Wer im Studium auf jeden Euro achtet, verliert schnell den Überblick über die vielen kleinen Posten. Dieser Ratgeber zeigt, welche Ausgaben sich tatsächlich beeinflussen lassen, wo Befreiungen möglich sind und warum eine Liste mit Spartipps allein nicht reicht. Zahlen sind belegt, wo sie genannt werden.
Kurz beantwortet: Stand: Oktober 2026. Die größten Hebel liegen bei Wohnen, Essen und Mobilität, weil sie den Monat prägen. Beim Rundfunkbeitrag gilt seit 1. Januar 2026 ein Betrag von 18,36 Euro pro Monat und Wohnung. Für BAföG-Empfänger, die nicht bei den Eltern wohnen, ist eine Befreiung möglich, die beantragt werden muss. Jede Maßnahme sollte vorab auf ihren Nutzen geprüft werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die größten Ausgaben im Studium sind Miete, Essen und Mobilität. Dort wirkt jede Veränderung am stärksten.
- Der Rundfunkbeitrag beträgt 18,36 Euro pro Monat und Wohnung (Stand 1. Januar 2026). Eine Befreiung ist für bestimmte BAföG-Empfänger möglich.
- Gebrauchte Waren, Tauschen und Leihen senken Anschaffungen, die sonst unregelmäßig anfallen.
- Rabatte lohnen sich nur, wenn du das Angebot ohnehin brauchst. Die Bindung an einen Vertrag kann teurer sein als der Rabatt.
- Wer bei Versicherungen oder Verträgen spart, sollte vor jeder Kündigung die Leistungen und Fristen prüfen.
Wo lohnt sich Sparen am meisten?
Die Frage ist weniger, wie man überall ein bisschen spart, sondern wo ein Posten im Monat so viel ausmacht, dass eine Änderung spürbar wird. Bei Miete und Wohnform entscheidet die Wahl der Wohnung über mehrere hundert Euro im Jahr. Den Ausgangspunkt bietet der Ratgeber zur günstigen Wohnung im Studium, der Strategie und Portale beschreibt.
Beim Essen wirkt vor allem die Frage, wie oft du selbst kochst und wie du die Mensa nutzt. Der Ratgeber zur Mensa im Studium zeigt Alternativen. Bei der Mobilität lohnt der Blick auf Semestertickets und Monatstickets. Ob ein Ticket günstiger ist als der Einzelkauf, hängt von deinem Weg und der Häufigkeit ab, die du fährst.
Ein Monatsbudget macht sichtbar, welche Posten am meisten Geld binden. Wer seine Ausgaben drei Monate lang notiert, erkennt Muster, die sich in keiner Spartipp-Liste finden lassen. Der Ratgeber zur Budgetplanung im Studium erklärt, wie du den Überblick in drei Schritten aufbaust.
Welche Fixkosten lassen sich prüfen?
Fixkosten laufen unabhängig davon weiter, ob du viel oder wenig ausgibst. Deshalb lohnt sich ein einmaliger Check. Die folgende Tabelle nennt einen Posten mit belegtem Betrag und einer möglichen Befreiung. Weitere Fixkosten, etwa Handyvertrag oder Versicherungen, hängen vom Einzelfall ab und sind deshalb nicht mit einem allgemeinen Betrag aufgeführt.
| Posten | Betrag und Stand | Was du prüfen kannst |
|---|---|---|
| Rundfunkbeitrag | 18,36 Euro pro Monat und Wohnung (Stand 1. Januar 2026) | Befreiung für BAföG-Empfänger, die nicht bei den Eltern wohnen. Befreiung beim Beitragsservice beantragen und Nachweise beilegen. |
| Mietnebenkosten | Keine allgemeine Zahl, abhängig von Wohnung | Abrechnung vom Vermieter prüfen und Vorauszahlung anpassen, wenn sie stark abweicht. |
| Handy- und Internetvertrag | Abhängig vom Anbieter | Laufzeit, Leistung und Preis nach Ablauf der Aktion vergleichen. |
Der Rundfunkbeitrag fällt pro Wohnung an, unabhängig davon, wie viele Personen dort wohnen. Für Studierende gibt es Sonderregelungen. Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann eine Befreiung beantragen. Welche Nachweise dafür gelten, teilt der Beitragsservice mit.
Gebraucht kaufen, tauschen und leihen
Viele Anschaffungen im Studium sind nur für eine Phase nötig: Fachbücher, Laptop, Möbel, Winterkleidung. Gebrauchte Ware kann hier einiges sparen, ohne dass du auf Qualität verzichten musst. Achte auf Gewährleistung, Zustand und Rückgabemöglichkeiten. Der Ratgeber Gebraucht statt neu: Clever sparen im Studium beschreibt Wege und Risiken.
Leihen funktioniert ähnlich: Bibliotheken, Hochschul-Verleihe und Tauschgruppen bieten Bücher, Werkzeug oder Technik ohne eigene Anschaffung. Ob das Angebot an deiner Hochschule besteht, klärst du am besten direkt bei der Universitätsbibliothek oder dem Studierendenwerk.
Rabatte nutzen, aber mit Vorsicht
Studentenrabatte gibt es bei vielen Anbietern, etwa bei Software, Verlagen oder Dienstleistern. Ein Rabatt ist nur dann günstig, wenn du das Produkt ohnehin brauchst. Sonst entsteht eher ein Kaufanreiz als eine Ersparnis. Achte außerdem auf Laufzeiten und Kündigungsfristen, denn eine lange Bindung kann den Vorteil schnell aufzehren.
Einen Überblick über typische Angebote und worauf du achten solltest, bietet der Ratgeber zu Studentenrabatten. Wichtig ist außerdem, dass du den Studentenstatus nachweisen musst, was je nach Anbieter unterschiedlich geregelt ist.
Wann Sparen auf Kosten der Absicherung geht
Bei Versicherungen gilt besondere Vorsicht. Eine Kündigung kann eine Absicherungslücke erzeugen, die im Schadensfall teuer wird. Bevor du einen Vertrag kündigst oder wechselst, lohnt sich ein Blick auf Leistungen, Fristen und die Frage, ob du anderweitig abgesichert bist. Diese Entscheidung sollte gut vorbereitet sein und nicht allein auf dem niedrigsten Beitrag beruhen.
Der Ratgeber Lohnt sich der Wechsel in die PKV im Studium? zeigt, wie man eine Entscheidung dieser Art über mehrere Jahre rechnet. Eine Gegenüberstellung von PKV und GKV bietet außerdem der Ratgeber zur Frage PKV oder gesetzlich als Student.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich im Monat realistisch sparen?
Eine allgemeine Summe lässt sich nicht nennen, weil sie von Wohnort, Lebenssituation und Verträgen abhängt. Realistischer ist es, einzelne Posten zu prüfen und die Änderungen am Monatsbudget zu sehen. Eine Zahl sollte man erst dann nennen, wenn sie aus den eigenen Belegen stammt.
Lohnt sich ein Vergleich von Anbietern wirklich?
Ja, vor allem bei Verträgen mit festen Laufzeiten und bei Posten, die regelmäßig anfallen. Ein Vergleich lohnt sich aber nur, wenn Leistung und Preis gleichermaßen geprüft werden. Der günstigste Tarif ist nicht automatisch der richtige, wenn er wichtige Leistungen ausschließt.
Muss ich BAföG beantragen, um eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag zu bekommen?
Eine Befreiung setzt einen Nachweis voraus, zum Beispiel einen BAföG-Bescheid. Den Antrag stellst du beim Beitragsservice, der die genauen Unterlagen nennt.
Sind Rabatte und Gutscheine dasselbe?
Nein. Ein Studentenrabatt ist ein dauerhaftes Angebot an eine Gruppe, ein Gutschein ist meist einmalig und an einen Zeitraum gebunden. Beide sollten nach denselben Kriterien geprüft werden: Brauchst du das Produkt, und welche Bedingungen gelten?
Woran erkenne ich, dass ein Spartipp mir nicht hilft?
Ein Tipp hilft dir nicht, wenn er einen Posten betrifft, der bei dir kaum anfällt, oder wenn er Kosten an anderer Stelle erhöht. Ein Beispiel ist der Kauf eines teuren Geräts mit Rabatt, das du nicht brauchst. Prüfe daher zuerst deine Ausgabenliste und suche dort nach echten Hebeln.
So gehst du jetzt vor
- Notiere drei Monate lang alle Ausgaben, auch die kleinen, und ordne sie nach Posten.
- Prüfe die Fixkosten, etwa Rundfunkbeitrag, Verträge und Nebenkosten, auf Befreiungen und Fristen.
- Wähle den größten Posten aus und vergleiche dort Angebote, bevor du etwas kündigst.
- Kontrolliere nach einem Semester, ob die Änderungen im Monatsbudget angekommen sind.
Passend dazu
- Strom sparen im Studium: Energie und Nebenkosten senken
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Quellen: Informationen für Studierende, Beitragsservice ARD ZDF Deutschlandradio (Stand Januar 2026), § 13 BAföG, Bedarf für Studierende (Gesetzestext).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.