich 1. Januar 2027.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Altersvorsorgedepot ist beschlossen. Der Start ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen.
  • Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro im Jahr.
  • Eigenbeiträge bis insgesamt 1.800 Euro im Jahr sind förderfähig, die Zulage ist auf 540 Euro im Jahr begrenzt.
  • Ein Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug wirkt nur, wenn er für dich günstiger ist als die Zulage.
  • Wer vor dem 25. Lebensjahr abschließt, kann einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.
  • Ob sich das Depot lohnt, entscheidet deine persönliche Steuer- und Sparsituation und keine pauschale Einkommensgrenze.

Wie hoch ist die Zulage bei welchem Eigenbeitrag?

Die Zulage richtet sich nach dem Betrag, den du selbst einzahlst. Bis 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent je Euro. Für die weiteren Beträge bis 1.800 Euro gibt es 25 Cent je Euro. Die folgende Tabelle rechnet das an vier Beispielen durch.

Eigenbeitrag pro JahrZulage pro JahrRechenweg
360 Euro180 Euro50 Prozent von 360 Euro
600 Euro240 Euro180 Euro plus 25 Prozent von 240 Euro
1.200 Euro390 Euro180 Euro plus 25 Prozent von 840 Euro
1.800 Euro540 Euro180 Euro plus 25 Prozent von 1.440 Euro

Annahme: Du zahlst monatlich 150 Euro ein. Das ergibt 1.800 Euro im Jahr und eine Zulage von 540 Euro im Jahr, also 45 Euro pro Monat. Dieser Betrag ist Förderung, keine Rendite. Die Erträge des Depots hängen von der Kapitalmarktentwicklung ab.

Warum der Einstiegszeitpunkt zählt

Die Zulage wird für jedes Jahr neu berechnet, in dem du einzahlst. Wer früher beginnt, bekommt die Förderung also über mehr Jahre. Zahlst du beispielsweise ab 25 Jahren jedes Jahr 1.800 Euro ein, sind bis zum Rentenbeginn jährlich bis zu 540 Euro Zulage möglich, sofern die Regeln unverändert bleiben. Für die Entscheidung zählt zusätzlich, wie lange du das Geld gebunden lassen kannst. Die Auszahlung folgt festen gesetzlichen Regeln, die du vor dem Abschluss prüfen solltest.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot schon ab einem bestimmten Einkommen?

Eine Euro-Schwelle, ab der sich das Depot rechnet, lässt sich aus den Regeln nicht ableiten. Die Höhe der Grundzulage richtet sich nach deinem Eigenbeitrag, nicht nach deinem Gehalt. Anders verhält es sich beim Steuervorteil. Der Sonderausgabenabzug wirkt umso stärker, je höher dein Grenzsteuersatz ist. Nach den bisherigen Angaben bleibt der Abzug erhalten, wirkt aber nur, wenn er für dich günstiger ist als die Zulage. Den genauen Betrag prüfst du am besten mit deinem letzten Steuerbescheid und einer Steuerberatung.

Wann passt das Depot, wann eher nicht?

SituationSpricht eher dafürSpricht eher dagegen
Berufseinstieg vor dem 25. LebensjahrDer einmalige Bonus von 200 Euro ist möglichDer Bonus gilt nur bei Abschluss vor 25
Hoher GrenzsteuersatzDer Sonderausgabenabzug kann sich lohnenOhne Steuervorteil zählt vor allem die Zulage
Geringer SteuersatzDie Zulage bleibt unabhängig vom SteuersatzEin Abzug bringt dann wenig
Kurzer AnlagehorizontKaum SpielraumErträge schwanken, und Auszahlungen folgen festen Regeln

Die Tabelle ersetzt keine Prüfung deiner Lage. Eine persönliche Einschätzung bekommst du im Gespräch, etwa über Academycon.

Was bedeutet das für Studierende und Werkstudierende?

Wer im Studium wenig verdient, sollte zuerst auf den Eigenbeitrag achten. Für die volle Grundzulage braucht es 360 Euro im Jahr, also 30 Euro im Monat. Ob und wie Einkünfte aus Minijob oder Werkstudium die Förderung beeinflussen, steht im Gesetz und ist im Einzelfall zu prüfen. Einen Überblick über weitere Abzüge im Studium gibt der Artikel Steuerliche Vorteile im Studium: Das kannst du 2026 absetzen.

Wer den Überblick über alle Zahlen behalten will, sollte sich eine kurze Notiz machen: Eigenbeitrag pro Jahr, erwarteter Steuersatz und Zeitpunkt des Einstiegs. Damit lässt sich jede der oben genannten Rechnungen in wenigen Minuten nachvollziehen, sobald die endgültigen Regeln im Gesetzestext feststehen.

Die Zahlen gelten für den Stand dieses Ratgebers. Änderungen am Gesetzgebungsverfahren wirken sich direkt auf die Rechnungen aus, deshalb lohnt sich ein Blick in den aktuellen Gesetzestext kurz vor dem Abschluss.

Häufige Fragen

Gilt das Altersvorsorgedepot schon in diesem Jahr?

Nein. Die Reform ist beschlossen, der Start ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Der Bundesrat hat nach den vorliegenden Unterlagen am 8. Mai 2026 zugestimmt. Bis zum Start gilt für die private Förderung noch das bisherige Recht, etwa die Riester-Grundzulage von 175 Euro pro Jahr.

Muss ich den Höchstbetrag einzahlen, um eine Zulage zu bekommen?

Nein. Die Grundzulage wächst mit jedem Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro im Jahr. Den Höchstwert von 540 Euro erreichst du erst mit 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr. Auch kleinere Beiträge werden gefördert, nur fällt die Zulage dann niedriger aus.

Was bringt der Berufseinsteigerbonus?

Wer das Depot vor dem 25. Lebensjahr abschließt, kann einmalig 200 Euro erhalten. Welche Verträge zählen und wann die Gutschrift erfolgt, regelt der Gesetzestext. Plane den Bonus deshalb erst ein, wenn du die Bedingungen geprüft hast.

Was passiert mit meiner bestehenden Riester-Rente?

Nach den Angaben zur Reform sollen neue Riester-Verträge in der bisherigen Form nicht mehr entstehen. Was für bestehende Verträge gilt, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Einen Überblick über die Entscheidung gibt der Artikel Riester-Vertrag weiterlaufen lassen oder kündigen?.

Wer gibt verbindliche Auskunft?

Verbindlich sind der Gesetzestext und die Auskunft der zuständigen Stellen, vor allem der Deutschen Rentenversicherung und deines Finanzamts. Für die Steuerwirkung im Einzelfall hilft eine Steuerberatung.

Lohnt es sich, schon vor dem Start abzuschließen?

Ob ein Abschluss vor dem Start sinnvoll ist, hängt von deiner Situation ab. Die Abwägung beschreibt der Artikel Altersvorsorgedepot jetzt abschließen oder bis 2027 warten?.

So gehst du jetzt vor

  1. Lege fest, wie viel du im Jahr dauerhaft einzahlen kannst, und vergleiche den Betrag mit 360 und 1.800 Euro.
  2. Ermittle deinen Grenzsteuersatz aus dem letzten Steuerbescheid und rechne beide Varianten durch.
  3. Lies die Regeln zu Zulage, Bonus und Sonderausgabenabzug im Gesetzestext nach.
  4. Vergleiche Produkte, wenn sie ab dem Start verfügbar sind, und achte auf die Kosten.

Passend dazu

Quellen: Bundesrat, Drucksache 206/26 zum Altersvorsorgereformgesetz (Stand 2026) und Deutsche Rentenversicherung, Altersvorsorgereformgesetz (Stand Oktober 2026)

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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