Als Ökonom im öffentlichen Dienst steigst du in einen Bereich ein, in dem Gehalt, Krankenversicherung und Absicherung nach festen Regeln laufen. Das hilft beim Planen, verlangt aber genaues Hinsehen: Entscheidend ist die Entgeltgruppe, die dir dein Arbeitgeber zuweist, und nicht der Titel auf dem Zeugnis. Dieser Ratgeber zeigt die Zahlen für 2026 und wie du sie einordnest.
Kurz beantwortet: Das Gehalt im öffentlichen Dienst richtet sich nach Tarifvertrag und Eingruppierung. Im TV-L liegt die Entgeltgruppe 13 in Stufe 1 ab dem 1. April 2026 bei 4.759,37 Euro brutto im Monat, gültig bis 28. Februar 2027. Angestellte bleiben damit unter der Versicherungspflichtgrenze und sind gesetzlich krankenversichert. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Entgeltgruppe bestimmt dein Tabellengehalt. Maßgeblich ist die Tätigkeit, nicht allein dein Abschluss.
- Im TV-L beträgt das Tabellenentgelt der Entgeltgruppe 13 in Stufe 1 ab 1. April 2026 4.759,37 Euro brutto im Monat.
- Unter der Versicherungspflichtgrenze von 6.450 Euro im Monat (2026) bist du als Angestellter gesetzlich krankenversichert.
- Wer verbeamtet wird, ist nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern erhält Beihilfe und braucht eine private Ergänzung.
- Eine Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du früh prüfen, Gesundheitsfragen müssen vollständig beantwortet werden.
Welche Entgeltgruppe kommt für dich infrage?
Im öffentlichen Dienst bestimmt die Eingruppierung das Gehalt. Sie folgt den Tätigkeitsmerkmalen der Stelle. Deshalb lohnt es sich, die Stellenausschreibung mit den Anforderungen des Tarifvertrags abzugleichen und die Eingruppierung schriftlich zu erbitten. Die folgende Tabelle zeigt das Tabellenentgelt der Entgeltgruppe 13 nach TV-L, Stand 1. April 2026.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| E 13 (monatlich brutto) | 4.759,37 € | 5.106,09 € | 5.366,89 € | 5.873,56 € | 6.573,97 € | 6.764,69 € |
Quelle der Werte: Entgelttabelle TV-L, gültig vom 1. April 2026 bis 28. Februar 2027. Die Tabelle nennt nur das Tabellenentgelt. Zulagen, Sonderzahlungen und die Zusatzversorgung sind nicht enthalten.
Zum Vergleich zeigt die niedrigere Entgeltgruppe 9b in Stufe 1 einen Betrag von 3.620,10 Euro. Der Abstand zur Entgeltgruppe 13 beträgt damit 1.139,27 Euro im Monat. Welche Gruppe für deine Stelle gilt, entscheidet allein die Eingruppierung.
| Vergleich, Stufe 1 | Monatlich brutto | Abstand zu E 13 |
|---|---|---|
| Entgeltgruppe 9b | 3.620,10 € | -1.139,27 € |
| Entgeltgruppe 13 | 4.759,37 € | 0,00 € |
Wenn du zwischen zwei Angeboten schwankst, vergleiche nicht nur das Tabellenentgelt. Stufenaufstieg, Zusatzversorgung, Jahressonderzahlung und Urlaubsanspruch verändern das Gesamtbild deutlich. Lass dir die Gesamtvergütung als Übersicht geben, bevor du dich entscheidest.
Wie sieht die Krankenversicherung aus?
Als Angestellter bist du bei einem Entgelt unter der Versicherungspflichtgrenze von 6.450 Euro im Monat gesetzlich pflichtversichert. Das regelt § 5 SGB V, die Grenze selbst steht in § 6 SGB V. Annahme für ein Rechenbeispiel: Entgeltgruppe 13 in Stufe 1, kinderlos, gesetzlich versichert, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 Prozent. Dann ergeben sich an Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung rund 973,28 Euro im Monat (8,75 Prozent Krankenversicherung, 2,4 Prozent Pflegeversicherung inklusive Kinderlosenzuschlag, 9,3 Prozent Rentenversicherung). Die Arbeitslosenversicherung ist nicht enthalten.
Im öffentlichen Dienst kommt meist eine Zusatzversorgung hinzu, die in dieser Rechnung nicht vorkommt. Ihre Bedingungen stehen im jeweiligen Tarifvertrag und in den Unterlagen deines Arbeitgebers. Wer verbeamtet wird, folgt einer anderen Logik: Beihilfe und private Krankenversicherung, wie unser Ratgeber zur Verbeamtung auf Probe erklärt.
Für Beamte auf Probe gelten die Beihilfesätze des Dienstherrn, die je nach Status und Familienstand unterschiedlich ausfallen. Prüfe das Beihilferecht deines Landes oder des Bundes, bevor du einen privaten Ergänzungstarif wählst. Der Tarif sollte zu den Beihilfesätzen passen und nicht Leistungen doppelt versichern.
Welche Absicherung passt zum Berufseinstieg?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet nach § 172 VVG, wenn die Berufsunfähigkeit nach Vertragsbeginn eintritt. Im öffentlichen Dienst stellt sich zusätzlich die Frage nach der Dienstunfähigkeit, sofern du verbeamtet wirst. Wie beides zusammenspielt, behandelt unser Ratgeber zur Berufsunfähigkeit im Lehramtsstudium, die Logik ist für viele Berufsgruppen im öffentlichen Dienst ähnlich. Achte bei Gesundheitsfragen auf vollständige Angaben nach § 19 VVG.
Häufige Fragen
Ist E 13 im Einstieg realistisch?
Das hängt von Abschluss, Tätigkeit und Stellenbeschreibung ab. Ob eine Stelle E 13 oder A 13 vorsieht, erklärt unser Ratgeber zum Einstieg im öffentlichen Dienst. Die Eingruppierung nennt dir der Arbeitgeber schriftlich, bevor du den Vertrag unterschreibst.
Steige ich in der Stufe automatisch auf?
Der Tarifvertrag regelt die Stufenlaufzeiten. Ob und wann du aufsteigst, hängt von der Stufenlaufzeit und den tariflichen Voraussetzungen ab. Schau in die Entgelttabelle und frag die Personalabteilung nach deinem Aufstiegsdatum.
Gibt es eine Jahressonderzahlung?
Viele Tarifverträge im öffentlichen Dienst sehen eine Jahressonderzahlung vor. Ob und in welcher Höhe sie für dich gilt, steht im anwendbaren Tarifvertrag und in deinem Arbeitsvertrag. Frag danach ausdrücklich, bevor du den Vertrag annimmst.
Was ändert sich bei einer Teilzeitstelle?
Das Tabellenentgelt wird bei Teilzeit anteilig gezahlt. Die Beitragsrechnung für Sozialabgaben richtet sich dann nach dem tatsächlich gezahlten Entgelt. Rechne deshalb mit dem konkreten Vertragsbetrag und nicht mit der Vollzeittabelle.
So gehst du jetzt vor
- Vergleiche die Stellenausschreibung mit den Tätigkeitsmerkmalen und frag nach der Eingruppierung.
- Lass dir das Tabellenentgelt für deine Stufe schriftlich bestätigen.
- Prüfe, ob du gesetzlich oder nach einer Verbeamtung privat versichert bist, und kläre das mit deiner Krankenkasse oder Beihilfestelle.
- Prüfe deine Berufsunfähigkeitsabsicherung, bevor Vorerkrankungen den Abschluss erschweren.
Passend dazu
- Einstieg im öffentlichen Dienst: E 13 oder A 13?
- Einstiegsgehälter 2026 nach Studienfach: Daten und Spannen
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- Versicherungspflichtgrenze 2027: Ab welchem Gehalt du in die PKV darfst
Quellen: Entgelttabelle TV-L, gültig ab 1. April 2026 (Stand: Oktober 2026) · § 5 SGB V, Versicherungspflicht (Stand: Oktober 2026) · § 6 SGB V, Versicherungsfreiheit (Stand: Oktober 2026) · GKV-Spitzenverband, Faktenblatt Rechengrößen 2026 (Stand: Januar 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.