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ETF-Sparplan mit 50 Euro im Monat: Rechenbeispiel über 40 Jahre

Bei 50 Euro im Monat fließen über 40 Jahre 24.000 Euro in den Sparplan. Was das Endkapital bei verschiedenen Renditen bedeutet, zeigt dieses Rechenbeispiel mit offenen Annahmen.
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Inhalt

Ein ETF-Sparplan mit 50 Euro im Monat ergibt über 40 Jahre eine Summe, die stark von der angenommenen Rendite abhängt. Dieser Ratgeber rechnet das Beispiel nach, zeigt die Annahmen offen und erklärt, warum die Zahl nur eine Rechnung und keine Prognose ist.

Kurz beantwortet: Bei 50 Euro im Monat zahlst du in 40 Jahren insgesamt 24.000 Euro ein. Rechnet man mit einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr und 0,3 Prozent Kosten, ergibt sich ein Endkapital von rund 70.600 Euro. Das ist eine Annahme, keine Zusage. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 40 Jahre fließen bei 50 Euro im Monat 24.000 Euro auf den Sparplan.
  • Das Endkapital hängt fast vollständig von der angenommenen Rendite ab. Die Spanne reicht im Beispiel von rund 43.100 bis rund 120.700 Euro.
  • Kosten wie Gebühren und Spreads mindern das Ergebnis dauerhaft und sollten in jede Rechnung.
  • Inflation senkt die Kaufkraft des Endbetrags. Im Beispiel bleiben bei 2 Prozent Inflation real rund 19.500 bis rund 54.700 Euro.
  • Eine Rechnung ersetzt keine Anlageentscheidung und keine persönliche Beratung.

Wie rechnet man einen Sparplan über 40 Jahre?

Die Rechnung lässt sich in wenigen Schritten nachvollziehen. Sie setzt voraus, dass jeden Monat derselbe Betrag eingezahlt wird und die Erträge wieder angelegt werden.

  1. Multipliziere den Monatsbetrag mit der Zahl der Monate: 50 Euro mal 480 Monate ergeben 24.000 Euro eingezahlt.
  2. Teile die jährliche Rendite durch 12, um den monatlichen Zinssatz zu erhalten. Bei 5 Prozent sind das rund 0,417 Prozent pro Monat.
  3. Lass jede Monatseinzahlung so lange verzinsen, wie sie angelegt ist, und addiere alle Beträge.
  4. Ziehe die Kosten als jährlichen Abschlag von der Rendite ab, hier 0,3 Prozent.

Welche Annahmen stecken in der Rechnung?

Jede Zahl unten beruht auf den folgenden Annahmen. Ändert sich eine davon, ändert sich das Ergebnis.

  • Annahme: Die Einzahlung beträgt konstant 50 Euro monatlich über 480 Monate.
  • Annahme: Die jährliche Bruttorendite liegt bei 3, 5 oder 7 Prozent. Das sind Rechenszenarien, keine Prognose.
  • Annahme: Die Gesamtkosten betragen 0,3 Prozent pro Jahr.
  • Annahme: Die Zinsen werden monatlich verrechnet und wieder angelegt.
  • Annahme: Steuern sind nicht abgezogen. Für die Besteuerung gilt der Sparerpauschbetrag, den du im Artikel zur Steuer findest.
  • Annahme: Die Inflation beträgt 2 Prozent pro Jahr, nur für die Berechnung des Realwerts.

Was ergeben die Szenarien?

Rendite pro Jahr (Annahme)Endkapital nominalRealwert bei 2 % InflationErtrag über 24.000 Euro Einzahlung
3 Prozentrund 43.136 Eurorund 19.536 Eurorund 19.136 Euro
5 Prozentrund 70.589 Eurorund 31.969 Eurorund 46.589 Euro
7 Prozentrund 120.688 Eurorund 54.658 Eurorund 96.688 Euro

Die Tabelle zeigt, wie stark der Zinseszinseffekt mit der Laufzeit wächst. In den ersten Jahren ist der Unterschied zwischen den Szenarien klein, nach 30 und 40 Jahren wird er groß. Genau deshalb ist die Annahme zur Rendite so wichtig.

Was bedeutet der Realwert?

Der Realwert zeigt, welche Kaufkraft der Endbetrag in heutigen Preisen hat. Bei 2 Prozent Inflation pro Jahr verliert Geld über 40 Jahre rund 55 Prozent seiner Kaufkraft. Deshalb ist der nominale Endbetrag allein kein guter Maßstab für die Vorsorge.

Welche Kosten solltest du in die Rechnung einbeziehen?

Neben der Rendite bestimmen Kosten das Ergebnis. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Ordergebühren oft niedrig sind, Kosten aber über Spreads und Ausführungskurse entstehen können. Bei einem Sparplan kommen außerdem die Kosten des Fonds selbst hinzu, die in den Produktinformationen stehen. Eine Übersicht zu den Kostenarten findest du bei der Verbraucherzentrale zu Kosten und Risiken beim Neobroker.

  • Ordergebühren und Spreads, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
  • Laufende Fondskosten, die im Produkt ausgewiesen sind.
  • Kosten für Depot oder Sparplan, sofern der Anbieter solche erhebt.
  • Steuern auf Erträge, die du über den Sparerpauschbetrag hinaus erzielst.

Warum die Laufzeit so stark wirkt

Jede Einzahlung verzinst sich so lange, wie sie im Depot bleibt. Ein Betrag aus dem ersten Jahr arbeitet im Beispiel 40 Jahre, ein Betrag aus dem 35. Jahr nur noch fünf. Ein früher Beginn gibt den Zinsen mehr Zeit, unabhängig davon, wie hoch die einzelne Rate ist.

Umgekehrt bedeutet das: Wer erst spät startet, muss deutlich höher sparen, um ein ähnliches Endkapital zu erreichen. Die Rechnung macht diesen Effekt sichtbar, auch wenn sie keine persönliche Entscheidung abnimmt.

Was die Rechnung nicht zeigt

Die Rechnung enthält keine Kursschwankungen. Der Wert eines ETF kann in einzelnen Jahren deutlich fallen, und ein Sparplan garantiert kein bestimmtes Ergebnis. Auch der Zeitpunkt, zu dem du verkaufst, spielt eine Rolle. Auch die Frage, ob du in einer Krise verkaufen musst, verändert das Ergebnis. Die Rechnung zeigt deshalb nur, wie Zins und Kosten zusammenwirken, nicht was tatsächlich eintritt.

Häufige Fragen

Ist 50 Euro im Monat im Studium realistisch?

Ob der Betrag in deine Finanzplanung passt, hängt von Einkommen und Pflichtausgaben ab. Eine Monatsplanung hilft dir, den Spielraum realistisch zu prüfen. Die Schritte dafür beschreibt der Artikel Budgetplanung im Studium: Monatsbudget in drei Schritten.

Reicht eine Rendite von 5 Prozent sicher aus?

Nein. Fünf Prozent sind im Beispiel eine Annahme und keine Zusage. Renditen schwanken von Jahr zu Jahr, und einzelne Jahre können deutlich negativ ausfallen. Wer mit einer Rechnung plant, sollte mehrere Szenarien betrachten.

Was passiert, wenn ich den Sparplan unterbreche?

Eine Pause verringert die eingezahlte Summe und damit auch den Zinseszinseffekt auf diese Beträge. Die bereits angelegten Beträge bleiben im Depot. Ob du den Sparplan später wieder aufnimmst, ist eine persönliche Entscheidung.

Wie wirken Steuern auf das Ergebnis?

Erträge aus Kapitalanlagen können der Steuer unterliegen. Der Sparerpauschbetrag bestimmt, wie viele Kapitalerträge im Jahr steuerfrei bleiben. Die Höhe und die Regeln findest du im Artikel Sparerpauschbetrag 2026: Wie viel Kapitalerträge steuerfrei bleiben.

Lohnt sich der Sparplan auch bei kleinen Beträgen?

Auch kleine Beträge können über lange Zeit wachsen. Entscheidend ist, ob du den Plan dauerhaft durchhältst. Ein Sparplan, den du nach einem Jahr wieder beendest, bringt wenig, weil die Kosten bereits angefallen sind und der Zinseffekt kaum Zeit hatte, zu wirken.

So gehst du jetzt vor

  1. Lege deinen Monatsbetrag fest, den du dauerhaft aufbringen kannst, auch in schlechteren Monaten.
  2. Rechne das Beispiel mit deinen eigenen Annahmen für Rendite und Kosten nach.
  3. Vergleiche die Kosten der Anbieter anhand des Preisverzeichnisses und nicht nur anhand der Werbung.
  4. Überprüfe die Rechnung einmal im Jahr und passe die Annahmen an den tatsächlichen Verlauf an.

Passend dazu

Quellen: Verbraucherzentrale, Neobroker: Kosten und Risiken des schnellen Wertpapierhandels per App (Stand 03.03.2026). Die Rechenannahmen sind keine amtlichen Werte und in diesem Artikel als Annahmen gekennzeichnet.

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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