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Budgetplanung im Studium: Monatsbudget in drei Schritten

So planst du dein Monatsbudget im Studium: Zahlen erfassen, Fixkosten trennen, Rest verteilen. Mit Rechenbeispiel und Vorlage.
Symbolbild: Budgetplanung im Studium

Inhalt

Ein Budget für das Studium planst du in drei Schritten: Du erfasst deine Einnahmen und Ausgaben, trennst feste von variablen Kosten und verteilst den Rest auf Rücklage, Sparen und Freizeit. Dafür brauchst du nur deine Kontoauszüge der letzten Monate und eine Tabelle. Als Anker: Der BAföG-Höchstsatz liegt bei 992 € im Monat (unter 30 Jahren, eigene Wohnung), allein die studentische Kranken- und Pflegeversicherung kostet rund 143 bis 148 €.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst erfassen, dann planen: Ohne einen Monat echter Zahlen bleibt jedes Budget geraten.
  • Zu den Fixkosten gehören auch Posten, die du nur halbjährlich zahlst. Teile sie durch sechs und rechne sie monatlich ein.
  • Die 50-30-20-Regel ist ein Ausgangspunkt. Bei knappen Mitteln liegen allein die Fixkosten oft über 50 %.
  • Ein Haushaltsbuch funktioniert in einer Tabelle, einer Notiz-App oder über die Kategorien deiner Banking-App.

Wie planst du ein Budget im Studium in drei Schritten?

Schritt 1: Einnahmen und Ausgaben erfassen

Liste für die letzten ein bis drei Monate alles auf, was auf dein Konto kam und von ihm abging. Kontoauszüge und die Umsatzübersicht deiner Banking-App reichen dafür aus. Barausgaben schätzt du oder hältst sie ab jetzt in einer Notiz fest.

Schritt 2: Fixkosten und variable Kosten trennen

Fixkosten fallen in gleicher Höhe an: Miete, Versicherungen, Semesterticket, Rundfunkbeitrag, Handy. Variable Kosten schwanken: Lebensmittel, Freizeit, Kleidung. Die Trennung zeigt dir, wie viel Spielraum du pro Monat wirklich hast.

Schritt 3: Den Rest verteilen

Ziehe die Fixkosten und einen Betrag für den Alltag von deinen Einnahmen ab. Was übrig bleibt, teilst du so auf: Zuerst kommt eine Rücklage, dann Freizeit und gegebenenfalls ein Sparplan. Das Budget ist der erste Schritt zum Vermögen, denn erst mit einer festen Rate lohnt sich der Blick auf Geldanlage.

Welche Einnahmen kannst du einplanen?

Plane nur mit Geld, das sicher kommt. Diese Orientierungswerte helfen dir bei der Einordnung:

QuelleOrientierungHinweis
BAföGHöchstsatz 992 € im Monat (unter 30, eigene Wohnung, eigene Kranken- und Pflegeversicherung, Studierendenwerke)Die Hälfte ist Zuschuss, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen. Die tatsächliche Höhe hängt vom Einkommen der Eltern ab.
Unterhalt der ElternOrientierungswert 990 € im Monat für ein auswärts wohnendes studierendes Kind (Düsseldorfer Tabelle, Stand 2025)Darin sind bis zu 440 € Warmmiete enthalten, Kranken- und Pflegeversicherung nicht (Studierendenwerke).
NebenjobMindestlohn 13,90 € pro Stunde, Minijob bis 603 € im MonatAb dem 1. Januar 2027 beträgt die Minijob-Grenze 633 € (beschlossen).
Kindergeld259 € pro Kind und MonatBis 25 bei Ausbildung oder Studium, Antrag bei der Familienkasse nötig.
Deutschlandstipendium300 € im MonatVergabe durch die Hochschule, die Fristen unterscheiden sich.

Kredite gehören nicht in die Einnahmenspalte, denn du zahlst sie zurück. Beim KfW-Studienkredit sind monatlich 100 bis 650 € möglich, beim Bildungskredit 100, 200 oder 300 €. Plane die Rückzahlung von Anfang an mit. Wie du den Überblick über die Finanzen behalten kannst, erklärt ein eigener Beitrag zu Konto, Notgroschen und Fristen.

Welche Fixkosten haben Studierende?

PostenOrientierung
MieteWG-Zimmer im Bundesschnitt 510 € im Monat, in München 850 €. Zum Vergleich: Die BAföG-Wohnpauschale beträgt 380 €.
Krankenversicherung und PflegeversicherungStudentische Versicherung rund 143 € (unter 23 oder mit Kind) beziehungsweise 148 € (kinderlos ab 23) bei einem Zusatzbeitrag von 2,9 %. Familienversichert bist du bei einem Gesamteinkommen bis 565 € im Monat.
Rundfunkbeitrag18,36 € im Monat und Wohnung. BAföG-Empfänger, die nicht bei den Eltern wohnen, können sich auf Antrag befreien lassen.
MobilitätDeutschland-Semesterticket 37,80 € im Monat (226,80 € pro Semester), das reguläre Deutschlandticket 63 €. Ab 2027 kostet das Semesterticket 40,08 € im Monat (beschlossen).
SemesterbeitragDie Höhe unterscheidet sich je Hochschule. Teile den Betrag durch sechs und rechne ihn monatlich ein.
Handy, Internet, HaftpflichtHängen von Anbieter und Tarif ab. Trage deine tatsächlichen Beträge ein.

Die Mietzahlen stammen aus dem Hochschulstädte-Scoring 2026 (Studierendenwerke). Was ein Monatsbudget im Studium typischerweise umfasst, zeigt ein weiterer Ratgeber.

Was besagt die 50-30-20-Regel und passt sie ins Studium?

Die 50-30-20-Regel teilt das Einkommen in drei Töpfe: 50 % für notwendige Ausgaben, 30 % für Wünsche und 20 % für Sparen. Sie dient als Faustregel.

Im Studium passt sie oft nicht, wie ein Beispiel zeigt. Annahme: Jonas hat 1.000 € im Monat und zahlt 400 € Miete, 148,09 € Kranken- und Pflegeversicherung, 37,80 € Semesterticket und 18,36 € Rundfunkbeitrag. Das sind 604,25 € Fixkosten, also rund 60 % und damit mehr als die 500 € (50 %), die die Regel für alle notwendigen Ausgaben vorsieht. Dazu kommen noch 250 € für Lebensmittel und Alltag.

Jonas passt die Aufteilung deshalb an:

TopfBetragAnteil
Fixkosten604,25 €rund 60 %
Lebensmittel und Alltag (Annahme)250,00 €25 %
Rücklage und Sparen100,00 €10 %
Freizeit45,75 €rund 5 %
Summe1.000,00 €100 %

Die Regel liefert dir also die Struktur, deine Zahlen die Höhe der Töpfe. Wenn du ein Ziel hast, rechne rückwärts. Wie du mit Zielen Geld planen kannst, zeigt ein eigener Beitrag.

Wie führst du ein Haushaltsbuch als Student?

Ein Haushaltsbuch hält fest, wofür du Geld ausgibst. Ein einziger Monat mit lückenlosen Einträgen zeigt oft schon, wo das Geld bleibt.

  • Tabelle: Eine Datei mit den Spalten Datum, Posten, Betrag und Kategorie genügt.
  • Banking-App: Viele Apps ordnen Umsätze automatisch Kategorien zu. Prüfe die Zuordnung einmal pro Woche.
  • Notiz-App für Bargeld: Trage Barausgaben am selben Tag ein, sonst vergisst du sie.

Wichtiger als das Werkzeug ist der Rhythmus. Setze dir einen festen Termin, zum Beispiel jeden Sonntag zehn Minuten, und gleiche dein Budget mit den Ist-Zahlen ab.

Welche Vorlage hilft beim Budgetplan?

Diese Tabelle kannst du in Excel oder Google Tabellen nachbauen. Trage zuerst die Planwerte ein und am Monatsende die tatsächlichen Beträge.

PostenArtPlanIst
Einnahmen gesamtEinnahme
Miete und Nebenkostenfix
Kranken- und Pflegeversicherungfix
Semesterticket oder Mobilitätfix
Semesterbeitrag (geteilt durch sechs)fix
Rundfunkbeitrag, Handy, Haftpflichtfix
Lebensmittel und Drogerievariabel
Freizeit und Sportvariabel
Kleidung und Anschaffungenvariabel
Rücklage und SparplanSparen
Rest am Monatsende

Häufige Fragen

Wie viel Geld brauche ich im Studium pro Monat?

Das hängt stark von der Miete und deiner Versicherungssituation ab. Als Anker hilft der BAföG-Höchstsatz von 992 € für Studierende unter 30 in der eigenen Wohnung. Rechne mit deinen echten Fixkosten nach, denn Durchschnittswerte treffen deine Lage selten. Ein Blick auf die Kontoauszüge der letzten Monate verrät dir mehr als jede Pauschale.

Wie oft sollte ich mein Budget überprüfen?

Ein kurzer Wochen-Check und ein ausführlicher Monatsabschluss reichen für die meisten. Wenn sich etwas ändert, etwa ein neuer Nebenjob, die Miete oder die Krankenversicherung, passt du die Planwerte sofort an. So bleibt dein Budget ein Werkzeug für den Alltag und wird nicht zur Tabelle, die niemand mehr anschaut.

Ist die 50-30-20-Regel für Studierende sinnvoll?

Als Gerüst ja, als starre Vorgabe selten. Weil Miete und Versicherungen bei knappen Einnahmen oft mehr als 50 % ausmachen, brauchst du eigene Anteile. Nutze die Regel, um die drei Töpfe zu bilden, und lege die Höhe nach deinen tatsächlichen Zahlen fest.

Wie trage ich halbjährliche Kosten ins Budget ein?

Teile den Betrag durch sechs und buche ihn jeden Monat auf ein Rücklagekonto. So ist die Rechnung bezahlt, wenn sie kommt. Das Deutschland-Semesterticket etwa kostet 226,80 € pro Semester, das entspricht 37,80 € im Monat. Bei einem Semesterbeitrag verfährst du genauso, sobald du den Betrag auf deiner Rückmeldung kennst.

So gehst du jetzt vor

  1. Sammle die Kontoauszüge der letzten ein bis drei Monate.
  2. Trage Einnahmen und Fixkosten in die Vorlage ein und teile halbjährliche Posten durch sechs.
  3. Lege Beträge für Alltag, Rücklage und Freizeit fest.
  4. Gleiche das Budget am Monatsende mit den tatsächlichen Zahlen ab und passe es an.

Wenn das Budget steht und eine Rücklage vorhanden ist, kannst du dich mit den Anlageformen für Studierende beschäftigen.

Passend dazu

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.

This guide is also available in English: Read the English version.

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