Gesundheitskosten planen heißt im Studium vor allem, drei Posten im Blick zu haben. Das sind der monatliche Krankenversicherungsbeitrag, die Zuzahlungen bei Medikamenten, Hilfsmitteln und Krankenhaus sowie Leistungen, die deine Versicherung gar nicht oder nur zum Teil bezahlt. In der studentischen Pflichtversicherung liegt der Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung 2026 bei rund 143 bis 148 Euro im Monat. Dazu kommt ein Puffer für Eigenanteile, den du dir am besten als feste Rücklage einrichtest.
Das Wichtigste in Kürze
- Die studentische Pflichtversicherung kostet 2026 grob 143 bis 148 Euro im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung, je nach Alter und Zusatzbeitrag deiner Kasse.
- Zuzahlungen betragen meist 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Ab 2027 sind höhere Beträge beschlossen.
- Die Belastungsgrenze liegt bei 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, bei chronisch Kranken bei 1 Prozent.
- Zahnersatz, Brille und Hilfsmittel bleiben auch mit Versicherung ein Kostenfaktor.
- Privat Versicherte zahlen Rechnungen zunächst selbst, brauchen also Liquidität, und reichen sie anschließend ein.
Was kostet die Krankenversicherung im Studium pro Monat?
Der größte feste Posten ist der Beitrag. In der studentischen Pflichtversicherung wird er auf einer festen Bemessungsgrundlage von 855 Euro berechnet. Beim Beitragssatz von 10,22 Prozent ergibt das einen Basisbeitrag von 87,38 Euro im Monat. Dazu kommen der kassenindividuelle Zusatzbeitrag und die Pflegeversicherung.
| Beitragsposten (2026) | Unter 23 oder mit Kind | Kinderlos ab 23 |
|---|---|---|
| Kranken- und Pflegeversicherung ohne Zusatzbeitrag | 118,16 Euro | 123,29 Euro |
| Zusatzbeitrag bei Durchschnittssatz 2,9 Prozent (auf 855 Euro) | rund 24,80 Euro | rund 24,80 Euro |
| Monatsbeitrag insgesamt | rund 143 Euro | rund 148 Euro |
Die genaue Höhe hängt vom Zusatzbeitrag deiner Kasse ab. Wer über die Eltern familienversichert ist, zahlt keinen Beitrag, solange das Gesamteinkommen höchstens 565 Euro im Monat beträgt (2026). Wer sich von der Versicherungspflicht befreien lässt und in die PKV geht, zahlt einen privaten Beitrag nach Tarif. Einen Überblick, worauf du bei günstigen Tarifen achten solltest, gibt der Beitrag zur günstigen PKV für Studenten.
Welche Zuzahlungen fallen im Studium an?
Gesetzlich Versicherte zahlen bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Fahrten in der Regel 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro, nie mehr als die tatsächlichen Kosten. Im Krankenhaus sind es 10 Euro je Kalendertag für höchstens 28 Tage. Heilmittel kosten 10 Prozent plus 10 Euro je Verordnung.
Für 2027 sind höhere Zuzahlungen beschlossen: Das Minimum steigt auf 7,50 Euro, das Maximum auf 15 Euro, im Krankenhaus auf 15 Euro pro Tag. Rechne in deiner Planung für das Jahr 2027 also großzügiger.
Ab wann sind Zuzahlungen gedeckelt? Die Belastungsgrenze
Die Belastungsgrenze begrenzt, wie viel du im Kalenderjahr zuzahlen musst: 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, bei chronisch Kranken 1 Prozent. Beispiel (Annahme): Du hast Einnahmen zum Lebensunterhalt von 12.000 Euro im Jahr. Dann liegt die Grenze bei 240 Euro, bei chronischer Erkrankung bei 120 Euro. Erreichst du sie, kannst du bei der Kasse die Befreiung für den Rest des Jahres beantragen.
Wichtig: Den Antrag stellst du erst, wenn die Grenze erreicht ist, und er gilt für ein Kalenderjahr. Eigenanteile bei Zahnersatz zählen nicht mit. Sammle deshalb Zuzahlungsquittungen. Die Regeln erklärt die Verbraucherzentrale.
Was kosten Zahnersatz, Brille und Hilfsmittel?
- Zahnersatz: Die Kasse zahlt einen Festzuschuss von 60 Prozent der Regelversorgung, mit regelmäßig geführtem Bonusheft mehr. Ab 2027 ist eine Absenkung auf 50 Prozent beschlossen. Wer BAföG bezieht, kann in der Härtefallregelung 100 Prozent der Regelversorgung bekommen. Aktuelle Beträge nennt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Beispiele zur privaten Erstattung findest du bei den Zahnarztkosten in der PKV.
- Brille: Erwachsene haben Anspruch auf Sehhilfen nur bei schwerer Sehbeeinträchtigung oder bei mehr als 6,0 Dioptrien Kurz- oder Weitsichtigkeit bzw. mehr als 4,0 Dioptrien Hornhautverkrümmung. Gestelle zahlt die Kasse nie.
- Hilfsmittel: Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel. Mehrkosten über das Notwendige hinaus trägst du selbst. Mehr dazu unter Hilfsmittel in der PKV.
Wie unterscheidet sich die Kostenplanung in der PKV?
Als Privatversicherte oder Privatversicherter zahlst du Arztrechnungen zunächst selbst und reichst sie beim Versicherer ein. Du brauchst also Liquidität, bis die Erstattung eintrifft. Rechnungen kannst du innerhalb von drei Jahren ab dem Ende des Ausstellungsjahres einreichen. Wie viel erstattet wird, hängt vom Tarif ab, oft mit Prozentsätzen und Höchstbeträgen.
Ein Selbstbehalt senkt den Beitrag, erhöht aber das Risiko eigener Kosten. Manche Tarife zahlen eine Beitragsrückerstattung, wenn du ein Jahr lang keine Rechnungen einreichst. Als Richtwert gelten bis zu rund 50 Prozent eines Jahresbeitrags. Auch die Unterbringung im Krankenhaus kann Eigenkosten verursachen, je nachdem, was dein Tarif zur Unterkunft im Krankenhaus vorsieht. Das ganze Leistungsbild beschreibt der Überblick, was die PKV leistet.
Beachte außerdem: Mit Beihilfe kann der PKV-Beitrag im Studium zunächst niedrig sein. Die Beihilfe fällt in der Regel mit Vollendung des 25. Lebensjahres weg, dann steigt die Belastung deutlich. Rechne früh mit höheren Kosten.
Wie legst du eine Rücklage für Gesundheitskosten an?
Eine Rücklage fängt Eigenanteile auf, die mehrere Posten gleichzeitig treffen können, etwa eine Brille, eine Zahnbehandlung und Zuzahlungen im selben Jahr. Lege am besten ein separates Konto an und überweise monatlich einen festen Betrag. Die Höhe richtet sich nach deinem Budget und deiner Gesundheit, eine allgemeingültige Summe gibt es nicht.
- Liste deine festen Posten: Beitrag und erwartbare Zuzahlungen.
- Prüfe, ob eine Brille, Zahnersatz oder eine Behandlung in den nächsten zwölf Monaten ansteht.
- Setze einen monatlichen Betrag für die Rücklage fest und überweise ihn per Dauerauftrag.
- Sammle Zuzahlungsquittungen für die Belastungsgrenze.
- Prüfe einmal im Jahr, ob dein Betrag zu deiner Lage passt.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Student?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt keine Behandlungskosten, sondern sichert dein Einkommen, falls du deinen Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kannst. Sie gehört deshalb nicht zu den Gesundheitskosten im engeren Sinn, ist aber ein fester Posten, den du in dein Monatsbudget einplanst. Wie hoch der Beitrag ausfällt, hängt vom Vertrag und von deinen Angaben ab. Was ein Einstieg im Studium kostet und worauf du beim Start achtest, steht im Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten.
Häufige Fragen
Was kostet ein Arztbesuch als Student?
Das hängt von deiner Versicherung ab. Gesetzlich Versicherte zahlen bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Krankenhaus Zuzahlungen nach den oben genannten Regeln. Privat Versicherte zahlen die Arztrechnung zunächst selbst und bekommen sie nach Tarif erstattet. Konkrete Beträge hängen von der Behandlung ab.
Wie hoch sind die Zuzahlungen?
In der Regel 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als die Kosten. Im Krankenhaus sind es 10 Euro je Kalendertag für höchstens 28 Tage. Für 2027 sind höhere Beträge beschlossen. Die Belastungsgrenze deckelt die Summe im Kalenderjahr bei 2 Prozent der Bruttoeinnahmen, bei chronisch Kranken bei 1 Prozent.
Wie viel Rücklage brauche ich für Gesundheitskosten?
Eine feste Summe gibt es nicht. Orientiere dich an anstehenden Posten wie Brille oder Zahnbehandlung, an den Zuzahlungen und an einem Puffer für Unerwartetes. Zahlst du regelmäßig kleine Beträge ein, hast du im Ernstfall einen Grundstock. Wer chronisch krank ist, plant höher.
Zahlt die Kasse Selbstzahlerleistungen?
Leistungen, die nicht zum Katalog deiner Versicherung gehören, zahlst du selbst. Lass dir vor der Behandlung die Kosten nennen und frage bei deiner Kasse oder deinem Versicherer nach, ob etwas erstattet wird. Einen Teil des Eigenanteils kann eine Zusatzversicherung abdecken, je nach Vertrag.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe, wie du aktuell versichert bist und wie hoch dein Monatsbeitrag ist.
- Stelle eine Liste deiner Eigenanteile für die nächsten zwölf Monate auf.
- Richte eine Rücklage per Dauerauftrag ein.
- Sammle Zuzahlungsquittungen und beantrage die Befreiung, sobald die Belastungsgrenze erreicht ist.
- Wenn du deine Situation durchsprechen willst, findest du auf der Startseite von Academycon den Weg zur Beratung.
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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.