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Lehramtsreferendariat Schleswig-Holstein 2026/27: Bezüge und KV

Anwärtergrundbetrag, Beihilfe mit 50 Prozent und die Wahl zwischen freiwilliger GKV und PKV im Lehramtsreferendariat in Schleswig-Holstein, mit Stand und Quellen.
Referendar steht vor der Tafel in einem Klassenzimmer

Inhalt

Das Lehramtsreferendariat in Schleswig-Holstein ist der Vorbereitungsdienst nach dem Studium. Wie hoch die Anwärterbezüge sind, wie die Beihilfe wirkt und ob du gesetzlich oder privat versichert bleibst, hängt von deinem Status und vom Landesrecht ab. Dieser Ratgeber zeigt die Werte mit Stand und Quelle.

Kurz beantwortet: Der Anwärtergrundbetrag gilt in Schleswig-Holstein laut Besoldungstabelle des dbb vorbehaltlich der Verkündung ab 1. April 2026 je nach Eingangsamt zwischen 1.527,18 und 1.843,52 Euro brutto im Monat (Stand: Oktober 2026). Laut Landesregierung erhalten Beamtinnen und Beamte in der Regel 50 Prozent Beihilfe. Den Rest sichern meist eine PKV mit Beihilfe-Ergänzung oder eine freiwillige gesetzliche Versicherung ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anwärterbezüge: Der Grundbetrag richtet sich nach dem Eingangsamt. Ab 1. April 2026 reicht die Spanne von 1.527,18 bis 1.843,52 Euro brutto.
  • Beihilfe: Der Standardsatz für Beamte liegt bei 50 Prozent. Anwärter behalten ihren Beihilfeanspruch und sind vom Selbstbehalt befreit.
  • Gesetzliche Versicherung: Als Beamter bist du versicherungsfrei (§ 6 SGB V). Wer gesetzlich versichert bleiben will, wählt die freiwillige Mitgliedschaft.
  • Rechenwert: Die freiwillige GKV kostet mindestens 222,80 Euro im Monat, ohne Zuschuss des Dienstherrn gerechnet (Stand 1. Januar 2026).
  • Vor Dienstbeginn: Kläre Beihilfe und Versicherung, bevor du bestehende Verträge kündigst oder neue abschließt.

Wie hoch sind die Anwärterbezüge in Schleswig-Holstein?

Die Anwärterbezüge bestehen aus einem Grundbetrag, der sich am Eingangsamt orientiert. Welche Zeile für deinen Vorbereitungsdienst gilt, legt das Landesrecht fest, im Schleswig-Holsteinischen Besoldungsgesetz und in der Ausbildungsordnung für dein Lehramt. Im Einstellungsbescheid steht, welche Zeile für dich gilt.

EingangsamtAnwärtergrundbetrag ab 1. April 2026 (brutto pro Monat)
A 6 bis A 81.527,18 Euro
A 9 bis A 111.604,56 Euro
A 121.772,84 Euro
A 131.806,53 Euro
A 13 mit Zulage oder R 11.843,52 Euro

Quelle: Besoldungstabelle Schleswig-Holstein 2026 des dbb (Stand Januar 2026). Die Tabelle nennt das Gesetz nicht namentlich. Bevor du die Beträge verwendest, gleichst du sie mit dem Schleswig-Holsteinischen Besoldungsgesetz ab.

Netto bleibt davon deutlich weniger, weil Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden. Für eine Schätzung nutzt du den Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums. Die Lohnsteuer rechnen wir hier nicht selbst.

Wie wirkt die Beihilfe für Lehramtsanwärter in Schleswig-Holstein?

Die Beihilfe übernimmt einen festen Anteil deiner Krankheitskosten. Den Rest musst du über eine Krankenversicherung absichern. Die Landesregierung nennt folgende Bemessungssätze, Stand 1. Dezember 2025:

PersonStandardsatzHöherer Satz
Beamtin oder Beamter50 Prozent70 Prozent bei mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern
Ehepartnerin, Ehepartner oder eingetragene Partnerin oder Partner70 Prozent90 Prozent für allgemeine Aufwendungen bei mindestens zwei Kindern
Kinder80 Prozent90 Prozent für allgemeine Aufwendungen bei mindestens drei Kindern

Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein, Seite „Anspruch auf Beihilfe“ (Letzte Aktualisierung 1. Dezember 2025).

Anwärter behalten den Beihilfeanspruch und sind laut Landesregierung vom Selbstbehalt befreit. Bei Zahnbehandlungen gelten Einschränkungen, die in der Beihilfeverordnung geregelt sind. Rechenbeispiel (Annahme: Rechnung über 300 Euro, Beihilfesatz 50 Prozent): Die Beihilfe zahlt 150 Euro, die übrigen 150 Euro trägt deine Krankenversicherung oder du selbst.

Wann passt die PKV und wann die freiwillige GKV?

Beamte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Du hast deshalb zwei Wege. Der erste ist eine private Krankenversicherung mit Beihilfe-Ergänzung. Der zweite ist die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV, zu der du einen Zuschuss des Dienstherrn beantragen kannst. Eine Übersicht zu beiden Wegen findest du im Ratgeber Krankenversicherung im Referendariat: GKV, PKV und Beihilfe.

  • Für die PKV spricht: Du bist gesund und kannst den Tarif über Jahre tragen. Die Beihilfe übernimmt dann einen großen Teil der Kosten, die Ergänzung den Rest.
  • Gegen die PKV spricht: Vorerkrankungen erschweren die Aufnahme. Im Alter steigen die Beiträge, und du musst mit dieser Entwicklung planen.
  • Für die freiwillige GKV spricht: Es gibt keine Gesundheitsprüfung, und der Beitrag richtet sich nach dem Einkommen.
  • Gegen die freiwillige GKV spricht: Ohne Zuschuss zahlst du den vollen Beitrag. Mit Zuschuss endet die allgemeine Beihilfe, die Pflege bleibt abgedeckt.

Was kostet die freiwillige GKV im Referendariat?

Für freiwillig Versicherte ohne Anspruch auf Krankengeld gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 Prozent. Dazu kommt der Zusatzbeitrag, der bundesweite Durchschnitt liegt 2026 bei 2,9 Prozent. Die Beitragsbemessung beginnt bei 1.318,33 Euro im Monat. Die Rechnung ist vereinfacht, weil sie nur die Mindestbasis und deinen Grundbetrag berücksichtigt.

  • Mindestbeitrag Krankenversicherung: 1.318,33 Euro mal (14,0 + 2,9) Prozent, also 222,80 Euro im Monat.
  • Annahme: Beitragsbasis ist der Grundbetrag der Gruppe A 6 bis A 8 mit 1.527,18 Euro. Dann ergeben sich 1.527,18 mal 16,9 Prozent, also 258,09 Euro im Monat.
  • Pflegeversicherung auf der Mindestbasis ohne Kinderlosenzuschlag: 3,6 Prozent von 1.318,33 Euro, also 47,46 Euro im Monat.
  • Zuschuss: Ein Zuschuss des Dienstherrn senkt deinen Eigenanteil. Ob und in welcher Höhe er gezahlt wird, regelt das Landesrecht.

Quelle: GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen Beitragsrecht (Stand 1. Januar 2026). Dein Zusatzbeitrag kann von 2,9 Prozent abweichen, weil jede Kasse ihren eigenen Satz festlegt.

Darfst du neben dem Referendariat arbeiten?

Nebentätigkeiten brauchen in der Regel die Genehmigung des Dienstherrn. Die Regeln stehen im Beamten- und Besoldungsrecht des Landes und in der Ausbildungsordnung. Eine feste Stundenzahl nennen wir hier nicht, weil wir dafür keine Quelle mit Stand 2026 geprüft haben. Frag vor dem ersten Nebenjob bei deiner Ausbildungsstelle nach. Was ein Nebenjob steuerlich bedeutet, zeigt der Ratgeber Nebenjob und Steuern: Das gilt für Minijob, Werkstudent und Co..

Häufige Fragen

Muss ich im Referendariat gesetzlich versichert sein?

Nein. Als Beamter bist du versicherungsfrei. Du kannst freiwillig gesetzlich versichert bleiben oder dich privat absichern. Die Entscheidung solltest du vor Dienstbeginn treffen, damit keine Lücke entsteht.

Gilt die Beihilfe auch für meine Familie?

Ja, nach den Bemessungssätzen der Landesregierung. Ehepartner haben nur dann einen Anspruch, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr, das zwei Jahre vor dem Antrag liegt, höchstens 20.000 Euro beträgt. Kinder sind berücksichtigt, solange der Familienzuschlag für sie gezahlt wird.

Was passiert, wenn ich die Versicherung nicht rechtzeitig wähle?

Dann kann eine Lücke im Krankenversicherungsschutz entstehen. Kasse und Beihilfestelle klären vorab, welche Fristen für dich gelten. Eine Lücke solltest du vermeiden, weil Behandlungskosten dann in voller Höhe bei dir liegen können.

Wo finde ich den genauen Grundbetrag für mein Lehramt?

Die Zuordnung zum Eingangsamt folgt aus dem Landesrecht und aus deiner Ausbildung. Frag deine Ausbildungsstelle oder die zuständige Besoldungsstelle des Landes. Die Tabelle oben zeigt die Beträge, nicht die Zuordnung zu deinem Schultyp.

So gehst du jetzt vor

  1. Einstellungsbescheid prüfen: Eingangsamt, Grundbetrag und Beamtenverhältnis schriftlich bestätigen lassen.
  2. Beihilfe klären: Bei der Beihilfestelle deinen Bemessungssatz und die Sätze für Familienmitglieder erfragen.
  3. Versicherung vergleichen: Freiwillige GKV mit Zuschuss gegen PKV mit Beihilfe-Ergänzung rechnen und dafür deine Gesundheitsangaben zusammenstellen. Eine persönliche Einschätzung bietet Academycon an, Details unter So arbeiten wir.
  4. Wechsel absichern: Erst kündigen oder neu abschließen, wenn die neue Absicherung bestätigt ist.

Passend dazu

Quellen: Landesregierung Schleswig-Holstein, Anspruch auf Beihilfe (Stand 1. Dezember 2025); dbb, Besoldungstabelle Schleswig-Holstein 2026 (Stand Januar 2026); GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen (Stand 1. Januar 2026); § 6 SGB V, Versicherungsfreiheit für Beamte.

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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