Kurz beantwortet: Im Lehramtsreferendariat in Berlin erhältst du Anwärterbezüge nach den Berliner Besoldungstabellen, die bei jeder Besoldungsanpassung neu veröffentlicht werden. Bei der Beihilfe hast du eine Wahl. Du kannst die individuelle Beihilfe nach der Landesbeihilfeverordnung nehmen oder die pauschale Beihilfe in Höhe von 50 Prozent des beihilfefähigen Krankenversicherungsbeitrags. Die pauschale Entscheidung ist unwiderruflich. Stand: Oktober 2026, Infoblatt des Landesverwaltungsamts ohne Ausgabedatum.
Das Lehramtsreferendariat in Berlin ist der praktische Vorbereitungsdienst nach dem Studium. Du unterrichtest, wirst begleitet und bereitest dich auf das zweite Staatsexamen vor. Drei Fragen beschäftigen die meisten in dieser Zeit: Was zahlt das Land, wie funktioniert die Beihilfe, und welche Absicherung passt? Dieser Text beantwortet sie und zeigt den Unterschied zwischen individueller und pauschaler Beihilfe. Einen Überblick über alle Länder bietet Anwärterbezüge nach Bundesland.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anwärterbezüge stehen in den Berliner Besoldungstabellen. Die Beträge ändern sich mit jeder Besoldungsanpassung.
- Du kannst entweder die individuelle Beihilfe oder die pauschale Beihilfe wählen.
- Die pauschale Beihilfe beträgt 50 Prozent des beihilfefähigen Krankenversicherungsbeitrags, abzüglich Zuschüssen Dritter.
- Die Entscheidung für die pauschale Beihilfe ist unwiderruflich. Der Antrag muss vor der Berufung ins Beamtenverhältnis gestellt werden.
- Das Infoblatt nennt Referendare nicht ausdrücklich. Kläre deshalb mit dem Landesverwaltungsamt, ob es für deinen Vorbereitungsdienst gilt.
Wie hoch sind die Anwärterbezüge im Berliner Lehramtsreferendariat?
Die Anwärterbezüge richten sich nach einem Anwärtergrundbetrag, der in den Berliner Besoldungstabellen je Besoldungsgruppe festgelegt ist. Nach A 13 beträgt er 1.807,47 Euro, nach A 12 sind es 1.772,25 Euro im Monat (Stand April 2026, laut Besoldungstabelle des dbb, vorbehaltlich der Verkündung). Die Tabellen werden als Anlagen zu den Besoldungsanpassungsgesetzen veröffentlicht. Eine Zahl in einem Ratgeber veraltet schnell, deshalb verweisen wir auf die aktuelle Tabelle und empfehlen, bei jedem Entscheidungsschritt das Datum zu prüfen.
- Öffne die Berliner Besoldungstabelle für Anwärter, die auf dem Karriereportal des Landes Berlin veröffentlicht ist.
- Ordne dich über deine Ausbildung der richtigen Besoldungsgruppe zu.
- Vergleiche den Betrag mit deiner letzten Bezügemitteilung und notiere das Datum der Tabelle.
Individuelle oder pauschale Beihilfe: Was ist der Unterschied?
Für Beamtinnen und Beamte in Berlin gibt es zwei Wege. Bei der individuellen Beihilfe richtet sich die Erstattung nach der Landesbeihilfeverordnung, mit dem dort festgelegten Bemessungssatz. Bei der pauschalen Beihilfe zahlt das Land einen festen Anteil des Krankenversicherungsbeitrags. Die Tabelle stellt die beiden Wege gegenüber.
| Merkmal | Pauschale Beihilfe | Individuelle Beihilfe |
|---|---|---|
| Berechnung | 50 Prozent des beihilfefähigen KV-Beitrags | Bemessungssatz nach der Landesbeihilfeverordnung auf Rechnungen |
| Krankenversicherung | Freiwillig gesetzlich oder private Vollversicherung im 100-Prozent-Tarif | Beihilfekonforme Tarife möglich |
| Wahlrecht | Unwiderruflich | Ohne Wahl, wenn du nicht pauschal wählst |
| Antrag | Vor der Berufung ins Beamtenverhältnis, Zahlung ab dem Monat nach Eingang | Nach Anfall der Rechnungen |
| Passt eher, wenn | Der Beitrag einfach nachweisbar ist und du Behandlungen selten brauchst | Du regelmäßig Behandlungen hast oder eine Ergänzung planst |
Die Tabelle fasst die Regeln zusammen und ersetzt nicht den Wortlaut. Der Vergleich zeigt: Die pauschale Beihilfe ist einfach, bindet dich aber an die Entscheidung.
Wie berechne ich die pauschale Beihilfe?
Die pauschale Beihilfe orientiert sich an deinem Krankenversicherungsbeitrag. Der Beitrag wird um Zuschüsse Dritter gekürzt, bevor der Satz angewendet wird. Bei Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung zählt der nachgewiesene tatsächliche Beitrag. Bei privat Vollversicherten im 100-Prozent-Tarif zählt der Basistarif, der dem GKV-Höchstbeitrag entspricht, und er kann vom tatsächlichen Beitrag abweichen.
Annahme: Der Krankenversicherungsbeitrag beträgt 300 Euro monatlich und es gibt keinen Zuschuss Dritter. Dann ergibt sich eine pauschale Beihilfe von 150 Euro monatlich. Das Beispiel zeigt die Logik, nicht deinen Betrag.
Wann muss ich den Antrag stellen?
Der Antrag auf pauschale Beihilfe muss vor der Berufung ins Beamtenverhältnis eingehen. Die Zahlung beginnt am ersten Tag des Monats nach Antragseingang, maßgeblich ist das Eingangsdatum und nicht das Unterschriftsdatum. Rückwirkende Zahlungen sind nicht möglich. Das Infoblatt empfiehlt, den Antrag im Monat vor der Ernennung zu stellen, notfalls formlos zur Fristwahrung. Ein Antrag ist auch ohne Personalnummer möglich, die Nummer kannst du später nachreichen.
- Stelle den Antrag im Monat vor der Ernennung, notfalls formlos.
- Reiche den Nachweis deiner Krankenversicherung und die Beitragsberechnung der Krankenkasse für den Zeitraum ein.
- Lege bei privater Vollversicherung den Nachweis des Basistarif-Beitrags bei.
- Melde Zuschüsse Dritter, etwa vom Jobcenter oder vom Rentenversicherungsträger, damit sie abgezogen werden können.
Was passiert nach dem Referendariat?
Endet das Widerrufsverhältnis mit einer Prüfung, endet auch der Anspruch auf pauschale Beihilfe. Endet es ohne Prüfung, bleibt der Anspruch bestehen, und die Beihilfestelle ist zu informieren. Im anschließenden Beamtenverhältnis auf Probe gibt es ein neues Wahlrecht. Der Antrag dafür muss vor dem Ende des Widerrufsverhältnisses gestellt werden, damit keine Zahlungslücke entsteht. Den Übergang beschreibt auch Krankenversicherung nach dem Referendariat.
Häufige Fragen
Bekomme ich als Referendar in Berlin automatisch Beihilfe?
Das Infoblatt richtet sich an Beamtinnen und Beamte auf Widerruf und nennt Referendare nicht ausdrücklich. Frag beim Landesverwaltungsamt nach, ob und wie es für deine Ausbildung gilt.
Kann ich die pauschale Beihilfe später rückgängig machen?
Nein. Die Entscheidung für die pauschale Beihilfe ist unwiderruflich, und damit entfällt der Anspruch auf individuelle Beihilfe. Wäge deshalb sorgfältig ab, bevor du den Antrag stellst.
Gilt die pauschale Beihilfe bei jeder Krankenversicherung?
Nein. Voraussetzung ist entweder freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse oder eine private Vollversicherung im 100-Prozent-Tarif. Beihilfekonforme Tarife mit 30 oder 50 Prozent führen laut Infoblatt zur Ablehnung.
Was passiert, wenn der Antrag zu spät kommt?
Dann ist keine rückwirkende Zahlung möglich. Die Zahlung ist frühestens ab dem Ernennungsdatum möglich, und wegen der Bearbeitungszeit kann eine Nachzahlung nötig sein. Deshalb ist die Frist wichtig.
Wo finde ich die aktuellen Anwärterbezüge?
In den Berliner Besoldungstabellen auf dem Karriereportal des Landes Berlin. Prüfe das Datum, denn die Beträge werden regelmäßig angepasst.
So gehst du jetzt vor
- Lies das Infoblatt zur pauschalen Beihilfe und prüfe, ob es für deinen Vorbereitungsdienst gilt.
- Rechne den Vergleich zwischen pauschaler und individueller Beihilfe mit deinem Krankenversicherungsbeitrag durch.
- Stelle den Antrag rechtzeitig vor der Ernennung, wenn du dich für die pauschale Beihilfe entscheidest.
- Kläre offene Fragen mit dem Landesverwaltungsamt, bevor du dich festlegst.
Passend dazu
- Referendariat: Anwärterbezüge nach Bundesland
- Beihilfe im Referendariat: Anspruch, Satz und Antrag
- Krankenversicherung im Referendariat: GKV, PKV und Beihilfe
- Lehramtsreferendariat in Bayern 2026/27
- Beihilfe in Bayern: Bemessungssätze, Eigenanteil und PKV
Quellen: Dbb, Besoldungstabelle Berlin, Stand April 2026Landesverwaltungsamt Berlin, Infoblatt Pauschale Beihilfe für Beamtinnen und Beamte (ohne Ausgabedatum, gestützt auf das Gesetz vom 17.03.2020), Abruf Oktober 2026, Berliner Besoldungstabellen für Anwärter, Karriereportal Land Berlin, Abruf Oktober 2026.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.