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Steuerliche Vorteile im Studium: Das kannst du 2026 absetzen

Welche Studienkosten du absetzen kannst, was Erst- und Zweitstudium unterscheidet und was Eltern ansetzen können. Mit Beispielen zu Sonderausgaben, Werbungskosten und Verlustvortrag.
Symbolbild: Steuerliche Vorteile im Studium

Inhalt

Die steuerlichen Vorteile im Studium hängen an einer Frage: Ist es dein erstes oder ein weiteres Studium? Im Erststudium setzt du die Kosten als Sonderausgaben bis 6.000 € im Jahr ab, der Abzug wirkt aber nur, wenn du im selben Jahr zu versteuerndes Einkommen hast. Im Zweitstudium, etwa einem Master nach dem Bachelor, gelten sie als Werbungskosten ohne Höchstgrenze, und ein Verlust wird in spätere Jahre vorgetragen.

Alle Beträge in diesem Beitrag gelten für das Jahr 2026, sofern nichts anderes dabeisteht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Erststudium sind Studienkosten Sonderausgaben bis 6.000 € pro Jahr. Ein Vortrag in spätere Jahre ist nicht möglich.
  • Im Zweitstudium, zum Beispiel einem Master nach dem Bachelor, sind die Kosten Werbungskosten ohne Höchstgrenze. Nicht ausgeglichene Verluste werden vorgetragen.
  • Als Erstausbildung gilt eine geordnete Ausbildung von mindestens 12 Monaten, die mit einer Prüfung endet.
  • BAföG ist grundsätzlich steuerfrei. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 € für Ledige.
  • Eltern können für ein auswärtig untergebrachtes, volljähriges Kind in Ausbildung einen Ausbildungsfreibetrag ansetzen.

Was kann man alles von der Steuer absetzen?

Absetzbar sind Kosten, die durch dein Studium entstehen. Dazu gehören Semesterbeitrag, Fachliteratur, Laptop und Software, Fahrten zur Hochschule, Arbeitsmittel, Exkursionen, ein Auslandsstudium und Bewerbungskosten. In manchen Fällen kommen Umzugskosten und eine doppelte Haushaltsführung dazu.

KostenartBeispieleWorauf du achtest
HochschuleSemesterbeitragZahlungsnachweis aufbewahren
LernmaterialFachbücher, Skripte, FachzeitschriftenQuittungen aufbewahren und festhalten, wofür du sie brauchst
TechnikLaptop, Software, DruckerBei privater Nutzung nur der Anteil für das Studium
WegeFahrten zur HochschuleTage und Kilometer festhalten
ArbeitsmittelSchreibmaterial, Taschenrechner, DruckerpapierBelege sammeln
Exkursionen und AuslandExkursionen, AuslandsstudiumNachweise zur Veranstaltung und zu den Kosten aufbewahren
BewerbungUnterlagen, Fahrten zu VorstellungsgesprächenBelege aufbewahren
Umzug und ZweitwohnungUmzug zum Studienort, doppelte HaushaltsführungNur unter besonderen Voraussetzungen, im Einzelfall prüfen

Die Grundlage jedes Abzugs sind Belege und ein erkennbarer Bezug zum Studium. Hebe Rechnungen auf und halte fest, wofür du die Ausgabe gebraucht hast.

Erststudium oder Zweitstudium: Sonderausgaben oder Werbungskosten?

Entscheidend ist, ob vor deinem Studium schon eine Erstausbildung abgeschlossen war. Eine Erstausbildung ist eine geordnete Ausbildung von mindestens 12 Monaten in Vollzeit, die mit einer Prüfung endet. Jede danach begonnene Ausbildung und jedes weitere Studium gilt als Zweitausbildung.

ErststudiumZweitstudium
EinordnungSonderausgabenWerbungskosten
Höchstbetrag6.000 € pro KalenderjahrKeine Höchstgrenze
WirkungNur bei zu versteuerndem Einkommen im selben JahrAuch ohne Einnahmen: Das Finanzamt stellt einen Verlust fest
Vortrag in spätere JahreNicht möglichMöglich
Typische FälleBachelor nach dem AbiturMaster nach dem Bachelor, Studium nach einer Berufsausbildung, duales Studium

Bei den Sonderausgaben zählen auch die Kosten der auswärtigen Unterbringung zum Höchstbetrag von 6.000 €. Beim dualen Studium läuft die Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses, deshalb sind die Kosten dort Werbungskosten und Verluste lassen sich vortragen.

Zählt ein Master nach dem Bachelor als Zweitstudium?

Steuerlich ja: Der Bachelor ist die abgeschlossene Erstausbildung, die Kosten des Masters sind Werbungskosten. Beim Kindergeld gilt eine eigene Auslegung. Dort gehört ein Master, der zeitlich und inhaltlich auf den Bachelor abgestimmt ist, noch zur Erstausbildung. Ein Studium kann also kindergeldrechtlich ein Erststudium und steuerlich ein Zweitstudium sein. Wie das Kindergeld im Master funktioniert, steht im Beitrag zum Kindergeld im Masterstudium.

Was bringt das Absetzen im Studium, wenn du kaum verdienst?

Das hängt von deiner Einordnung ab. Einkommensteuer fällt erst an, wenn dein Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt, 2026 sind das 12.348 € für Ledige. Ob dich das betrifft, erklärt der Beitrag Steuern für Studenten.

Erststudium: Der Abzug verpufft ohne Einkommen

Sonderausgaben senken die Steuer nur, wenn du im selben Jahr zu versteuerndes Einkommen hast. Ein Vortrag ins nächste Jahr ist ausgeschlossen.

Beispiel: Ben, 21, erstes Bachelorstudium. Seine Kosten im Jahr (Annahmen): Semesterbeiträge 600 €, Fachliteratur 300 €, Laptop 800 €, Fahrten zur Hochschule 400 €. Das sind zusammen 2.100 € und damit weit unter der Grenze von 6.000 €. Hat Ben in diesem Jahr kaum Einkünfte, zahlt er keine Einkommensteuer, und die 2.100 € bringen ihm nichts. In spätere Jahre lassen sie sich nicht mitnehmen.

Zweitstudium: Verluste werden vorgetragen

Im Zweitstudium sind die Kosten Werbungskosten. Übersteigen sie deine Einnahmen, stellt das Finanzamt einen Verlust fest. Dieser Verlust wird in die Folgejahre vorgetragen und dort abgezogen, sobald du positive Einkünfte hast.

Beispiel: Mia, 25, Masterstudium nach dem Bachelor, keine Einnahmen. Sie hat dieselben Kosten wie Ben im Beispiel oben, also 2.100 € im Jahr. Nach zwei Jahren Master hat das Finanzamt 4.200 € Verlust festgestellt. Sobald Mia nach dem Studium Einkünfte hat, wird dieser Betrag mit ihnen verrechnet.

Dafür brauchst du die Steuererklärung, denn der verbleibende Verlust wird zum Jahresende gesondert festgestellt. Eine freiwillige Erklärung ist grundsätzlich bis zum 31. Dezember des vierten Folgejahres möglich, für das Jahr 2025 also bis zum 31.12.2029. Wie die Erklärung Schritt für Schritt abläuft, steht im Beitrag Steuererklärung für Studenten.

Laptop, Fahrten, Homeoffice: Was lässt sich ansetzen?

Wie setzt du einen Laptop ab?

Einen selbst bezahlten Laptop, den du für dein Studium nutzt, kannst du ansetzen. Nutzt du ihn auch privat, zählt nur der Anteil für das Studium. Für Computer und Software gilt seit einem BMF-Schreiben von 2022 eine Nutzungsdauer von einem Jahr. Die Kosten lassen sich dadurch in der Regel schon im Jahr der Anschaffung vollständig ansetzen.

Gilt die Entfernungspauschale für Fahrten zur Hochschule?

Ja, bei einem Vollzeitstudium kannst du für die Wege zwischen Wohnung und Hochschule die Entfernungspauschale ansetzen. Sie beträgt seit 2026 0,38 € je Kilometer ab dem ersten Kilometer, höchstens 4.500 € im Jahr, wenn du kein eigenes Auto nutzt. Notiere die Tage, an denen du tatsächlich zur Hochschule gefahren bist, und die einfache Strecke in Kilometern.

Kannst du die Homeoffice-Pauschale als Studierende ansetzen?

Das entscheidet im Einzelfall das Finanzamt. Die Tagespauschale beträgt 6 € für jeden Tag, an dem du überwiegend zu Hause arbeitest und keine auswärtige erste Tätigkeitsstätte aufsuchst, höchstens 1.260 € im Jahr. Ob sie auch für Tage gilt, an denen du zu Hause für dein Studium lernst, fragst du am besten vorab beim Finanzamt nach. Wenn du sie ansetzt, hilft ein Studienplan mit Datumsangaben als Nachweis.

Gehören Krankenversicherungsbeiträge zu den Studienkosten?

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören nicht zu den Studienkosten aus der Tabelle oben. Sie spielen in der Steuererklärung an anderer Stelle eine Rolle. Wie du PKV-Beiträge steuerlich absetzen kannst, erklärt ein eigener Beitrag.

Welche Einnahmen und Freibeträge zählen für Studierende?

Nicht jede Einnahme ist steuerpflichtig. BAföG ist grundsätzlich steuerfrei und führt zu keiner Erstattung. Stipendien sind oft steuerfrei. Decken sie Studienkosten, kann der Abzug dieser Kosten gekürzt werden.

PostenBetrag 2026Was dahintersteckt
Grundfreibetrag12.348 € (Ledige)Bis zu diesem Einkommen fällt keine Einkommensteuer an
Übungsleiterfreibetrag3.300 € im Jahr (vorher 3.000 €)Nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke
Ehrenamtspauschale960 € im Jahr (vorher 840 €)Nebenberufliche Tätigkeit im gemeinnützigen Umfeld, für dieselbe Tätigkeit nicht zusätzlich zum Übungsleiterfreibetrag
Arbeitnehmer-Pauschbetrag1.230 €Pauschale für Werbungskosten bei Arbeitslohn

Die höheren Freibeträge gelten seit dem 1. Januar 2026 und gehen auf das Steueränderungsgesetz 2025 zurück, über das der Bundestag berichtet.

Lohnsteuer holst du über die Erklärung zurück, wenn sie einbehalten wurde. Das ist zum Beispiel als Werkstudent, im Ferienjob, im bezahlten Praktikum oder im dualen Studium der Fall. Was bei Minijob, Werkstudium und Co. steuerlich gilt, steht im Beitrag Nebenjob und Steuern.

Ausbildungsfreibetrag: Was können Eltern absetzen?

Für ein volljähriges Kind in Ausbildung, das auswärtig untergebracht ist, können Eltern einen Ausbildungsfreibetrag ansetzen. Voraussetzung ist, dass sie für das Kind Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben. Die aktuelle Höhe des Freibetrags erfragen Eltern beim Finanzamt, bevor sie ihre Erklärung ausfüllen.

Dazu kommt der Kinderfreibetrag. Er beträgt 2026 insgesamt 9.756 € je Kind für beide Eltern zusammen, also 4.878 € je Elternteil. Das Kindergeld liegt bei 259 € pro Kind und Monat. Es wird grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag gezahlt, bei Ausbildung oder Studium bis zum 25. Geburtstag, wie die Bundesagentur für Arbeit erläutert.

Häufige Fragen

Kann ich Studienkosten absetzen, obwohl ich nichts verdiene?

Im Zweitstudium ja. Die Kosten sind dort Werbungskosten, der entstehende Verlust wird festgestellt und in spätere Jahre vorgetragen. Im Erststudium bleibt der Abzug ohne Einkommen wirkungslos, weil Sonderausgaben nicht vorgetragen werden. Wer im Zweitstudium ist, reicht die Erklärung auch ohne Einnahmen ein, damit der Verlust festgestellt wird.

Wie lange kann ich Studienkosten rückwirkend geltend machen?

Eine freiwillige Steuererklärung ist grundsätzlich bis zum 31. Dezember des vierten Folgejahres möglich, für 2025 bis zum 31.12.2029. Diese Frist lässt sich nicht verlängern. Hast du für ein Verlustjahr nie eine Erklärung abgegeben, kann die Verlustfeststellung nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs unter Umständen auch dann noch beantragt werden, wenn für das Jahr keine Steuer mehr festgesetzt werden kann. Bis wann das möglich ist, klärt das Finanzamt.

Muss ich als Student eine Steuererklärung abgeben?

Nicht automatisch. Eine Pflicht kann sich aus Einkünften ohne Steuerabzug von mehr als 410 € im Jahr, aus einer Aufforderung des Finanzamts oder aus einer selbstständigen Tätigkeit ergeben. Freiwillig lohnt sich die Erklärung vor allem, wenn Lohnsteuer einbehalten wurde oder im Zweitstudium Kosten anfallen.

Lohnt sich die Steuererklärung mit einem Minijob?

Pauschal versteuerte Minijobs führen in der Regel zu keiner Erstattung. Die Erklärung kann sich trotzdem lohnen, wenn du im Zweitstudium bist und Kosten hast, für die das Finanzamt einen Verlust feststellen soll.

So gehst du jetzt vor

  1. Klär, ob dein Studium steuerlich ein Erst- oder Zweitstudium ist: Hast du vorher eine Ausbildung von mindestens 12 Monaten mit Prüfung abgeschlossen oder studierst du im Master?
  2. Sammle Belege für Semesterbeitrag, Fachliteratur, Technik und Fahrten und notiere, wofür du sie gebraucht hast.
  3. Gib die Erklärung ab, wenn Lohnsteuer einbehalten wurde oder du im Zweitstudium Kosten hast.
  4. Sprich als Eltern Ausbildungsfreibetrag und Kindergeld mit dem Finanzamt und der Familienkasse durch.

Passend dazu

  • Verlustvortrag im Studium: Steuererklärung Schritt für Schritt
  • Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Steuerberatung.

    This guide is also available in English: Read the English version.

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