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Rechtsreferendariat Berlin: Unterhaltsbeihilfe und Krankenversicherung

Wie das Rechtsreferendariat in Berlin finanziert wird, warum Unterhaltsbeihilfe kein Beamtengehalt ist und wie du die Krankenversicherung in der Ausbildung klärst.
Referendar steht vor der Tafel in einem Klassenzimmer

Inhalt

Das Rechtsreferendariat in Berlin wird nicht über ein Beamtengehalt finanziert, sondern über eine Unterhaltsbeihilfe. Wer in dieser Phase keinen Anspruch auf Beihilfe wie ein Beamter hat, muss die Krankenversicherung selbst organisieren. Dieser Ratgeber erklärt die Zahlung, die typischen Versicherungswege und die Punkte, die du vor dem Start klären solltest. Einen Überblick über die Absicherung in der Ausbildung findest du außerdem im Ratgeber zur Krankenversicherung im Rechtsreferendariat.

Kurz beantwortet: Im Rechtsreferendariat Berlin erhältst du eine Unterhaltsbeihilfe nach Landesrecht. Sie ist kein Beamtengehalt. Die Krankenversicherung musst du in der Regel selbst regeln, meist über die gesetzliche Krankenversicherung oder eine private ohne Beihilfe. Die genaue Höhe erfragst du bei der zuständigen Stelle. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Rechtsreferendariat in Berlin wird über eine Unterhaltsbeihilfe finanziert, nicht über Bezüge als Beamter.
  • Die Höhe der Unterhaltsbeihilfe richtet sich nach dem Landesrecht. Konkrete Beträge stehen in diesem Text bewusst nicht, weil sie sich ändern können.
  • Ohne Beamtenstatus gibt es in der Regel keine Beihilfe. Du brauchst deshalb eine eigene Lösung für die Krankenversicherung.
  • Welche Versicherung passt, hängt davon ab, wie du vorher versichert warst. Ein Wechsel ist an Fristen gebunden.
  • Nebentätigkeiten sind nur mit Genehmigung möglich, und die Ausbildung hat Vorrang.

Was ist die Unterhaltsbeihilfe im Rechtsreferendariat?

Die Unterhaltsbeihilfe ist die Zahlung, mit der das Land deine Ausbildung finanziert. Sie wird während der gesamten Ausbildung gezahlt, also auch in den Stationen bei Gericht, bei der Staatsanwaltschaft, in der Verwaltung und in der Anwaltskanzlei. In der Regel ist das keine Besoldung nach Beamtenrecht. Den Rahmen für die Ausbildung setzt das Deutsche Richtergesetz des Bundes. Die Ausgestaltung der Zahlungen ist Sache des Landes.

Die Höhe der Unterhaltsbeihilfe in Berlin legt das Landesrecht fest. Wer wissen will, welcher Betrag für ihn gilt, sollte die Auskunft der zuständigen Justizverwaltung schriftlich einholen und den Bescheid aufbewahren. Zusätzliche Zahlungen wie ein Familienzuschlag sind nicht für alle gleich geregelt und hängen von deiner Familiensituation ab.

BegriffBedeutungWas du tun solltest
UnterhaltsbeihilfeMonatliche Zahlung des Landes während der AusbildungHöhe und Zahlungstermin im Bescheid prüfen
Beihilfe (für Beamte)Anteilige Erstattung von Krankheitskosten durch den DienstherrnPrüfen, ob sie für deinen Status überhaupt gilt
NebentätigkeitJede Arbeit neben der AusbildungVorher schriftlich anfragen und genehmigen lassen
AusbildungsstationPflicht- oder Wahlstation mit fester DauerStationsplan mit Dienstzeiten abgleichen

Wie bist du in Berlin krankenversichert?

Viele Referendarinnen und Referendare stehen vor der Frage, ob sie gesetzlich versichert bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln sollen. Die Antwort hängt davon ab, wie du vor der Ausbildung versichert warst. Wer vorher familienversichert war, prüft zuerst, ob diese Versicherung während der Ausbildung weiterbesteht. Wer bereits selbst gesetzlich versichert war, bleibt in der Regel Mitglied, sofern keine andere Pflicht greift.

Eine Beihilfe, wie sie Beamte bekommen, ist mit der Unterhaltsbeihilfe nicht automatisch verbunden. Deshalb sollte jede Entscheidung auf deinem tatsächlichen Versicherungsstatus beruhen und nicht auf Vermutungen. Bitte deine Krankenkasse um eine schriftliche Auskunft, welche Mitgliedschaft für dich gilt. Eine Einschätzung zu deinem Einzelfall kannst du auch bei Academycon anfragen, mehr dazu unter So arbeiten wir.

Was kostet die gesetzliche Krankenversicherung in der Ausbildung?

Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2026 bei 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag lag 2026 bei 2,9 Prozent. Jede Kasse legt ihren Satz selbst fest, deshalb solltest du den Wert deiner Kasse prüfen.

Annahme: Beitragspflichtige Einnahmen von 1.000 Euro im Monat und ein Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent. Dann ergibt sich: 14,6 Prozent von 1.000 Euro sind 146 Euro, 2,9 Prozent von 1.000 Euro sind 29 Euro. Zusammen sind das 175 Euro im Monat. Das Beispiel zeigt nur den Rechenweg. Ob und in welcher Höhe deine Einnahmen beitragspflichtig sind, prüft die Krankenkasse im Einzelfall.

BausteinWertStand und Quelle
Allgemeiner Beitragssatz14,6 Prozent1.1.2026, amtlich (GKV-Spitzenverband)
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag2,9 Prozent2026, amtlich (Bundesgesundheitsministerium)
Rechenbeispiel mit 1.000 Euro (Annahme)175 Euro im Monatberechnet, Stand Oktober 2026

Darf ich im Rechtsreferendariat nebenbei arbeiten?

Nebenjobs sind im Rechtsreferendariat nur eingeschränkt möglich. Die Ausbildung hat Vorrang, und Tätigkeiten neben den Dienstzeiten brauchen in der Regel eine Genehmigung der Ausbildungsstelle. Je nach Landesregelung kann eine Vergütung für Nebentätigkeiten auch auf die Unterhaltsbeihilfe angerechnet werden.

Beschreibe Art, Umfang und Zeitraum der Tätigkeit schriftlich, bevor du einen Vertrag unterschreibst, und lass dir die Genehmigung bestätigen. Eine Tätigkeit ohne Genehmigung kann später zu Problemen bei der Bewertung deiner Ausbildung und bei der Auszahlung führen.

Häufige Fragen

Bekomme ich in Berlin ein Gehalt wie ein Beamter?

Nein. Während des Rechtsreferendariats erhältst du eine Unterhaltsbeihilfe nach Landesrecht. Sie ist nicht mit der Besoldung eines Beamten gleichzusetzen. Ob und welche Zuschläge dazukommen, klärt die zuständige Stelle schriftlich mit dir.

Kann ich während der Ausbildung privat versichert bleiben?

Das kann möglich sein, wenn du die Voraussetzungen für eine private Krankenversicherung erfüllst. Ohne Beihilfe liegt der Beitrag oft deutlich über dem gesetzlichen Beitrag, deshalb solltest du beide Varianten vollständig vergleichen. Lass dir Beiträge, Leistungen und Folgekosten schriftlich nennen, bevor du dich festlegst.

Wie lange dauert das Rechtsreferendariat in Berlin?

Die Dauer richtet sich nach dem Bundes- und Landesrecht und steht in deinem Einstellungsbescheid. Plane deine Zeit nicht nur nach dem Kalender, sondern auch nach Prüfungsterminen und Stationswechseln.

Was passiert mit der Versicherung, wenn ich die Ausbildung abbreche?

Das hängt vom Einzelfall ab. Mit dem Ende der Ausbildung endet in der Regel auch die Unterhaltsbeihilfe, und die Krankenversicherung muss neu geregelt werden. Fristen können ab dem Austrittsdatum laufen. Kläre die Folgen deshalb vorher mit deiner Krankenkasse oder deinem Versicherer.

Muss ich einen Nebenjob der Ausbildungsstelle melden?

In der Regel ja. Nebentätigkeiten sind anzuzeigen und genehmigen zu lassen. Eine formlose Mitteilung reicht oft nicht aus. Frag bei der Ausbildungsstelle nach dem vorgeschriebenen Verfahren.

So gehst du jetzt vor

  1. Lies deinen Einstellungsbescheid und notiere Beginn, Dauer und die genannte Unterhaltsbeihilfe.
  2. Frag bei der Ausbildungsstelle schriftlich, welche Zahlungen vorgesehen sind und ob eine Beihilfe gilt.
  3. Prüfe deinen aktuellen Versicherungsstatus bei deiner Krankenkasse, bevor du etwas kündigst.
  4. Vergleiche gesetzliche und private Krankenversicherung mit Beitrag, Leistungen und Folgekosten.
  5. Melde geplante Nebentätigkeiten vorab und lass sie schriftlich genehmigen.

Passend dazu

Quellen: Deutsches Richtergesetz (DRiG), gesetze-im-internet.de, Abruf Oktober 2026, GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen Beitragsrecht, Stand 1.1.2026, Bundesgesundheitsministerium, Beiträge der GKV, Stand 3.9.2026.

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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