Kurz beantwortet: Im Referendariat in Niedersachsen sind die Anwärtergrundbeträge laut Besoldungstabelle für April 2026 bei 1.722,66 Euro (A 13) und 1.686,91 Euro (A 12) brutto im Monat angesetzt, vorbehaltlich der Verkündung. Die Beihilfe liegt im Regelfall bei 50 Prozent. Vor der Verbeamtung prüfst du deshalb, ob du eine Anwartschaft abschließt, ob du pauschale Beihilfe wählst oder ob du gesetzlich bleibst. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Grundbetrag im Vorbereitungsdienst liegt laut Besoldungstabelle bei 1.722,66 Euro (A 13) und 1.686,91 Euro (A 12). Die Werte stehen unter dem Vorbehalt der Verkündung.
- Beamte auf Widerruf mit Beihilfeanspruch sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V in der GKV versicherungsfrei und benötigen eine Absicherung für den Rest.
- Vor der Verbeamtung lohnt es sich, Gesundheitsfragen früh zu klären. Eine Anwartschaft kann Konditionen sichern, bevor der Vertrag läuft.
- Nach Sekundärquellen gibt es in Niedersachsen seit 2024 eine pauschale Beihilfe. Die Wahl ist bindend und fristgebunden, deshalb prüfe sie früh.
- Die Entscheidung hängt von Beihilfesatz, Bezügen, Gesundheitszustand und Leistungswünschen ab. Eine Zahl allein reicht nicht.
Welche Bezüge gelten in Niedersachsen?
Die Besoldungstabelle für Niedersachsen führt die Anwärtergrundbeträge für den Vorbereitungsdienst. Beim Eingangsamt A 13 liegt der Grundbetrag bei 1.722,66 Euro brutto im Monat, beim Eingangsamt A 12 bei 1.686,91 Euro. Die Werte stammen aus der Besoldungstabelle für April 2026 und sind mit dem Vorbehalt der Verkündung versehen.
| Eingangsamt | Grundbetrag (brutto, Euro im Monat) | Stand | Status |
|---|---|---|---|
| A 13 | 1.722,66 | 01.04.2026 | dbb-Tabelle, vorbehaltlich der Verkündung |
| A 12 | 1.686,91 | 01.04.2026 | dbb-Tabelle, vorbehaltlich der Verkündung |
Welches Amt für dich gilt, steht in deinem Einstellungsbescheid. Für bestimmte Schulformen kann das niedrigere Amt gelten. Dieses Detail solltest du prüfen, bevor du mit Zahlen planst.
Wenn du Rechtsreferendar bist, gilt eine andere Regel. Die Unterhaltsbeihilfe richtet sich nach dem Landesrecht und dem zuständigen Oberlandesgericht. Eine belastbare Zahl dafür liegt uns für Niedersachsen nicht vor, deshalb nennen wir keinen Betrag. Die Auskunft gibt das zuständige Oberlandesgericht.
Ist die Beihilfe in Niedersachsen 50 Prozent?
Für Beamte auf Widerruf ohne Kinder gilt im Regelfall ein Beihilfesatz von 50 Prozent. Mit Kindern können höhere Sätze gelten, die sich nach dem Landesrecht richten. Die Beihilfe deckt dann einen Anteil der Kosten. Der Rest muss über eine ergänzende Absicherung gedeckt werden, sonst bleibt eine Lücke.
Annahme: Eine Rechnung über 400 Euro ist beihilfefähig. Bei 50 Prozent übernimmt die Beihilfe 200 Euro. Die übrigen 200 Euro bleiben bei dir oder werden über den Tarif erstattet. Ob sich eine pauschale Beihilfe lohnt, hängt davon ab, wie du versichert bist. Den Ablauf der Einreichung erklärt der Ratgeber Beihilfe-Rechnung einreichen.
Pauschale Beihilfe in Niedersachsen
Nach den Sekundärquellen, die wir geprüft haben, gibt es in Niedersachsen seit dem 1. Februar 2024 eine pauschale Beihilfe. Sie richtet sich an Beamte, die freiwillig gesetzlich versichert sind. Die Wahl gilt als bindend, und nach den Quellen gibt es eine Ausschlussfrist von einem Jahr. Diese Angaben haben wir nicht an einer Landesquelle gegengeprüft. Kläre sie deshalb bei der zuständigen Stelle, bevor du entscheidest.
Eine Übersicht über alle Länder und ihre Modelle bietet der Ratgeber Pauschale Beihilfe für Referendare: Welche Länder sie anbieten.
Vor der Verbeamtung: Krankenversicherung früh prüfen
Die Zeit vor der Verbeamtung ist die wichtigste Phase für deine Gesundheitsfragen. Bei einer privaten Versicherung werden Vorerkrankungen geprüft, und sie beeinflussen Beitrag und Aufnahme. Wer früh anfragt, kann die Gesundheitsfragen in Ruhe beantworten und bekommt Zeit für einen Vergleich.
Eine Anwartschaftsversicherung kann helfen. Sie sichert die Konditionen ab, ohne den eigentlichen Vertrag sofort laufen zu lassen. Ob sie für dich sinnvoll ist, hängt von deinem Gesundheitszustand, deinem Zeitplan und den Kosten ab. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber Ist Anwartschaft in der PKV sinnvoll für Studierende?.
| Option | Für wen geeignet | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Beihilfe plus Restkostentarif (PKV) | Beamte auf Widerruf mit Beihilfeanspruch | Tarif passt zum Beihilfesatz, Leistungen für deinen Bedarf |
| Pauschale Beihilfe | Freiwillig gesetzlich Versicherte, sofern angeboten | Bindende Wahl, Frist, Auskunft der zuständigen Stelle |
| Freiwillige GKV | Wer gesetzlich bleiben will | Beitrag nach Bezügen, 14,0 Prozent plus Zusatzbeitrag |
Rechenbeispiel: Freiwillige GKV
Annahme: Bruttobezüge von 1.722,66 Euro, also der Grundbetrag A 13 aus der Tabelle. Der ermäßigte Beitragssatz liegt bei 14,0 Prozent nach § 243 SGB V, der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 bei 2,9 Prozent. Zusammen ergibt das 16,9 Prozent, also 1.722,66 × 16,9 Prozent = 291,13 Euro im Monat für die Krankenversicherung. Die Pflegeversicherung kommt hinzu. Zuschüsse des Dienstherrn sind nicht eingerechnet.
Für freiwillige Mitglieder gilt 2026 eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro, daraus ergibt sich ein Mindestbeitrag von 222,80 Euro im Monat (GKV-Spitzenverband, Stand 2026). Bei deinem Grundbetrag liegt der Beitrag darüber.
Wer aus dem Studium in den Vorbereitungsdienst wechselt, sollte den Übergang der Versicherung nicht dem Zufall überlassen. Stimme den Beginn neuer Versicherungen mit dem Ernennungs- oder Einstellungstermin ab, damit zwischen dem Ende der studentischen Versicherung und dem neuen Schutz keine Lücke entsteht. Die Reihenfolge erklärt der Ratgeber Beamtenanfänger: Versicherungen in der richtigen Reihenfolge.
Häufige Fragen
Muss ich mich vor der Verbeamtung schon privat versichern?
Nicht zwingend. Entscheidend ist, dass du ab der Verbeamtung eine Lösung hast, die den Rest deiner Kosten abdeckt. Wer früh anfragt, vermeidet Druck bei der Gesundheitsprüfung und hat mehr Zeit für den Vergleich.
Was passiert, wenn ich eine Vorerkrankung habe?
Vorerkrankungen können Beitrag oder Aufnahme beeinflussen. Gesundheitsfragen müssen vollständig beantwortet werden. Bei Unsicherheit lohnt sich eine Beratung, bevor du den Antrag abschickst.
Gilt die Regelung auch für Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis?
Das hängt von deinem Status ab. Ohne Beamtenstatus gelten die allgemeinen Regeln der Sozialversicherung, und die Krankenkasse prüft den Einzelfall. Kläre das schriftlich.
Wie viel Zeit sollte ich einplanen?
Plane mehrere Wochen ein, weil Anträge, Gesundheitsfragen, Rückfragen und Unterlagen der Beihilfestelle Zeit brauchen. Wer früh im Jahr anfängt, hat genug Puffer, bevor der Dienst beginnt, und kann Fristen ohne Druck einhalten.
Wie erfahre ich die aktuellen Beträge?
Die verlässlichste Quelle sind die Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt und die zuständige Stelle. Die Tabelle in diesem Ratgeber gibt den Stand der Besoldungstabelle wieder und ersetzt nicht den Bescheid.
So gehst du jetzt vor
- Kläre dein Eingangsamt im Einstellungsbescheid und notiere den Grundbetrag.
- Lass dir den Beihilfesatz für deine Situation von der Beihilfestelle bestätigen.
- Prüfe frühzeitig, ob eine Anwartschaft oder ein Tarif mit Gesundheitsprüfung für dich sinnvoll ist.
- Kläre die pauschale Beihilfe und ihre Fristen, bevor du dich entscheidest.
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Quellen: Besoldungstabelle Niedersachsen, dbb, Stand 04/2026 (Gewerkschaftsdokument, vorbehaltlich der Verkündung), § 6 SGB V, Versicherungsfreiheit, § 193 VVG, Versicherte Person und Versicherungspflicht, § 9 SGB V, Freiwillige Versicherung, GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen 2026.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.