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Altersvorsorgedepot vergleichen: Worauf es bei Kosten ankommt

Beim Altersvorsorgedepot zählen Kosten in Prozent pro Jahr, Produktart und Auszahlung. Rechenbeispiel zur Wirkung der Kosten, Stand November 2026.
Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Inhalt

Beim Altersvorsorgedepot vergleichst du Angebote vor allem über die Kosten, die Produktart und die Regeln für Auszahlung und Wechsel. Wer diese Punkte nebeneinanderlegt, erkennt schnell, welche Unterschiede tatsächlich Geld kosten und welche nur auf dem Papier stehen.

Kurz beantwortet: Beim Vergleich zählen vor allem die Kosten in Prozent pro Jahr, die Produktart mit oder ohne Garantie und die Auszahlungsregeln. Rechnerisch wirkt ein Kostenunterschied von 1 Prozentpunkt pro Jahr über 25 Jahre stark. Die konkreten Kosten nennt jeder Anbieter in seinen Unterlagen. Stand: November 2026, Reform beschlossen, Start voraussichtlich 1. Januar 2027.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kosten des Produkts mindern den Ertrag jedes Jahr und sind der wichtigste Vergleichspunkt.
  • Die Produktart entscheidet, ob eine Garantie besteht oder der Markt das Ergebnis bestimmt.
  • Auszahlungsregeln bestimmen, wie das Guthaben später verfügbar ist.
  • Eine Wechselmöglichkeit zwischen Anbietern sollte im Vertrag und im Gesetz geprüft werden.
  • Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn du dieselben Annahmen verwendest.

Worauf du beim Kostenvergleich achtest

Kosten zeigen sich in Prozent pro Jahr, oft unter Begriffen wie Effektivkosten. Entscheidend ist die Zahl, die der Anbieter für dein Produkt nennt, und nicht ein Schlagwort in der Werbung. Verlange die Angabe in derselben Form für alle Angebote, dann bleibt der Vergleich fair.

Ein Beispiel zeigt die Wirkung. Annahme: 2.340 Euro werden jedes Jahr 25 Jahre lang angelegt, und der Bruttoertrag beträgt 5 Prozent. Bleiben nach Kosten 4 Prozent, ergibt sich ein Endguthaben von rund 97.451 Euro. Bleiben 5 Prozent, sind es rund 111.681 Euro. Der Unterschied von 1 Prozentpunkt beträgt damit rund 14.230 Euro. Die Annahme ist vereinfacht und keine Prognose, sie zeigt nur die Wirkung der Kosten.

Vergleichstabelle: Die wichtigsten Kriterien

KriteriumWorauf du achtestWarum es zählt
Kosten pro JahrAngabe in Prozent, für dein ProduktKosten mindern den Ertrag über alle Jahre
ProduktartDepot mit oder ohne Garantie, StandarddepotBestimmt, wie viel Sicherheit du bekommst
AuszahlungRegeln, Dauer und FormBestimmt, wann und wie du das Guthaben nutzt
WechselMöglichkeit, den Anbieter zu wechselnEntscheidet, ob du später umziehen kannst
DokumentationVerständliche Angaben zu Kosten und RisikenErleichtert den Vergleich und die Kontrolle

Die Tabelle ersetzt keine Prüfung des konkreten Vertrags. Sie zeigt, welche Fragen du dem Anbieter vor dem Abschluss stellen solltest.

Depot mit oder ohne Garantie?

Ein Depot ohne Garantie setzt auf den Markt. Erträge können steigen, aber auch fallen. Ein Produkt mit Garantie stellt dagegen einen Mindestwert der Einzahlungen in Aussicht, dessen Bedingungen du im Vertrag prüfen solltest. Die Frage lautet also nicht nur, welches Produkt günstiger ist, sondern welches Risiko du tragen willst. Eine kurze Einordnung dazu gibt der Artikel Lohnt sich ein Garantieprodukt im Altersvorsorgedepot?.

Wie wichtig sind die Auszahlungsregeln?

Auszahlungen folgen gesetzlichen Regeln. Ein Auszahlplan über viele Jahre ist eine Möglichkeit, das Guthaben zu nutzen. Beim Vergleich solltest du prüfen, welche Auszahlformen ein Anbieter anbietet und wie flexibel sie sind. Ein Produkt, das nur eine Form erlaubt, passt womöglich nicht zu deinem Lebensplan.

Wie du Angebote sauber gegenüberstellst

Lege für jedes Angebot dieselben Eckdaten fest: Eigenbeitrag pro Jahr, Laufzeit, angenommener Ertrag und Kosten in Prozent. Erst dann lohnt der Blick auf Unterschiede bei Produktart, Auszahlung und Service. Notiere außerdem, woher jede Zahl stammt, damit du später nachprüfen kannst, auf welcher Grundlage der Vergleich beruht.

Typische Fehler beim Vergleich

Häufig werden Angebote nach dem Werbeversprechen beurteilt, ohne die Kosten in Prozent zu vergleichen. Ebenso oft unterscheiden sich die Annahmen, sodass Ergebnisse nicht vergleichbar sind. Ein weiterer Fehler ist, Auszahlung und Wechsel nur oberflächlich zu prüfen. Wer diese drei Punkte sauber abarbeitet, vermeidet die meisten Fehlentscheidungen.

Welche Unterlagen solltest du vor dem Abschluss lesen?

Lies das Produktinformationsblatt und die Angaben zu Kosten, Garantie und Auszahlung in voller Länge. Achte auf Hinweise zu Laufzeit, Wechsel und Beendigung des Vertrags. Stelle Rückfragen schriftlich, dann hast du eine Grundlage, wenn du später Fragen klären musst.

Häufige Fragen

Welcher Anbieter ist der beste?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Der passende Anbieter hängt von Kosten, Produktart, Auszahlung und deiner persönlichen Lage ab. Wir nennen deshalb keine Anbieter und keine Rangliste.

Welche Kosten muss ich fragen?

Frage nach den laufenden Kosten in Prozent pro Jahr, nach allen einmaligen Kosten und nach den Kosten bei einem Wechsel. Lass dir die Angabe für dein konkretes Produkt schriftlich geben.

Kann ich später den Anbieter wechseln?

Ob und unter welchen Bedingungen ein Wechsel möglich ist, regelt das Gesetz und der Vertrag. Ein Überblick steht im Artikel Altersvorsorgedepot Anbieter wechseln: Geht das später noch?.

Was ist mit bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Verträge folgen eigenen Regeln. Den Vergleich mit einem neuen Depot beschreibt der Artikel Riester wechseln: Was der Umstieg ins Altersvorsorgedepot kostet. Die allgemeine Frage behandelt auch Riester-Vertrag weiterlaufen lassen oder kündigen?.

Wie vergleiche ich mit einem ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan außerhalb der Förderung hat andere Regeln. Den Vergleich zu einem Sparplan im Studium bietet der Artikel ETF-Sparplan im Studium: So funktioniert er Schritt für Schritt. Dafür entfällt die staatliche Förderung des Depots.

Warum ein einzelner Blick auf den Preis zu kurz greift

Ein niedriger Kostensatz allein sagt wenig, wenn das Produkt andere Eigenschaften nicht erfüllt. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Kosten, Produktart, Auszahlung und Wechselmöglichkeit ergeben erst zusammen ein Bild. Wer nur auf eine Zahl schaut, übersieht leicht, dass ein günstiges Produkt bei der Auszahlung weniger Spielraum lässt.

Welche Fragen du dem Anbieter stellen solltest

Frage, wie sich die Kosten über die Laufzeit zusammensetzen, welche Kosten bei Beitragsänderungen anfallen und welche Folgen eine Beitragspause hat. Frage außerdem nach den Bedingungen einer Auszahlung vor dem Rentenbeginn und danach, wie das Guthaben bei einem Wechsel übertragen wird. Die Antworten solltest du schriftlich festhalten.

Ein Vergleich ist auch dann sinnvoll, wenn du dich für einen Anbieter aus deinem Umfeld entschieden hast. Er zeigt, ob die Konditionen zu deinem Plan passen, und schützt vor Bauchentscheidungen. Nimm dir dafür Zeit, denn Änderungen am Vertrag lassen sich später nur mit Aufwand korrigieren.

Halte das Ergebnis schriftlich fest, zusammen mit den Annahmen, auf denen es beruht. So bleibt der Vergleich nachvollziehbar, auch wenn du ihn in einigen Monaten erneut anstellst.

So gehst du jetzt vor

  1. Sammle die Kosten in Prozent pro Jahr für mindestens drei Angebote in derselben Form.
  2. Rechne mit denselben Annahmen zu Beitrag, Laufzeit und Ertrag.
  3. Prüfe Produktart, Auszahlungsregeln und Wechselmöglichkeit.
  4. Triff die Entscheidung erst, wenn die Regeln für dein Jahr im Gesetzestext feststehen.

Passend dazu

Quellen: Bundesrat, Drucksache 206/26 zum Altersvorsorgereformgesetz (Stand 2026) und Deutsche Rentenversicherung, Altersvorsorgereformgesetz (Stand Oktober 2026)

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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