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Ein Stipendium im Studium ist eine finanzielle Förderung, die du in der Regel nicht zurückzahlen musst. Die bekanntesten Wege sind das Deutschlandstipendium mit 300 € im Monat, die 13 Begabtenförderungswerke, das Aufstiegsstipendium für Berufserfahrene und die Programme privater Stiftungen. Gefördert wird nicht allein nach Noten: Engagement und persönliche Umstände zählen mit.
Kurz beantwortet: Wer vergibt Stipendien im Studium?
Stipendien vergeben Begabtenförderungswerke, Stiftungen, Unternehmen und Hochschulen, etwa das Deutschlandstipendium mit 300 € im Monat. Die Auswahl beruht meist auf Leistung, Engagement und persönlichen Umständen, nicht allein auf Noten. Lohnend ist es, mehrere Programme parallel zu prüfen und die Bewerbungsfristen früh zu notieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Deutschlandstipendium zahlt 300 € im Monat, einkommensunabhängig, und wird von deiner Hochschule vergeben.
- Die 13 Begabtenförderungswerke förderten 2024 insgesamt 31.447 Studierende, das sind etwa 1,1 % aller Studierenden.
- Das Aufstiegsstipendium richtet sich an Berufserfahrene und zahlt im Vollzeitstudium 992 € plus 80 € Büchergeld.
- Stiftungen setzen eigene Schwerpunkte. Ein Stipendium ohne Spitzennoten ist deshalb möglich, aber nicht garantiert.
Was ist ein Stipendium und worin unterscheidet es sich vom BAföG?
Ein Stipendium ist eine Förderung, die auf Leistung, Engagement oder besonderen Lebensumständen beruht. Beim BAföG entscheidet dagegen der Bedarf, und die Hälfte der Förderung ist ein Darlehen. Stipendien sind meist reine Zuschüsse.
Beide Wege lassen sich oft verbinden. Das Deutschlandstipendium wird laut Studierendenwerken zusätzlich zu BAföG und anderen Einkünften gezahlt. Wie ein anderes Stipendium auf das BAföG wirkt, hängt vom Einzelfall ab und sollte vorab das BAföG-Amt klären. Wie das BAföG selbst funktioniert, steht im Überblick zu BAföG im Überblick.
Welche Arten von Stipendien gibt es?
Für Studierende gibt es im Wesentlichen fünf Wege. Die Tabelle zeigt, was sie fördern und wo du dich bewirbst.
| Förderung | Betrag | Für wen | Bewerbung |
|---|---|---|---|
| Deutschlandstipendium | 300 € im Monat, einkommensunabhängig | Studierende mit guten Leistungen und Engagement | Eigene Hochschule |
| Begabtenförderungswerke | Höchstfördersatz 1.292 € im Monat (2024, ohne Familien- und Kinderbetreuungszuschlag) | Leistung, gesellschaftliches Engagement | Direkt beim jeweiligen Werk |
| Aufstiegsstipendium | 992 € plus 80 € Büchergeld im Vollzeitstudium | Berufserfahrene mit Ausbildung und besonderer Leistung | Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) |
| Stiftungen und Vereine | Je nach Stiftung | Eigene Schwerpunkte, etwa Fach, Region oder Herkunft | Bei der Stiftung |
| Erasmus+ | 600 € oder 540 € im Monat, je nach Land (Programmjahr 2026/27 laut Hochschulangaben) | Auslandssemester an einer Partnerhochschule | Akademisches Auslandsamt der Hochschule |
Bei Erasmus+ legen die Hochschulen Raten und Förderdauer im Rahmen der Vorgaben selbst fest. Frage dort nach den aktuellen Werten.
Wie funktioniert das Deutschlandstipendium?
Das Deutschlandstipendium zahlt 300 € im Monat, also 3.600 € im Jahr. Die Hälfte kommt vom Bund, die andere Hälfte von privaten Förderern wie Stiftungen, Unternehmen oder Privatpersonen. Das Einkommen deiner Eltern spielt keine Rolle.
Deine Hochschule wählt die Geförderten aus, meist einmal im Jahr zum Wintersemester. Neben Leistung und Engagement können auch persönliche Umstände zählen, etwa eine Behinderung, ein nichtakademisches Elternhaus oder ein Migrationshintergrund. Die Förderung läuft zunächst über zwei Semester und lässt sich bis zum Ende der Regelstudienzeit verlängern. Bewerbungsfristen setzt jede Hochschule selbst.
Beispiel (Annahme): Du wirst ab dem dritten Semester gefördert, die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester, die Förderung wird jeweils verlängert. Das sind vier Semester, also zwei Jahre mit je 3.600 €, insgesamt 7.200 €.
Was bieten die Begabtenförderungswerke?
Es gibt 13 Begabtenförderungswerke. Der Bund gab dafür 2024 rund 313,83 Mio. € aus. Gefördert wurden 31.447 Studierende, das sind 1,1 % aller Studierenden, außerdem 3.794 Promovierende.
Der Höchstfördersatz lag 2024 bei 1.292 €. Das entspricht dem BAföG-Höchstsatz von 992 € plus 300 € Studienkostenpauschale. Die Angaben stammen aus einer Antwort der Bundesregierung vom 14. Januar 2026. Nach Angaben von Stipendienportalen ist die Pauschale einkommensunabhängig, das Grundstipendium orientiert sich an den BAföG-Sätzen und damit am Elterneinkommen.
Zuschläge gibt es ähnlich wie beim BAföG, auch für die Kranken- und Pflegeversicherung. Wie der Zuschuss dort geregelt ist, erklärt der Beitrag zu PKV und BAföG.
Für wen ist das Aufstiegsstipendium gedacht?
Das Aufstiegsstipendium richtet sich an Berufserfahrene. Du brauchst eine abgeschlossene Berufsausbildung, mindestens zwei Jahre Berufstätigkeit danach und eine besondere berufliche Leistung, zum Beispiel einen sehr guten Abschluss oder eine Aufstiegsfortbildung wie Meister oder Fachwirt. Der Schulabschluss spielt keine Rolle, eine Altersgrenze gibt es nicht.
Gefördert wird ein erstes akademisches Studium, in der Regel bis zum Bachelor. Im Vollzeitstudium bekommst du 992 € plus 80 € Büchergeld im Monat, einkommensunabhängig. Berufsbegleitend sind es 3.045 € pro Kalenderjahr. Mehr dazu auf der Seite des SBB.
Gibt es ein Stipendium ohne gute Noten?
Ja, aber nicht für jedes Programm. Beim Deutschlandstipendium zählen neben Leistung auch Engagement und persönliche Umstände. Beim Aufstiegsstipendium kommt es auf die berufliche Leistung an, der Schulabschluss spielt keine Rolle. Viele Stiftungen suchen gezielt nach bestimmten Fächern, Regionen oder Lebenswegen.
Bei den Begabtenförderungswerken zählt Leistung zu den zentralen Kriterien, ergänzt durch Engagement. Rechne also nicht damit, dass Noten überall keine Rolle spielen. Prüfe stattdessen die Ausschreibung jeder Stiftung auf ihre Kriterien.
Wo findest du passende Stipendien?
Die Suche lohnt sich über Datenbanken. Der Stipendienlotse ist die Datenbank des Bundesforschungsministeriums. Dazu kommen die Stipendiendatenbank des DAAD, bildungsserver.de, stiftungssuche.de vom Bundesverband Deutscher Stiftungen und mystipendium.de. Eine Übersicht der Studierendenwerke führt weitere Wege auf.
Frage außerdem bei deiner Hochschule nach eigenen oder regionalen Programmen. Dort findest du Programme, die nicht bundesweit ausgeschrieben sind.
Wie bewirbst du dich auf ein Stipendium?
Die Bewerbung besteht meist aus Lebenslauf, Motivationsschreiben und Nachweisen, bei manchen Programmen folgt ein Auswahlgespräch. Welche Fehler du vermeidest und was Auswahlgremien überzeugt, steht im Beitrag dazu, so klappt die Stipendienbewerbung.
Lohnt sich der Aufwand?
Rechne mit dem Mindestlohn: Um 300 € zu verdienen, brauchst du bei 13,90 € brutto pro Stunde rund 22 Stunden Arbeit im Monat. Ein Stipendium kann diese Zeit freihalten. Was ein Studium insgesamt kostet, zeigt der Beitrag zu Semesterbeitrag und Studiengebühren. Allgemeine Studiengebühren gibt es in keinem Bundesland.
Wer ein Stipendium nicht bekommt, hat Alternativen. Nebenjobs im Studium bleiben ein verbreiteter Weg, dazu kommen BAföG und Kredite.
Häufige Fragen
Muss ich ein Stipendium zurückzahlen?
In der Regel nicht. Deutschlandstipendium, Begabtenförderung und Aufstiegsstipendium sind Zuschüsse. Anders als beim BAföG gibt es keinen Darlehensanteil. Prüfe bei Stiftungen trotzdem die Bedingungen, etwa Berichtspflichten oder Mindestleistungen, die eine Förderung beenden können.
Kann ich ein Stipendium neben dem BAföG bekommen?
Das Deutschlandstipendium wird nach Angaben der Studierendenwerke zusätzlich zu BAföG und anderen Einkünften gezahlt. Ob und wie ein anderes Stipendium angerechnet wird, hängt vom Programm ab. Frage vor der Annahme beim BAföG-Amt nach, damit du keine böse Überraschung erlebst.
Wie viele Studierende bekommen ein Stipendium?
Von den Begabtenförderungswerken wurden 2024 rund 1,1 % der Studierenden gefördert. Die Quote ist gering, deshalb lohnt es sich, mehrere Programme zu prüfen statt nur auf eines zu setzen.
Wann sollte ich mich bewerben?
Das hängt vom Programm. Das Deutschlandstipendium wird meist einmal im Jahr zum Wintersemester vergeben, die Frist legt die Hochschule fest. Beim Aufstiegsstipendium gibt es zwei Auswahlverfahren pro Jahr, und du kannst dich schon vor Studienbeginn bewerben.
So gehst du jetzt vor
- Frage im Studierendenservice nach den Fristen für das Deutschlandstipendium an deiner Hochschule.
- Durchsuche Stipendienlotse und mystipendium.de nach Programmen, die zu Fach, Herkunft und Lebenslauf passen.
- Prüfe als Berufserfahrener, ob du die Voraussetzungen des Aufstiegsstipendiums erfüllst.
- Kläre mit dem BAföG-Amt, wie sich ein Stipendium auf deine Förderung auswirkt.
- Bereite Lebenslauf und Motivationsschreiben vor, bevor die Fristen laufen.
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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.