Der Anwärtersonderzuschlag ist ein Begriff aus dem Besoldungsrecht, der im Referendariat regelmäßig auftaucht, ohne dass er im Alltag verständlich erklärt wird. Im Vorbereitungsdienst setzen sich die Bezüge aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dieses Glossar ordnet den Begriff ein, zeigt die wichtigsten Nachbarbegriffe und sagt dir, wo du verlässliche Werte findest.
Kurz beantwortet: Der Anwärtersonderzuschlag ist ein Bestandteil der Anwärterbezüge, also des Geldes, das Anwärterinnen und Anwärter im Vorbereitungsdienst erhalten. Ob und in welcher Höhe er gezahlt wird, richtet sich nach dem Besoldungsrecht des Landes oder des Bundes. Quelle: Dbb beamtenbund und tarifunion, Lexikon Anwärterbezüge, abgerufen Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Anwärtersonderzuschlag gehört zu den Anwärterbezügen. Er ist kein Stipendium und keine Förderung nach dem BAföG.
- Die Anwärterbezüge setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, unter anderem aus dem Anwärtergrundbetrag, dem Anwärtersonderzuschlag und dem Familienzuschlag.
- Voraussetzungen und Höhe regelt das Besoldungsrecht des Landes, in dem du den Vorbereitungsdienst absolvierst.
- Ein Zuschlag ist keine Pauschale, die jede Referendarin automatisch bekommt. Entscheidend ist der Bescheid deines Dienstherrn.
- Für Vergleiche zwischen den Ländern eignen sich Besoldungstabellen, die aber immer Stand und Vorbehalt nennen sollten.
Was der Begriff bedeutet
Im Besoldungsrecht bezeichnet man mit Anwärterbezügen die Dienstbezüge, die Beamtinnen und Beamte auf Widerruf während ihrer Ausbildung erhalten. Im Referendariat gehören dazu die Rechtsreferendarinnen und Referendare ebenso wie die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter. Das Wort Sonderzuschlag weist auf eine Zulage hin, die neben dem Grundbetrag gewährt werden kann, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wichtig ist die Abgrenzung. Der Anwärtersonderzuschlag ist keine Leistung, die man mit dem Studienabschluss erwirbt. Ob er anfällt, ergibt sich aus dem Recht deines Landes. Deshalb reicht es nicht, nur eine Zahl aus einer Tabelle abzulesen, ohne den Bezug auf deine Situation zu prüfen.
Die Bestandteile der Anwärterbezüge im Überblick
| Begriff | Was damit gemeint ist | Wo du es prüfst |
|---|---|---|
| Anwärtergrundbetrag | Monatlicher Grundbetrag der Anwärterbezüge, abhängig von Land und Eingangsamt | Besoldungstabelle deines Landes |
| Anwärtersonderzuschlag | Zulage neben dem Grundbetrag, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind | Besoldungsgesetz deines Landes, Bescheid des Dienstherrn |
| Familienzuschlag | Zuschlag für Familienangehörige nach den Regeln des Besoldungsrechts | Besoldungsgesetz, Bezügebescheid |
| Vermögenswirksame Leistungen | Zusatzleistung für einen Sparvertrag, sofern vorgesehen | Bezügebescheid |
Wie hoch ist der Anwärterbezug im Eingangsamt A 13?
Die folgende Tabelle zeigt den Anwärterbezug im Eingangsamt A 13 für einige Länder, wie ihn die dbb-Besoldungstabellen ausweisen. Die Werte sind monatlich in Euro und mit dem Stand der jeweiligen Tabelle angegeben. Sie sagen nichts über deine persönliche Bezugshöhe, weil Familienstand, Zuschläge und Abzüge fehlen.
| Land | Anwärter A 13 (monatlich) | Stand laut Tabelle |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 1.786,46 Euro | 1. April 2026 |
| Bayern | 1.795,21 Euro | 1. Oktober 2026 |
| Hessen | 1.868,96 Euro | 1. Juli 2026 |
| Niedersachsen | 1.722,66 Euro | 1. April 2026 |
| Nordrhein-Westfalen | 1.793,28 Euro | 1. April 2026 |
| Sachsen-Anhalt | 1.744,00 Euro | 1. April 2026 |
| Schleswig-Holstein | 1.806,53 Euro | 1. April 2026 |
Die Tabellen stammen aus einer Gewerkschaftsdarstellung der Besoldungstabellen. Einige Länder haben Neuregelungen angekündigt oder Entwürfe vorgelegt. Vor einer Entscheidung, etwa über einen Wechsel des Bundeslandes, prüfst du den Wert im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes oder beim zuständigen Landesamt.
Häufige Fragen
Bekommt jede Referendarin einen Anwärtersonderzuschlag?
Nicht automatisch. Ob ein Zuschlag gewährt wird, hängt vom Besoldungsrecht deines Landes und von deiner persönlichen Situation ab. Der Bescheid deines Dienstherrn zeigt dir, welche Bestandteile bei dir gezahlt werden.
Ist der Anwärtersonderzuschlag steuerpflichtig?
Anwärterbezüge sind in der Regel lohnsteuerpflichtig. Für eine Schätzung deines Nettobetrags eignet sich der Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums, in den du deine eigenen Daten eingibst.
Wo finde ich die verbindlichen Werte für mein Land?
Maßgeblich sind das Besoldungsgesetz und die Besoldungstabelle deines Landes, veröffentlicht im Gesetz- und Verordnungsblatt. Gewerkschaftstabellen helfen beim Vergleich, ersetzen aber den amtlichen Text nicht.
Muss ich den Zuschlag selbst beantragen?
Das ist je nach Land unterschiedlich. Prüfe zuerst deinen Zuweisungs- oder Bezügebescheid. Fehlt ein Bestandteil, den du erwartest, fragst du bei der zuständigen Stelle nach und bittest um eine schriftliche Auskunft.
Was ändert sich, wenn eine neue Besoldungstabelle gilt?
Tabellen werden zu festgelegten Terminen angepasst. Ob Nachzahlungen erfolgen und ab wann neue Werte gelten, regelt das Gesetz des Landes. Das Datum im Bescheid zeigt dir, welche Fassung für deine Bezüge gilt.
So gehst du jetzt vor
- Lege deinen Bezügebescheid neben die Tabelle und prüfe jeden Bestandteil einzeln.
- Vergleiche den Anwärtergrundbetrag mit dem Besoldungsgesetz deines Landes und notiere das Gültigkeitsdatum.
- Frage bei der zuständigen Stelle nach, wenn ein Zuschlag fehlt oder du den Wert nicht nachvollziehen kannst.
- Rechne die Nettobezüge mit dem Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums nach, bevor du Entscheidungen triffst.
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Quellen: Dbb beamtenbund und tarifunion, Lexikon Anwärterbezüge (abgerufen Oktober 2026); Bundesbesoldungsgesetz, § 63 BBesG (Bundesrecht, abgerufen Oktober 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.