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Altersvorsorgedepot 2027: Mindestbeitrag 120 Euro für Studierende

Der Altersvorsorgedepot Mindestbeitrag liegt laut Reform bei 120 Euro im Jahr. Was Grundzulage, Bonus und Riester für Studierende bedeuten.
Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Inhalt

Beim Altersvorsorgedepot Mindestbeitrag geht es um die kleinste jährliche Sparrate, die der Vertrag laut Reform vorsieht. Die Reform ist beschlossen und soll ab 2027 gelten. Für Studierende und Berufseinsteiger ist vor allem wichtig, wie früh ein Vertrag beginnt, was er kostet und welche Zulagen der Staat zahlt.

Kurz beantwortet: Die Reform sieht einen Mindesteigenbeitrag von 120 Euro im Jahr vor (Abruf Oktober 2026, Quelle finanz.de mit Verweis auf das Altersvorsorgereformgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 156). Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag, insgesamt höchstens 540 Euro im Jahr. Die Reform gilt voraussichtlich ab 1. Januar 2027. Prüfe vor dem Abschluss den Stand der Verkündung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reform ist laut Bundestagsbeschluss vom 27. März 2026 beschlossen und soll voraussichtlich ab 1. Januar 2027 gelten.
  • Der Mindesteigenbeitrag liegt bei 120 Euro im Jahr. Das entspricht 10 Euro im Monat (Stand Oktober 2026, Quelle finanz.de).
  • Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag. Insgesamt sind höchstens 540 Euro Zulage im Jahr vorgesehen.
  • Wer den Vertrag vor dem 25. Geburtstag abschließt, kann einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.
  • Das Altersvorsorgedepot ist kein Sparkonto. Kursschwankungen, Kosten und Auszahlungsregeln entscheiden über den Ertrag.

Was ist das Altersvorsorgedepot überhaupt?

Ein Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Konto der privaten Altersvorsorge. Du zahlst regelmäßig ein, der Staat legt eine Zulage dazu, und das Geld wird bis zum Rentenbeginn angelegt. Das Modell ist als Ergänzung zur gesetzlichen Rente gedacht. Es ersetzt sie nicht und reicht für eine vollständige Altersabsicherung nicht aus.

Anbieter und Anlageformen unterscheiden sich stark. Deshalb lohnt sich der Blick auf Kosten, Anlagestrategie und Wechselmöglichkeiten, bevor du einen Vertrag wählst. Mehr zu den Grundlagen der Altersvorsorge im Studium findest du im Beitrag Vermögensaufbau im Studium: So startest du mit kleinen Beträgen.

Wie hoch ist die Förderung für dich?

Die Grundzulage richtet sich nach deinem Eigenbeitrag. Bis 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent je Euro. Für weitere Beiträge sieht die Reform eine geringere Quote von 25 Cent je Euro vor, bis zur Höchstgrenze von 540 Euro Zulage im Jahr. Die genaue Berechnung steht im Gesetz, und dort solltest du sie bei einem konkreten Vertrag prüfen.

Eigenbeitrag im JahrGrundzulage (50 Cent je Euro)Einordnung
120 Euro60 EuroMindesteigenbeitrag laut Reform
240 Euro120 EuroAnnahme: Monatlich 20 Euro
360 Euro180 EuroObergrenze für die 50-Prozent-Förderung

Annahme für ein Rechenbeispiel: Du zahlst monatlich 30 Euro ein, also 360 Euro im Jahr. Die Grundzulage beträgt dann 50 Prozent von 360 Euro, also 180 Euro. Dein Vertrag wächst damit um 540 Euro im Jahr, nämlich 360 Euro eigene Einzahlung und 180 Euro Zulage. Kosten und Kursschwankungen wirken darauf, sind in dieser Rechnung aber noch nicht berücksichtigt.

Wann passt ein Altersvorsorgedepot für Studierende, wann nicht?

Eine Entscheidung hängt an deiner Lage. Die folgenden Punkte helfen dir bei der Einordnung, ohne dass sie das Ergebnis für dich vorwegnehmen.

Es passt eher, wenn

  • du regelmäßig einen kleinen Betrag übrig hast, der nicht für Miete oder Lebenshaltung gebraucht wird,
  • du über viele Jahre anlegen kannst und Kursschwankungen aushältst,
  • du die Zulage nutzen willst und die Bedingungen der Anbieter klar vergleichbar findest.

Es passt eher nicht, wenn

  • du das Geld kurzfristig brauchst oder noch keinen Notgroschen aufgebaut hast,
  • Kosten, Anlagestrategie oder Auszahlungsregeln für dich nicht verständlich sind,
  • dein Budget gerade für Miete und Lebenshaltung reicht und jede Zahlung schmerzt.

Ein Notgroschen hat in der Regel Vorrang vor der Altersvorsorge. Wie du deine Monatskosten planst, zeigt der Beitrag Budgetplanung im Studium.

Was ändert sich gegenüber Riester?

Bis zur Reform gilt für geförderte private Vorsorge die Riester-Regel. Die Grundzulage beträgt 175 Euro im Jahr, und der Mindesteigenbeitrag liegt bei 4 Prozent des Vorjahreseinkommens, begrenzt durch Höchstbeträge (Stand: Geltendes Recht, §§ 84 und 86 EStG). Bestehende Riester-Verträge laufen weiter. Ob ein Wechsel oder ein neuer Vertrag für dich passt, hängt von Einkommen, Kosten und Ziel ab.

MerkmalRiester (geltendes Recht)Altersvorsorgedepot (beschlossene Reform)
Grundzulage175 Euro im Jahr50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag, höchstens 540 Euro im Jahr
Mindesteigenbeitrag4 Prozent des Vorjahreseinkommens, mit Höchstgrenze120 Euro im Jahr
Gültigkeitgeltendes Rechtvoraussichtlich ab 1. Januar 2027

Welche Punkte solltest du vor einem Abschluss klären?

  • Kosten für Abschluss, Verwaltung und Depot, und wie sie sich auf die Rendite auswirken,
  • Anlagestrategie und Schwankungsrisiko, also ob du sicherheitsorientiert oder renditeorientiert anlegst,
  • Wechselmöglichkeiten zu einem anderen Anbieter und die Folgen für die Zulage,
  • Regeln für Auszahlung und Rentenbeginn, einschließlich der Besteuerung im Ruhestand,
  • Wie der Vertrag mit deiner Ausbildung und späteren Einkommen zusammenpasst.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich das Altersvorsorgedepot nutzen?

Voraussichtlich ab 1. Januar 2027, sofern die Reform wie geplant in Kraft tritt. Prüfe vor dem Abschluss den Stand der Verkündung im Bundesgesetzblatt und die Angaben der zuständigen Stellen. Eine Garantie für den Starttermin gibt es nicht.

Muss ich die 120 Euro im Jahr einzahlen?

Nach den Angaben zum Gesetzesstand liegt der Mindesteigenbeitrag bei 120 Euro im Jahr. Was genau passiert, wenn du weniger einzahlst, ist in den Quellen, die wir geprüft haben, nicht eindeutig beschrieben. Frag den Anbieter und lies das Gesetz, bevor du einen Betrag festlegst.

Lohnt sich der Berufseinsteigerbonus auch, wenn ich später starte?

Nach dem Stand der Reform gilt der Bonus nur bei einem Abschluss vor dem 25. Geburtstag. Wer später startet, erhält den einmaligen Betrag nicht. Das ist ein Grund, sich früh mit dem Thema zu befassen, auch wenn der Vertrag klein startet.

Ist das Geld im Altersvorsorgedepot sicher?

Das hängt vom Produkt ab. Ein Depot kann an den Kapitalmärkten schwanken, und der Wert kann zeitweise sinken. Längere Laufzeiten gleichen Schwankungen eher aus, eine Garantie gibt es aber nicht, es sei denn, das Produkt sieht sie ausdrücklich vor.

Kann ich meinen Riester-Vertrag einfach behalten?

Ja. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter, und ihre Förderung bleibt bestehen. Ob du neue Beiträge in ein Altersvorsorgedepot lenkst oder nicht, prüfst du am besten gemeinsam mit den aktuellen Zahlen aus deinem Vertrag.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe, ob du regelmäßig mindestens 10 Euro im Monat zurücklegen kannst, ohne den Notgroschen anzutasten.
  2. Warte mit dem Abschluss, bis die Reform verkündet ist und die Förderregeln feststehen.
  3. Vergleiche Kosten, Anlagestrategie und Wechselmöglichkeiten, nicht nur die Höhe der Zulage.
  4. Lass dir die Bedingungen schriftlich geben und lies sie vollständig, bevor du unterschreibst.
  5. Wenn du unsicher bist, kannst du dich persönlich bei Academycon beraten lassen: https://academycon.de/so-arbeiten-wir/

Passend dazu

Quellen: Bundesrat-Drucksache 445/26 zur Altersvorsorgereform (Abruf Oktober 2026); finanz.de, Altersvorsorgedepot, Mindesteigenbeitrag 120 Euro im Jahr (Abruf Oktober 2026, kein amtlicher Beleg); § 84 EStG, Riester-Grundzulage (Gesetze im Internet, geltendes Recht, Abruf Oktober 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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