Wer das Referendariat in Berlin beginnt, fragt zuerst nach dem Gehalt. Die Anwärterbezüge sind in Berlin gesetzlich festgelegt und hängen von der Einstufung ab. Außerdem stellen sich Fragen zu Beihilfe und Krankenversicherung, die mit dem Beamtenstatus auf Widerruf zusammenhängen. Dieser Ratgeber fasst die belegten Zahlen für Berlin zusammen und nennt die Stellen, die verbindlich Auskunft geben.
Kurz beantwortet: Die Anwärterbezüge im Eingangsamt A 13 liegen in Berlin laut Besoldungstabelle des dbb (Stand April 2026, vorbehaltlich der Verkündung) bei 1.807,47 Euro brutto im Monat. Als Regel gilt für Beamte auf Widerruf ohne Kinder eine Beihilfe von 50 Prozent. Abweichungen regelt das Berliner Landesrecht. Einen belegten Betrag für Rechtsreferendare nennt dieser Ratgeber nicht. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anwärterbezüge im Eingangsamt A 13 betragen laut dbb-Tabelle (Stand 1. April 2026) 1.807,47 Euro brutto im Monat. Die Tabelle steht unter dem Vorbehalt der Bekanntmachung im Gesetzblatt.
- Die Einstufung hängt von Lehramt und Schulart ab. Prüfe sie in den Unterlagen deiner Einstellung, bevor du mit einem Betrag planst.
- Als Regel gilt für Beamte auf Widerruf ohne Kinder ein Beihilfesatz von 50 Prozent. Berliner Landesrecht kann Abweichungen regeln.
- Während des Vorbereitungsdienstes bist du in der Regel über Beihilfe und eine ergänzende Krankenversicherung abgesichert, sofern die Voraussetzungen nach § 6 SGB V erfüllt sind.
- Für Rechtsreferendare liegt kein belegter Betrag vor. Die Auskunft gibt das zuständige Oberlandesgericht, in Berlin das Kammergericht.
Wie hoch sind die Anwärterbezüge in Berlin?
Die Anwärterbezüge sind das monatliche Entgelt während des Vorbereitungsdienstes. Die Besoldungstabelle des Deutschen Beamtenbundes (dbb) gibt für Berlin im Eingangsamt A 13 einen Wert von 1.807,47 Euro an, mit Stand 1. April 2026. Es handelt sich um eine Wiedergabe der Landesbesoldung durch eine Gewerkschaftsquelle. Der Hinweis auf die Verkündung im Gesetzblatt ist ernst zu nehmen, denn bis dahin kann sich ein Wert noch ändern.
| Position | Wert | Stand | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Anwärterbezüge, Eingangsamt A 13 | 1.807,47 Euro brutto im Monat | 1. April 2026 | Besoldungstabelle dbb, vorbehaltlich der Verkündung |
| Beihilfesatz (Regel, Beamte auf Widerruf ohne Kinder) | 50 Prozent | Oktober 2026 | Landesbeihilfeverordnung Berlin |
| Unterhaltsbeihilfe Rechtsreferendariat | kein belegter Wert | Oktober 2026 | Zuständiges Oberlandesgericht |
Ob der Wert für dein Lehramt gilt, hängt von der Einstufung ab. Die Anwärterbezüge sind kein Netto-Betrag und lassen sich deshalb nicht eins zu eins mit einem Nettoeinkommen aus einem Angestelltenverhältnis vergleichen. Eine Berechnung der Lohnsteuer nimmt dieser Ratgeber bewusst nicht vor. Für die persönliche Steuerfrage nutzt du den Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums.
Wie funktioniert die Beihilfe im Berliner Referendariat?
Die Beihilfe ist eine Leistung des Dienstherrn, die einen Teil deiner Krankheitskosten übernimmt. Als Regel gilt für Beamte auf Widerruf ohne Kinder ein Satz von 50 Prozent. Berlin legt Abweichungen in seiner Landesbeihilfeverordnung fest. Den Rest deckt in der Regel eine private Krankenversicherung ab, weil die Beihilfe nur einen Anteil übernimmt. Wie hoch der tatsächliche Erstattungsanteil ausfällt, zeigt erst die Abrechnung der eingereichten Belege, und die Entscheidung für einen Tarif sollte sich an diesem Anteil orientieren.
Einige Länder bieten eine pauschale Beihilfe an, die anstelle der individuellen Beihilfe gewählt werden kann. Ob Berlin diese Option anbietet, welche Fristen gelten und ob die Wahl bindet, klärt die Beihilfestelle des Landes. Die Entscheidung solltest du vor dem Abschluss einer Krankenversicherung treffen, weil sie den Tarifbedarf verändert.
Was gilt für die Krankenversicherung?
Beamte sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V von der gesetzlichen Versicherungspflicht ausgenommen, wenn sie Anspruch auf Bezügefortzahlung und Beihilfe haben. Ob dieser Fall für dein Referendariat in Berlin vorliegt, prüft die zuständige Stelle bei der Einstellung. Liegt keine Beihilfe vor, bleibt die Absicherung über die gesetzliche Krankenversicherung oder eine freiwillige Mitgliedschaft zu klären.
Für die Absicherung im Vorbereitungsdienst ist der Übergang besonders wichtig. Wer zwischen Studium, Staatsexamen und Einstellung eine Lücke vermeiden will, sollte den Versicherungsstatus lückenlos planen. Die passenden Schritte beschreibt der Ratgeber zur Krankenversicherung im Referendariat.
Lehramt und Rechtsreferendariat in Berlin: Was sich unterscheidet
Im Lehramt führt der Vorbereitungsdienst zu einer Einstellung in ein Beamtenverhältnis auf Widerruf, und die Anwärterbezüge sind der zentrale Betrag. Im Rechtsreferendariat hängen Unterhaltsbeihilfe und Stellung von anderen Regeln ab. Deshalb nennt dieser Ratgeber für Rechtsreferendare in Berlin keinen Betrag. Die Auskunft gibt das Kammergericht als zuständiges Oberlandesgericht. Wer aus dem Studium kommt und noch unsicher ist, welcher Weg zum Ziel passt, findet die Unterschiede dort kompakt erklärt. Den Vergleich der beiden Wege findest du im Ratgeber zum Rechtsreferendariat in Berlin (in German).
Typische Planungsfehler im Berliner Referendariat
Wer seine Finanzplanung auf dem Stand eines einzelnen Monats aufbaut, übersieht häufig die Fixkosten, die im Jahresverlauf anfallen. Die folgenden drei Punkte kommen in der Praxis immer wieder vor und lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden.
- Der Anwärterbetrag wird mit dem Nettoeinkommen verwechselt. Plane mit dem Netto, das nach Abzügen übrig bleibt, und nicht mit dem Bruttowert aus der Tabelle.
- Die Beihilfe wird als vollständige Erstattung angesehen. Bei einem Satz von 50 Prozent bleibt die andere Hälfte offen und muss anderweitig abgedeckt sein.
- Die Krankenversicherung wird erst nach Beginn des Referendariats geklärt. Eine Lücke im Versicherungsschutz kann teuer werden, deshalb sollte die Entscheidung vor dem Dienstbeginn stehen.
Häufige Fragen
Sind die Anwärterbezüge in Berlin ein Netto-Betrag?
Nein. Die Anwärterbezüge sind ein Brutto-Betrag, von dem Lohnsteuer und Sozialabgaben abgezogen werden, soweit sie anfallen. Die Höhe der Abzüge hängt von deiner Steuerklasse und deiner Situation ab. Eine verbindliche Berechnung liefert der Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums.
Warum steht der Wert unter einem Vorbehalt?
Die dbb-Tabelle ist eine Gewerkschaftsquelle, die die Landesbesoldung wiedergibt. Sie steht unter dem Vorbehalt der Bekanntmachung im Gesetzblatt. Vor einer finanziellen Entscheidung solltest du den Wert im Berliner Gesetz- und Verordnungsblatt oder bei der Besoldungsstelle prüfen.
Gilt der Beihilfesatz von 50 Prozent auch, wenn ich Kinder habe?
Die 50 Prozent sind die Regel für Beamte auf Widerruf ohne Kinder. Mit Kindern oder einem anderen Familienstand können andere Sätze gelten. Die Beihilfestelle des Landes gibt die verbindliche Auskunft.
Wo finde ich den verbindlichen Betrag für Rechtsreferendare?
Für Rechtsreferendare in Berlin gibt es in diesem Ratgeber keinen belegten Betrag. Die Auskunft erteilt das zuständige Oberlandesgericht, in Berlin das Kammergericht.
So gehst du jetzt vor
- Kläre in den Unterlagen deiner Einstellung, welches Amt und welche Einstufung für dich gelten.
- Prüfe den Anwärterbezug im Berliner Gesetz- und Verordnungsblatt oder bei der Besoldungsstelle, sobald der Wert verkündet ist.
- Kläre den Beihilfesatz und die Wahl einer pauschalen Beihilfe mit der Beihilfestelle des Landes.
- Plane die Krankenversicherung lückenlos. Eine persönliche Einschätzung bietet Academycon unter https://academycon.de/so-arbeiten-wir/ an.
Passend dazu
- Lehramtsreferendariat in Berlin 2026/27: Anwärterbezüge, Beihilfe und Krankenversicherung
- Beihilfe in Berlin: Bemessungssätze, Eigenanteil und passende PKV für Beamte
- Krankenversicherung im Referendariat: GKV, PKV und Beihilfe
- Referendariat: Anwärterbezüge nach Bundesland
Quellen: Besoldungstabelle Berlin, dbb (Stand April 2026, Vorbehalt der Verkündung) und § 6 SGB V (Abruf Oktober 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.