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Kumulative oder Monografie: Welche Dissertation passt?

Monografie oder kumulative Dissertation? So unterscheiden sich beide Formen, welche Anforderungen Fakultäten stellen und worauf du bei der Entscheidung achten solltest.
Doktorandin arbeitet im Büro an ihrer Dissertation

Inhalt

Die Wahl zwischen Monografie und kumulativer Dissertation betrifft den Zeitplan, die Publikationsstrategie und die Begutachtung. Beide Formen sind als Dissertation anerkannt, verlangen aber unterschiedliche Arbeitsweisen. Dieser Ratgeber zeigt, was jede Form ausmacht, wo Fakultäten unterschiedliche Anforderungen stellen und welche Fragen du vor der Entscheidung klären solltest.

Kurz beantwortet: Eine Monografie ist eine zusammenhängende Schrift, eine kumulative Dissertation besteht aus mehreren Fachartikeln und einem Rahmentext. Welche Form zulässig ist und wie viele Artikel nötig sind, legt jede Fakultät fest. In den Regelungen der Fakultät II der Universität Wuppertal braucht die Politikwissenschaft mindestens fünf thematisch zusammenhängende Publikationen in Alleinautorschaft (Stand: Juni 2024).

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Monografie ist eine zusammenhängende Schrift. Eine kumulative Dissertation besteht aus Artikeln und einem einordnenden Text.
  • Anzahl der Artikel und zulässige Autorschaften unterscheiden sich stark zwischen den Fächern.
  • Mitautorinnen und Mitautoren dürfen oft nur eingeschränkt begutachten. Prüfe, wer in deinem Fach als Gutachter infrage kommt.
  • In Hohenheim muss das Gutachten bei kumulativen Arbeiten den Anteil der Doktorandin oder des Doktoranden beziffern.
  • Die Form gehört schon auf das Titelblatt des Exposés, deshalb solltest du dich früh entscheiden.

Was unterscheidet beide Formen?

Eine Monografie ist eine durchgehend geschriebene Arbeit mit einer Argumentation aus einem Guss. Bei der kumulativen Dissertation schreibst du mehrere Fachartikel, die thematisch zusammenhängen, und ergänzt sie um einen einleitenden und einordnenden Text. Die Fakultät legt fest, wie viele Artikel nötig sind, ob sie angenommen oder veröffentlicht sein müssen und welche Autorschaften zulässig sind.

Der Unterschied liegt also weniger im Inhalt als in der Struktur und im Prozess. Eine Monografie verlangt einen durchgehenden Spannungsbogen über mehrere Kapitel. Eine kumulative Arbeit verlangt, dass jeder Artikel für sich trägt und die Artikel zusammen eine erkennbare Forschungsfrage beantworten.

Welche Anforderungen stellen Fakultäten an kumulative Arbeiten?

Die Regelungen der Fakultät II der Universität Wuppertal zeigen, wie unterschiedlich die Vorgaben sind. Die Fakultät verweist für die Zahl und Qualität auf die Empfehlungen der Fachgesellschaften, der Promotionsausschuss konkretisiert sie. Die folgende Tabelle gibt einige Fächer wieder.

FachZahl und ArtEigenleistungRahmentext
Soziologie und SozialwissenschaftenDrei thematisch zusammenhängende Fachartikel, die zusammen einer Monografie gleichwertig sindZwei Artikel bei Einreichung angenommen; einer in Alleinautorschaft, einer in ErstautorschaftNicht geregelt
ErziehungswissenschaftOption 1: Mindestens fünf Aufsätze in Alleinautorschaft. Option 2: Eine veröffentlichte Monografie plus zwei AufsätzeOption 1 in AlleinautorschaftOption 1: Einleitender Text von etwa 30 Seiten
PolitikwissenschaftMindestens fünf thematisch zusammenhängende PublikationenAlleinautorschaftÜbergreifende Einführung und übergreifendes Fazit, ohne Umfangsangabe
Geographie (Arbeitsgebiet I)Mindestens drei Publikationen in Fachzeitschriften mit Peer ReviewKo-Autorschaft zulässigEinführende, einordnende und zusammenfassende Teile

Quelle der Tabelle: Regelungen zu den Anforderungen für die kumulative Promotion, Fakultät II der Universität Wuppertal (Stand: 05.06.2024). Die Angaben gelten nur dort und können sich geändert haben.

Wann passt eine Monografie, wann eine kumulative Arbeit?

Eine Monografie passt eher, wenn dein Thema eine große, zusammenhängende Argumentation braucht und du dir Zeit für ein längeres Schreibprojekt nehmen kannst. Sie lässt sich gut planen, weil du nicht auf Entscheidungen von Fachzeitschriften warten musst und das Ergebnis erst am Ende vorlegst.

Eine kumulative Arbeit passt eher, wenn du schon während der Promotion publizieren willst, in deinem Fach Artikel der wichtigste Publikationsweg sind und du mit Co-Autorinnen oder Co-Autoren arbeitest, deren Rollen von Anfang an klar sind. Sie verlangt dagegen früh Entscheidungen über Journale und Begutachtungsprozesse, auf die du nur begrenzt Einfluss hast.

Die Entscheidung sollte nicht allein auf dem Zeitgefühl beruhen. Frage deine Betreuungsperson, welche Form in deinem Fach üblich ist und wie die Begutachtung in der Praxis läuft. Sie kennt die Gepflogenheiten deiner Fakultät besser als jeder allgemeine Text.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Artikel angenommen ist?

Das ist von Zeitschrift zu Zeitschrift verschieden und lässt sich nicht pauschal beziffern. Plane Begutachtungsrunden und Überarbeitungen ein. Ein Artikel wird selten beim ersten Einreichen unverändert angenommen. Genau deshalb sollte die Publikationsplanung vor dem Exposé stehen.

Ist eine kumulative Arbeit schneller fertig?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Die Zeit für Artikel, Begutachtung und Rahmentext kann die Dauer einer Monografie übersteigen oder unterschreiten, je nach Fach und Zeitschriften. Rechne beide Varianten für dein Vorhaben durch, bevor du dich entscheidest.

Muss ich vor der Einreichung schon publiziert haben?

Das hängt von der Ordnung ab. In Wuppertal verlangt die Sozialwissenschaft, dass zwei Artikel bei Einreichung angenommen sind. Andere Regelungen verlangen Veröffentlichung oder Einreichung. Lies genau nach, welcher Status gefordert ist, und plane die Begutachtungszeiten der Zeitschriften ein.

Darf ich mit Mitautorinnen und Mitautoren arbeiten?

Ja, aber nicht beliebig. In Wuppertal ist Ko-Autorschaft in der Geographie zulässig, in der Sozialwissenschaft ist sie nur für einen Artikel vorgesehen. In Hohenheim musst du bei jedem Artikel mindestens 80 Prozent federführend sein, und es darf nur eine federführende Person pro Artikel geben. Die Ko-Autorenerklärungen werden dort über ein Formular der Fakultät eingereicht.

Wer begutachtet eine kumulative Arbeit?

Auch hier unterscheiden sich die Regeln. In der Erziehungswissenschaft dürfen Ko-Autorinnen und Ko-Autoren nicht begutachten. In der Psychologie darf höchstens ein Gutachter Ko-Autor sein, sonst wird ein drittes Gutachten eingeholt. Welche Regel für dich gilt, steht in der Ordnung deiner Fakultät.

Wie wird mein eigener Anteil bewertet?

In Hohenheim muss das Gutachten den Anteil der Doktorandin oder des Doktoranden quantifizieren. Liegt er bei zwei oder mehr Artikeln unter 30 Prozent, verlangt die Ordnung eine detailliertere Stellungnahme im Gutachten. Dokumentiere deine Beiträge daher schon während des Schreibens sauber.

Wann sollte ich mich entscheiden?

Frühzeitig, am besten zusammen mit der Betreuungsperson, weil Publikationsplanung und Rahmentext davon abhängen. Die Form gehört schon auf das Titelblatt des Exposés, wie die Handreichung der Universität Koblenz-Landau zeigt. Ein späterer Wechsel ist deshalb aufwendig, auch wenn er formal möglich sein kann.

Hilfreich ist auch ein Blick auf die Betreuung. Wenn deine Betreuungsperson überwiegend monografisch arbeitet oder ihre Doktorandinnen und Doktoranden vor allem mit Artikeln begleitet, verändert das deinen Weg erheblich. Sprich das offen an, bevor du dich festlegst.

So gehst du jetzt vor

  1. Kläre mit deiner Betreuungsperson, welche Form in deinem Fach üblich ist und welche Erwartungen sie hat.
  2. Lies in der Promotionsordnung nach, wie viele Artikel, welche Autorschaft und welcher Veröffentlichungsstatus gefordert sind.
  3. Prüfe, ob du bereits Ko-Autorenschaften hast und wie die Rollen geregelt sind.
  4. Entscheide dich vor dem Exposé und nimm die Form auf das Titelblatt auf.

Passend dazu

Quellen: Regelungen zu den Anforderungen für die kumulative Promotion, Universität Wuppertal, Fakultät II (Stand: 05.06.2024); Durchführungsbestimmungen 2023 der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hohenheim (Stand: 13.01.2025); Handreichung für das Exposé zur Dissertation, Universität Koblenz-Landau (ohne Datum im Dokument).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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