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Altersvorsorgedepot 2027: Förderung und Bonus für junge Leute

Das Altersvorsorgedepot ersetzt ab 2027 die Riester-Rente. Wie die Zulagen wirken, welche Varianten es gibt und was es mit Boni auf sich hat, erklärt der Ratgeber.
Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Inhalt

Das Altersvorsorgedepot ist das neue Kernprodukt der Reform, mit der die Riester-Rente ab 2027 abgelöst wird. Es ist ein Depot für Anlagen am Kapitalmarkt, es gibt aber auch Varianten mit Garantie. Wie die Förderung aussieht und ob es für junge Leute einen eigenen Bonus gibt, erklärt dieser Ratgeber.

Kurz beantwortet: Das Altersvorsorgedepot startet nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung als staatlich gefördertes Produkt ab 2027. Die Grundzulage liegt bei höchstens 540 Euro im Jahr, die Kinderzulage bei 300 Euro pro Kind. Eine eigene Bonuskomponente für junge Erwachsene nennt die DRV-Darstellung nicht. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Altersvorsorgedepot ist die neue, staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge ab 2027. Es gibt eine Variante ohne Garantie und Varianten mit Garantie.
  • Die Grundzulage ist nach der Darstellung der DRV auf höchstens 540 Euro im Jahr begrenzt. Die Kinderzulage liegt bei höchstens 300 Euro pro Kind.
  • Ein Standarddepot soll die Effektivkosten auf höchstens 1,0 Prozent begrenzen. In den Empfehlungen der Bundesratsausschüsse wird die Bundesregierung gebeten, die Vermarktung dieses Standardprodukts spätestens ab 1. Januar 2027 zu ermöglichen.
  • Eine eigene Bonuskomponente für junge Erwachsene ist in den DRV-Angaben nicht genannt. Willkommensboni einzelner Anbieter sind keine staatliche Förderung.
  • Früh anfangen heißt vor allem, Zulagen über mehr Jahre mitzunehmen. Entscheidend bleiben aber die Kosten und die gewählte Variante.

Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Familie von Varianten. Nach den Angaben der DRV unterscheiden sich die Varianten vor allem bei Garantie, Kosten und Auszahlung. Die Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede.

VarianteWas sie bietetWorauf du achten solltest
Depot ohne GarantieChancen auf höhere Rendite durch Anlagen am KapitalmarktDer Wert kann schwanken, Verluste sind möglich
GarantieproduktAm Ende der Ansparphase stehen 80 oder 100 Prozent der Beiträge inklusive Zulagen zur VerfügungWeniger Spielraum für Wertzuwachs, Garantiebedingungen genau lesen
StandarddepotEffektivkosten auf höchstens 1,0 Prozent begrenztDie Bundesratsausschüsse fordern die Vermarktung ab 1.1.2027, Details sind offen
Auszahlplan20 Jahre Auszahlung ab dem 65. Lebensjahr, das Geld ist mit dem 85. Lebensjahr aufgebrauchtKeine lebenslange Zahlung in dieser Variante

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Seite zur Altersvorsorgereform, zuletzt aktualisiert am 17.09.2026. Zum Standarddepot: Bundesrat-Drucksache 206/1/26 vom 24.04.2026 (Ausschussempfehlungen).

Welche Förderung gibt es für junge Leute?

Die Förderung folgt der Systematik der Zulagen. Die Grundzulage beträgt nach der Darstellung der DRV 50 Cent je eigenem Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 360 Euro. Darüber hinaus gibt es 25 Cent je Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 1.440 Euro. Die Grundzulage liegt damit bei höchstens 540 Euro pro Jahr. Die genaue Rechnung oberhalb von 360 Euro ist in der DRV-Darstellung nicht eindeutig beschrieben, deshalb solltest du sie vor einer Entscheidung bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) oder beim Anbieter prüfen.

Die Kinderzulage gibt es nur für Kinder, für die ein Anspruch besteht. Sie beträgt 1 Euro je eigenem Euro, höchstens 300 Euro pro Kind und Jahr.

Rechenbeispiel: Was der Start mit 360 Euro bringt

Annahme: Du zahlst im ersten Jahr 360 Euro in ein Altersvorsorgedepot ein und hast keine Kinderzulage. Die Grundzulage beträgt dann 50 Prozent von 360 Euro, also 180 Euro. Insgesamt stehen damit 540 Euro im ersten Jahr zur Verfügung, bevor Kosten und Anlageergebnis berücksichtigt werden.

Annahme: Dieselbe Rechnung läuft über 30 Jahre mit gleichbleibendem Eigenbeitrag. Dann wären das rechnerisch 16.200 Euro Gesamtbeitrag und Zulagen zusammengenommen, ohne Rendite und ohne Kosten. Entscheidend ist später, was nach Kosten und Marktentwicklung tatsächlich vorhanden ist.

Was heißt das für junge Leute? Bonus, Start und Zeit

Die DRV-Angaben nennen keinen eigenen Bonus für junge Erwachsene. Wenn Anbieter von Boni sprechen, handelt es sich in der Regel um Angebote des Anbieters. Sie ändern nichts an der staatlichen Förderung und sollten mit den Gesamtkosten des Vertrags verglichen werden.

Früh zu starten heißt vor allem, dass du die Zulagen über mehr Jahre mitnimmst und Schwankungen am Kapitalmarkt aussitzen kannst, falls du die Variante ohne Garantie wählst. Ob sich das für dich lohnt, hängt von deinem Einkommen, deinem Rentenversicherungsstatus und deinem Sparspielraum ab. Hintergrund zum Thema bietet unser Ratgeber Altersvorsorge für Studenten.

Wer kann das Altersvorsorgedepot nutzen?

Förderberechtigt sind nach bisherigem Recht unter anderem Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Ab 2027 kommen nach Angaben der DRV Selbstständige mit Gewerbe- oder selbstständigen Einkünften und Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke hinzu. Für Studierende ist deshalb der Versicherungsstatus wichtiger als das Alter.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

  • Gesamtkosten über die Laufzeit, nicht nur die Kosten im ersten Jahr. Die Effektivkosten sind der aussagekräftigste Vergleichswert.
  • Garantie oder keine Garantie, und welche Mindestbeträge am Ende der Ansparphase tatsächlich zugesichert sind.
  • Auszahlungsform: Auszahlplan über 20 Jahre oder andere Form, und was passiert, wenn du früher Geld brauchst.
  • Kosten bei Wechsel oder Kündigung. Ein Wechsel zwischen Anbietern kann begrenzt Kosten auslösen.
  • Verständlichkeit der Unterlagen. Wenn du die Produktbedingungen nicht erklären kannst, solltest du nachfragen.

Für wen passt das Altersvorsorgedepot, für wen eher nicht?

Das Altersvorsorgedepot passt eher, wenn du einen langen Zeithorizont hast, Schwankungen aushältst und die Zulagen dauerhaft mitnehmen willst. Eher nicht passt es, wenn du das Geld in den nächsten Jahren brauchst, wenn du Verluste nicht auffangen kannst oder wenn die Kostenstruktur des Anbieters für dich unklar bleibt. Dann kann ein Produkt mit Garantie oder ein Standardangebot mit Kostendeckel besser zu deiner Lage passen.

Häufige Fragen

Ist das Altersvorsorgedepot dasselbe wie die Riester-Rente?

Nein. Nach Angaben der DRV wird die Riester-Rente ab 2027 durch das neue, staatlich geförderte Modell abgelöst. Das Altersvorsorgedepot ist die neue Produktform, die Riester-Rente mit lebenslanger Auszahlung entfällt in dieser Form.

Gibt es beim Altersvorsorgedepot eine Garantie?

Nur bei den Varianten mit Garantie. Das Depot ohne Garantie kann Verluste haben. Die Garantieprodukte sichern nach DRV-Angaben am Ende der Ansparphase 80 oder 100 Prozent der Beiträge inklusive Zulagen. Die genauen Bedingungen stehen im Produktinformationsblatt des Anbieters.

Kann ich Zulagen auch ohne Kind bekommen?

Ja, die Grundzulage ist unabhängig von Kindern. Voraussetzung ist die Förderberechtigung und ein Eigenbeitrag. Die Kinderzulage gibt es zusätzlich, wenn ein Kind berücksichtigt wird.

Muss ich mich sofort entscheiden?

Nein, aber du solltest die Umstellung nicht verschieben, wenn du von den Zulagen profitieren willst. Welche Fristen konkret gelten, ist in den ausgewerteten Quellen nicht eindeutig genannt. Frag bei der DRV oder dem Anbieter nach.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe, ob du förderberechtigt bist, und kläre das bei der DRV oder der ZfA.
  2. Lege fest, welcher Eigenbeitrag für dich realistisch ist, und rechne mit dem Zulagenstand von 540 Euro im Jahr als Obergrenze der Grundzulage.
  3. Vergleiche Varianten nach Gesamtkosten, Garantie und Auszahlung, bevor du dich festlegst.
  4. Lass dir die Berechnung der Zulagen schriftlich bestätigen und entscheide erst danach.

Passend dazu

Quellen: Deutsche Rentenversicherung: Altersvorsorgereform (Stand: 17.09.2026) und Bundesrat-Drucksache 206/1/26: Empfehlungen der Ausschüsse zum Altersvorsorgereformgesetz (24.04.2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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