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Studienabbruch nach Fächergruppen: Was die DZHW-Zahlen zeigen

Die Studienabbruchquote hängt stark vom Fach ab. Die DZHW-Werte für Mathematik, Geisteswissenschaften und Rechtswissenschaften im Überblick.
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Inhalt

Die Studienabbruchquote unterscheidet sich stark zwischen den Fächern. Wer ein Studium wählt, sollte deshalb nicht nur die Gesamtquote betrachten, sondern auch die Werte für die eigene Fächergruppe. Dieser Ratgeber stellt die Angaben des DZHW vor und zeigt, wie du sie richtig liest.

Kurz beantwortet: Laut DZHW brachen an Universitäten 50 Prozent der Bachelorstudierenden in Mathematik und Naturwissenschaften ihr Studium ab, in den Geisteswissenschaften 49 Prozent und in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 21 Prozent. Für Informatik, Ingenieurwissenschaften und Medizin nennt die Pressemitteilung keine Werte. Quelle: DZHW, 17.08.2022. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die höchsten Werte in der DZHW-Auswertung entfallen auf Mathematik und Naturwissenschaften an Universitäten (50 Prozent).
  • An Universitäten liegen auch die Geisteswissenschaften mit 49 Prozent sehr hoch.
  • In den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften liegt die Quote an Universitäten bei 21 Prozent, an Hochschulen bei 13 Prozent.
  • Für Lehramt an Universitäten nennt das DZHW 10 Prozent.
  • Werte für Informatik, Ingenieurwissenschaften und Medizin fehlen in dieser Veröffentlichung.

Welche Fächergruppen liegen im DZHW-Vergleich vorn?

Die Pressemitteilung weist Quoten für den Bachelor nach Hochschulart und Fächergruppe aus. Die folgende Tabelle zeigt alle Werte, die dort genannt werden.

HochschulartFächergruppeQuote (Bachelor)
UniversitätMathematik und Naturwissenschaften50 Prozent
UniversitätGeisteswissenschaften49 Prozent
UniversitätRechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften21 Prozent
UniversitätLehramt10 Prozent
Hochschule für angewandte WissenschaftenMathematik und Naturwissenschaften39 Prozent
Hochschule für angewandte WissenschaftenRechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften13 Prozent

Die Bezugsgruppen sind die Anfangsjahrgänge 2016 und 2017 mit Absolventenjahrgang 2020 als Bezugsjahr. Diese Zeiträume gelten für alle Werte der Tabelle gleichermaßen.

Die Zahlen beruhen auf den Angaben der Veröffentlichung. Wer sie weitergibt, sollte den Bezugszeitraum mitnennen, damit niemand eine Momentaufnahme für eine aktuelle Zahl hält.

Wie liest du die Werte zwischen Universität und Hochschule?

Ein Vergleich innerhalb derselben Fächergruppe zeigt, wie stark die Hochschulart wirkt. Rechnung: In Mathematik und Naturwissenschaften liegt die Quote an Universitäten bei 50 Prozent, an Hochschulen bei 39 Prozent. Der Unterschied beträgt 11 Prozentpunkte (50 minus 39). In den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beträgt der Abstand 8 Prozentpunkte (21 minus 13).

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Prozent und Prozentpunkten. Eine Quote von 50 Prozent bedeutet, dass die Hälfte der Studierenden dieser Gruppe ihr Studium ohne Abschluss verlässt. Der Abstand zwischen zwei Gruppen wird in Prozentpunkten angegeben, nicht in Prozent.

Warum fehlen Informatik, Ingenieurwissenschaften und Medizin?

Die Pressemitteilung weist für diese Fächergruppen keine Werte aus. Dieser Ratgeber nennt deshalb keine Zahlen dazu. Wer Werte für Informatik, Ingenieurwissenschaften oder Medizin sucht, sollte die Originalveröffentlichungen des DZHW prüfen, denn Schätzungen aus Sekundärquellen lassen sich nicht ohne Weiteres zuordnen.

Was bedeutet eine Fächerquote für deine Studienwahl?

Eine Fächerquote beschreibt einen Durchschnitt über viele Studierende. Sie sagt nichts darüber aus, ob du das Fach schaffst. Die Quote zeigt aber, dass sich Studieninhalte, Betreuung und Studienanforderungen zwischen den Fächern unterscheiden. Die Pressemitteilung nennt keine Ursachen, deshalb solltest du sie nicht vorschnell deuten.

Hilfreich ist ein Blick in die Studienordnung, in den Modulplan und in den Ablauf der ersten Semester. Viele Hochschulen bieten zudem Probevorlesungen oder Schnupperangebote an, die einen realistischen Eindruck vermitteln.

Wie prüfst du deinen Studiengang richtig?

Vor der Entscheidung hilft eine strukturierte Prüfung. So gehst du vor:

  1. Lies die Studienordnung und notiere die Module im ersten und zweiten Studienjahr.
  2. Frag die Fachschaft nach Erfahrungen aus den höheren Semestern.
  3. Besuche eine Probevorlesung oder ein Schnupperangebot, wenn deine Hochschule eines anbietet.
  4. Vergleiche den Studienaufbau mit deinen Stärken und Interessen.
  5. Nutze die Studienberatung, bevor du einen Wechsel planst.

Bei der Wahl zwischen Universität und Hochschule für angewandte Wissenschaften unterscheidet sich außerdem die Lehrform. Der Ratgeber Fachhochschule oder Universität: Was passt besser zu dir? ordnet diese Unterschiede ein.

Was sagt eine Fächergruppe über einen einzelnen Studiengang?

Eine Fächergruppe fasst mehrere Studiengänge zusammen. Der Wert gilt deshalb für den Durchschnitt aller Studiengänge dieser Gruppe, nicht für einen einzelnen Studiengang. Ein Studiengang mit besonders anspruchsvollen Modulen kann über dem Gruppenwert liegen, einer mit einer engen Betreuung darunter. Die Zahl taugt daher als Orientierung, nicht als Urteil über ein bestimmtes Angebot.

Für deine Entscheidung ist deshalb der konkrete Studiengang wichtiger. Vergleiche Studienpläne, Prüfungsformen und Betreuungsangebote direkt an den Hochschulen, die dich interessieren. Diese Unterlagen geben einen genaueren Eindruck als eine Gruppenquote.

Welche Fragen stellst du der Studienberatung?

Ein Gespräch mit der Studienberatung bringt mehr, wenn du gezielt fragst. Diese Fragen sind ein guter Anfang:

  • Wie sind die ersten beiden Semester aufgebaut, und welche Module sind Pflicht?
  • Welche Prüfungsformen gibt es, und wie viele Klausuren fallen im ersten Jahr an?
  • Gibt es Tutorien oder Lerngruppen für Erstsemester?
  • Wie viele Studierende beginnen jährlich, und wie viele bleiben bis zum Abschluss?
  • Welche Wechselmöglichkeiten gibt es, wenn das Fach nicht passt?

Hilft mir die Quote bei der Wahl zwischen zwei Fächern?

Die Quote kann ein Hinweis sein, wenn du zwischen zwei Fächern schwankst. Sie ersetzt aber nicht den Blick auf Inhalte, Interessen und Zugangsvoraussetzungen. Entscheidend ist, ob du den Studienaufbau über mehrere Semester durchhalten kannst und ob dich die Themen dauerhaft interessieren.

Häufige Fragen

Welches Fach hat die höchste Abbruchquote?

In der DZHW-Auswertung, die diesem Ratgeber zugrunde liegt, hat Mathematik und Naturwissenschaften an Universitäten mit 50 Prozent den höchsten Wert. Die Auswertung umfasst aber nicht alle Fächergruppen, deshalb lässt sich daraus keine Gesamtaussage für das gesamte Studienangebot ableiten.

Gilt die Quote auch für den Master?

Für den Master nennt die Pressemitteilung eine Gesamtquote von 21 Prozent. Eine Aufschlüsselung nach Fächergruppen enthält die Veröffentlichung in dieser Form nicht. Die Zahlen für den Bachelor lassen sich deshalb nicht einfach übertragen.

Warum liegen die Werte so weit auseinander?

Die Pressemitteilung nennt keine Ursachen. Ob Studieninhalte, Eingangsanforderungen oder Studienbedingungen eine Rolle spielen, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ablesen. Wer genauer wissen will, findet Hinweise in den Originalberichten des DZHW.

Ist Mathematik für mich ein Risiko?

Eine Fächergruppenquote ist ein Durchschnitt und keine Vorhersage für dich persönlich. Entscheidend sind Interesse, Vorkenntnisse und die Unterstützung durch Lehrende und Lerngruppen. Die Zahl sollte als Hinweis zur Planung dienen, nicht als Urteil.

Wie gehe ich vor, wenn ich schon im Studium bin?

Wenn du unsicher bist, sprich zuerst mit der Studienberatung. Ein Fachwechsel, eine Umorientierung innerhalb der Hochschule und ein Abbruch sind unterschiedliche Wege, die jeweils eigene Fristen und Folgen haben.

So gehst du jetzt vor

  1. Notiere die Fächergruppe, die dich interessiert, und die Hochschulart.
  2. Suche die Originalquelle des DZHW für deinen Bezugszeitraum.
  3. Prüfe die Studienordnung und den Modulplan.
  4. Plane eine Probevorlesung oder ein Gespräch mit der Fachschaft.
  5. Kläre vor einem Wechsel die Folgen mit der Studienberatung.

Passend dazu

Quellen: Pressemitteilung des DZHW zu Studienabbruchquoten, Brief 05/2022 (Stand: 17.08.2022).

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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