Ein Stromfresser ist kein Gerät mit einem festen Namen, sondern eines, das viel Leistung braucht oder sehr lange läuft. Wer wissen will, wo der Strom im Haushalt tatsächlich verbraucht wird, sollte weniger auf das Bauchgefühl und mehr auf Leistung, Betriebsdauer und Effizienzklasse achten. Dieser Ratgeber zeigt, welche Geräte in den Quellen besonders auffallen, und wo die Angaben veraltet oder lückenhaft sind.
Kurz beantwortet: Besonders viel Strom verbrauchen Geräte mit hoher Leistung, etwa ein Durchlauferhitzer, den eine Broschüre der Verbraucherzentrale NRW mit rund 1.300 kWh im Jahr angibt. Bei Kühl-Gefrier-Kombinationen kann eine schlechtere Effizienzklasse laut Quelle von 2018 mehr als 50 Euro im Jahr kosten. Die Angaben stammen aus einer Broschüre von Mai 2018 und sind Beispielwerte aus diesem Jahr, keine aktuellen Messwerte. Stand: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Verbrauch eines Geräts ergibt sich aus Leistung und Betriebsdauer, nicht aus dem Eindruck, den es macht.
- Ein Durchlauferhitzer kommt nach der Broschüre (Stand 2018) auf rund 1.300 kWh im Jahr bei zehn Minuten Betrieb täglich und hat damit den höchsten Jahreswert in dieser Übersicht.
- Die Broschüre von 2018 nennt für Kühl-Gefrier-Kombinationen der Klasse A+ gegenüber A+++ einen Unterschied von mehr als 50 Euro im Jahr, bezogen auf den damaligen Strompreis.
- Standby-Verbrauch ist klein, summiert sich aber über das ganze Jahr, weil das Gerät ständig Strom zieht.
- Die Broschüre nennt für viele Geräte nur Hinweise statt Jahreswerte. Das ist bei der Auswahl zu beachten.
- Für eine eigene Rechnung hilft die Formel aus dem Ratgeber zu den Stromkosten.
Was macht ein Gerät zum Stromfresser?
Ein Gerät verbraucht Strom aus zwei Gründen: Es hat eine hohe Leistungsaufnahme, oder es läuft lange. Ein Wasserkocher zieht viel Leistung, ist aber nur kurz in Betrieb. Ein Router zieht wenig Leistung, läuft aber rund um die Uhr. Beide Fälle können auf die Jahresrechnung unterschiedlich wirken, und deshalb lohnt sich der Blick auf beide Größen.
Die Verbraucherzentrale NRW beschreibt in ihrer Broschüre den Strom sparen im Haushalt mit Leistungswerten und Hinweisen zur Nutzung. Einzelne Geräte erhalten dort konkrete Jahreswerte, andere nur allgemeine Aussagen. Genau diese Unterschiede bestimmen, wie belastbar eine Liste ist.
Welche Geräte fallen besonders auf?
Die folgende Tabelle fasst die Angaben aus der Broschüre zusammen. Die Werte stammen aus dem Stand Mai 2018 und sind nicht fortgeschrieben. Die genannten Effizienzklassen beziehen sich auf das Energielabel von damals und müssen nicht mit dem Etikett heutiger Geräte übereinstimmen. Für ein konkretes Gerät zählen die Angaben auf seinem Etikett und im Datenblatt des Herstellers. Preisangaben beruhen auf dem damaligen Strompreis von 0,29 Euro je kWh, den die Broschüre für ihre Rechnung nutzt.
| Gerät | Angabe aus der Broschüre | Hinweis |
|---|---|---|
| Durchlauferhitzer | rund 1.300 kWh im Jahr, fast 380 Euro bei 10 Minuten Betrieb pro Tag | Höchster Jahreswert in dieser Übersicht |
| Fernseher, PC, Drucker, Router | 590 kWh im Jahr, 170 Euro in einem Vier-Personen-Haushalt | Gruppenwert, keine Aufteilung je Gerät |
| Kühl-Gefrier-Kombination | Klasse A+ kann mehr als 50 Euro im Jahr über Klasse A+++ liegen | Kein Gesamtverbrauch genannt |
| Geschirrspüler | Klasse A+++ mit rund 30 Prozent weniger Strom als Klasse A | Prozentangabe ohne Jahreswert |
| Wasserkocher | Leistungsaufnahme von rund 2 kW | Verbrauch hängt von der Nutzungsdauer ab |
| Standby | 0,5 bis 3 W, bei älteren Modellen bis 10 W oder mehr | Keine Jahreswerte genannt |
Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die Angaben ausfallen. Für Durchlauferhitzer und Kühl-Gefrier-Kombinationen liegen konkrete Größenordnungen vor. Bei Kühlschrank, Waschmaschine und Trockner nennt die Broschüre vor allem Hinweise zur Nutzung, ohne Jahreswerte. Die Liste ist daher eine Orientierung, kein vollständiges Ranking.
Warum der Standby-Verbrauch unterschätzt wird
Standby-Geräte ziehen laut Broschüre meist nur 0,5 bis 3 Watt, ältere Modelle auch bis 10 Watt oder mehr. Das wirkt wenig, weil es über 24 Stunden und 365 Tage ständig anliegt. Die Quelle nennt für Standby jedoch keine Jahreswerte, deshalb solltest du den Betrag selbst berechnen, statt eine Zahl zu übernehmen.
Typische Standby-Geräte sind Fernseher, Ladegeräte, Drucker oder Router. Ein Mehrfachstecker mit Schalter erleichtert es, diese Geräte bei Nichtgebrauch vollständig vom Netz zu trennen.
Warum die Nutzung oft wichtiger ist als das Gerät
Ein sparsames Gerät, das ständig läuft, kann im Jahr mehr Strom brauchen als ein weniger effizientes Gerät, das nur selten in Betrieb ist. Deshalb reicht der Blick auf die Effizienzklasse allein nicht aus. Auch die Einstellungen und die Nutzung beeinflussen den Verbrauch. Die Broschüre gibt dazu vor allem allgemeine Hinweise, etwa zur Temperatur bei Kühlgeräten.
Bei Waschmaschine und Wäschetrockner nennt die Quelle vor allem prozentuale Hinweise zur Nutzung und keine Jahreswerte. Wer die Anzahl der Waschgänge oder die Trocknerzeit im Blick behält, kann den eigenen Verbrauch besser einschätzen als mit einer allgemeinen Liste.
Worauf du beim Vergleich neuer Geräte achten solltest
Vergleiche Geräte mit ähnlicher Ausstattung und Kapazität, damit der Jahresverbrauch aussagekräftig ist. Das Energieetikett zeigt die Effizienzklasse und, je nach Gerät, einen Jahresverbrauch. Wichtig ist außerdem die Frage, wie lange das Gerät voraussichtlich läuft und wie oft du es nutzt, denn daraus ergibt sich der tatsächliche Betrag auf deiner Rechnung.
Ein Neukauf sollte sich außerdem am Bedarf orientieren. Ein größeres Gerät mit mehr Kapazität verbraucht nicht automatisch mehr, wenn du es sinnvoll nutzt, aber es kann unnötig Strom ziehen, wenn du es nur selten voll beladen kannst. Diese Abwägung entscheidest du am besten anhand deines Alltags.
Wie findest du den Verbrauch deines Geräts heraus?
Der erste Blick gilt dem Typenschild, auf dem die Leistung meist in Watt angegeben ist. Das EU-Energieetikett zeigt die Effizienzklasse und oft einen Jahresverbrauch. Beides ersetzt keine Messung, bildet aber eine verlässliche Grundlage, wenn du Geräte vergleichst.
Wer es genauer will, kann mit einem Strommessgerät die tatsächliche Leistung über einige Tage ermitteln. Das ist besonders bei Geräten sinnvoll, deren Nutzung stark schwankt, etwa bei Waschmaschine oder Trockner.
Häufige Fragen
Welches Gerät verbraucht im Haushalt am meisten Strom?
Nach der Broschüre hat der Durchlauferhitzer mit rund 1.300 kWh im Jahr den höchsten genannten Jahreswert. Die Angabe gilt für den Betrieb von 10 Minuten pro Tag und stammt aus dem Stand Mai 2018. Ob sie für heutige Geräte noch gilt, lässt sich aus der Quelle allein nicht ableiten.
Lohnt sich der Austausch eines alten Kühlschranks?
Die Broschüre nennt einen Unterschied von mehr als 50 Euro im Jahr zwischen einem Gerät der Klasse A+ und einem Gerät der Klasse A+++ bei Kühl-Gefrier-Kombinationen. Die Zahl stammt aus 2018 und gilt für die damaligen Klassen und Strompreise. Ob sich ein Austausch rechnet, hängt von Preis, Nutzung und Restlaufzeit ab. Eine pauschale Empfehlung gibt dieser Ratgeber nicht.
Wie berechne ich den Verbrauch eines Geräts?
Mit der Formel aus dem Ratgeber zu den Stromkosten rechnest du Leistung mal Betriebsstunden und teilst durch 1.000, um auf Kilowattstunden zu kommen. Den Preis je Kilowattstunde setzt du separat an, zum Beispiel mit dem Wert aus deinem Stromvertrag.
Ist Standby wirklich relevant?
Bei einem einzelnen Gerät ist der Betrag klein. Mehrere Standby-Geräte zusammen können jedoch spürbar werden. Die Broschüre nennt keine Jahreswerte für Standby, deshalb ist die eigene Rechnung der sicherere Weg.
So gehst du jetzt vor
- Notiere die Leistung deiner größten Geräte vom Typenschild oder aus dem Energieetikett.
- Schätze die tägliche Betriebsdauer und prüfe sie an einem typischen Tag.
- Berechne den Verbrauch je Monat und setze deinen Strompreis an.
- Prüfe Standby-Geräte und entscheide, welche du bei Nichtgebrauch vom Netz trennst.
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Quellen: Verbraucherzentrale NRW: Strom sparen, Spartipps (Broschüre, Stand 05/2018).
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.