Richtig recherchieren heißt, die passende Quelle für deine Frage zu finden, und dafür brauchst du mehr als eine Suchmaske. Kataloge, Fachdatenbanken und wissenschaftliche Suchmaschinen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wer sie kombiniert, findet schneller belastbare Literatur und muss weniger raten.
Kurz beantwortet: Richtig recherchieren heißt, die passende Quelle zu finden. Bibliothekskataloge zeigen, was deine Bibliothek besitzt. Fachdatenbanken finden Aufsätze und lassen sich nach Fachgebiet filtern. Viele Volltexte bekommst du über den Hochschul-Zugang, etwa über DFG-Nationallizenzen. Stand: Oktober 2026, Datenbankangebote unterscheiden sich je Hochschule.
Das Wichtigste in Kürze
- Kataloge zeigen Bücher und Medien, Fachdatenbanken zeigen vor allem Aufsätze.
- Der Zugang zu lizenzierten Datenbanken läuft meist über das Hochschulnetz oder ein Bibliothekskonto.
- Suchmaschinen für Wissenschaft eignen sich für den ersten Überblick, ersetzen aber keine Fachdatenbank.
- Dokumentiere jede Suche, damit du sie wiederholen und in deiner Arbeit angeben kannst.
- Prüfe jede Quelle nach Herkunft, Aktualität und Begutachtung, bevor du sie zitierst.
Was ist der Unterschied zwischen Katalog und Datenbank?
Ein Bibliothekskatalog verzeichnet den Bestand einer Bibliothek. Eine Fachdatenbank indexiert Zeitschriftenartikel, Konferenzbeiträge und andere Veröffentlichungen eines Fachs. Verbundkataloge fassen die Bestände vieler Bibliotheken zusammen, Open-Access-Verzeichnisse listen frei zugängliche Zeitschriften.
| Quellentyp | Was er findet | Typischer Zugang | Gut für |
|---|---|---|---|
| Bibliothekskatalog | Bücher, Zeitschriften und Medien des eigenen Bestands | Über die Bibliothek deiner Hochschule | Bücher finden, ausleihen, vormerken |
| Verbundkatalog (zum Beispiel GVK oder KVK) | Bestände vieler Bibliotheken | Frei zugänglich | Herausfinden, wo ein Werk steht |
| Fachdatenbank | Aufsätze und Artikel eines Fachs | Oft über Hochschul-Zugang | Gezielt nach Fachartikeln suchen |
| Suchmaschine für Wissenschaft (zum Beispiel Google Scholar oder BASE) | Wissenschaftliche Dokumente aus vielen Quellen | Frei, teils mit Bibliotheksanbindung | Ersten Überblick gewinnen, Zitationen finden |
| Open-Access-Verzeichnis (zum Beispiel DOAJ) | Frei verfügbare Fachzeitschriften | Frei | Kostenlose Volltexte gezielt finden |
Eine Einführung in den Umgang mit Quellen bietet Wissenschaftlich recherchieren: Quellen finden und bewerten. Wie du Quellen korrekt angibst, zeigt Zitieren leicht gemacht.
Wie findest du eine gute Suchstrategie?
Eine Recherche gelingt, wenn du Begriffe sammelst, Synonyme ergänzt und die Suche Schritt für Schritt eingrenzt. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Formuliere deine Fragestellung in einem Satz und markiere die Schlüsselbegriffe.
- Suche deutsche und englische Begriffe, denn viele Fachartikel erscheinen nur auf Englisch.
- Nutze Anführungszeichen für Wortgruppen, Filter für Erscheinungsjahr und Dokumenttyp sowie Verknüpfungen wie UND oder ODER.
- Starte mit einer Suchmaschine für den Überblick und wechsle dann in die Fachdatenbank.
- Notiere für jede Suche Suchbegriffe, Datenbank und Datum, damit du sie wiederholen kannst.
Wie kommst du an Volltexte?
Viele wissenschaftliche Artikel liegen hinter einer Bezahlschranke. Als Studierende bekommst du sie über deine Hochschule, auf verschiedenen Wegen:
- Hochschul-Zugang: Die Datenbanken in der Liste deiner Bibliothek sind oft nur im Hochschulnetz oder per VPN nutzbar.
- DFG-Nationallizenzen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert Nationallizenzen, mit denen teilnehmende Einrichtungen Zugang zu Zeitschriften und Datenbanken erhalten (nationallizenzen.de).
- Fernleihe: Bücher oder Aufsätze, die deine Bibliothek nicht hat, bestellst du über die Fernleihe. Kosten und Laufzeit regelt jede Bibliothek selbst.
- Open Access: Frei verfügbare Fassungen findest du über Repositorien wie BASE (base-search.net) oder Google Scholar.
Welche Nationallizenzen für dein Fach gelten, zeigt die Seite deiner Bibliothek. Die Angebote unterscheiden sich von Einrichtung zu Einrichtung.
Ein Hinweis aus der Praxis: Viele Treffer zeigen nur Titel und Abstract. Prüfe vor dem Zitieren, ob der Volltext tatsächlich vorliegt. Ein Abstract allein trägt selten eine Aussage in der Arbeit. Gerade bei Fachdatenbanken lohnt es sich, die Trefferliste nach Relevanz zu sortieren und die ersten Seiten gründlich durchzusehen.
Wie prüfst du, ob eine Quelle taugt?
Nicht jede Veröffentlichung ist für eine wissenschaftliche Arbeit geeignet. Diese Fragen helfen bei der Einschätzung:
- Wer hat den Text veröffentlicht? Ein Verlag, eine Fachzeitschrift oder eine Organisation mit erkennbarer Verantwortung?
- Gab es ein Begutachtungsverfahren (Peer Review)? Das steht meist auf der Zeitschriftenseite.
- Ist die Quelle aktuell genug für dein Thema, oder ist die Forschung inzwischen weiter?
- Lässt sich die Aussage in einer weiteren Quelle bestätigen?
- Sind Methode, Daten und Herkunft der Aussagen nachvollziehbar?
Welche Fehler passieren oft?
- Die Suchbegriffe sind zu eng, sodass relevante Treffer ausgeschlossen werden.
- Nur eine Suchmaschine wird genutzt, obwohl die Fachdatenbank passende Treffer liefern würde.
- Ein Text wird nach Titel oder Zusammenfassung zitiert, ohne ihn gelesen zu haben.
- Die Fundstellen werden nicht dokumentiert, und die Suche lässt sich später nicht wiederholen.
Wie dokumentierst du deine Recherche?
Eine Recherche, die sich nicht nachvollziehen lässt, kostet später viel Zeit, sobald du Quellen für das Literaturverzeichnis suchst oder eine Frage deiner Betreuung beantworten musst. Eine einfache Tabelle reicht meist aus.
- Lege für jede Datenbank oder jeden Katalog eine Zeile an, in der du Datum, Suchbegriffe und Trefferzahl notierst.
- Speichere Fundstellen mit vollständigen Angaben direkt in einer Literaturverwaltung wie Zotero.
- Vermerke bei jeder Quelle, ob du sie gelesen hast, und notiere kurz deine Einschätzung.
- Halte fest, welche Suchen keine brauchbaren Treffer brachten, damit du dieselben Fragen nicht noch einmal stellst.
Häufige Fragen
Reicht Google Scholar für eine Hausarbeit?
Für den Einstieg oft gut, für eine belastbare Literaturrecherche meist nicht allein. Google Scholar zeigt viele Treffer, aber nicht immer nachvollziehbar, welche Quellen vollständig durchsucht wurden. Ergänze die Suche mit der Fachdatenbank deines Fachs und dem Bibliothekskatalog.
Muss ich eine Datenbank bezahlen?
Als Studierende in der Regel nicht, wenn deine Hochschule sie lizenziert hat. Der Zugang läuft über das Hochschulnetz oder ein Konto der Bibliothek. Ohne Hochschulzugang helfen frei zugängliche Repositorien und die Fernleihe weiter.
Wie finde ich die passende Fachdatenbank?
Frag deine Fachreferentin oder deinen Fachreferenten in der Bibliothek. Das Datenbank-Infosystem (DBIS) der Universität Regensburg listet Datenbanken nach Fächern, und deine Bibliothek kennt die Lizenzen deiner Hochschule.
Wie lange sollte eine Recherche dauern?
Dafür gibt es keine feste Regel. Plane die Recherche als eigenen Arbeitsschritt ein und dokumentiere sie. Wenn neue Treffer nur noch Wiederholungen sind, bist du meist am Ende der Recherche angekommen. Ein Zeitlimit hilft dabei, nicht im endlosen Suchen steckenzubleiben.
Wie viele Quellen brauche ich für eine Arbeit?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, ob deine Quellen die Fragestellung tragen, unterschiedliche Positionen abbilden und dem Stand der Forschung entsprechen. Frag bei Unsicherheit deine Betreuungsperson, welche Erwartungen sie an Umfang und Auswahl hat.
So gehst du jetzt vor
- Kläre bei deiner Bibliothek, welche Datenbanken für dein Fach lizenziert sind.
- Formuliere deine Fragestellung und sammle Suchbegriffe in zwei Sprachen.
- Recherchiere in Katalog, Fachdatenbank und Suchmaschine, und dokumentiere jede Suche.
- Prüfe jede Quelle nach Herkunft, Aktualität und Begutachtung, bevor du sie zitierst.
Passend dazu
- Wissenschaftlich recherchieren: Quellen finden und bewerten
- Zitieren leicht gemacht: Die wichtigsten Regeln im Überblick
- Kostenlose Software für Studierende: Office, Statistik, Design
- Klausurvorbereitung im Studium: So gehst du Schritt für Schritt vor
Quellen: DFG-Nationallizenzen, Informationen zum Angebot (nationallizenzen.de, Stand: Oktober 2026). Karlsruher Virtueller Katalog, Verbundrecherche (kvk.bibliothek.kit.edu, Stand: Oktober 2026). Datenbank-Infosystem DBIS (dbis.ur.de, Stand: Oktober 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.