Der Altersvorsorgedepot Rechner zeigt die Frage, die viele Sparer am meisten interessiert: Was steht am Ende auf dem Konto? Die Antwort hängt von drei Größen ab, nämlich Eigenbeitrag, Zulage und Ertrag. Wer die Rechnung selbst nachvollziehen will, braucht nur diese Bausteine und eigene Annahmen.
Kurz beantwortet: Als Beispiel ergibt eine jährliche Einzahlung von 1.800 Euro plus 540 Euro Zulage über 25 Jahre ohne Ertrag 58.500 Euro Guthaben. Mit angenommenen 3 Prozent Ertrag pro Jahr wären es rund 85.315 Euro, mit 5 Prozent rund 111.681 Euro. Diese Werte sind Rechenbeispiele, keine Prognosen. Stand: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Endguthaben setzt sich aus Eigenbeiträgen, Zulagen und Erträgen zusammen.
- Die Zulage wirkt jedes Jahr wie ein zusätzlicher Einzahlungsbetrag, sofern sie in das Depot fließt.
- Ein angenommener Ertrag von 0 Prozent zeigt, wie viel rein aus Einzahlungen und Zulagen entsteht.
- Schon kleine Unterschiede beim Ertrag wirken sich über 25 Jahre stark aus.
- Kosten mindern den Ertrag, deren Höhe erfährst du beim Anbieter.
So ist die Rechnung aufgebaut
Die Berechnung nimmt an, dass du jedes Jahr einen festen Betrag einzahlst und die Zulage in dasselbe Depot fließt. Die jährlichen Zahlungen werden am Jahresende angelegt und verzinst. Die Formel lautet: Endwert gleich Jahresbetrag mal (1 plus Ertrag hoch Jahre minus 1) geteilt durch den Ertrag. Bei 0 Prozent Ertrag entfällt die Verzinsung, dann zählt nur die Summe der Einzahlungen.
Annahme für alle Beispiele: 1.800 Euro Eigenbeitrag und 540 Euro Grundzulage jedes Jahr, also 2.340 Euro pro Jahr, Laufzeit 25 Jahre, keine Auszahlungen vor dem Ende.
Tabelle: Endguthaben bei unterschiedlichen Erträgen
| Angenommener Ertrag pro Jahr | Endguthaben nach 25 Jahren | Hinweis |
|---|---|---|
| 0 Prozent | 58.500 Euro | Nur Einzahlungen und Zulagen |
| 3 Prozent | 85.315 Euro | Rechenbeispiel, kein Versprechen |
| 5 Prozent | 111.681 Euro | Rechenbeispiel, kein Versprechen |
Die Tabelle zeigt, dass der Ertrag einen großen Teil des Ergebnisses ausmacht. Bei 5 Prozent liegt das Endguthaben fast doppelt so hoch wie ohne Ertrag. Das Ergebnis ist aber nur so gut wie die Annahme, und Erträge schwanken.
Wie stark wirkt die Laufzeit?
Die Laufzeit verändert das Ergebnis deutlich. Bleibt der Beitrag gleich, aber die Laufzeit beträgt 35 statt 25 Jahre, steigt das Guthaben bei 3 Prozent Ertrag stärker als linear. Annahme: Bei gleichem Jahresbetrag von 2.340 Euro und 3 Prozent Ertrag ergeben 35 Jahre rund 141.481 Euro, also deutlich mehr als 25 Jahre. Wer früher startet, kann mit demselben monatlichen Betrag mehr erreichen.
Welche Größen kannst du selbst verändern?
Wer mehrere Sparraten nebeneinander vergleicht, sollte immer dieselbe Laufzeit und denselben Ertrag ansetzen. Erst dann zeigt sich der Effekt der Zulage, des Beitrags und der Kosten klar. Eine Änderung nur eines Parameters pro Rechnung macht die Ergebnisse nachvollziehbar und verhindert, dass ein optimistisches Szenario die Entscheidung bestimmt.
Du kannst drei Größen ändern: Die Höhe des Eigenbeitrags, die Laufzeit und den angenommenen Ertrag. Die Zulage hängt vom Eigenbeitrag ab, wie im Artikel Altersvorsorgedepot Zulage berechnen beschrieben. Eine Eingabe mit 150 Euro im Monat ergibt 1.800 Euro im Jahr und damit 540 Euro Zulage. Bei 75 Euro im Monat ergeben sich 900 Euro im Jahr und 270 Euro Zulage. Die Zulage sinkt also mit dem Beitrag, der Anteil bleibt aber bis 360 Euro im Jahr bei 50 Prozent.
Warum Kosten den Ertrag verändern
Kosten verringern den Ertrag jedes Jahr. Der Unterschied zwischen zwei Produkten mit gleichem Brutto-Ertrag kann sich deshalb über viele Jahre summieren. Eine Rechnung mit einem Kostenunterschied von 0,5 Prozentpunkten pro Jahr zeigt das: Annahme: 5 Prozent brutto, nach Kosten bleiben 4,5 Prozent netto. Über 25 Jahre ergibt das rund 104.283 Euro. Ohne Kostenabzug, also 5 Prozent netto, wären es rund 111.681 Euro. Der Unterschied von 0,5 Prozentpunkten macht hier rund 7.399 Euro aus. Die genauen Kosten nennt der jeweilige Anbieter in seinen Unterlagen. Auf die Kostenregeln geht auch der Artikel Altersvorsorgedepot vergleichen: Worauf es bei Kosten ankommt ein.
Wie liest du das Ergebnis richtig?
Eine Summe am Ende ist nur eine Momentaufnahme einer Annahme. Zwei Dinge helfen beim Lesen. Erstens solltest du immer den Ertrag angeben, mit dem du gerechnet hast, und den Zeitraum. Zweitens lohnt der Blick auf das Ergebnis ohne Ertrag, weil er zeigt, welcher Teil des Endguthabens aus eigenen Einzahlungen und Förderung stammt. Dieser Teil ist unabhängig von der Marktentwicklung, sofern die Regeln gelten wie beschrieben.
Für eine persönliche Einschätzung kannst du deine Eingaben mit einem Berater besprechen. Bei Fragen zur eigenen Lage ist ein Gespräch über die Seite [So arbeiten wir](https://academycon.de/so-arbeiten-wir/) ein möglicher Weg.
Wichtig ist außerdem, dass die Rechnung nur die Zulage und den Eigenbeitrag abbildet. Steuerliche Effekte, etwa aus dem Sonderausgabenabzug, sind nicht enthalten. Wer beide Wege vergleichen will, sollte die Zulage getrennt rechnen und dann den Steuervorteil gegenüberstellen, wie es im Artikel zum Steuerabzug beschrieben ist.
Häufige Fragen
Ist das Ergebnis garantiert?
Nein. Die Rechnung zeigt Annahmen, keine Zusagen. Erträge hängen von den Anlagen ab und können schwanken. Ob es eine Garantie gibt, hängt vom gewählten Produkt ab.
Berücksichtige ich die Inflation?
Die Rechnung oben arbeitet mit nominalen Werten, also ohne Abzug der Inflation. Der reale Kaufkraftwert liegt darunter. Für eine genauere Betrachtung kannst du einen eigenen Inflationsabschlag ansetzen.
Wann kann ich ausgezahlt bekommen?
Die Auszahlung folgt den Regeln des Gesetzes und des Vertrags. Welche Auszahlungsform möglich ist, zeigt der Artikel Altersvorsorgedepot: Was bedeutet ein Auszahlplan über 20 Jahre?.
Was ist mit Steuern auf den Ertrag?
Ob und wie Erträge besteuert werden, hängt von den Regeln im Gesetz und von deinem Vertrag ab. Die Rechnung hier zeigt Bruttowerte ohne Steuern. Den Steuerbezug zur Zulage behandelt der Artikel Altersvorsorgedepot steuerlich absetzen: Zulage oder Sonderausgaben?.
Welches Ergebnis ist realistisch?
Eine realistische Erwartung gibt es nicht als feste Zahl. Sinnvoll ist, mehrere Szenarien mit niedrigem, mittlerem und hohem Ertrag durchzurechnen und die Entscheidung nicht auf ein einzelnes Ergebnis zu stützen. Ob sich der Einstieg lohnt, prüft der Artikel Altersvorsorgedepot: Ab welchem Einkommen lohnt es sich?.
Wer die Rechnung ein Jahr später wiederholt, sieht sofort, wie sich geänderte Beiträge oder ein anderer Ertrag auf das Ergebnis auswirken. Das ist ein einfacher Test, ob die Entscheidung auch dann noch trägt.
So gehst du jetzt vor
- Lege deinen jährlichen Eigenbeitrag fest und rechne die Zulage mit den Stufen nach.
- Rechne drei Szenarien mit 0, 3 und 5 Prozent Ertrag durch.
- Frage beim Anbieter die Kosten in Prozent pro Jahr ab und ziehe sie in der Rechnung ab.
- Wiederhole die Rechnung, bevor du einen Vertrag abschließt.
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Quellen: Bundesrat, Drucksache 206/26 zum Altersvorsorgereformgesetz (Stand 2026) und Deutsche Rentenversicherung, Altersvorsorgereformgesetz (Stand Oktober 2026)
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.