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Exposé für die Promotion schreiben: Aufbau und Beispiel

Ein Exposé für die Promotion beschreibt Forschungsfrage, Methode und Zeitplan deiner Dissertation. So ist es aufgebaut, das gilt für den Umfang und so sieht ein Beispiel aus.
Doktorandin arbeitet im Büro an ihrer Dissertation

Inhalt

Ein Exposé für die Promotion ist das Dokument, in dem du dein Forschungsvorhaben beschreibst, bevor du mit der Dissertation beginnst. Viele Fakultäten verlangen es, wenn sie dich als Doktorandin oder Doktoranden annehmen, und es ist die Grundlage für die Abstimmung mit deiner Betreuungsperson. Dieser Ratgeber zeigt, woraus ein Exposé besteht, wie lang es sein darf und wie ein Beispiel aussehen kann.

Kurz beantwortet: Ein Exposé für die Promotion beschreibt Forschungsfrage, Ziel, Methode und Zeitplan deiner Dissertation. Ob es verpflichtend ist und wie lang es sein darf, regelt die Promotionsordnung deiner Fakultät. An der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hohenheim sind 3 bis 5 Seiten ohne Quellen vorgesehen, mit Zeitplan (Stand: Januar 2025).

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Exposé beschreibt Forschungshintergrund, Ziel und Vorgehen deiner Dissertation.
  • Es enthält eine Forschungsstrategie mit Methoden und deren Begründung.
  • Ein Zeitplan gehört dazu. In Hohenheim zählt er zum Umfang des Exposés.
  • Umfang, Unterschriften und Pflichtteile legt deine Promotionsordnung fest, nicht dieser Ratgeber.
  • Eine detaillierte Gliederung ersetzt das Exposé nicht.

Was gehört in ein Exposé?

Die Handreichung für das Exposé zur Dissertation der Universität Koblenz-Landau (Fachbereich Informatik) nennt drei inhaltliche Punkte: Den Forschungshintergrund mit Motivation und Zielen, die Forschungsstrategie und die Struktur des Vorgehens. Diese Themen müssen nicht in dieser Reihenfolge stehen. Eine feste Gliederung schreibt die Handreichung nicht vor. Die Tabelle zeigt, was in die einzelnen Teile gehört.

BestandteilWas hineingehört
TitelblattArbeitstitel, dein Name, die betreuenden Personen und die Angabe, ob du eine Monografie oder eine kumulative Dissertation anstrebst
ForschungshintergrundAusgangslage, Forschungslücke, Motivation und das konkrete Ziel der Arbeit
ForschungsstrategieDie Ansätze und Methoden, mit denen du arbeitest, und die Begründung dafür
Struktur und VorgehenGeplante Kapitel und die Arbeitsschritte bis zur Einreichung
ZeitplanMeilensteine mit Monaten, als Orientierung gedacht. Ein Gantt-Diagramm kann als Anhang beigefügt werden.
LiteraturEinschlägige Quellen, einheitlich zitiert. Ein Zitierstil wird empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben.

Die Forschungsfrage als Kern des Exposés

Die Forschungsfrage ist der Teil, an dem sich alles andere ausrichtet. Sie muss eng genug sein, dass du sie in einer Dissertation beantworten kannst, und so offen, dass sich eine wissenschaftliche Debatte daran anschließt. Eine gute Frage lässt sich mit Daten, einem Experiment oder einer Analyse prüfen. Sie ist also mehr als eine Überschrift.

Zwei Fassungen aus dem erfundenen Vorhaben zur Wohnortwahl zeigen den Unterschied. Die erste ist zu weit gefasst, die zweite ist konkret genug, um sie zu bearbeiten:

  • Zu weit: Wie wirkt sich die Wohnungsknappheit auf Studierende aus?
  • Konkreter: Wie verändert der Anstieg der Mieten die Wohnortwahl von Studierenden in Universitätsstädten zwischen 2020 und 2025?

Die zweite Frage nennt einen Zeitraum, eine Zielgruppe und einen Vergleichsmaßstab. Diese Elemente erleichtern später die Methodenwahl, weil du dann weißt, welche Daten du brauchst.

Typische Stolperstellen

Bei der Durchsicht von Exposés fallen oft dieselben Punkte auf. Wer sie vor der Abgabe prüft, spart sich Überarbeitungsschleifen:

  • Ziel und Forschungsfrage sind kaum voneinander zu unterscheiden.
  • Die Methode wird beschrieben, aber nicht begründet, warum sie zur Frage passt.
  • Der Zeitplan rechnet keine Puffer für Genehmigungen, Datenerhebung oder Korrekturen ein.
  • Die Literatur ist vorhanden, zeigt aber keine Forschungslücke auf, auf die sich die Arbeit bezieht.

Ein Exposé wird häufig mehrfach überarbeitet. Kennzeichne jede Fassung klar, besonders wenn die Betreuungsperson sie unterschreiben muss. So bleibt nachvollziehbar, was sich seit der ersten Version geändert hat.

Wie lang darf ein Exposé sein?

Die Antwort steht in der Promotionsordnung, und die Vorgaben unterscheiden sich deutlich. Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hohenheim sieht als Richtwert ein aussagekräftiges Exposé von 3 bis 5 Seiten vor, ohne Quellen, mit Zeitplan. Die Informatik in Koblenz-Landau begrenzt den Inhalt auf höchstens 5.000 Wörter, ohne Literaturverzeichnis und Anhang. Beide Werte gelten nur für diese beiden Fakultäten, nicht für deine.

Wie könnte ein Exposé in der Praxis aussehen?

Das folgende Beispiel ist erfunden und dient nur der Orientierung. Es geht um die Frage, wie Studierende auf steigende Mieten in Universitätsstädten reagieren. Die Seitenangaben sind grobe Richtwerte für eine Fassung von etwa vier Seiten.

  1. Einleitung mit Forschungsfrage und Relevanz, etwa eine halbe Seite
  2. Forschungsstand und Forschungslücke, etwa eine Seite
  3. Theoretischer Rahmen, zum Beispiel Modelle der Wohnortwahl, etwa eine halbe Seite
  4. Forschungsstrategie mit Begründung. Annahme: Eine Online-Befragung mit 400 Studierenden und zehn Interviews, etwa eine Seite
  5. Zeitplan über drei Jahre mit Meilensteinen, etwa eine halbe Seite

Häufige Fragen

Muss das Exposé unterschrieben werden?

Nach den Durchführungsbestimmungen in Hohenheim muss das Exposé von dir und deiner betreuenden Person unterschrieben werden. Änderungen werden dokumentiert und in der Promotionsakte abgelegt. Ob das an deiner Fakultät ebenso gilt, zeigt die Promotionsordnung.

Ersetzt eine detaillierte Gliederung das Exposé?

In Hohenheim nicht. Dort gilt ausdrücklich, dass eine detaillierte Gliederung das Exposé nicht ersetzt. Der Zeitplan dient der Orientierung und ist keine starre Terminliste, die du später einhalten musst.

Brauche ich für das Exposé schon eine Betreuungsperson?

In der Regel ja. In Hohenheim ergänzt das Exposé die formale Betreuungsvereinbarung. Wie du eine Person findest und was in der Vereinbarung steht, erklärt der Ratgeber Doktorvater finden: Anfrage, Exposé und Betreuungsvereinbarung.

Wie zitiere ich im Exposé?

Die Koblenzer Handreichung verlangt, einschlägige Literatur zu verwenden und zu zitieren. Einen Zitierstil schreibt sie nicht vor, empfiehlt aber Harvard oder APA. Wähle einen Stil und halte ihn im ganzen Dokument durch.

Was tun, wenn meine Promotionsordnung keinen Umfang nennt?

Dann frag das Promotionsbüro deiner Fakultät oder deine Betreuungsperson. Die Beispiele oben geben dir eine Größenordnung. Halte die Antwort schriftlich fest, damit sie in deiner Akte nachvollziehbar ist, falls später Fragen aufkommen.

Darf ich das Exposé ohne Betreuungsperson einreichen?

Das hängt von deiner Fakultät ab. In Hohenheim ist die Unterschrift der betreuenden Person vorgesehen. Kläre frühzeitig, wer dich betreut, damit du das Exposé nicht allein schreibst und dann keine Ansprechperson hast.

Wie lang sollte mein Exposé im Verhältnis zur Dissertation sein?

Das Exposé ist ein Plan und kein Vorauskapitel. Es umfasst in den genannten Beispielen wenige Seiten, während die Dissertation ein Vielfaches davon hat. Verwende die Zeit lieber darauf, Forschungsfrage und Methode zu schärfen.

So gehst du jetzt vor

  1. Suche in der Promotionsordnung deiner Fakultät nach Umfang, Pflichtteilen und Unterschriften.
  2. Bespreche mit deiner Betreuungsperson die Forschungsfrage, bevor du die Methode festlegst.
  3. Formuliere Ziel, Forschungsfrage und Methode in je wenigen Sätzen, bevor du ausführlich schreibst.
  4. Plane den Zeitplan mit Puffern, besonders für die Datenerhebung, und prüfe ihn gegen die Laufzeit deiner Stelle oder deines Stipendiums.

Passend dazu

Quellen: Handreichung für das Exposé zur Dissertation, Universität Koblenz-Landau, Fachbereich Informatik (ohne Datum im Dokument, Dateiname 2021); Durchführungsbestimmungen 2023 der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hohenheim (Stand: 13.01.2025).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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