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Referendariat Bayern: Anwärterbezüge und Beihilfe

Was du im Referendariat in Bayern verdienst, welche Beihilfe dir zusteht und wie du die Krankenversicherung mit der Beihilfe verbindest. Mit Zahlen, Stand und Quellen.
Referendar steht vor der Tafel in einem Klassenzimmer

Inhalt

Wer das Referendariat Bayern Gehalt planen will, braucht zwei Antworten: Wie hoch die Anwärterbezüge ausfallen und wie die Beihilfe bei Krankheitskosten funktioniert. Dieser Ratgeber zeigt dir die Werte, die sich belegen lassen, und sagt dir, an welchen Stellen du vor Dienstbeginn selbst nachsehen solltest.

Kurz beantwortet: Im Referendariat in Bayern bekommst du Anwärterbezüge. Laut Besoldungstabelle des dbb liegt der Betrag für das Eingangsamt A 13 bei 1.795,21 Euro brutto im Monat, gültig ab 1. Oktober 2026 und vorbehaltlich der Verkündung. Als Regelsatz übernimmt die Beihilfe 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, wenn du keine Kinder hast. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anwärterbezüge in Bayern betragen laut dbb-Besoldungstabelle 1.795,21 Euro (A 13) bzw. 1.763,44 Euro (A 12) brutto pro Monat.
  • Die Werte gelten ab 1. Oktober 2026. Den Stand davor wird hier nicht dargestellt.
  • Die Beihilfe deckt als Regelsatz 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, wenn du keine Kinder hast.
  • Eine pauschale Beihilfe ist in den ausgewerteten Übersichten für Bayern nicht vorgesehen. Maßgeblich ist die Verordnung.
  • Welche Besoldungsgruppe für dich gilt, steht in deiner Einstellungsbescheinigung.

Wie hoch sind die Anwärterbezüge im Referendariat Bayern?

Anwärterbezüge sind dein Gehalt während des Vorbereitungsdienstes. Die Höhe richtet sich nach dem Eingangsamt, also der Besoldungsgruppe, in die du eingestuft wirst. Die folgenden Werte stammen aus der Besoldungstabelle des dbb für Bayern, Stand Oktober 2026, vorbehaltlich der Verkündung im Gesetzblatt:

EingangsamtAnwärterbezüge brutto pro MonatGilt seit
A 131.795,21 Euro01.10.2026
A 121.763,44 Euro01.10.2026

Brutto heißt: Vor Steuern und Abzügen. Ob du A 13 oder A 12 bekommst, entscheidet deine Einstufung. Ob in Bayern alle Grundschullehrkräfte noch in A 12 eingestuft sind, wurde nicht geprüft, deshalb frag bei der Einstellung nach, welche Zeile für dich gilt. Für eine Netto-Rechnung nutzt du den Abgabenrechner des Bundesministeriums der Finanzen.

Wie funktioniert die Beihilfe im Referendariat in Bayern?

Beamte haben im Krankheitsfall einen Anspruch auf Beihilfe, und sie sind deshalb in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht versichert. Nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V sind Beamte versicherungsfrei, wenn sie nach beamtenrechtlichen Vorschriften Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe haben. Ob du als Beamter auf Widerruf oder im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis eingestellt bist, legt das bayerische Landesrecht fest. Dein Einstellungsbescheid gibt darüber Auskunft.

Die Beihilfe zahlt nur einen Teil deiner Kosten. Als Regelsatz für Beamte auf Widerruf ohne Kinder gilt ein Bemessungssatz von 50 Prozent, geregelt in der Bayerischen Beihilfenverordnung. Den Rest deckst du über eine private Krankenversicherung ab oder trägst ihn selbst.

Rechenbeispiel: So wirkt der 50-Prozent-Satz

Annahme: Du hast keine Kinder und reichst eine beihilfefähige Behandlung über 200 Euro ein. So rechnest du den Anteil durch:

  1. Die Beihilfe übernimmt 50 Prozent von 200 Euro, also 100 Euro.
  2. Die übrigen 100 Euro trägst du selbst oder erhältst sie über deine Krankenversicherung.
  3. Prüfe vorher, ob die Leistung überhaupt beihilfefähig ist. Nicht jede Behandlung wird erstattet.
  4. Reiche die Rechnung fristgerecht bei der Beihilfestelle ein. Die Fristen stehen im Antragsformular.

Wie viel dir am Ende bleibt, hängt also von der Höhe deiner Behandlungskosten und davon ab, welche Leistungen dein Tarif übernimmt. Mehr zu den Abläufen findest du im Ratgeber zur Beihilfe im Referendariat.

Welche Krankenversicherung passt zum Referendariat in Bayern?

Mit 50 Prozent Beihilfe brauchst du für die andere Hälfte einen Tarif. Viele Anwärter entscheiden sich für einen Anwärtertarif der privaten Krankenversicherung, der auf die Zeit der Ausbildung zugeschnitten ist. Ob sich das lohnt, hängt von Vorerkrankungen, Alter, Familienplanung und den Leistungen ab, die dir wichtig sind. Der Monatsbeitrag allein sagt wenig.

Die Grundlagen zur Wahl zwischen gesetzlicher und privater Absicherung fasst der Ratgeber Krankenversicherung im Referendariat: GKV, PKV und Beihilfe zusammen. Eine persönliche Einordnung deiner Lage bietet Academycon über So arbeiten wir an.

Gibt es in Bayern eine pauschale Beihilfe?

Einige Länder bieten Anwärtern als Alternative eine pauschale Beihilfe an, die du einmal wählst. Nach den ausgewerteten Übersichten ist sie für Bayern nicht vorgesehen. Verbindlich ist allein die Landesverordnung, deshalb lohnt eine Anfrage bei der Beihilfestelle. Einen Überblick über die Länder bietet der Ratgeber zur pauschalen Beihilfe für Referendare.

Gilt die Bayern-Tabelle auch für Rechtsreferendare?

Die Tabellenwerte oben beziehen sich auf die Anwärterbesoldung in Bayern. Für Rechtsreferendare gilt nicht automatisch derselbe Betrag, wenn ihre Rechtsstellung anders geregelt ist. Den konkreten Betrag nennt dir die zuständige Stelle in deinem Einstellungsbescheid.

Warum du die Tabelle selbst prüfen solltest

Die Besoldungstabellen der Länder werden in Gesetzen und Verordnungen festgelegt, und Gewerkschaften und Beratungsportale geben sie oft in verkürzter Form wieder. Die dbb-Übersicht ist deshalb ein guter Ausgangspunkt, aber keine verbindliche Quelle. Maßgeblich ist das bayerische Besoldungsrecht im jeweils gültigen Stand. Achte beim Vergleich auf drei Punkte: Das Datum des Inkrafttretens, die Besoldungsgruppe deiner Einstellung und die Frage, ob der Betrag brutto oder netto angegeben ist.

Auch für die Planung zählt das Datum. Ein Betrag, der ab Oktober 2026 gilt, ist für einen Dienstbeginn im Frühjahr 2026 nicht passend. Wenn du einen Vergleich mit anderen Ländern ziehst, nimm für jedes Land denselben Stichtag. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen, und die Unterschiede wirken größer oder kleiner, als sie sind.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Referendariat Bayern Gehalt netto?

Eine Nettozahl nenne ich nicht, weil die Lohnsteuer von deinem Familienstand, Freibeträgen und weiteren Abzügen abhängt. Mit dem Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums kannst du deine Zahlen selbst eintragen. Beiträge zur Krankenversicherung fallen bei Beamten anders an als bei Angestellten, deshalb solltest du sie getrennt betrachten.

Bekomme ich mehr Geld, wenn ich Kinder habe?

Mit Kindern erhältst du in der Regel einen Familienzuschlag, und der Beihilfesatz kann steigen. Die Höhe des Zuschlags steht in der Besoldungstabelle Bayerns und hängt von der Zahl der Kinder ab. Im Rechenbeispiel oben habe ich bewusst keine Kinder angenommen.

Gilt die 50-Prozent-Regel für alle Anwärter?

Nein. 50 Prozent sind die Regel für Beamte auf Widerruf ohne Kinder. Mit Kind kann der Bemessungssatz höher liegen. Die Beihilfestelle prüft deine Lage anhand deiner Einstellung und deines Familienstands.

Wann ändern sich die Anwärterbezüge in Bayern?

Die Werte in dieser Übersicht gelten ab 1. Oktober 2026, davor lagen sie niedriger. Besoldungstabellen werden vom Land angepasst. Plane deshalb mit dem Stand deines Einstellungstermins und prüfe vor Beginn die aktuelle Tabelle des Freistaats.

Muss ich die Beihilfe für jede Rechnung selbst beantragen?

Ja, die Beihilfe läuft über einen Antrag an deine Beihilfestelle. Reiche Originalbelege mit den vorgesehenen Angaben ein und halte die Fristen ein. Die Stelle entscheidet dann, welche Kosten erstattet werden.

So gehst du jetzt vor

  1. Prüfe deine Einstellungsbescheinigung und notiere die Besoldungsgruppe, nach der du bezahlt wirst.
  2. Vergleiche die Anwärterbezüge mit der aktuellen bayerischen Besoldungstabelle, bevor du dein Budget planst.
  3. Frag bei deiner Beihilfestelle nach dem Bemessungssatz und nach der Möglichkeit einer pauschalen Beihilfe.
  4. Kläre die Krankenversicherung vor Dienstbeginn und vergleiche Anwärtertarife nach Leistungen, nicht nur nach Beitrag.

Passend dazu

Quellen: Besoldungstabelle Bayern 2026 des dbb (Stand Oktober 2026, vorbehaltlich der Verkündung); § 6 SGB V, Versicherungsfreiheit (Abruf Oktober 2026).

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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