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Verbeamtung in Berlin: Amtsarzt, Gesundheitsprüfung und Absicherung

Wann in Berlin ein Amtsarzt prüft, welches Gesundheitsamt zuständig ist und wie du in der Anwärterzeit und danach abgesichert bleibst.
Referendar steht vor der Tafel in einem Klassenzimmer

Inhalt

Verbeamtung in Berlin heißt für Lehrkräfte in der Regel zuerst eine Prüfung der gesundheitlichen Eignung, und die läuft häufig über einen Amtsarzt. Bevor du Beamter wirst, muss die Einstellungsstelle feststellen, dass du dafür geeignet bist. Dieser Ratgeber zeigt, wann der Amtsarzt ins Spiel kommt, welches Gesundheitsamt zuständig ist und wie du in der Anwärterzeit und danach abgesichert bleibst.

Kurz beantwortet: In Berlin setzt die Einstellung in das Beamtenverhältnis die gesundheitliche Eignung voraus. Bei einer wesentlichen Beeinträchtigung verlangt die Einstellungsstelle ein amtsärztliches Gutachten. Hast du deinen ersten Wohnsitz in Berlin, veranlasst die Einstellungsstelle die Untersuchung beim zuständigen Berliner Gesundheitsamt. Stand: Oktober 2026, Quelle: Ausschreibungsinformation der Senatsverwaltung für Bildung (undatiert).

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesundheitliche Eignung gehört neben der fachlichen und persönlichen Eignung zu den Voraussetzungen für die Einstellung.
  • Der Vorbereitungsdienst wird in Berlin grundsätzlich im Beamtenverhältnis auf Widerruf abgeleistet.
  • Ein amtsärztliches Gutachten legst du nur vor, wenn eine wesentliche Beeinträchtigung vorliegt.
  • Hast du deinen ersten Wohnsitz außerhalb Berlins, lässt du die Untersuchung am Wohnort machen und trägst die Kosten selbst.
  • Erfüllst du die Voraussetzungen für die Verbeamtung nicht, kannst du ohne Ernennung über einen öffentlich-rechtlichen Ausbildungsvertrag zugelassen werden.

Wann prüft der Amtsarzt in Berlin?

Die gesundheitliche Eignung ist eine der Voraussetzungen für die Einstellung, neben der fachlichen und persönlichen Eignung. Festgestellt wird sie zunächst über eine Erklärung zum Gesundheitszustand, die du später abgibst. Erst wenn eine wesentliche Beeinträchtigung vorliegt, verlangt die Stelle ein amtsärztliches Gutachten. Das Ergebnis hängt also von deinen Angaben und vom Gutachten ab, nicht von deinem persönlichen Gefühl, wie gesund du bist.

Wer ist in Berlin zuständig?

Entscheidend ist dein erster Wohnsitz. Liegt er in Berlin, veranlasst die Einstellungsstelle der Senatsverwaltung die Untersuchung beim Gesundheitsamt. Liegt er woanders, gibst du das an und lässt die Untersuchung am Wohnort machen.

Erster WohnsitzZuständige StelleKosten laut Ausschreibung
In BerlinGesundheitsamt in Berlin, veranlasst durch die EinstellungsstelleNicht genannt
Außerhalb BerlinsGesundheitsamt am WohnortTrägst du selbst

Die Ausschreibung nennt für Berlin keine Beträge. Frag deshalb bei der Einstellungsstelle nach, ob und welche Auslagen übernommen werden.

Was heißt das für Beihilfe und Krankenversicherung?

Beamte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, wenn sie Anspruch auf Beihilfe haben (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Die Beihilfe deckt einen Teil der Krankheitskosten ab, den Rest sicherst du selbst ab. Ausführlich erklärt das unser Ratgeber Krankenversicherung im Referendariat.

Als Regel gilt für Beamte ohne Kinder ein Beihilfesatz von 50 Prozent, die Einzelheiten stehen in der Landesbeihilfeverordnung. Für Anwärter in Berlin berichtet das Ratgeberportal deutsche-beamtenversorgung.de (Stand Oktober 2026, Sekundärquelle) von einer pauschalen Beihilfe seit 2020. Dabei zahlt der Dienstherr einen festen Betrag, und du sicherst den übrigen Bedarf ab. Die Höhe der Pauschale nennen wir nicht, weil die Quellen sie nicht belegen. Lass dir von der Beihilfestelle schriftlich bestätigen, welches Modell für dich gilt.

Private Versicherung neben der Beihilfe: Wann passt das?

Eine private Krankenversicherung ergänzt die Beihilfe. Sie passt eher, wenn du gesund bist und den eigenen Anteil möglichst klein halten willst. Bei Vorerkrankungen sieht es anders aus, weil der Versicherer eigene Gesundheitsfragen stellt und Zuschläge oder Ausschlüsse möglich sind. Dazu kommt eine Pflicht zur Vollständigkeit: Nach § 19 VVG musst du Fragen des Versicherers vollständig und richtig beantworten, sonst drohen Folgen bis hin zum Rücktritt des Versicherers.

Wenn du deine Lage durchrechnen willst, zeigt dir die Seite so arbeiten wir, wie eine persönliche Beratung bei Academycon abläuft.

Was passiert, wenn der Amtsarzt Bedenken hat?

Dann kommt eine Verbeamtung nicht ohne Weiteres zustande. Für den Fall, dass die Voraussetzungen fehlen, sieht das Verfahren laut Ausschreibung eine Zulassung ohne Ernennung vor, und zwar über einen öffentlich-rechtlichen Ausbildungsvertrag. Du bleibst dann Auszubildender ohne Beamtenstatus.

Für deine Absicherung heißt das: Ohne Beamtenstatus entfällt in der Regel der Beihilfeanspruch. Dann gelten die Regeln für Angestellte, also gesetzliche oder private Versicherung auf eigene Rechnung. Prüfe das vor der Unterschrift.

Von der Probezeit bis zur Lebenszeit

Nach der Ernennung zum Beamten auf Probe läuft eine Probezeit. Ihre Dauer regelt das Berliner Landesrecht, und dort stehen auch die Voraussetzungen für die Ernennung auf Lebenszeit. Sie setzt voraus, dass du dich bewährt hast und weiterhin geeignet bist. Prüfe rechtzeitig, ab wann für dich die reguläre Beihilfe gilt, denn sie kann sich mit der Ernennung auf Probe ändern.

Häufige Fragen

Muss ich immer zum Amtsarzt?

Nicht in jedem Fall. Bei einer wesentlichen Beeinträchtigung legst du ein amtsärztliches Gutachten vor. Die Erklärung zum Gesundheitszustand gibst du in jedem Fall ab.

Darf ich Vorerkrankungen weglassen?

Nein. Die Erklärung muss wahrheitsgemäß und vollständig sein. Verschwiegene Vorerkrankungen können dienstrechtliche Folgen haben und bei einer privaten Versicherung nach § 19 VVG Konsequenzen auslösen.

Kann eine Vorerkrankung die Verbeamtung verhindern?

Das entscheidet das amtsärztliche Gutachten im Einzelfall. Eine Vorerkrankung schließt die Einstellung nicht automatisch aus. Maßgeblich ist, ob die gesundheitlichen Voraussetzungen für die konkrete Stelle vorliegen.

Was ist die pauschale Beihilfe?

Der Dienstherr zahlt dabei einen festen Betrag, statt jede Rechnung anteilig zu erstatten. Den übrigen Krankheitskostenbedarf sicherst du selbst ab. Ob das für dich gilt, bestätigt die Beihilfestelle.

Was kostet die Untersuchung in Berlin?

Die Ausschreibung nennt dazu keine Beträge. Wer die Untersuchung außerhalb Berlins am Wohnort machen lässt, trägt die Kosten selbst. Frag die Einstellungsstelle nach dem genauen Verfahren, bevor du einen Termin vereinbarst.

So gehst du jetzt vor

  1. Frag bei der Einstellungsstelle nach, ob du als Beamter auf Widerruf eingestellt wirst oder ob ein Ausbildungsvertrag vorgesehen ist.
  2. Kläre deinen ersten Wohnsitz, denn daraus folgt das zuständige Gesundheitsamt.
  3. Fülle die Erklärung zum Gesundheitszustand vollständig und wahrheitsgemäß aus und sammle Befunde für den Fall, dass ein Gutachten nötig wird.
  4. Prüfe, welche Beihilfe in der Anwärterzeit gilt und wie du die restlichen Kosten absicherst, bevor du dich entscheidest.

Passend dazu

Quellen: Senatsverwaltung für Bildung Berlin, Stellenausschreibung Vorbereitungsdienst (undatiert, Abruf Oktober 2026), Ausschreibung; Gesetze im Internet, § 6 SGB V (Abruf Oktober 2026); Gesetze im Internet, § 19 VVG (Abruf Oktober 2026); deutsche-beamtenversorgung.de, Pauschale Beihilfe (Sekundärquelle, Stand Oktober 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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