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Notgroschen im Studium: Wie viel und wo?

Ein Notgroschen im Studium richtet sich nach deinen festen Monatskosten. Der Ratgeber zeigt den Rechenweg, ein Beispiel und sinnvolle Anlageorte.
Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Inhalt

Ein Notgroschen im Studium ist Geld, das du für unerwartete Ausgaben zurücklegst, etwa eine defekte Waschmaschine, eine Nachzahlung oder einen weggefallenen Nebenjob. Wie viel sinnvoll ist, hängt weniger von Wünschen als von deinen festen Monatskosten ab.

Kurz beantwortet: Der Notgroschen sollte deine festen Monatskosten abdecken. Als Rechenweg gilt: Fixkosten pro Monat mal die Zahl der Monate, die du überbrücken willst. Annahme: Bei 668 Euro Fixkosten im Monat ergeben drei Monate rund 2.004 Euro. Die Kranken- und Pflegeversicherung der Studierenden liegt 2026 bei 148,09 Euro im Monat, Annahme mit Durchschnittszusatzbeitrag. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Notgroschen ist für echte Notfälle gedacht, nicht für Urlaub oder größere Anschaffungen.
  • Die Grundlage ist deine Liste der festen Monatskosten, inklusive Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Ein einfacher Rechenweg ist Fixkosten pro Monat mal Anzahl der Monate, die du abfedern willst.
  • Der Betrag sollte jederzeit verfügbar sein. Anlagen mit Kursrisiko passen dafür nur bedingt.
  • Der Aufbau dauert, je nachdem, wie viel du monatlich zurücklegen kannst. Ein Dispokredit ersetzt den Notgroschen nicht.

Welche Kosten gehören zu deinen Fixkosten?

Fixkosten sind Ausgaben, die jeden Monat anfallen, auch wenn du wenig Geld hast. Dazu gehören Miete, Versicherungen, Krankenversicherung, Handy, Internet und Mitgliedsbeiträge. Lebensmittel und Freizeit kannst du zwar nicht aufschieben, sie gehören aber nicht zu den festen Kosten, die ein Notgroschen absichern muss.

Die Krankenversicherung ist bei Studierenden ein großer Posten. Die Werte für 2026 stammen aus dem Faktenblatt des GKV-Spitzenverbands. Wer privat versichert ist, setzt hier den eigenen Beitrag ein.

PositionBetrag pro MonatStand und Quelle
Basisbeitrag Krankenversicherung der Studierenden87,38 Euro2026, GKV-Spitzenverband (ohne Zusatzbeitrag)
Zusatzbeitrag (Annahme: Durchschnitt von 2,9 Prozent)24,80 EuroBerechnet, Annahme
Pflegeversicherung (kinderlos, ab 23 Jahren)35,91 Euro2026, GKV-Spitzenverband
Summe Kranken- und Pflegeversicherung148,09 EuroBerechnet aus den Werten oben

Quelle: GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen Beitragsrecht, Stand 01.01.2026. Der Zusatzbeitrag weicht je Kasse ab, der Durchschnitt ist eine Annahme.

Wie berechnest du deinen Notgroschen?

Rechne zuerst deine festen Monatskosten zusammen. Du findest sie in den Kontoauszügen der letzten drei Monate. Multipliziere die Summe anschließend mit der Anzahl der Monate, die dich ein Ausfall oder eine Notlage im Schnitt kosten würde. Das Ergebnis ist ein Zielbetrag, kein Pflichtbetrag.

Annahme: Deine festen Kosten setzen sich wie in der folgenden Tabelle zusammen. Die Kranken- und Pflegeversicherung übernehmen wir aus der Tabelle oben.

PositionAnnahme in Euro pro Monat
Miete warm (Annahme)450,00
Kranken- und Pflegeversicherung (aus der Tabelle oben)148,09
Handy und Internet (Annahme)40,00
Haftpflicht- und andere Versicherungen (Annahme)30,00
Summe der Fixkosten668,09
Zielbetrag bei drei Monaten (Annahme)2.004,27

Zum Vergleich: Der BAföG-Bedarf für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen, liegt bei 855 Euro im Monat, zusammengesetzt aus 475 Euro Grundbedarf und 380 Euro Wohnpauschale. Die Werte stammen aus den Bedarfssätzen der Studierendenwerke, Stand 2026. Deine eigene Rechnung sollte aber deine tatsächlichen Kosten zeigen.

Annahme: Du kannst monatlich 50 Euro zurücklegen. Dann dauert es bei 2.004 Euro rund 40 Monate, bis der Zielbetrag erreicht ist. Wenn du mehr zurücklegen kannst, verkürzt sich die Zeit entsprechend. Eine Budgetplanung hilft dir, diesen Spielraum zu finden: Budgetplanung im Studium: Monatsbudget in drei Schritten.

Wo legst du den Notgroschen an?

Der Notgroschen muss schnell verfügbar sein, deshalb ist die Frage nach dem Anlageort wichtig. Ein Girokonto ist sofort verfügbar, bringt aber in der Regel keine Zinsen. Ein Tagesgeldkonto ist ebenfalls jederzeit verfügbar, die Zinsen können sich ändern. Ein Festgeldkonto bindet das Geld für eine feste Laufzeit und passt deshalb nur, wenn du sicher weißt, dass du es in dieser Zeit nicht brauchst. Bargeld hilft kurzfristig, ist aber begrenzt und nicht gegen Verlust abgesichert.

Achte bei jedem Konto auf die Bedingungen für Verfügbarkeit und Kosten. Prüfe außerdem, wie die gesetzliche Einlagensicherung bei deiner Bank geregelt ist. Anlagen mit Kursrisiko, etwa Aktien oder Fonds, passen für einen Notgroschen nur bedingt, weil der Wert kurz vor dem Bedarf gefallen sein kann.

Wann greifst du auf den Notgroschen zurück?

Ein Notgroschen ist für Ausgaben gedacht, die du nicht planen kannst oder die dich aus der Bahn werfen würden. Typische Beispiele sind eine Reparatur, die für dein Leben wichtig ist, eine Nachzahlung oder ein Wegfall des Einkommens. Urlaub, Möbel oder neue Geräte gehören nicht dazu. Wer den Notgroschen für solche Dinge nutzt, muss ihn danach erst wieder aufbauen.

Auch BAföG und Unterstützung der Eltern sind keine verlässliche Rücklage, weil sie wegfallen, sich ändern oder verspätet kommen können. Vermögen kann zudem die BAföG-Berechnung beeinflussen, die Freibeträge solltest du kennen.

Wie baust du den Notgroschen auf, wenn das Budget knapp ist?

Wenn du wenig Spielraum hast, hilft ein fester Betrag, der jeden Monat automatisch auf das Notgroschen-Konto geht. Auch kleine Beträge zählen, weil der Aufbau über die Zeit läuft. Ein Nebenjob kann den Aufbau beschleunigen, muss aber mit deinem Studium und deinem Versicherungsstatus vereinbar sein. Dazu lohnt der Blick auf Nebenjob als Student finden: Wo du suchst und worauf du achtest.

Häufige Fragen

Reicht ein Notgroschen von wenigen hundert Euro?

Das hängt von deinen festen Kosten ab. Ein kleiner Betrag kann bei kleinen Ausfällen helfen, deckt aber meist nicht mehr als einen Monat. Wenn deine Fixkosten höher sind, reicht ein geringer Betrag schnell nicht aus. Rechne deshalb mit deiner eigenen Liste.

Ist ein Tagesgeldkonto besser als ein Girokonto?

Beides kann passen. Das Girokonto ist am einfachsten verfügbar, das Tagesgeldkonto kann Zinsen bringen. Entscheidend ist, dass du den Betrag ohne Verzögerung nutzen kannst und die Bedingungen klar sind. Ein getrenntes Konto hilft, den Notgroschen nicht versehentlich für laufende Ausgaben zu verbrauchen.

Zählt ein Dispokredit als Notgroschen?

Nein. Ein Dispokredit ist ein Kredit mit meist hohen Zinsen und keine Rücklage. Wer sich darauf verlässt, zahlt im Notfall oft mehr als nötig. Der Notgroschen sollte deshalb als eigenes Guthaben bestehen.

Wie lange dauert der Aufbau?

Das hängt davon ab, wie viel du monatlich zurücklegen kannst. Annahme: Bei 50 Euro im Monat dauert es für 2.004 Euro gut 40 Monate. Bei 100 Euro im Monat halbiert sich die Zeit grob. Rechne dir also mit deinem realistischen Betrag aus, wann du dein Ziel erreichen kannst.

So gehst du jetzt vor

  1. Schreibe deine festen Monatskosten aus den Kontoauszügen der letzten drei Monate auf.
  2. Lege einen Zielbetrag fest. Als Rechenweg dient Fixkosten pro Monat mal die Zahl der Monate, die du abfedern willst.
  3. Richte ein getrenntes Konto ein, das du für den Notfall nicht für laufende Ausgaben nutzt.
  4. Lege einen festen Betrag fest, der jeden Monat automatisch überwiesen wird, und prüfe den Stand regelmäßig.

Passend dazu

Quellen: GKV-Spitzenverband: Faktenblatt Rechengrößen Beitragsrecht (Stand 01.01.2026) und Studierendenwerke: BAföG-Bedarfssätze bis 2026 (Stand 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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