Wer seine Bonität selbst berechnen möchte, stößt seit dem 17. März 2026 auf einen neuen SCHUFA-Score, dessen Zustandekommen erstmals nachvollziehbar sein soll. Dieser Ratgeber erklärt, was sich damit selbst nachrechnen lässt, was nicht und welche Wege es gibt, den eigenen Score und die gespeicherten Daten abzurufen.
Kurz beantwortet: Seit dem 17. März 2026 bewertet die SCHUFA die Bonität auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten. Nach Angaben der Verbraucherzentrale beruht der Score auf zwölf Kriterien mit einer einsehbaren Punkteverteilung, sodass du ihn nachvollziehen und nachrechnen kannst. Kriterien und Punktwerte nennt die SCHUFA in ihrem Account. Stand: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der neue SCHUFA-Score gilt seit dem 17. März 2026 und reicht von 100 bis 999 Punkten.
- Er beruht auf zwölf Kriterien, deren Punktverteilung erstmals öffentlich einsehbar ist (Verbraucherzentrale, Stand November 2026).
- Verbraucher und Unternehmen erhalten denselben Score. Der frühere Basis-Score als Prozentwert (maximal 100) wird ersetzt.
- Alter Prozentwert und neuer Punktewert sind nicht eins zu eins vergleichbar: 98 Prozent entsprechen nicht automatisch 980 Punkten.
- Nachrechnen kannst du den Score der SCHUFA. Deine gesamte Bonität bewerten dagegen Vertragspartner nach eigenen Maßstäben.
Was bedeutet Bonität und was ist der SCHUFA-Score?
Bonität beschreibt, wie wahrscheinlich es aus Sicht eines Vertragspartners ist, dass du Zahlungsverpflichtungen erfüllst. Der SCHUFA-Score ist eine von mehreren Einschätzungen, die Banken, Mobilfunkanbieter oder Vermieter bei ihrer Entscheidung heranziehen können. Er ist eine Zahl auf Basis gespeicherter Daten und kein Urteil über dich als Person. Ob ein bestimmter Wert für einen Vertrag ausreicht, entscheidet jeder Vertragspartner selbst.
Deshalb lässt sich die Bonität im umfassenden Sinn nicht selbst berechnen. Selbst nachrechnen lässt sich nur der Score, den die SCHUFA aus ihren Kriterien ableitet. Einen Überblick zu Skala und Klassen gibt der Ratgeber Was der neue Bonitätsscore 2026 für dich bedeutet.
Was hat sich am 17. März 2026 geändert?
| Merkmal | Bisher | Seit 17. März 2026 |
|---|---|---|
| Darstellung für Verbraucher | Basis-Score als Prozentwert, maximal 100 | Punktewert von 100 bis 999 |
| Grundlage | nicht öffentlich einsehbar | zwölf Kriterien mit einsehbarer Punkteverteilung |
| Empfänger | Unternehmen erhielten andere Werte als Verbraucher | Verbraucher und Unternehmen erhalten denselben Score |
| Klasseneinteilung | hervorragend, gut, akzeptabel, ausreichend, ungenügend | unverändert |
Zum Start nutzen laut SCHUFA rund 25 Prozent der Vertragspartner den neuen Score. Die alten Branchen-Scores sind also noch im Umlauf, und der Zeitpunkt einer flächendeckenden Nutzung lässt sich nicht beziffern. Für die meisten Menschen bleibt nach Angaben der SCHUFA die Klasse gleich, etwa 8 Prozent werden schlechter und rund 9 Prozent besser eingestuft.
Kann ich meinen SCHUFA-Score selbst berechnen?
In Teilen ja. Laut Verbraucherzentrale lässt sich das Zustandekommen des Scores anhand der Punkteverteilung nachvollziehen, und du kannst die Punkte selbst nachrechnen. Auch die SCHUFA beschreibt auf ihrer Seite zum neuen Score, dass jedem Kriterium Punkte zugewiesen werden, die sich einfach berechnen lassen. Die Zahlenwerte je Kriterium und die Rechenschritte hält die SCHUFA in ihrem Account bereit, der ein Erklärwerkzeug zur Formel hinter dem Score enthält. Die Punkte hängen von deinen gespeicherten Daten ab. Für die Rechnung brauchst du deshalb deine eigene Datenkopie oder deinen Account.
| Was du nachvollziehen kannst | Was du nicht nachrechnen kannst |
|---|---|
| Deinen SCHUFA-Score aus den Punkten je Kriterium | Die Entscheidung eines Vertragspartners über deinen Antrag |
| Welche gespeicherten Daten deinen Score beeinflussen | Scores anderer Auskunfteien oder interne Bewertungen der Anbieter |
| Wie der Wert gewichtet wird, laut Verbraucherzentrale | Den Zeitpunkt, ab dem alle Vertragspartner den neuen Score nutzen |
Wie rufst du deinen Score und deine Daten ab?
Nach der Darstellung der Verbraucherzentrale gibt es zwei kostenfreie Wege. Der erste ist die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO, die du bei der SCHUFA anforderst. Sie kommt per Post und enthält den neuen Score sowie die über dich gespeicherten Daten. Der zweite ist ein SCHUFA-Account, für den eine Identifizierung nötig ist, die auch per PIN-Brief möglich ist. Achte darauf, den kostenfreien Account zu nutzen und nicht ein kostenpflichtiges Zusatzangebot.
- Fordere die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO bei der SCHUFA an oder registriere dich für den kostenfreien Account.
- Identifiziere dich über den vorgesehenen Weg, etwa per PIN-Brief.
- Rufe deinen Score und die Punkteverteilung ab und prüfe jede Angabe auf Richtigkeit.
- Lasse fehlerhafte Einträge bei der Stelle berichtigen, die sie gemeldet hat, und melde der SCHUFA die Korrektur.
Wie die Auskunft nach der DSGVO im Einzelnen abläuft, erklärt der Ratgeber Kostenlose Bonitätsauskunft beantragen: Schritt für Schritt.
Wie vergleichst du den alten und den neuen Wert?
Ein direkter Vergleich funktioniert nicht. Der frühere Basis-Score war ein Prozentwert, der neue Score ist ein Punktewert auf einer anderen Skala. Ein Beispiel (Annahme): Hattest du früher 98 Prozent, ist daraus nicht auf 980 Punkte zu schließen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin. Verlässlicher ist der Vergleich der Klassen, die unverändert von hervorragend bis ungenügend reichen. Die Punktebereiche je Klasse findest du auf der SCHUFA-Seite zum neuen Score.
Was bedeutet das für Studierende und Berufseinsteiger?
Ob ein Handyvertrag, ein Girokonto oder eine Wohnung zustande kommt, entscheidet der jeweilige Anbieter nach eigenen Kriterien. Der Score ist dabei ein Baustein. Wenn du eine Ablehnung erhältst, kannst du den Anbieter nach den Gründen fragen. Bestätigt ein Anbieter, dass ein Vertrag wegen des Scores abgelehnt, verschlechtert oder gekündigt wurde, kannst du nach Angaben der Verbraucherzentrale erfahren, wie der Score zustande kam.
Weitere Hinweise zu Verträgen ohne Bonitätsprüfung und zu Überziehungskrediten enthalten die Ratgeber Handyvertrag ohne Bonitätsprüfung: Möglichkeiten und Risiken und Dispokredit für Studierende: Was die Überziehung wirklich kostet.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der beste SCHUFA-Score?
Die Skala reicht von 100 bis 999 Punkten. Die Klassen heißen hervorragend, gut, akzeptabel, ausreichend und ungenügend. Welche Punktebereiche zu welcher Klasse gehören, nennt die SCHUFA auf ihrer Seite zum neuen Score.
Ist die Abfrage meines Scores kostenfrei?
Die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO und der SCHUFA-Account sind laut Verbraucherzentrale kostenfrei. Achte darauf, den richtigen Account zu nutzen, denn es gibt auch kostenpflichtige Angebote.
Was ist der Unterschied zwischen Datenkopie und Account?
Die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO kommt per Post und enthält den neuen Score sowie die gespeicherten Daten. Der Account setzt eine Identifizierung voraus, die auch per PIN-Brief möglich ist, und enthält nach Angaben der SCHUFA ein Erklärwerkzeug zur Formel hinter dem Score.
Wo sehe ich, wie sich mein Score zusammensetzt?
Wie viele Punkte jedes Kriterium bei dir bringt, siehst du in deinem SCHUFA-Account. Prüfe dabei auch, ob die zugrunde liegenden Einträge richtig sind, und lasse fehlerhafte oder veraltete Angaben berichtigen.
Kann ich meinen Score verbessern?
Die Punkteverteilung zeigt, welche Kriterien in welchem Umfang zählen. Gezielte Änderungen setzen voraus, dass du die Verteilung für deine Daten kennst. Beginne mit einer Prüfung auf falsche Einträge.
So gehst du jetzt vor
- Rufe deine Daten über die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO oder den kostenfreien SCHUFA-Account ab.
- Rechne die Punkte je Kriterium anhand der Verteilung nach und gleiche sie mit deinen Einträgen ab.
- Lasse unrichtige Einträge berichtigen und dokumentiere den Schriftverkehr.
- Verwende zum Vergleich mit früheren Werten die Klassen und nicht den Prozentwert des alten Scores.
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Quellen: Verbraucherzentrale, Neuer Schufa-Score: Die wichtigsten Infos (Abruf November 2026); SCHUFA, Seite zum neuen Score mit Kriterien und Punkten (Abruf November 2026).
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.