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Referendariat Jura: Gehalt in den Bundesländern

Was Rechtsreferendare in den Bundesländern verdienen, warum Anwärterbezüge und Unterhaltsbeihilfe auseinanderfallen und welche Beihilfe für dich gilt. Mit Stand und Quellen.
Referendar steht vor der Tafel in einem Klassenzimmer

Inhalt

Das Referendariat Jura Gehalt unterscheidet sich stärker zwischen den Bundesländern, als viele erwarten. Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt, die Bezahlung dagegen nicht. Dieser Ratgeber sortiert die Werte, die sich belegen lassen, und zeigt dir, wo du die Rechtsstellung deiner Ausbildung prüfen musst.

Kurz beantwortet: Das Gehalt im Rechtsreferendariat hängt vom Bundesland ab. Wo du als Beamter auf Widerruf eingestellt wirst, liegen die Anwärterbezüge im Eingangsamt A 13 laut dbb-Tabelle zwischen rund 1.707 und 1.869 Euro brutto im Monat. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Unterhaltsbeihilfe laut Verordnung 1.585,17 Euro. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Vorbereitungsdienst dauert nach § 5b DRiG zwei Jahre, also 24 Monate.
  • Die Rechtsstellung regelt das Landesrecht. Du kannst Beamter auf Widerruf oder im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis sein.
  • Als Beamter erhältst du Anwärterbezüge, im Ausbildungsverhältnis in der Regel eine Unterhaltsbeihilfe.
  • Für Nordrhein-Westfalen ist die Unterhaltsbeihilfe mit Betrag angegeben, weil die Verordnung sie ausweist.
  • Die Beihilfe folgt in den meisten Ländern dem Regelsatz von 50 Prozent, in Hessen gilt ein höherer Satz.

Warum Anwärterbezüge und Unterhaltsbeihilfe nicht dasselbe sind

Anwärterbezüge bekommst du als Beamter auf Widerruf. Sie folgen der Besoldungstabelle des Landes. Die Unterhaltsbeihilfe zahlst du im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, und sie folgt einer eigenen Verordnung. Beide Wege enden mit einem Betrag, der oft ähnlich aussieht, rechtlich aber verschieden ist. Deshalb fragst du bei der Einstellung zuerst nach der Rechtsstellung und erst danach nach dem Betrag.

Die Rechtsstellung legt in Hessen zum Beispiel ein Merkblatt des Oberlandesgerichts fest. Danach bist du bei erfüllten Voraussetzungen Beamter auf Widerruf. Andernfalls liegt ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis mit gleich hoher Unterhaltsbeihilfe vor. Wie das in deinem Land geregelt ist, zeigt dir das Merkblatt deines Oberlandesgerichts.

Anwärterbezüge im Überblick nach Bundesland

Die folgende Tabelle zeigt die Anwärterbezüge im Eingangsamt A 13 für Beamte auf Widerruf. Die Werte stammen aus der Besoldungstabelle des dbb, Stand 2026, vorbehaltlich der Verkündung im Gesetzblatt. Für Saarland gilt das Besoldungsgesetz im Amtsblatt. Länder ohne gesicherte Zahl sind weggelassen:

BundeslandAnwärterbezüge A 13, brutto pro MonatStand
Baden-Württemberg1.786,46 EuroApril 2026
Bayern1.795,21 EuroOktober 2026
Berlin1.807,47 EuroApril 2026
Bremen1.790,97 EuroApril 2026
Hessen1.868,96 EuroJuli 2026
Mecklenburg-Vorpommern1.772,80 EuroApril 2026
Niedersachsen1.722,66 EuroApril 2026
Nordrhein-Westfalen1.793,28 EuroApril 2026
Saarland1.707,82 EuroApril 2026
Sachsen-Anhalt1.744,00 EuroApril 2026
Schleswig-Holstein1.806,53 EuroApril 2026

Für Brandenburg, Hamburg und Rheinland-Pfalz liegt nur ein Entwurf oder keine gesicherte Zahl vor. Für Sachsen ist der Grundbetrag nicht belegt. Für Thüringen stammt der Wert aus einem Gesetzentwurf, dessen Verkündung nicht bestätigt ist. Frag deshalb bei der zuständigen Stelle nach, wenn dein Land fehlt.

Unterhaltsbeihilfe: Das Beispiel Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen ist die Unterhaltsbeihilfe in einer eigenen Verordnung geregelt. Der Grundbetrag liegt laut Verordnung über die Gewährung einer monatlichen Unterhaltsbeihilfe bei 1.585,17 Euro, zuzüglich Familienzuschlag, für die Zeit ab 1. April 2026. Die Verordnung gilt bis zum 28. Februar 2027, danach folgen weitere Stufen. Hinzu kommt, dass Familienzuschlag und Kinderzahl den Betrag verändern können.

Für die anderen Länder wird keine Unterhaltsbeihilfe in Zahlen genannt, weil die Beträge nicht durchgängig belegt sind. Das zuständige Landesjustizprüfungsamt oder das Oberlandesgericht nennt dir den aktuellen Betrag. Auch die Gehaltsübersicht für NRW zeigt, wie sich die Werte in einem Land entwickeln können.

Beihilfe im Rechtsreferendariat

Als Regelsatz für Beamte auf Widerruf ohne Kinder gelten 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, geregelt in den Landesbeihilfeverordnungen. In Hessen liegt der Satz laut der hessischen Beihilfeverordnung höher, nämlich bei 70 Prozent für ambulante Leistungen und 85 Prozent für stationäre. Wenn du im Ausbildungsverhältnis stehst, kann sich die Beihilfe anders darstellen. Die Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber zur Beihilfe im Referendariat.

Mit einem Beihilfesatz von 50 Prozent brauchst du für den Rest eine Absicherung. Wie du die Entscheidung zwischen Tarifen triffst, kannst du im Ratgeber zur Krankenversicherung im Rechtsreferendariat nachlesen. Eine persönliche Einordnung bietet Academycon über So arbeiten wir an.

Rechenbeispiel: Monatsbetrag in zwei Varianten

Annahme: Du bist in Nordrhein-Westfalen im Ausbildungsverhältnis, hast keine Kinder und erhältst den Grundbetrag von 1.585,17 Euro. Vergleichen wir ihn mit einer Anwärterbezahlung von 1.800 Euro in einem Land mit Beamtenstatus:

  1. Der Unterschied beträgt 214,83 Euro im Monat, rein rechnerisch auf den Grundbetrag.
  2. Auf zwei Jahre gerechnet ergibt das 5.155,92 Euro. Diese Summe gilt aber nur, wenn beide Beträge über den gesamten Zeitraum und ohne Familienzuschlag gelten.
  3. Berücksichtige außerdem Beiträge zur Krankenversicherung, denn sie unterscheiden sich je nach Rechtsstellung.

Das Beispiel zeigt, warum der Betrag allein nie reicht. Rechne immer mit der Rechtsstellung, den Beiträgen und dem Familienstand zusammen.

Worauf du bei Stichtagen achten solltest

Die Beträge in der Tabelle gelten jeweils ab einem bestimmten Stichtag. Wer im Frühjahr beginnt, bekommt oft noch die Werte des Vorjahres, wenn ein Land zum 1. Oktober anpasst. Deshalb ist der Stand in der Spalte wichtig, nicht nur die Zahl. Vergleiche Länder immer mit demselben Stichtag, sonst entstehen Unterschiede, die nur durch den Zeitpunkt entstehen.

Für die Planung ist außerdem wichtig, ob dein Vorbereitungsdienst in einem Stichtagsmonat beginnt. Die Einstellungsbescheinigung nennt den Beginn und die Besoldungsgruppe. Lege die Zahlen dann nicht pauschal, sondern für die einzelnen Monate deiner Ausbildung fest.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Rechtsreferendariat?

Der Vorbereitungsdienst dauert nach § 5b Abs. 1 DRiG zwei Jahre. Das Gesetz regelt die Dauer bundesweit, die Einzelheiten zur Ausgestaltung stehen im Landesrecht. Plane deine Finanzen deshalb für 24 Monate, sofern dein Land keine Verlängerung vorsieht.

Bekomme ich als Rechtsreferendar mehr, wenn ich in Hessen bin?

In Hessen liegt der Anwärter-Grundbetrag in der Tabelle für A 13 am höchsten von den hier genannten Ländern. Ob dieser Betrag für dich gilt, hängt von deiner Rechtsstellung und vom Merkblatt des Oberlandesgerichts ab. Ein direkter Vergleich lohnt nur, wenn Rechtsstellung und Stichtag übereinstimmen.

Gibt es Nebenjobs neben dem Referendariat?

Ob und in welchem Umfang du neben dem Vorbereitungsdienst arbeiten darfst, legen die Landesregeln fest. Frag vor Aufnahme einer Tätigkeit bei deiner Ausbildungsstelle nach. Eine Tätigkeit ohne Genehmigung kann Folgen für deine Bezüge haben.

Was passiert bei Familie?

Mit Kindern erhältst du in der Regel einen Familienzuschlag, sofern deine Rechtsstellung das vorsieht. Beihilfesätze können sich ebenfalls ändern, etwa in Sachsen, wo mit einem Kind ein höherer Satz gilt. Die genauen Regeln stehen im Landesrecht.

So gehst du jetzt vor

  1. Kläre deine Rechtsstellung mit der Einstellungsbehörde, bevor du Zahlen planst.
  2. Vergleiche den Betrag für dein Land mit der aktuellen Besoldungstabelle oder der Unterhaltsbeihilfeverordnung.
  3. Prüfe den Beihilfesatz für deine Familiensituation und die Antragsfristen.
  4. Kläre die Krankenversicherung vor Dienstbeginn, da sie je nach Rechtsstellung unterschiedlich geregelt ist.

Passend dazu

Quellen: § 5b DRiG, Vorbereitungsdienst (Abruf Oktober 2026); Verordnung über die Gewährung einer monatlichen Unterhaltsbeihilfe NRW (Stand 1. April 2026); Merkblatt zur Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst Hessen (Stand April 2026); Saarländisches Besoldungsgesetz, Amtsblatt Teil I Nr. 24 (Stand Juni 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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