Der Wehrdienst-Fragebogen für Frauen ist freiwillig, für Männer dagegen Pflicht. Diese Unterscheidung steht auf der Fragebogen-Seite der Bundeswehr und folgt aus dem Wehrpflichtgesetz, das nur Männer als wehrpflichtig führt. Dieser Ratgeber erklärt, was Freiwilligkeit praktisch heißt, welche Angaben der Fragebogen abfragt und welche Folgen eine Teilnahme hat.
Kurz beantwortet: Frauen müssen den Wehrdienst-Fragebogen nicht ausfüllen. Die Bundeswehr nennt die Teilnahme für Frauen und für Personen anderer Geschlechtseintragung freiwillig, für Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit, die 18 werden, ist sie Pflicht. Das betrifft laut Bundeswehr jährlich etwa 350.000 Männer. Stand der Bundeswehr-Seite: 19.12.2025, Stand dieses Ratgebers: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Fragebogen ist für Männer Pflicht und für Frauen freiwillig.
- Rechtlich wehrpflichtig sind nach § 1 Abs. 1 des Wehrpflichtgesetzes (WPflG) Männer ab 18, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind.
- Die Fristen und Bußgelder, die die Bundeswehr nennt, betreffen die Pflicht der Männer. Für Frauen gibt es sie nicht.
- Auch die Musterung ist für Frauen nicht verpflichtend. Wer sich freiwillig zur Truppe meldet, durchläuft das Assessment.
- Eine freiwillige Teilnahme ist ein Weg in den Dienst, aber kein Vertrag und keine Verpflichtung.
Müssen Frauen den Wehrdienst-Fragebogen ausfüllen?
Nein. Nach den Angaben der Bundeswehr müssen Männer den Fragebogen beantworten, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig. Die Bundesregierung bestätigt das in ihren Antworten zum neuen Wehrdienst: Der Fragebogen geht seit Anfang Januar 2026 an 18-Jährige, für Männer ist die Beantwortung Pflicht, für Frauen freiwillig (Stand: Dezember 2025). Die Anschreiben beginnen mit dem Geburtsjahrgang 2008.
Der Grund liegt im Gesetz. Wehrpflichtig sind nach § 1 Abs. 1 WPflG Männer ab dem vollendeten 18. Lebensjahr, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind und ihren ständigen Aufenthalt in Deutschland haben oder einen vergleichbaren Inlandsbezug aufweisen. Die Erklärung zur Bereitschaft und Fähigkeit, die § 15a WPflG regelt, knüpft an diese Wehrpflicht an. Für Frauen besteht diese Pflicht nicht. Wie sich die Lage für Männer darstellt, erklärt der Artikel Der Fragebogen ist Pflicht für Männer ab 18.
| Gruppe | Fragebogen | Musterung |
|---|---|---|
| Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit, die 18 werden | Pflicht | Verpflichtend für wehrpflichtige Männer ab Jahrgang 2008 |
| Frauen | Freiwillig | Nicht verpflichtend, freiwillige Teilnahme am Assessment möglich |
| Personen anderer Geschlechtseintragung | Freiwillig (Angabe der Bundeswehr) | Nicht Gegenstand der Pflicht für Männer |
Die Tabelle gibt die Angaben der Bundeswehr wieder und ersetzt keine Prüfung deines Einzelfalls. Bei Unsicherheit über deinen Status ist das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr die zuständige Stelle.
Was heißt Freiwilligkeit im Alltag?
Freiwillig heißt, dass du den Fragebogen weder zurückschicken noch Fristen einhalten musst. Ob du dich beteiligst, ist deine Entscheidung. Für Männer gilt nach der Bundeswehr-Seite eine Frist von einem Monat nach dem Anschreiben, danach folgt ein Erinnerungsschreiben mit zwei Wochen Frist. Bei Nichtabgabe oder falschen Angaben nennt die Seite eine Ordnungswidrigkeit mit einem vorgesehenen Bußgeldrahmen von bis zu 250 Euro. Rechtsgrundlage ist § 45 WPflG. Diese Folgen betreffen die Pflicht der Männer.
Wer als Frau den Fragebogen nicht beantwortet, löst nach den Angaben der Bundeswehr keine Pflichtverletzung aus. Du solltest dennoch beachten, dass du später ohne Fragebogen nicht automatisch in das Auswahlverfahren aufgenommen wirst. Der Einstieg in den Dienst läuft nach der Bundeswehr über den Fragebogen, die Einladung in ein Karrierecenter und das Assessment. Wie der Weg im Einzelnen aussieht, steht im Artikel Wehrdienst bewerben: Voraussetzungen und Ablauf.
Welche Angaben fragt der Fragebogen ab?
§ 15a Abs. 1 WPflG nennt, worauf sich die Erklärung bezieht. Das Gesetz zählt unter anderem diese Bereiche auf:
- Angaben zur Person und zum Interesse am Wehrdienst
- Körpergröße und Gewicht
- eine Schwerbehinderung
- Bildung und Ausbildung
- die Selbsteinschätzung der Fitness
- Dienst in fremden Streitkräften
Die Erklärung erfolgt online oder schriftlich. Eine Vertretung durch Bevollmächtigte ist nur bei körperlicher oder geistiger Verhinderung zulässig, bei Nichtreaktion folgt nach einem Monat eine Mahnung mit Frist (§ 15a WPflG). Das Verfahren verursacht für den Teilnehmenden keine Gebühren, notwendige Auslagen werden erstattet. Weil der Fragebogen Gesundheits- und Bildungsangaben enthält, lohnt es sich, nur zu antworten, was du wahrheitsgemäß beantworten kannst. Zur Technik gibt es den Artikel Fragebogen online ausfüllen: Anleitung Schritt für Schritt.
Welche Folgen hat eine freiwillige Teilnahme?
Eine Teilnahme am Fragebogen begründet nach den Angaben der Bundeswehr keine Pflicht. Bei Interesse folgt in der Regel eine Einladung ins Karrierecenter und das Assessment, in dem Eignung und Neigung abgeglichen werden. Auch das Assessment ist für Frauen freiwillig. Ein Dienstvertrag entsteht erst, wenn du dich schriftlich verpflichtest. Wie der Vertrag eines freiwilligen Wehrdienstes aufgebaut ist, beschreibt der Artikel Freiwilliger Wehrdienst: Wie der Vertrag abläuft.
Für Studentinnen kommt ein praktischer Punkt hinzu. Ein Dienst von mindestens sechs Monaten fällt in die Studienzeit. Wer sich dafür interessiert, sollte vorher Semesterplanung, Prüfungsfristen und mögliche Auswirkungen auf Förderung und Krankenversicherung klären. Antworten dazu geben die Artikel Wehrdienst und BAföG und Wehrdienst und Krankenversicherung.
Was ist mit der Musterung für Frauen?
Die Musterung im engeren Sinne richtet sich nach dem Wehrpflichtgesetz an Männer. Die Bundeswehr gibt an, dass die Musterung für Frauen nicht verpflichtend ist und dass eine verpflichtende Erfassung und Musterung von Frauen im Grundgesetz nicht vorgesehen ist (Stand der Seite: 10.03.2026). Wer sich freiwillig zur Truppe meldet, durchläuft das Assessment. Mehr dazu steht im Artikel Musterung für Frauen: Freiwillig hingehen und was dafür gilt.
Häufige Fragen
Bekomme ich als Frau überhaupt einen Brief?
Die Bundesregierung schreibt, dass der Fragebogen an 18-Jährige geht, für Frauen freiwillig. Ob und wie du angeschrieben wirst, richtet sich nach dem Verfahren der Bundeswehr. Die Bundeswehr-Seite nennt dazu keine weiteren Einzelheiten.
Kann mir ein Bußgeld drohen, wenn ich nicht antworte?
Das Bußgeld nach § 45 WPflG knüpft an Pflichten an, etwa an die richtige und vollständige Abgabe der Erklärung. Die Bundeswehr nennt die Ordnungswidrigkeit im Zusammenhang mit der Pflicht der Männer. Für Frauen, für die die Teilnahme freiwillig ist, nennt sie keine Folge.
Verpflichte ich mich durch den Fragebogen zum Dienst?
Nein. Der Fragebogen erfasst Angaben und Interesse. Ein Dienst beginnt nach den Angaben der Bundeswehr erst nach Einladung, Assessment und Verpflichtung.
Kann sich das ändern?
Möglich ist es, weil Gesetz und Verfahren sich ändern können. Die Bundeswehr verweist selbst darauf, dass sich Angaben ändern. Prüfe deshalb vor einer Entscheidung die aktuelle Seite der Bundeswehr und den Gesetzestext. Beschlossen ist nach den hier genannten Quellen nur die Freiwilligkeit für Frauen.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe, ob du ein Anschreiben des Bundesamts erhalten hast, und lies es vollständig.
- Entscheide, ob du am Fragebogen teilnehmen möchtest. Eine Pflicht besteht nicht.
- Wenn du teilnimmst, beantworte nur Angaben, die du wahrheitsgemäß machen kannst.
- Plane bei Interesse am Dienst Studium, Förderung und Versicherung mit ein.
- Prüfe vor Fristen und Entscheidungen die aktuelle Bundeswehr-Seite.
Passend dazu
- Wehrdienst und Studium 2026: Der Überblick für Männer und Frauen
- Wehrdienst 2026: Der Fragebogen ist Pflicht für Männer ab 18
- Musterung für Frauen: Freiwillig hingehen und was dafür gilt
- Wehrdienst freiwillig oder Pflicht: Was 2026 tatsächlich gilt
- Wehrdienst-Fragebogen: Bußgeld bei Nichtabgabe und Folgen
Quellen: Bundeswehr: Fragebogen zum neuen Wehrdienst (Stand der Seite: 19.12.2025), Wehrpflichtgesetz (WPflG), § 1 und § 15a, gesetze-im-internet.de, § 45 WPflG Bußgeldvorschriften, gesetze-im-internet.de, Bundesregierung: Antworten zum neuen Wehrdienst (Stand: Dezember 2025), Bundeswehr: Assessment und Musterung (Stand der Seite: 10.03.2026).
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.