Eine verlässliche Rendite beim Altersvorsorgedepot lässt sich nicht in einer festen Prozentzahl angeben. Ob dein Guthaben wächst, hängt von der gewählten Anlage, den Kosten des Produkts und dem Zeitraum ab, in dem du einzahlst. Dieser Ratgeber zeigt, womit du rechnen kannst, welches Risiko dahintersteht und wo die Grenzen einer Renditeerwartung liegen.
Kurz beantwortet: Eine garantierte Rendite gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht. Verlässlich festgelegt ist die staatliche Förderung: Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro, darüber 25 Cent je Euro, insgesamt höchstens 540 Euro im Jahr. Die Kapitalerträge hängen vom gewählten Produkt und der Anlage ab. Stand: November 2026. Die Reform soll ab dem 1. Januar 2027 gelten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine feste Rendite lässt sich für das Altersvorsorgedepot nicht seriös nennen. Anbieter, die eine solche Zahl versprechen, sollten skeptisch machen.
- Die Zulage ist eine gesetzlich festgelegte Förderung je Euro Eigenbeitrag. Sie ist kein Ertrag am Kapitalmarkt.
- Ein Depot ohne Garantie trägt Kursschwankungen. Ein Garantieprodukt begrenzt das Verlustrisiko über eine Beitragsgarantie, dafür richten sich die Chancen nach dem jeweiligen Vertrag.
- Kosten wirken dauerhaft auf das Ergebnis. Du findest sie in der Produktinformation des Anbieters.
- Eine Renditeerwartung hat nur Sinn zusammen mit Anlagehorizont und Risikobereitschaft.
Warum sich keine feste Rendite nennen lässt
Die Entwicklung von Aktien-, Anleihen- oder Fondsmärkten lässt sich nicht vorhersagen. Frühere Kursverläufe sagen nichts Verbindliches über die Zukunft aus. Ein Altersvorsorgedepot bildet deshalb keinen Zinssatz ab, sondern hängt an dem Produkt, das du auswählst, und an den Märkten, in denen dieses Produkt investiert ist.
Wer eine Zahl sucht, sollte stattdessen mit den Bausteinen rechnen, die feststehen. Dazu gehören die Förderbeträge, die Kosten des Produkts und die Dauer der Ansparphase. Eine eigene Rechnung mit klar gekennzeichneten Annahmen zeigt dann, wie sich unterschiedliche Entwicklungen auf das Endergebnis auswirken.
Welche Förderung du fest einplanen kannst
Die Grundzulage wächst zwar mit dem Eigenbeitrag, aber nicht im gleichen Verhältnis. Bis 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr gibt es 50 Cent je Euro, für die weiteren Beträge bis 1.800 Euro 25 Cent je Euro. Der Höchstbetrag von 540 Euro im Jahr ist damit bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro erreicht. Die Angaben beruhen auf dem Gesetzgebungsverfahren; das Bundesratsdokument 206/26 bestätigt die Zustimmung vom 8. Mai 2026 (Stand: November 2026).
| Eigenbeitrag pro Jahr | Grundzulage pro Jahr |
|---|---|
| 360 Euro | 180 Euro |
| 720 Euro | 270 Euro |
| 1.800 Euro | 540 Euro |
Die Kinderzulage ist davon getrennt und beträgt bis zu 300 Euro je Kind und Jahr. Der einmalige Berufseinsteigerbonus von 200 Euro setzt einen Abschluss vor dem 25. Lebensjahr voraus. Beide Beträge verändern die Renditefrage nicht, sie erhöhen aber das Guthaben unabhängig vom Kapitalmarkt.
Ob sich die Förderung für dich lohnt, hängt von deiner persönlichen Lage ab. Die Einkommensgrenzen und Rechenwege erklärt unser Beitrag zur Frage, ab welchem Einkommen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.
Depot ohne Garantie oder Garantieprodukt: Was die Anlage bestimmt
Die Renditechance ist beim Depotprodukt ohne Garantie und beim Garantieprodukt grundsätzlich unterschiedlich verteilt. Welche Konditionen konkret gelten, steht in den Vertragsunterlagen des jeweiligen Anbieters.
| Merkmal | Depot ohne Garantie | Garantieprodukt |
|---|---|---|
| Kursrisiko | Trägt der Sparer | Durch eine Beitragsgarantie begrenzt |
| Chance auf Wertzuwachs | Hängt von der gewählten Anlage ab | Eingeschränkt, abhängig vom Vertrag |
| Kosten | Siehe Produktinformation des Anbieters | Siehe Produktinformation des Anbieters |
Wer Sicherheit wichtiger findet als Ertragschancen, kann die Garantievariante prüfen. Wer einen langen Anlagehorizont hat und Schwankungen aushält, sieht sich das Depotprodukt an. Beide Wege verlangen einen Blick in die Kosten, denn Gebühren mindern beide Ergebnisse.
Warum der Anlagehorizont die Renditefrage verändert
Je länger das Guthaben angelegt ist, desto stärker wirken sich Schwankungen und Kosten aus. Kurzfristige Kursrückgänge spielen bei einem langen Sparzeitraum eine andere Rolle als bei einer Auszahlung in wenigen Jahren. Deshalb ist der Zeitraum bis zum Rentenbeginn für jede Renditeüberlegung der erste Schritt.
Wer später in die Auszahlungsphase wechselt, sollte zudem prüfen, wie das Guthaben dann verwaltet wird. Die Regeln dazu sind im Vertrag festgehalten und nicht Teil einer allgemeinen Renditeannahme.
Kosten wirken auf jedes Szenario
Gebühren, Verwaltungskosten und Produktkosten mindern den Ertrag unabhängig davon, wie gut die Anlage läuft. Ein Produkt mit höheren Kosten muss deshalb mehr erwirtschaften, um auf denselben Stand zu kommen. Wer Angebote vergleicht, sollte die Gesamtkosten nebeneinanderlegen und nicht nur einzelne Gebührenpositionen betrachten.
Einen Überblick, worauf man beim Kostenvergleich achtet, gibt der Ratgeber zum Vergleich von Altersvorsorgedepots. Dort geht es um Kostenarten und Vertragsfragen, ohne dass dafür eine Renditezahl angenommen werden muss.
Mit Szenarien statt mit einer Zahl rechnen
Eine sinnvolle Rechnung arbeitet mit drei Szenarien: Einer schwachen, einer mittleren und einer günstigen Entwicklung. Jede Annahme wird ausdrücklich als Annahme gekennzeichnet. Die Förderbeträge bleiben in allen Szenarien gleich, denn sie hängen nicht vom Kapitalmarkt ab. So erkennst du, wie stark das Endergebnis von der Anlage abhängt und wie viel davon der festen Förderung zuzuschreiben ist.
Ein Rechenweg mit den eigenen Beiträgen und den gesetzlichen Zulagen steht im Rechner-Ratgeber zum Altersvorsorgedepot bereit. Dort lässt sich die Zulage getrennt vom Anlageergebnis betrachten.
Häufige Fragen
Kann ich beim Altersvorsorgedepot mit einer festen Rendite rechnen?
Nein. Eine feste Rendite ist nicht vorgesehen. Die Zulage ist festgelegt, der Ertrag der Anlage ist es nicht. Rechnungen mit einer Renditeannahme sollten deshalb immer als Annahme gekennzeichnet werden.
Wie viel Rendite braucht es, damit sich das Depot lohnt?
Das hängt auch von der Förderung ab, die unabhängig von der Rendite anfällt. Damit ist die Zulage ein fester Teil des Ergebnisses. Ob sich zusätzliche Kosten lohnen, zeigt ein Vergleich der Produkte mit ihren tatsächlichen Gebühren, wie ihn unser Ratgeber zum Kostenvergleich erläutert.
Ist das Garantieprodukt die sichere Wahl?
Eine Beitragsgarantie begrenzt das Verlustrisiko, sie ersetzt aber keine Prüfung des Vertrags. Ob sie zu deiner Situation passt, hängt von Anlagehorizont, Einkommen und dem Gesamtbild deiner Vorsorge ab. Eine persönliche Einschätzung bietet Academycon im Gespräch an.
Ab wann gilt das neue Altersvorsorgedepot?
Der Bundesrat hat dem Gesetz am 8. Mai 2026 zugestimmt. Der Start ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Den genauen Ablauf und die Konditionen der Anbieter kannst du bis dahin auf den Seiten der Anbieter und in der amtlichen Dokumentation nachlesen.
Wo finde ich verbindliche Angaben zu einem Produkt?
Verbindlich sind der Vertrag und die vorvertraglichen Informationen des Anbieters. Dort stehen Kosten, Garantien und Auszahlungsregeln. Allgemeine Ratgeber, auch dieser, ersetzen diese Unterlagen nicht.
So gehst du jetzt vor
- Lege deinen Anlagehorizont bis zum Rentenbeginn fest.
- Berechne die Förderung mit deinem geplanten Eigenbeitrag, bevor du eine Renditeannahme triffst.
- Vergleiche die Gesamtkosten der Produkte in den Produktinformationen.
- Rechne zwei oder drei Szenarien mit klar gekennzeichneten Annahmen durch.
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Quellen:
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.