Die Verbeamtung in Sachsen führt in der Regel über eine amtsärztliche Untersuchung. Dieser Ratgeber erklärt, was dabei geprüft wird, wie deine Absicherung im Vorbereitungsdienst aussieht und welche Stufen bis zur Lebenszeit folgen.
Kurz beantwortet: Die gesundheitliche Eignung prüft in Sachsen in der Regel ein Amtsarzt, bevor die Ernennung erfolgt. Im Vorbereitungsdienst gilt für Anwärter ohne Kinder als Regel ein Beihilfesatz von 50 Prozent. Die Anwärtergrundbeträge stiegen zum 1. April 2026 um jeweils 60 Euro (Stand: April 2026, Quelle: Dbb). Die Einzelheiten regelt das sächsische Landesrecht.
Das Wichtigste in Kürze
- Vor der Ernennung verlangt der Dienstherr in der Regel eine amtsärztliche Untersuchung. Umfang und Unterlagen legt das Landesrecht fest.
- Nach Informationsmaterial des Freistaats Sachsen kannst du im Vorbereitungsdienst zwischen einem Beamtenverhältnis auf Widerruf und einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis wählen (Stand Oktober 2026).
- Die Anwärtergrundbeträge steigen zum 1. April 2026 um jeweils 60 Euro (§ 19 Abs. 2 Nr. 2 SächsBesG, Stand April 2026).
- Als Regel gilt für Beamte auf Widerruf ohne Kinder ein Beihilfesatz von 50 Prozent (Stand Oktober 2026, Landesbeihilfeverordnung).
- Beamte mit Beihilfeanspruch sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V).
Was prüft der Amtsarzt bei der Verbeamtung in Sachsen?
Die amtsärztliche Untersuchung ist Teil des Einstellungsverfahrens. Sie soll klären, ob du den Beruf gesundheitlich dauerhaft ausüben kannst. Geprüft werden in der Regel frühere Erkrankungen, bestehende Beschwerden und die Prognose für die gesamte Dienstzeit. Wie tief die Untersuchung geht und welche Unterlagen du vorlegen musst, bestimmt die Einstellungsbehörde nach den landesrechtlichen Vorgaben.
Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Behörde. Die folgende Reihenfolge zeigt die üblichen Stationen:
- Du erhältst die Zusage zum Vorbereitungsdienst oder zur Einstellung.
- Du füllst den Gesundheitsfragebogen aus und nennst behandelnde Ärztinnen und Ärzte, soweit gefordert.
- Der Amtsarzt untersucht dich und erstellt ein Gutachten für den Dienstherrn.
- Der Dienstherr entscheidet anhand des Gutachtens über die Ernennung.
Wie sieht die Absicherung im Vorbereitungsdienst aus?
Wer einen Beihilfeanspruch hat, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht pflichtversichert (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Die Beihilfe übernimmt dann einen Teil der Krankheitskosten. Den übrigen Teil musst du selbst absichern, meist über eine private Krankenversicherung mit Beihilfetarif. Die Details zur Beihilfe in Sachsen findest du im Ratgeber Beihilfe in Sachsen.
Für Anwärter ohne Kinder gilt als Regel ein Beihilfesatz von 50 Prozent. Für Anwärter mit Kindern sehen Fachquellen höhere Sätze vor. Die genaue Staffel steht in der Landesbeihilfeverordnung und nicht in diesem Text.
| Situation | Beihilfesatz | Wo nachlesen |
|---|---|---|
| Anwärter ohne Kinder | 50 Prozent (Regel) | Landesbeihilfeverordnung Sachsen |
| Anwärter mit einem Kind | höher, Fachquellen nennen 70 Prozent | Landesbeihilfeverordnung Sachsen |
Rechenbeispiel. Annahme: Eine Arztrechnung über 400 Euro fällt an und dein Beihilfesatz beträgt 50 Prozent. Die Beihilfe erstattet dann 200 Euro. Die übrigen 200 Euro muss dein Tarif tragen oder deine Rücklage. Die Wahl des Tarifs entscheidet also darüber, wie hoch dein Eigenanteil bei größeren Behandlungen ausfällt.
Wann beginnt die Lebenszeit?
Das Beamtenverhältnis auf Widerruf dient dem Vorbereitungsdienst. Das Beamtenverhältnis auf Probe dient der Ableistung einer Probezeit. Erst danach folgt die Ernennung auf Lebenszeit, und der Dienstherr entscheidet über die Übernahme (§ 4 Beamtenstatusgesetz). Die Dauer der Probezeit legt das Landesrecht fest, deshalb solltest du sie im sächsischen Beamtenrecht nachlesen.
Welche Besoldung gilt im Vorbereitungsdienst in Sachsen?
Die Anwärtergrundbeträge steigen zum 1. April 2026 um jeweils 60 Euro (§ 19 Abs. 2 Nr. 2 SächsBesG, Stand April 2026). Ein fester Euro-Betrag wird hier nicht genannt, weil die vorliegenden Tabellen für Sachsen nicht sicher genug belegt sind. Den aktuellen Betrag bekommst du bei der für deinen Vorbereitungsdienst zuständigen Stelle. Einen Überblick über alle Länder bietet der Ratgeber Anwärterbezüge nach Bundesland.
Passt die Verbeamtung zu dir?
Die Verbeamtung hat Vorteile und Grenzen, die du gegeneinander abwägen solltest. Für sie spricht die Beihilfe, die einen Teil der Krankheitskosten übernimmt, und die Aussicht auf eine Ernennung auf Lebenszeit. Dagegen sprechen die Gesundheitsprüfung, die den Zugang zu einzelnen Tarifen erschweren kann, und die Abhängigkeit vom Landesrecht, das sich ändern kann.
- Passt eher, wenn du gesundheitlich unauffällig bist und eine verlässliche Stelle im öffentlichen Dienst planst.
- Passt weniger, wenn bestehende Erkrankungen die Annahme durch private Versicherer erschweren.
- Passt weniger, wenn du absehbar in ein anderes Bundesland wechselst, dessen Regeln abweichen.
Häufige Fragen
Muss ich in Sachsen immer zum Amtsarzt?
In aller Regel ja, bevor die Verbeamtung erfolgt. Die Pflicht ergibt sich aus dem Landesrecht und dem Einstellungsverfahren. Frage bei der Einstellungsbehörde nach, welche Unterlagen du zu welchem Zeitpunkt benötigst.
Was passiert, wenn der Amtsarzt eine Vorerkrankung feststellt?
Die Behörde entscheidet anhand des ärztlichen Gutachtens. Ob eine Vorerkrankung der Ernennung entgegensteht, hängt vom Einzelfall ab. Wende dich bei Zweifeln frühzeitig an die zuständige Stelle, bevor du Fristen verpasst.
Kann ich im Vorbereitungsdienst zwischen Beamtenverhältnis und Ausbildungsverhältnis wählen?
Nach Informationsmaterial des Freistaats Sachsen besteht diese Wahl. Sie hat Folgen für Besoldung und Absicherung, deshalb solltest du sie vor dem Antritt sorgfältig prüfen.
Reicht die Beihilfe allein für meine Krankenversicherung?
In der Regel nicht. Die Beihilfe deckt nur einen Anteil der Kosten. Den übrigen Teil musst du über einen Beihilfetarif einer privaten Krankenversicherung oder eine andere Absicherung abdecken. Welcher Tarif passt, hängt von Alter, Gesundheit und Familienplanung ab.
Wo finde ich aktuelle Besoldungswerte?
Amtlich gelten die Gesetze und Verordnungen des Freistaats. Übersichten von Gewerkschaften wie dem dbb helfen bei der Orientierung, sind aber keine Rechtsgrundlage. Für Entscheidungen zählt der amtliche Text.
So gehst du jetzt vor
- Lass dir die Einstellungszusage und die Unterlagen zur amtsärztlichen Untersuchung schriftlich geben.
- Kläre bei der Stelle, ob du auf Widerruf oder im Ausbildungsverhältnis eingestellt wirst.
- Prüfe den Beihilfesatz für deine persönliche Lage in der Landesbeihilfeverordnung, besonders wenn Kinder dazukommen.
- Vergleiche Tarife zur Ergänzung der Beihilfe, bevor du dich festlegst. Eine persönliche Einschätzung kannst du bei Academycon einholen: So arbeiten wir.
Passend dazu
- Lehramtsreferendariat in Sachsen 2026/27
- Beihilfe in Sachsen
- Krankenversicherung im Referendariat
- Anwärterbezüge nach Bundesland
- Berufsunfähigkeitsversicherung im Lehramtsstudium
Quellen: Beamtenstatusgesetz, § 4 (Abruf Oktober 2026); Fünftes Buch Sozialgesetzbuch, § 6 (Abruf Oktober 2026); dbb, Besoldungstabelle Sachsen ab 1. April 2026 (Stand April 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.