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Stipendium für das Auslandssemester: PROMOS, DAAD, Erasmus+

Wie du für ein Auslandssemester Erasmus+, PROMOS und Hochschulmittel kombinierst, welche Beispielsätze 2026/27 gelten und worauf du achtest.
Studentin füllt in der Bibliothek einen Förderantrag aus

Inhalt

Ein Stipendium für das Auslandssemester kommt meist über Erasmus+, das DAAD-Programm PROMOS oder über Mittel der eigenen Hochschule. Dazu kommt das Auslands-BAföG, das nach eigenen Regeln läuft. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Programme zusammenwirken, zeigt Beispielsätze und nennt, worauf du bei der Bewerbung achten solltest.

Kurz beantwortet: Für ein Auslandssemester kommen Erasmus+-Mittel, das DAAD-Programm PROMOS, Hochschulmittel und das Auslands-BAföG infrage. Die Höhe der Erasmus-Mittel legt jede Hochschule im EU-Rahmen selbst fest. Ein Beispiel der Universität Marburg für 2026/27: 600 Euro pro Monat in Gruppe 1, 540 Euro in Gruppe 2 und Gruppe 3 (Stand: 2026/27).

Das Wichtigste in Kürze

  • Erasmus+-Mittel vergibt die Hochschule, und die Sätze legt jede Hochschule selbst fest.
  • Beispiel Marburg für 2026/27: 600 Euro pro Monat in Gruppe 1, 540 Euro in den Gruppen 2 und 3.
  • Die Förderdauer ist je Hochschule begrenzt, in Marburg auf 110 bzw. 120 Tage.
  • PROMOS schreibt der DAAD aus, die Verteilung läuft über die Hochschulen.
  • Das Auslands-BAföG ist ein eigener Anspruch und hängt von Einkommen, Dauer und Studienort ab.
  • Den Versicherungsschutz im Ausland prüfst du separat, er hängt nicht am Stipendium.

Welche Programme gibt es?

ProgrammTrägerWorauf du achten solltest
Erasmus+ StudiumEU-Programm, abgewickelt über die HochschuleHochschulsätze und Förderdauer je Hochschule
PROMOSDAAD, Hochschulen wickeln die Förderung abAusschreibungen und Bewerbungsfristen wechseln je Jahr
Auslands-BAföGTeil des BAföGEinkommen, Dauer und Studienort
HochschulstipendienHochschule oder FakultätAusschreibung im International Office

PROMOS wird vom DAAD ausgeschrieben, die Hochschulen verteilen die Mittel an Studierende. Deshalb führt der Weg fast immer über das International Office deiner Hochschule. Ein Blick auf die Seite des DAAD verschafft dir einen Überblick über die Grundlagen, die Bedingungen legt die Hochschule fest. Mehr dazu findest du auf der Startseite des DAAD.

Wie hoch fallen die Erasmus-Sätze aus?

Die Sätze sind nicht bundesweit einheitlich, sondern hängen von der Hochschule und vom Ländergruppen-System ab. Das Beispiel Marburg (Stand 2026/27) zeigt, wie das aussehen kann:

LändergruppeBeispielländerMonatssatz (Beispiel Marburg 2026/27)
Gruppe 1u. a. Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden600 Euro
Gruppe 2u. a. Spanien, Portugal, Griechenland, Tschechien540 Euro
Gruppe 3u. a. Polen, Ungarn, Rumänien, Türkei540 Euro
Zusatzbaustein Fewer OpportunitiesNur bei Erfüllung der Kriterien250 Euro

Die Werte gelten nur als Beispiel für die Universität Marburg. Deine Hochschule kann andere Sätze festlegen, deshalb lohnt der Blick ins International Office. Die Quelle nennt außerdem eine begrenzte Förderdauer von 110 bzw. 120 Tagen.

Annahme: Du bist 110 Tage in einem Land der Gruppe 1, und der Marburger Satz von 600 Euro pro Monat gilt für dich. Mit einem Monat zu 30 Tagen ergibt das rund 2.200 Euro (600 mal 110 durch 30). Die tatsächliche Berechnung legt die Hochschule fest.

Wie bewirbst du dich für PROMOS und Erasmus?

  1. Kläre mit dem International Office, welche Programme für dein Zielland und deinen Studiengang offen sind.
  2. Prüfe Ausschreibungen und Fristen, die je Jahr und Hochschule wechseln, und notiere sie.
  3. Plane die Bewerbung zusammen mit der Anerkennung der Studienleistungen im Ausland.
  4. Frag, wie Auszahlungen, Nachweise und Berichte im Programm ablaufen.

Was passiert mit dem BAföG im Ausland?

Das BAföG kann auch für ein Auslandsstudium gezahlt werden, die Regeln stehen im Gesetz. Der Anspruch hängt von Dauer, Ausbildungsstätte und deinem Einkommen ab. Die Voraussetzungen und Zuschläge erklärt der Ratgeber zum Auslands-BAföG. Die Rechtsgrundlage findest du auf gesetze-im-internet.de.

Was kostet ein Auslandssemester?

Das Stipendium deckt selten alles. Die folgende Rechnung zeigt, wie du die Kosten grob planst. Alle Werte sind Annahmen, die du mit deinen tatsächlichen Ausgaben ersetzen solltest.

PostenAnnahme pro MonatHinweis
Miete im Gastland450 Eurostark abhängig von der Stadt
Lebenshaltung350 EuroEssen, Mobilität, Freizeit
Reisekosten300 Euro einmaligHin- und Rückfahrt

Annahme: Bei fünf Monaten ergeben sich 4.000 Euro für Miete und Lebenshaltung und 300 Euro für die Reise, zusammen 4.300 Euro. Halte den Betrag dem Erasmus-Satz deiner Hochschule und dem Auslands-BAföG gegenüber, um die Lücke zu sehen.

Wie werden Studienleistungen anerkannt?

Ob Kurse im Ausland im Heimatstudium zählen, entscheidet dein Prüfungsamt. Vereinbare vorab ein Learning Agreement, sofern deine Hochschule das vorsieht, und halte Abweichungen schriftlich fest. Ohne Anerkennung verlängert sich das Studium und damit auch die Finanzierungslücke.

Häufige Fragen

Muss ich das Erasmus-Geld zurückzahlen?

Erasmus-Mittel sind Zuschüsse der Hochschule für die Mobilitätsphase. Welche Nachweise nötig sind, etwa zur Anerkennung von Leistungen oder zum Aufenthalt, legt die Hochschule fest. Prüfe die Bedingungen, bevor du die Mittel fest einplanst.

Kann ich PROMOS und Erasmus kombinieren?

Das hängt von den Regeln der Programme und deiner Hochschule ab. Frag beide Stellen, bevor du zusagst. Eine Doppelförderung für denselben Zeitraum ist häufig ausgeschlossen, deshalb sollte das vorher klar sein.

Brauche ich Sprachkenntnisse?

Meist ja, die Anforderungen unterscheiden sich je Gasthochschule und Studiengang. Prüfe die Sprachnachweise früh, denn Tests und Kurse brauchen Zeit. Die Angaben dazu stehen in der Ausschreibung der Gasthochschule.

Was gilt für die Krankenversicherung im Ausland?

Der Versicherungsschutz im Ausland ist eine eigene Frage und hängt nicht am Stipendium. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber zur PKV im Auslandssemester. Eine verbindliche Auskunft gibt deine Versicherung.

Wie viele Monate zahlt Erasmus?

Das legt jede Hochschule fest. Im Marburger Beispiel war die Förderdauer auf 110 bzw. 120 Tage begrenzt. Frag nach dem Satz und der Dauer, die für deine Hochschule gelten.

So gehst du jetzt vor

  1. Sprich mit dem International Office, sobald du ein Zielland im Auge hast.
  2. Rechne mit den Sätzen deiner Hochschule und dem Auslands-BAföG, bevor du zusagst.
  3. Stelle die Bewerbung für Erasmus oder PROMOS fristgerecht und vollständig.
  4. Kläre Versicherungsschutz und Anerkennung der Leistungen, bevor du abreist.

Passend dazu

Wie überbrückst du die Zeit bis zur ersten Zahlung?

Plane Auszahlungen so, dass du die Anfangszeit überbrücken kannst. Viele Programme zahlen nicht im Voraus, sondern nach Beginn des Aufenthalts oder nach Nachweisen. Halte deshalb einen Puffer für die Zeit vor der ersten Zahlung bereit. Prüfe auch, ob Kosten für Sprachkurse oder Visa anfallen. Das gehört in deine Rechnung. Notiere die Beträge in einer Tabelle.

Annahme: Der erste Zuschuss kommt nach zwei Monaten. Dann brauchst du für diese Zeit mindestens 1.600 Euro, also 800 Euro pro Monat aus der obigen Kostenannahme. Rechne zusätzlich mit einer Reserve von etwa 300 Euro für Unvorhergesehenes, zum Beispiel Gebühren vor Ort oder Kosten für Dokumente. Ein Auslandsaufenthalt ohne Rücklage ist riskant, weil sich die Lücke über mehrere Monate summiert. Frag dein Studierendenwerk oder das International Office, welche Vorschüsse möglich sind.

Quellen: Universität Marburg, Erasmus-Mobilitätsförderung 2026/27; DAAD, Programme für Studierende; Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), gesetze-im-internet.de.

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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