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Gehaltskonto wechseln: Was beim Kontowechsel zu beachten ist

Beim Gehaltskonto wechseln hilft der gesetzliche Kontowechselservice. Welche Fristen für alte und neue Bank gelten und was du selbst für den Gehaltseingang tust.
Studentin füllt in der Bibliothek einen Förderantrag aus

Inhalt

Ein Gehaltskonto zu wechseln ist weniger aufwendig, als viele annehmen, weil das Zahlungskontengesetz einen Kontowechselservice vorsieht. Die neue Bank übernimmt wesentliche Schritte: Sie holt Daueraufträge und Lastschriftmandate bei der alten Bank ab und teilt deine neue Kontoverbindung den Zahlern und Zahlungsempfängern mit. Damit dein Gehalt pünktlich ankommt, solltest du dennoch den Ablauf und die Fristen kennen.

Kurz beantwortet: Beim Kontowechselservice erteilst du der neuen Bank eine schriftliche Ermächtigung (§ 21 ZKG). Sie fordert die alte Bank innerhalb von zwei Geschäftstagen auf, die Daten zu übermitteln (§ 22 ZKG). Die alte Bank liefert die Listen innerhalb von fünf Geschäftstagen (§ 23 ZKG), die neue richtet danach innerhalb von fünf Geschäftstagen alles ein (§ 24 ZKG). Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verbraucher haben Anspruch auf Kontenwechselhilfe durch die beteiligten Banken (§ 20 ZKG).
  • Du brauchst eine schriftliche Ermächtigung, die auch im Online-Banking erteilt werden kann (§ 21 ZKG).
  • Die neue Bank fordert die alte Bank innerhalb von zwei Geschäftstagen auf, Listen und Informationen zu liefern (§ 22 ZKG).
  • Die alte Bank sendet Listen und Informationen innerhalb von fünf Geschäftstagen und darf Zahlungskarten nicht vor dem Stichtag sperren (§ 23 ZKG).
  • Die neue Bank richtet Daueraufträge ein und informiert Zahler wie deinen Arbeitgeber über die neue Kontoverbindung (§ 24 ZKG).
  • Beide Banken haften dir bei Pflichtverletzungen als Gesamtschuldner (§ 25 ZKG).

Wie funktioniert der Kontowechselservice?

Rechtsgrundlage sind die §§ 20 ff. im Zahlungskontengesetz. Zahlungsdienstleister müssen Verbrauchern bei einem Kontowechsel auf Wunsch helfen. Die Pflicht entfällt, wenn einer der Dienstleister nicht im Geltungsbereich des Gesetzes ansässig ist oder die Konten nicht in derselben Währung geführt werden (§ 20 Abs. 2 ZKG). Die Hilfe wird nur nach einer Ermächtigung geleistet (§ 20 Abs. 3 ZKG).

Die Ermächtigung nach § 21 ZKG bedarf der Schriftform und ist grundsätzlich auf Deutsch abzufassen. Formulare musst du auf Wunsch unverzüglich erhalten, und du bekommst eine Kopie. Die Ermächtigung kann auch im Online-Banking erteilt werden. Erst dann wird die Wechselhilfe in Gang gesetzt.

Welche Fristen gelten beim Kontowechsel?

SchrittWerFristGrundlage
Alte Bank auffordern, Listen und Informationen zu liefernNeue BankInnerhalb von zwei Geschäftstagen nach Erhalt der Ermächtigung§ 22 ZKG
Listen der Daueraufträge und Lastschriftmandate und Informationen zu Zahlungseingängen der letzten 13 Monate sendenAlte BankInnerhalb von fünf Geschäftstagen§ 22, § 23 Abs. 1 Nr. 1 ZKG
Daueraufträge einrichten, Lastschriften vorbereiten, neue Kontoverbindung mitteilenNeue BankInnerhalb von fünf Geschäftstagen nach Erhalt der Listen§ 24 Abs. 1 ZKG
Frühester StichtagBeideMindestens der sechste Geschäftstag nach Erhalt der Listen§ 24 Abs. 3 ZKG

Der Stichtag ist das Datum, ab dem Daueraufträge und Zahlungen auf das neue Konto laufen. Liegt der gewünschte Stichtag weniger als sechs Geschäftstage nach Erhalt der Listen, gilt stattdessen der sechste Geschäftstag. Rechne also großzügig. Wenn die Banken die Fristen ausschöpfen, liegen zwischen Ermächtigung und frühestem Stichtag rechnerisch rund 13 Geschäftstage (zwei, fünf und sechs Geschäftstage), also gut zwei Wochen. Zwei bis drei Wochen sind deshalb eine Planungsannahme mit Puffer und keine gesetzliche Frist. Der Wechsel sollte nicht kurz vor dem Gehaltseingang stattfinden.

Was erledigt die alte, was die neue Bank?

Nach § 23 ZKG sendet die alte Bank die Listen und Informationen, nimmt ab dem Stichtag keine Lastschriften und Überweisungen mehr an, es sei denn, es gibt eine automatische Umleitung, und führt Daueraufträge nicht mehr aus. Sie informiert Zahler und Zahlungsempfänger über den Grund. Das Restguthaben wird auf das neue Konto überwiesen, und das Konto wird geschlossen, sobald die Schritte erledigt sind. Zahlungsauthentifizierungsinstrumente wie Karten darf sie vor dem Stichtag nicht sperren.

Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein und stellt sich auf Lastschriften ein. Sie teilt Zahlern und Zahlungsempfängern die neue Kontoverbindung mit und fordert fehlende Angaben nach. Auf Wunsch stellt sie Musterschreiben zur Verfügung, die diese Mitteilungen ersetzen können. Außerdem informiert sie dich über deine Rechte, etwa Lastschriften zu begrenzen oder zu blockieren.

Was muss ich selbst tun, damit das Gehalt ankommt?

Der Service ersetzt nicht jede eigene Aufgabe. Gerade beim Gehaltskonto lohnt sich ein Abgleich mit deiner Lage:

  1. Wähle die neue Bank und eröffne das Konto, bevor du die Ermächtigung erteilst.
  2. Erteile die Ermächtigung schriftlich oder im Online-Banking und bewahre die Kopie auf.
  3. Informiere deinen Arbeitgeber oder die Gehaltsabrechnung vorsichtshalber selbst über die neue IBAN, auch wenn die neue Bank Zahler benachrichtigt. Beachte dabei die Fristen der Lohnabrechnung.
  4. Prüfe nach Erhalt der Listen, ob alle Daueraufträge und Lastschriften vollständig übernommen wurden. Achte besonders auf selten fällige Zahlungen, etwa jährliche Beiträge.
  5. Halte das alte Konto über den Stichtag hinaus noch einige Wochen offen, wenn möglich, bis alle Zahlungen umgestellt sind. Die alte Bank schließt es nach § 23 ZKG, sobald ihre Schritte erledigt sind, stimme den Zeitpunkt also mit ihr ab.
  6. Kontrolliere in den ersten Monaten Gehalt, Miete und Versicherungsbeiträge.

Wie du das erste Gehalt sinnvoll aufteilst, beschreibt der Ratgeber Erstes Gehalt richtig aufteilen: Budget, Notgroschen, Vorsorge. Der Wechsel selbst gehört nicht dorthin, aber der Zeitpunkt passt oft zusammen.

Wer haftet, wenn etwas schiefgeht?

Nach § 25 ZKG haften beide Zahlungsdienstleister dem Verbraucher für Pflichtverletzungen als Gesamtschuldner. Entstehen dir durch einen Fehler beim Wechsel Kosten, etwa durch eine nicht ausgeführte Lastschrift, kannst du dich an eine der beiden Banken wenden. Sichere Belege, notiere Datum und Betrag und bitte schriftlich um Erstattung.

Was ist, wenn mir eine Bank kein Konto geben will?

Hast du Probleme, ein Konto zu bekommen, kann der Anspruch auf ein Basiskonto helfen. Nach § 31 ZKG müssen Institute, die Verbrauchern Zahlungskonten anbieten, mit berechtigten Verbrauchern mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU einen Basiskontovertrag schließen, wenn der Antrag die Voraussetzungen erfüllt. Das Angebot muss unverzüglich, spätestens innerhalb von zehn Geschäftstagen nach Antragseingang erfolgen. Internationale Studierende finden Unterlagen und Hinweise im Ratgeber Girokonto als internationale Studierende.

Wann lohnt sich der Wechsel?

Ein Wechsel lohnt sich, wenn Preise oder Leistungen nicht mehr zu deiner Nutzung passen. Das kann ein Gebührenhinweis sein, wie ihn der Ratgeber Wenn die Bank Gebühren erhöht beschreibt, oder der Übergang vom Studium in den Beruf mit neuem Gehalt. Prüfe Grundpreis, Kartenentgelte, Bargeldabhebungen und Auslandszahlungen anhand der Preisverzeichnisse. Konkrete Banken oder Konten empfiehlt dieser Ratgeber nicht. Für die Kündigung des alten Kontos ohne Wechselservice hilft Girokonto kündigen: Frist, Ablauf und Restguthaben.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Kontowechsel mit dem Wechselservice?

Nach dem Gesetz liegen zwischen der Ermächtigung und dem Stichtag mehrere Geschäftstage: Zwei bis zur Aufforderung der alten Bank, fünf bis zur Lieferung der Listen, fünf bis zur Einrichtung bei der neuen Bank und mindestens sechs Geschäftstage bis zum Stichtag nach Erhalt der Listen. Bei voller Ausschöpfung der Fristen sind das rechnerisch rund 13 Geschäftstage. Plane mit Puffer zwei bis drei Wochen ein, das ist eine Planungsannahme und keine gesetzliche Frist.

Werden alle Zahlungen automatisch umgestellt?

Die neue Bank richtet Daueraufträge ein, bereitet Lastschriften vor und teilt Zahlern und Zahlungsempfängern die neue Kontoverbindung mit. Prüfe trotzdem, ob alles angekommen ist, besonders bei seltenen Zahlungen.

Was passiert mit dem Restguthaben auf dem alten Konto?

Die alte Bank überweist das Restguthaben auf das neue Konto und schließt das alte Konto, wenn die vorgesehenen Schritte erledigt sind (§ 23 ZKG).

Kann die alte Bank meine Karte vorher sperren?

Nein. Zahlungsauthentifizierungsinstrumente wie Karten darf sie vor dem Stichtag nicht sperren (§ 23 Abs. 2 ZKG).

Muss ich meinen Arbeitgeber selbst informieren?

Die neue Bank soll Zahler über die neue Kontoverbindung informieren. Beim Gehalt ist es sinnvoll, den Arbeitgeber zusätzlich selbst zu benachrichtigen, damit die Lohnabrechnung rechtzeitig auf die neue IBAN läuft.

So gehst du jetzt vor

  1. Vergleiche Preisverzeichnisse und eröffne das neue Konto.
  2. Erteile die schriftliche Ermächtigung für den Kontowechselservice.
  3. Informiere deinen Arbeitgeber und prüfe, ob alle Daueraufträge übernommen wurden.
  4. Lass das alte Konto erst schließen, wenn alle Zahlungen sicher umgestellt sind.

Passend dazu

Quellen: § 20 ZKG, Gesetze im Internet; § 22 ZKG, Gesetze im Internet; § 24 ZKG, Gesetze im Internet; Zahlungskontengesetz (ZKG), Gesetze im Internet, alle abgerufen am 2. November 2026.

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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