Ein Auslandsstudium finanzierst du am besten aus mehreren Quellen zugleich: Auslands-BAföG, Erasmus+ oder ein Stipendium bilden die Basis, ein Kredit oder ein Nebenjob schließen die Lücke. Für ein Semester in Spanien zahlt Erasmus+ im Programmjahr 2026/27 bis zu vier Monate lang 540 € monatlich, also bis zu 2.160 €. Wer nach Frankreich geht, kommt bei 600 € im Monat auf bis zu 2.400 €. Das deckt selten alles, deshalb kommt es auf die richtige Kombination und auf die Fristen an.
Das Wichtigste in Kürze
- Auslands-BAföG beantragst du beim Amt für dein Zielland, spätestens sechs Monate vor der Abreise. Ein formloser Antrag wahrt die Frist.
- Erasmus+ zahlt 2026/27 je nach Land 540 oder 600 € pro Monat, für ein Semester höchstens vier Monate lang.
- Stipendien und PROMOS musst du nicht zurückzahlen, die Bewerbungsfristen enden oft lange vor der Abreise.
- Der Bildungskredit zahlt 100, 200 oder 300 € im Monat ohne Einkommensprüfung (4,09 % effektiv, variabel). Der KfW-Studienkredit liegt bei 6,38 % effektiv.
- Die gesetzliche Kasse zahlt im Ausland keinen medizinischen Rücktransport. Außerhalb von EU, EWR und Schweiz brauchst du in der Regel eine eigene Absicherung.
Welche Möglichkeiten gibt es, ein Auslandsstudium zu finanzieren?
Fünf Quellen lassen sich kombinieren. Dazu zählen staatliche Förderung, Programme der Hochschulen, Stipendien, Kredite und eigenes Geld. Die Tabelle zeigt, was jede Quelle leistet und wo der Haken liegt.
| Quelle | Was du bekommst | Rückzahlung | Worauf du achten musst |
|---|---|---|---|
| Auslands-BAföG | Inlandssatz plus Zuschläge, etwa für Studiengebühren und Reisekosten | Teils Zuschuss, Darlehensanteil bei höchstens 10.010 € gedeckelt | Antrag spätestens sechs Monate vor Abreise beim Amt für das Zielland |
| Erasmus+ | 540 bis 600 € pro Monat, bis zu vier Monate je Semester | Keine | Platz nur an Partnerhochschulen deiner Hochschule |
| PROMOS und Stiftungen | Zuschüsse je nach Programm | Keine | Fristen und Auswahlkriterien unterscheiden sich stark |
| Bildungskredit | 100, 200 oder 300 € monatlich, höchstens 24 Monate | Ja, 120 € monatlich ab vier Jahren nach der ersten Auszahlung | Antrag vor dem 36. Geburtstag, variabler Zins |
| KfW-Studienkredit | 100 bis 650 € monatlich | Ja, nach der Karenzphase | 6,38 % effektiv, variabel |
| Nebenjob und Erspartes | Je nach Einsatz | Keine | Beim BAföG bleiben 603 € brutto im Monat anrechnungsfrei |
Wie funktioniert Auslands-BAföG?
Auslands-BAföG ist BAföG für Studienabschnitte im Ausland. Im EU-Ausland und in der Schweiz kann das gesamte Studium gefördert werden. Außerhalb davon wird in der Regel bis zu einem Jahr gefördert, und zwar nur nach mindestens einem Jahr Studium in Deutschland. Die Grundlage bildet dein Inlandssatz, der bei eigener Wohnung und eigener Krankenversicherung höchstens 992 € im Monat beträgt (Studierendenwerke).
Welche Zuschläge gibt es?
Zum normalen Satz kommen Zuschläge hinzu, die ein Studium im Ausland teurer machen. Das Amt rechnet den Bedarf für dein Zielland individuell aus.
- Studiengebühren: Nach Angaben der Stadt Heidelberg bis zu 5.600 € für höchstens ein Jahr, vollständig als Zuschuss. Das zuständige Amt bestätigt dir den aktuellen Betrag.
- Reisekosten: 250 € je Fahrt innerhalb Europas, 500 € außerhalb.
- Auslandszuschlag: Nur für Studien außerhalb von EU und Schweiz. Die Höhe richtet sich nach dem Land.
- Krankenversicherung: Für die Mehrkosten einer Auslandskrankenversicherung gibt es einen Zuschlag. Reise- und Versicherungszuschlag gelten je zur Hälfte als Zuschuss und als Darlehen.
- Kinderbetreuung: 160 € pro Kind unter 14 Jahren und Monat, als Zuschuss.
Der Darlehensanteil ist gedeckelt: Zurückzahlen musst du höchstens 10.010 €, in Raten zu 130 € im Monat.
Wann und wo stellst du den Antrag?
Zuständig ist das BAföG-Amt für dein Zielland, nicht das Amt deiner Heimathochschule. Insgesamt gibt es 18 solcher Ämter. Stelle den Antrag spätestens sechs Monate vor Beginn des Auslandsaufenthalts, ein formloser Antrag wahrt die Frist. Eine Vorabentscheidung ist bis zu einem Jahr vor der Abreise möglich.
Wichtig: Der Aufenthalt muss mindestens sechs Monate oder ein Semester dauern, bei Hochschulkooperationen genügen zwölf Wochen. Außerdem muss das Auslandsstudium für deinen Abschluss förderlich sein, was dir eine Dozentin oder ein Dozent bestätigt. Für Ferien vor und nach dem Aufenthalt gibt es keine Zuschläge. Mehr zur Finanzierung ohne den Inlandsanspruch findest du im Beitrag, wie du dein Studium ohne BAföG bezahlst.
Was zahlt Erasmus+ für ein Auslandssemester?
Erasmus+ zahlt 2026/27 monatlich 600 € in Ländergruppe 1 und 540 € in den Ländergruppen 2 und 3. Dauer und Auszahlung regeln die Hochschulen selbst. Frag deshalb im Akademischen Auslandsamt nach den Werten deiner Hochschule.
| Ländergruppe | Beispiele | Förderung pro Monat |
|---|---|---|
| 1 | Frankreich, Italien, Irland, Niederlande, Schweden, Schweiz | 600 € |
| 2 | Spanien, Portugal, Griechenland, Tschechien | 540 € |
| 3 | Polen, Ungarn, Rumänien, Türkei | 540 € |
Ein Semester wird höchstens vier Monate gefördert, zwei Semester höchstens acht. Weitere Tage zählen als „Zero-Grant“ und bringen keine Förderung. Beispiel: Ein Semester in Spanien ergibt 4 × 540 € = 2.160 €, ein Jahr in Frankreich 8 × 600 € = 4.800 €. Die Mindestförderdauer beträgt zwei Monate, 70 % der Summe erhältst du in der Regel vorab.
Für Studierende mit Behinderung ab einem Grad von 20, mit chronischer Erkrankung, mit Kind oder als Erstakademikerin oder Erstakademiker gibt es zusätzlich 250 € im Monat. Wie Bewerbung, Fristen und Ablauf aussehen, steht in unserem Beitrag zu Erasmus und Auslandssemester.
Welche Stipendien gibt es für ein Auslandsstudium?
Stipendien sind Zuschüsse ohne Rückzahlung und kommen von Hochschulen, Stiftungen, Förderwerken und Zielländern. Die Bewerbungsfristen liegen häufig lange vor der Abreise, starte deine Recherche deshalb mindestens ein Jahr vorher.
PROMOS und die Datenbank des DAAD
PROMOS vergeben die Hochschulen selbst, vor allem für kürzere Aufenthalte wie ein Semester, Praktikum oder Sprachkurs. Bedingungen, Höhe und Fristen legt jede Hochschule fest, du bewirbst dich also bei deinem Akademischen Auslandsamt. Passende Programme für dein Fach und Zielland findest du in der Stipendiendatenbank des DAAD und im Stipendienlotse des Bundesforschungsministeriums.
Begabtenförderungswerke und Stiftungen
Der Bund fördert 13 Begabtenförderungswerke. 2024 erhielten 31.447 Studierende diese Förderung. Der Höchstfördersatz lag bei 1.292 € im Monat, ohne Familien- und Kinderbetreuungszuschlag. Gefragt sind gute Leistungen und gesellschaftliches Engagement. Du musst dich selbst bei den Werken bewerben.
Daneben vergeben Fachstiftungen und Unternehmen Stipendien, teils mit Verpflichtungen wie einem Praktikum. Das Deutschlandstipendium zahlt 300 € im Monat einkommensunabhängig, über die Auswahl entscheidet deine Hochschule.
Stipendien des Ziellandes
Auch ausländische Hochschulen und Regierungen fördern internationale Studierende. Bekannte Beispiele sind das Fulbright-Programm für die USA und die Chevening-Stipendien für Großbritannien. Beide sind stark umkämpft, Voraussetzungen und Beträge findest du direkt bei den Programmen.
Wie überzeugst du bei der Bewerbung?
- Begründe im Motivationsschreiben, warum genau dieses Land und diese Hochschule zu deinem Studienziel passen.
- Hole Empfehlungsschreiben früh ein, Dozierende brauchen dafür Vorlauf.
- Bewirb dich auf mehrere Programme, auch ein Teilstipendium entlastet.
- Nenne Engagement, Praktika und Sprachkenntnisse konkret mit Zeitraum und Aufgabe.
Wann lohnt sich ein Kredit für das Auslandsstudium?
Ein Kredit lohnt sich, wenn Zuschüsse nicht reichen und du die Rückzahlung realistisch tragen kannst. Die Studierendenwerke raten, Kredite nur als Ergänzung zu nutzen: BAföG und Stipendien haben Vorrang, weil sie günstiger sind.
Bildungskredit
Der Bildungskredit des Bundes nennt Auslandssemester ausdrücklich als Verwendungszweck. Du erhältst monatlich 100, 200 oder 300 €, höchstens 24 Monate pro Ausbildungsabschnitt. Es gibt keine Einkommens- und Vermögensprüfung, und du kannst ihn parallel zum BAföG nutzen. Der Zins liegt bei 4,09 % effektiv, ist variabel und wird zum 1. April und 1. Oktober neu festgesetzt. Du musst bei Antragstellung jünger als 36 Jahre sein, die Rückzahlung von 120 € monatlich beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Beantragt wird online beim Bundesverwaltungsamt.
KfW-Studienkredit
Der KfW-Studienkredit zahlt 100 bis 650 € im Monat, ohne Sicherheiten und ohne Einkommensprüfung. Für neu abgeschlossene Verträge gelten seit dem 1. Oktober 2026 6,38 % effektiv, variabel. Die nächste Anpassung folgt am 1. April 2027. Antragsberechtigt sind 18- bis 44-Jährige. Die Höchstsumme staffelt sich nach dem Alter: 54.600 € (bis 24 Jahre, bis zu 14 Semester), 39.000 € (bis 34 Jahre, 10 Semester) und 23.400 € (bis 44 Jahre, 6 Semester). Aktuelle Konditionen und die Frage, ob dein Auslandsvorhaben abgedeckt ist, klärst du vor dem Antrag direkt bei der KfW.
Private Kredite und Bildungsfonds
Banken verlangen meist ein regelmäßiges Einkommen und rechnen BAföG und Kindergeld in der Regel nicht an. Vergleiche vor der Unterschrift den Effektivzins, prüfe fest oder variabel und kläre Rückzahlungsbeginn und vorzeitige Tilgung. Ein Widerrufsrecht besteht 14 Tage. Bei Bildungsfonds richtet sich die Rückzahlung nach einem Anteil am späteren Einkommen, nur wenige Anbieter nehmen derzeit neue Studierende auf. Bei einem Bürgen oder Mitdarlehensnehmer gilt: Der Bürge haftet nur bei Zahlungsausfall, der Mitdarlehensnehmer schuldet den vollen Betrag mit.
Wie finanzierst du einen Master im Ausland?
Für einen kompletten Master im Ausland kombinierst du dieselben Bausteine, nur über einen längeren Zeitraum. Im EU-Ausland und in der Schweiz ist Auslands-BAföG für das gesamte Studium möglich. Dazu kommen Stipendien, Bildungskredit und KfW-Studienkredit, bei Gebühren an der Gasthochschule lohnt der Blick auf den Studiengebühren-Zuschlag. Wie Länder, Bewerbung und Kosten aussehen, erfährst du beim Thema den Master im Ausland planen.
Rechne vorab durch, wie hoch der Gesamtbedarf bis zum Abschluss ist. Ein Kredit über mehrere Jahre summiert sich schnell, und Zinsen laufen bis zur Rückzahlung weiter. Für den Bildungskredit werden sie allerdings bis zum Rückzahlungsbeginn gestundet.
Wie bist du im Ausland krankenversichert?
Im EU-Ausland, im EWR und in der Schweiz bleibst du als immatrikulierte Studentin oder Student mit deutschem Wohnsitz in der studentischen Krankenversicherung, sofern du die Altersgrenze von 30 nicht überschritten hast. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) deckt notwendige Leistungen nach den Regeln des Aufenthaltslandes. Örtliche Zuzahlungen fallen an, den medizinischen Rücktransport zahlt die gesetzliche Kasse nicht.
Außerhalb dieser Staaten brauchst du in der Regel eine Versicherung im Studienland oder eine private Auslandskrankenversicherung. Bei mehrmonatigen Aufenthalten ist eine Langzeitpolice nötig, klassische Reiseversicherungen gelten oft nur für eine begrenzte Zahl von Tagen je Reise. Was für Privatversicherte gilt, steht im Beitrag zur PKV im Auslandssemester. Der BAföG-Zuschlag für die Krankenversicherung entlastet dich dabei.
Was bringen Nebenjob, Erspartes und Familie?
Eigene Mittel sind die verlässlichste Säule, weil keine Frist und kein Auswahlverfahren dazwischenstehen. Wer ein Jahr vor der Abreise monatlich einen festen Betrag zurücklegt, baut ein Polster für Kaution, Flug und die ersten Wochen auf. Beim BAföG bleibt eigenes Einkommen bis 603 € brutto im Monat ohne Folgen, bei höherem Einkommen sinkt die Förderung anteilig.
Im Ausland hängt das Arbeiten von den Visabestimmungen ab. Informiere dich vor der Abreise, wie viele Stunden dir das Gastland erlaubt. Hochschuljobs in Bibliothek oder Fachbereich sind oft gut mit dem Stundenplan vereinbar.
Auch die Eltern lohnen ein Gespräch. Für auswärts wohnende Studierende nennen die Studierendenwerke als Orientierung nach der Düsseldorfer Tabelle (Stand 2025) 990 € im Monat, darin sind Kranken- und Pflegeversicherung nicht enthalten. Lege deiner Familie ein Budget vor, damit klar ist, wofür das Geld gebraucht wird. Bei einem Familiendarlehen helfen schriftliche Absprachen zu Rückzahlung und Laufzeit.
Häufige Fragen
Wie finanziere ich ein Auslandssemester?
Meist als Mischung: Erasmus+ oder PROMOS für die Grundförderung, Auslands-BAföG für Zuschläge wie Reisekosten und Studiengebühren, ein Nebenjob oder Erspartes für den Rest. Reicht das nicht, schließt der Bildungskredit die Lücke. Beginne mindestens sechs Monate vor der Abreise mit den Anträgen, weil Auslands-BAföG genau diese Frist verlangt.
Gibt es Auslands-BAföG, wenn ich im Inland keins bekomme?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Im Ausland kommen Zuschläge hinzu, etwa für Reisekosten, Krankenversicherung oder Studiengebühren, und der Bedarf steigt. Ob du Anspruch hast, entscheidet das für dein Zielland zuständige Amt. Ein formloser Antrag wahrt die Frist, du kannst die Unterlagen danach nachreichen.
Wie viel zahlt Erasmus+ pro Monat?
2026/27 sind es 600 € in Ländergruppe 1 und 540 € in den Gruppen 2 und 3, jeweils für höchstens vier Monate pro Semester. Hinzu kommen 250 € monatlich, wenn du zu den Studierenden mit geringeren Chancen zählst. Die genaue Auszahlung regelt deine Hochschule.
Kann ich mehrere Förderungen kombinieren?
Ja, Bildungskredit und BAföG laufen parallel, auch das Deutschlandstipendium wird zusätzlich zu anderen Einkünften gezahlt. Wie sich ein Stipendium im Einzelfall auf das BAföG auswirkt, klärst du mit dem BAföG-Amt, bevor du zusagst.
So gehst du jetzt vor
- Kläre mit dem Akademischen Auslandsamt, welche Erasmus+- und PROMOS-Plätze deine Hochschule anbietet und bis wann du dich bewerben musst.
- Stelle spätestens sechs Monate vor der Abreise einen formlosen Antrag auf Auslands-BAföG beim zuständigen Amt.
- Suche in der DAAD-Datenbank und im Stipendienlotse nach Programmen für dein Fach und Zielland und bewirb dich auf mehrere.
- Rechne den Gesamtbedarf aus und prüfe erst danach, ob du Bildungskredit oder KfW-Studienkredit brauchst.
- Kläre deinen Krankenversicherungsschutz für das Zielland, bevor du buchst.
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Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung.