Bei der Frage PKV oder GKV als Student kommt es auf deine Lage an. Die studentische Pflichtversicherung kostet 2026 rund 143 bis 148 € im Monat, und wer über die Eltern beitragsfrei familienversichert ist, zahlt keinen Beitrag. In die PKV kommst du als Student nur über eine Befreiung von der Versicherungspflicht. Sie muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht beantragt werden und lässt sich nicht widerrufen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die studentische GKV kostet 2026 rund 143 bis 148 € im Monat. Der Basisbeitrag von 87,38 € gilt bundesweit, dazu kommen Pflegeversicherung und der Zusatzbeitrag deiner Kasse.
- Im Studium kannst du bis 25 beitragsfrei über die Eltern familienversichert sein, solange dein Gesamteinkommen 2026 höchstens 565 € im Monat beträgt.
- Die PKV setzt eine Befreiung von der Versicherungspflicht voraus. Sie gilt normalerweise für das gesamte Studium, und die Familienversicherung entfällt für diese Zeit.
- PKV-Beiträge richten sich nach Eintrittsalter, Tarif und Gesundheitsangaben. Versicherer können Beiträge später anpassen.
- Der Weg zurück in die GKV ist normalerweise erst nach dem Studium offen, etwa über eine versicherungspflichtige Beschäftigung. Ab 55 ist die Rückkehr in der Regel ausgeschlossen.
Gesetzlich oder privat versichert als Student: Welche Wege gibt es?
Wer sich an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule einschreibt, ist in der GKV pflichtversichert (KVdS), sofern nichts Vorrangiges greift. Vorrang haben zum Beispiel eine Beschäftigung als Arbeitnehmer oder die Familienversicherung. Daraus ergeben sich für dich drei Wege.
- Familienversicherung: Du bleibst bei den gesetzlich versicherten Eltern mitversichert und zahlst keinen eigenen Beitrag.
- Studentische Pflichtversicherung (KVdS): Du bist Mitglied einer gesetzlichen Kasse und zahlst den studentischen Beitrag.
- Befreiung und PKV: Du lässt dich von der Versicherungspflicht befreien und schließt einen privaten Vertrag ab.
Auch privat Versicherte brauchen für die Einschreibung eine Bestätigung einer gesetzlichen Kasse. Ob du für den dritten Weg überhaupt in Frage kommst, klärt der Ratgeber dazu, wer sich privat versichern darf. Einen Überblick über alle Situationen gibt die Krankenversicherung im Studium im Überblick.
PKV und GKV im Vergleich: Beitrag, Leistungen, Bindung
Die Tabelle stellt die studentische GKV und die PKV nach Befreiung gegenüber. Die Werte der GKV gelten für 2026.
| Kriterium | GKV im Studium | PKV nach Befreiung |
|---|---|---|
| Beitrag | Rund 143 bis 148 € im Monat. Basisbeitrag 87,38 €, dazu Pflegeversicherung und Zusatzbeitrag. | Richtet sich nach Eintrittsalter, Tarif, Selbstbehalt und Gesundheitsangaben. |
| Beitragsfreie Mitversicherung | Familienversicherung bis 25 möglich, Einkommensgrenze 565 € im Monat. | Nicht möglich, solange die Befreiung gilt. |
| Leistungen | Gesetzlich geregelter Katalog mit Zuzahlungen und Festzuschüssen. | Vertraglich nach Tarif, mit tariflichen Erstattungssätzen und Höchstbeträgen. |
| Abrechnung | Sachleistung. Kostenerstattung ist auf Wunsch möglich. | Du zahlst die Arztrechnung zunächst selbst und reichst sie beim Versicherer ein. |
| Aufnahme | Pflichtversicherung mit der Einschreibung. | Antrag mit Gesundheitsfragen. Der Versicherer entscheidet über die Aufnahme. |
| Bindung | Kassenwechsel möglich. Die neue Kasse meldet den Wechsel an die Hochschule. | Die Befreiung ist unwiderruflich und gilt normalerweise für das gesamte Studium. |
| Weg zurück | Wechsel in die PKV nur über die Befreiung innerhalb von drei Monaten. | Rückkehr in die GKV normalerweise erst nach Studienende. Ab 55 in der Regel ausgeschlossen. |
Was ist günstiger für Studenten, PKV oder GKV?
Für die GKV lässt sich der Beitrag genau ausrechnen. Die Grundlage ist ein fester Betrag von 855 €, der dem BAföG-Grundbedarf plus Wohnpauschale entspricht. Beispiel: Mia ist 24 und kinderlos. Sie zahlt 87,38 € Krankenversicherung, 35,91 € Pflegeversicherung und bei einem Zusatzbeitrag von 2,9 % weitere 24,80 €. Das ergibt rund 148 € im Monat. Unter 23 oder mit Kind sind es etwa 143 €. Wie sich der Zusatzbeitrag der Kassen auswirkt, steht in den Erfahrungen mit der gesetzlichen Krankenkasse.
Was die PKV im Studium kostet, hängt vom Angebot ab. Das Eintrittsalter, der Tarif, die Höhe des Selbstbehalts und deine Gesundheitsangaben bestimmen den Beitrag. Kosten und Leistungen im Detail beschreibt der Beitrag über die PKV im Studium.
Haben deine Eltern Anspruch auf Beihilfe, kann der PKV-Beitrag zunächst niedrig ausfallen, steigt aber in der Regel mit 25 deutlich, wenn der Familienzuschlag wegfällt.
Für spätere Jahre gilt: Der Versicherer prüft die Beiträge mindestens einmal im Jahr und passt sie an, wenn die Abweichung von der Kalkulation den Schwellenwert überschreitet und ein Treuhänder zustimmt. Der gesetzliche Schwellenwert beträgt 10 %, Tarifbedingungen können ihn auf 5 % senken. In der GKV folgt der studentische Beitrag dagegen der festen Bemessungsgrundlage von 855 €, nur der Zusatzbeitrag unterscheidet sich je nach Kasse.
Wie unterscheiden sich die Leistungen von PKV und GKV?
Die GKV leistet nach einem gesetzlich geregelten Katalog. Bei einigen Leistungen zahlst du dazu oder bekommst nur einen Zuschuss. Die PKV leistet nach dem Vertrag. Welche Leistung in welcher Höhe erstattet wird, steht im gewählten Tarif.
Wo die GKV Grenzen setzt
- Zuzahlungen: Bei Arzneimitteln und Hilfsmitteln zahlst du 10 % des Preises, mindestens 5 € und höchstens 10 €. Ab 1. Januar 2027 sind höhere Zuzahlungen mit 7,50 € bis 15 € beschlossen.
- Brille: Erwachsene haben nur bei schwerer Sehbeeinträchtigung oder bei mehr als 6,0 Dioptrien Kurz- oder Weitsichtigkeit beziehungsweise mehr als 4,0 Dioptrien Hornhautverkrümmung Anspruch. Das Gestell zahlt die Kasse nie.
- Zahnersatz: Die Kasse gibt einen Festzuschuss von 60 % der Regelversorgung. Ab 1. Januar 2027 sind 50 % beschlossen.
- Krankengeld: In der studentischen Pflichtversicherung besteht kein Anspruch darauf.
Für Facharzttermine gibt es in der GKV die Terminservicestelle unter 116117. Sie muss einen Termin innerhalb einer Woche anbieten, die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten. Mehr dazu, was die Kasse nicht zahlt, steht im Beitrag über Lücken in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Was die PKV anders regelt
In der PKV bestimmt der Tarif, welche Hilfsmittel erstattet werden. Bei einem offenen Hilfsmittelkatalog zahlt der Versicherer alle medizinisch notwendigen Hilfsmittel, bei einem geschlossenen nur die ausdrücklich aufgezählten. Die Erstattungssätze liegen üblicherweise bei 75, 90 oder 100 %, oft mit Höchstbeträgen. Rechnungen kannst du bis zu drei Jahre nach Ablauf des Jahres einreichen, in dem sie ausgestellt wurden.
Welche Risiken hat die PKV im Studium?
Die Risiken der PKV solltest du vor der Befreiung kennen, weil du sie danach nicht mehr rückgängig machen kannst.
- Unwiderruflich: Die Befreiung gilt normalerweise für das gesamte Studium. Sie wird nur wirksam, wenn du einen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.
- Keine Familienversicherung: Für die Dauer der Befreiung scheidet die beitragsfreie Mitversicherung bei den Eltern aus.
- Gesundheitsfragen: Der Antrag enthält Gesundheitsfragen, die du wahrheitsgemäß beantworten musst. Laufende Behandlungen oder angeratene Operationen führen häufig zur Ablehnung. Vor dem Antrag hilft eine anonyme Risikovoranfrage.
- Beitragsanpassungen: Beiträge können im Laufe der Jahre steigen, auch nach Ende einer Beihilfe der Eltern.
- Tarifwechsel mit Folgen: Wechselst du innerhalb deines Versicherers in einen Tarif mit mehr Leistung, darf er Leistungsausschluss, Risikozuschlag oder eine Wartezeit verlangen. Auch die Senkung des Selbstbehalts zählt als Mehrleistung.
- Schwere Rückkehr: Ein Minijob reicht für die Rückkehr in die GKV nicht. Möglich ist sie etwa über eine versicherungspflichtige Beschäftigung unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Ab 55 ist sie in der Regel ausgeschlossen.
Die Voraussetzungen für den Weg zurück beschreibt der Beitrag zur Rückkehr in die GKV. Eine nüchterne Gegenüberstellung der Argumente findest du bei den Vorteilen der PKV und den Nachteilen der PKV.
Wie wichtig ist die Familienversicherung für die Entscheidung?
Die Familienversicherung ist für viele Studenten der Ausgangspunkt, weil sie den Beitrag auf null senkt. Kinder sind bis 18 ohne weitere Voraussetzung familienversichert, bis 23, wenn sie nicht erwerbstätig sind, und bis 25 im Studium. Voraussetzung ist 2026 ein Gesamteinkommen von höchstens 565 € im Monat, bei einem Minijob gilt die Grenze von 603 €. BAföG, Kindergeld und Unterhalt der Eltern zählen nicht zum Einkommen. Die Regeln stehen in § 10 SGB V. Endet die Familienversicherung, etwa durch Überschreiten der Einkommensgrenze oder mit dem 25. Geburtstag, kommt in der Regel die studentische Pflichtversicherung zum Zug.
PKV oder GKV im Studium: Was passt zu welcher Lage?
Eine Pauschalempfehlung gibt es nicht. Die Übersicht zeigt, welche Punkte je nach Lage ins Gewicht fallen.
| Deine Lage | Was dazu zu beachten ist |
|---|---|
| Du bist beitragsfrei familienversichert. | Die Familienversicherung kostet nichts. Eine Befreiung für die PKV würde sie beenden. |
| Du bist pflichtversichert und das Budget ist knapp. | Die GKV hat feste Rechengrößen und liegt 2026 bei rund 143 bis 148 € im Monat. |
| Deine Eltern haben Beihilfeanspruch. | Die PKV kann zunächst günstig sein. Rechne mit dem Ende der Beihilfe, in der Regel mit 25. |
| Du hast Vorerkrankungen oder laufende Behandlungen. | Die Gesundheitsfragen der PKV können zur Ablehnung führen. Kläre das vorab mit einer anonymen Risikovoranfrage. |
| Du strebst eine Verbeamtung an. | Für Beamte steht die Öffnungsaktion der PKV offen: Antrag innerhalb der ersten sechs Monate nach der erstmaligen Verbeamtung, Risikozuschlag höchstens 30 %, keine Leistungsausschlüsse. |
| Dein Studium endet bald und du wirst Angestellter. | Liegt dein Gehalt unter 77.400 € im Jahr (2026), bist du in der GKV pflichtversichert. Einen privaten Vertrag kannst du dann innerhalb von drei Monaten rückwirkend zum Beginn der Pflicht kündigen. |
Was passiert nach dem Studium?
Endet das Studium, endet die studentische Pflichtversicherung. Bleibt keine andere Versicherung, läuft die Mitgliedschaft bei der Kasse als freiwillige Versicherung weiter. Die Mindestbemessungsgrundlage beträgt 2026 dafür 1.318,33 € im Monat. Bei einem angenommenen Zusatzbeitrag von 2,18 % liegt der Mindestbeitrag für Kinderlose bei rund 269 bis 277 €. Der Zusatzbeitrag deiner Kasse verschiebt den Wert. Mit einer Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € im Jahr bist du wieder pflichtversichert.
Wer privat versichert war und in die GKV wechselt, kann sich mit einer Anwartschaft den Wiedereinstieg in die PKV offenhalten. Die kleine Anwartschaft sichert den Gesundheitszustand, die große auch das Eintrittsalter und baut weiter Altersrückstellungen auf. Reaktiviert wird meist innerhalb von zwei Monaten nach Wegfall des Grundes. Wie sich ein Wechsel über mehrere Jahre rechnet, zeigt der Beitrag Lohnt sich der Wechsel in die PKV als Student?.
Häufige Fragen
Ist die PKV oder die GKV für Studenten besser?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. GKV und Familienversicherung bieten feste Regeln und lassen sich wechseln. Die PKV kann in bestimmten Lagen passen, etwa bei Beihilfeanspruch der Eltern. Dem stehen Risiken gegenüber: Die Befreiung ist unwiderruflich, die Rückkehr in die GKV ist schwer, und die Beiträge können steigen.
Kann ich als Student privat versichert sein?
Ja, über eine Befreiung von der Versicherungspflicht. Den Antrag stellst du innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei deiner Krankenkasse. Wirksam wird die Befreiung nur, wenn du einen anderweitigen Schutz nachweist, also einen privaten Vertrag. Der Versicherer entscheidet nach seinen Gesundheitsfragen über die Aufnahme.
Wie viel kostet die Krankenversicherung für Studenten?
In der GKV zahlst du 2026 rund 143 € (unter 23 oder mit Kind) beziehungsweise rund 148 € (kinderlos ab 23), jeweils mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag. Familienversicherte zahlen nichts. Den PKV-Beitrag bestimmen Eintrittsalter, Tarif, Selbstbehalt und Gesundheitsangaben, deshalb gibt es dafür keinen einheitlichen Wert.
Kann ich nach der Befreiung wieder in die GKV wechseln?
Normalerweise erst nach dem Studium, zum Beispiel durch eine versicherungspflichtige Beschäftigung unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Ein Minijob reicht nicht. Ab 55 ist die Rückkehr in die GKV in der Regel ausgeschlossen. Ausnahmen gibt es nur in engen Fällen, etwa bei einem Zweitstudium nach einer Unterbrechung von mehr als einem Monat. Ob das auf dich zutrifft, klärt die Krankenkasse.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe, ob du beitragsfrei familienversichert bleiben kannst: Du bist unter 25, studierst, und dein Gesamteinkommen liegt bei höchstens 565 € im Monat.
- Notiere, wann deine Versicherungspflicht beginnt. Ab dann läuft die Dreimonatsfrist für die Befreiung.
- Vergleiche die studentische GKV mit rund 143 bis 148 € mit einem konkreten PKV-Angebot. Frage nach dem Beitrag nach dem Studium und nach den Folgen von Beitragsanpassungen.
- Willst du dich privat versichern, mache vor dem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage und beantworte alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß.
- Beantrage die Befreiung erst, wenn der private Vertrag steht. Sie wird nur mit Nachweis des anderweitigen Schutzes wirksam.
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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.