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Krankenversicherung nach dem Referendariat: Wie es weitergeht

Krankenversicherung nach dem Referendariat: Verbeamtung auf Probe, Angestellter, Arbeitslosengeld I, Anwartschaft. Wege, Fristen und Beiträge im Überblick.

Kurz beantwortet

Nach dem Referendariat hängt deine Krankenversicherung davon ab, was folgt. Wirst du auf Probe verbeamtet, bleibst du in der Regel privat versichert mit Beihilfe. Als Angestellter unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro im Jahr (2026) bist du gesetzlich pflichtversichert. Ohne Stelle greifen Arbeitslosengeld I, deine bestehende Versicherung oder die freiwillige Mitgliedschaft.

KernfaktWertStand und Quelle
Jahresarbeitsentgeltgrenze 202677.400 € im Jahr (6.450 € im Monat)GKV-Spitzenverband, 1.1.2026
Jahresarbeitsentgeltgrenze 202784.150 € im Jahr, geplant, Bundesrat steht ausKabinettsbeschluss 7.10.2026
Allgemeiner Beitragssatz14,6 % plus Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2,9 %)§ 241 SGB V, BMG, 2026
Kündigung der PKV bei PflichtversicherungBinnen drei Monaten, rückwirkend§ 205 Abs. 2 VVG
ÖffnungsaktionSechs Monate ab erstmaliger Verbeamtung, Zuschlag höchstens 30 %PKV-Verband, Stand 9/2022

Welche Wege gibt es nach dem Vorbereitungsdienst?

Maßgeblich ist, was nach dem Vorbereitungsdienst folgt. Fünf Wege sind möglich. Du wirst auf Probe übernommen, arbeitest als Angestellter unter oder über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, beziehst Arbeitslosengeld I oder machst eine Pause ohne Leistungen.

Weg danachKrankenversicherungWas du klären solltest
Übernahme ins Beamtenverhältnis auf ProbeDu bleibst beihilfeberechtigt, die PKV ergänzt die Beihilfe. Der Anwärtertarif geht in den Normaltarif über, ohne neue Gesundheitsprüfung.Beitrag im Normaltarif beim Versicherer erfragen, Bemessungssatz bei der Beihilfestelle prüfen
Stelle als Angestellter unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2026: 77.400 € im Jahr)Gesetzliche Versicherungspflicht. Eine bestehende PKV kannst du innerhalb von drei Monaten rückwirkend zum Beginn der Pflicht kündigen (§ 205 Abs. 2 VVG).Versicherungspflicht innerhalb von zwei Monaten nach Aufforderung des Versicherers nachweisen, sonst ist die Kündigung unwirksam
Stelle als Angestellter über der GrenzeKeine Versicherungspflicht. Du kannst dich freiwillig gesetzlich oder privat versichern.Vorversicherungszeit für den freiwilligen Beitritt in die GKV prüfen, Beiträge und Leistungen vergleichen
Arbeitslosengeld IPflichtversicherung in der GKV, solange du Arbeitslosengeld I beziehst, die Agentur für Arbeit trägt die BeiträgeAnspruch bei der Agentur für Arbeit erfragen, spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich arbeitslos melden
Pause ohne LeistungenFreiwillige gesetzliche Mitgliedschaft bleibt bestehen, privater Vertrag läuft weiter. Endet eine Pflichtversicherung im Ausbildungsverhältnis, folgt die Anschlussversicherung.Mit dem Versicherer klären, ob der Tarif ohne Beihilfe noch passt

Was passiert mit Beihilfe und Anwärtertarif, wenn das Referendariat endet?

Der Anwärtertarif ist ein günstiger Tarif für Beamtenanwärter. Nach dem Referendariat wechselst du in den Normaltarif, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung nötig ist. Wie hoch der Beitrag dort ausfällt, sagt dir dein Versicherer, bevor der Vorbereitungsdienst endet.

Die Beihilfe ist an das Beamtenverhältnis geknüpft. Wirst du auf Probe übernommen, bleibst du beihilfeberechtigt. Der Bemessungssatz liegt meist bei 50 Prozent, für Kinder meist bei 80 Prozent, doch die Länder haben eigenes Recht, deshalb entscheidet die Beihilfestelle. Die private Restkostenversicherung deckt den Anteil, den die Beihilfe nicht übernimmt. Endet das Beamtenverhältnis ohne Übernahme, entfällt die Beihilfe, und ein Tarif, der nur den Restanteil versichert, reicht dann nicht mehr aus. Wie die Beihilfe im Vorbereitungsdienst funktioniert, erklärt der Beitrag Beihilfe im Referendariat: Anspruch, Bemessungssatz und Antrag.

Was gilt bei der Verbeamtung auf Probe und bei der Öffnungsaktion?

Als Beamter gilt der Grundsatz der Eigenvorsorge. Du sorgst selbst für Kranken- und Pflegeversicherung, privat oder freiwillig gesetzlich, und die Beihilfe ergänzt sie. Den Vorbereitungsdienst selbst beschreibt der Beitrag Krankenversicherung im Referendariat.

Wie funktioniert die Öffnungsaktion bei Vorerkrankungen?

Die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer richtet sich an Beamte mit Vorerkrankungen oder Behinderungen und gilt seit 2019 auch für Beamte auf Widerruf. Der Antrag ist innerhalb der ersten sechs Monate nach der erstmaligen Verbeamtung zu stellen, bei einem Vorbereitungsdienst frühestens nach dessen Ende. Der Risikozuschlag beträgt höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrags, es gibt keine Leistungsausschlüsse und kein Aufnahmehöchstalter. Der Anspruch besteht nur auf beihilfekonforme Krankheitskostentarife und nur beim ersten Unternehmen, bei dem du einen formellen Antrag stellst. Wann die Frist bei dir beginnt, klärst du vor dem Antrag mit dem Versicherer. Die Einzelheiten beschreibt das Merkblatt des PKV-Verbands für Beamtenanfänger.

Kann ich als Beamter gesetzlich versichert bleiben?

Ja, als freiwilliges Mitglied. Ein neuer Beitritt setzt in der Regel mindestens 24 Monate gesetzliche Versicherung in den letzten fünf Jahren oder zwölf Monate unmittelbar davor voraus. Einen Zuschuss in Form der pauschalen Beihilfe gibt es nur in einzelnen Ländern, zum Beispiel in Hamburg. Er beträgt dort 50 Prozent des GKV-Beitrags einschließlich Zusatzbeitrag, ohne Zuschuss zur Pflegeversicherung, und setzt den endgültigen Verzicht auf die individuelle Beihilfe voraus. Der Antrag wirkt nur für die Zukunft. Mehr dazu in Referendar in der gesetzlichen Krankenversicherung: Wann das möglich ist.

Wie bin ich als Angestellter nach dem Referendariat versichert?

Wer als Angestellter weniger als die Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, ist in der GKV pflichtversichert. Sie beträgt 2026 monatlich 6.450 Euro, also 77.400 Euro im Jahr. Für 2027 sieht der Kabinettsbeschluss vom 7. Oktober 2026 84.150 Euro im Jahr vor, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Das ist ein Plan und noch kein geltendes Recht.

In der Pflichtversicherung gilt der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent, dazu kommt der Zusatzbeitrag deiner Kasse. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt 2026 laut Bundesgesundheitsministerium 2,9 Prozent. Jede Kasse legt ihren Satz selbst fest, die Spanne reicht von 2,18 bis 4,39 Prozent (Stand Krankenkassenliste vom 16. Oktober 2026).

Verdienst du mehr als die Grenze, entscheidest du zwischen freiwilliger gesetzlicher und privater Versicherung. Vor dem 55. Lebensjahr kommst du aus der PKV in die GKV in der Regel über eine Versicherungspflicht, etwa durch eine Beschäftigung unter der Grenze. Ein Minijob reicht dafür nicht. Hintergründe zur Rückkehr findest du im Beitrag Rückkehr in die GKV, die Entscheidung beim Berufseinstieg im Beitrag PKV beim Berufseinstieg.

Was gilt im Ausbildungsverhältnis und ohne Übernahme?

Rechtsreferendare sind je nach Land Beamte auf Widerruf oder stehen im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, das Landesrecht regelt die Rechtsstellung (§ 5b DRiG). Im Ausbildungsverhältnis bist du nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V gesetzlich pflichtversichert und hast keinen Beihilfeanspruch.

Diese Pflichtversicherung endet mit dem Vorbereitungsdienst. Beginnt nichts Neues, setzt sich die Versicherung bei deiner Kasse als obligatorische Anschlussversicherung fort, es sei denn, du trittst innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Kasse mit Nachweis einer anderen Absicherung aus. Beginnt kurz danach eine neue Absicherung, kann ein nachgehender Leistungsanspruch von längstens einem Monat die Zeit überbrücken. Den Ablauf und die Kosten beschreibt Zwischen Staatsexamen und Referendariat, im Rechenbeispiel liegt der Beitrag 2026 bei 278,17 Euro im Monat.

Als Beamter auf Widerruf zahlst du keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Ob du nach dem Vorbereitungsdienst Anspruch auf Arbeitslosengeld I hast, klärst du deshalb früh bei der Agentur für Arbeit. Den weiteren Weg je Fach beschreiben die Beiträge Lehramt: Versicherung vom Studium bis zum Referendariat und Jura: Versicherung vom Studium bis zum Referendariat.

Wann ist die Anwartschaft aus dem Referendariat sinnvoll?

Eine Anwartschaft in der PKV hält den Weg zurück in die private Versicherung offen. Du kehrst ohne neue Gesundheitsprüfung zurück, die Frist beträgt meist zwei Monate nach Wegfall des Grundes. Die kleine Anwartschaft sichert den Gesundheitszustand, die große zusätzlich das Eintrittsalter und baut Altersrückstellungen weiter auf. Sie kann passen, wenn du zunächst als Angestellter pflichtversichert wirst und später in ein Beamtenverhältnis wechseln willst. Mit der Aktivierung geht sie in die Vollversicherung über und hat ihren Zweck erfüllt. Wer dauerhaft in der GKV bleibt, braucht sie nicht mehr. Wie du das für dich abwägst, steht im Beitrag zur Anwartschaft in der PKV, die Lage nach dem Studium im Beitrag PKV nach dem Studium.

Was regelt das Land, was gilt bundesweit?

Status, Übernahme und Beihilfe sind Ländersache. Die Versicherungspflicht von Angestellten gilt bundesweit.

Bundesweit einheitlichLandesrecht
Versicherungspflicht als Angestellter und Jahresarbeitsentgeltgrenze (2026: 77.400 € im Jahr)Status im Vorbereitungsdienst und Übernahme durch den Dienstherrn
Kündigung der PKV bei gesetzlicher Versicherungspflicht (§ 205 Abs. 2 VVG)Beihilfe: Bemessungssatz und Verfahren bei der Beihilfestelle deines Landes
Öffnungsaktion der privaten KrankenversichererPauschale Beihilfe für gesetzlich Versicherte, nur in einzelnen Ländern, zum Beispiel Hamburg

Welche Fristen gelten vom Ende des Vorbereitungsdienstes an?

ZeitpunktWas zu tun ist
Mehrere Monate vor dem EndeBeim Dienstherrn nach dem Einstellungsverfahren fragen, beim Versicherer Beitrag im Normaltarif und Anwartschaft erfragen
Letzter Tag des VorbereitungsdienstesEnde des Anwärterstatus. Im Ausbildungsverhältnis endet die Pflichtversicherung, die Anschlussversicherung beginnt am Folgetag, sofern nichts anderes greift
Erster Tag der ArbeitslosigkeitPersönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden
Beginn der Pflichtversicherung als AngestellterPKV innerhalb von drei Monaten rückwirkend kündigen, Nachweis innerhalb von zwei Monaten nach Aufforderung erbringen
Nach der erstmaligen VerbeamtungBei Vorerkrankungen die Öffnungsaktion innerhalb von sechs Monaten beantragen
Nach Wegfall des Grundes bei einer AnwartschaftMeist zwei Monate Zeit, um in die Vollversicherung zurückzukehren

So gehst du jetzt vor

  1. Kläre früh, ob und wann dich dein Dienstherr übernimmt, und frag nach dem Status danach.
  2. Frag deinen Versicherer vor dem Ende des Vorbereitungsdienstes nach dem Beitrag im Normaltarif und nach den Bedingungen einer Anwartschaft.
  3. Notiere dir bei Vorerkrankungen die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion und kläre vorab, wann sie bei dir beginnt.
  4. Vergleiche bei einer Stelle als Angestellter das Jahresentgelt mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze und kündige bei Versicherungspflicht die PKV fristgerecht.
  5. Melde dich ohne Anschluss am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich arbeitslos und kläre deine Absicherung.

Häufige Fragen

Wie bin ich nach dem Referendariat krankenversichert?

Das hängt vom Anschluss ab. Bei Übernahme ins Beamtenverhältnis auf Probe bleibst du in der Regel privat versichert und beihilfeberechtigt. Als Angestellter unter 77.400 Euro Jahresentgelt (2026) bist du gesetzlich pflichtversichert. Ohne Anschluss kommen Arbeitslosengeld I, die bestehende Versicherung oder eine freiwillige Mitgliedschaft in Betracht.

Muss ich nach dem Referendariat in die PKV, wenn ich verbeamtet werde?

Nein. Als Beamter bist du nicht in der gesetzlichen Pflichtversicherung, kannst dich aber freiwillig gesetzlich versichern, sofern die Vorversicherungszeit erfüllt ist. Einen Zuschuss als pauschale Beihilfe gibt es nur in einzelnen Ländern, zum Beispiel in Hamburg, und er setzt den endgültigen Verzicht auf die individuelle Beihilfe voraus.

Was passiert mit meinem Anwärtertarif nach dem Referendariat?

Dein Anwärtertarif geht in den Normaltarif über, eine erneute Gesundheitsprüfung ist dafür nicht nötig. Den neuen Beitrag nennt dir der Versicherer. Wirst du nicht verbeamtet, entfällt die Beihilfe. Kläre dann vor dem Ende des Dienstes, ob der Tarif noch passt oder eine Anwartschaft sinnvoll ist.

Kann ich nach dem Referendariat in der gesetzlichen Versicherung bleiben?

Bist du freiwillig gesetzlich versichert, bleibt die Mitgliedschaft bestehen. Als Angestellter unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze wirst du pflichtversichert, dann gilt der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag. Aus der PKV kommst du vor dem 55. Lebensjahr in der Regel über eine Versicherungspflicht zurück in die GKV, zum Beispiel durch eine Beschäftigung unter dieser Grenze. Ein Minijob reicht dafür nicht.

Was gilt, wenn ich nach dem Referendariat nicht übernommen werde?

Die Beihilfe knüpft an das Beamtenverhältnis an und entfällt ohne Übernahme mit dem Ende des Vorbereitungsdienstes. Je nach Weg folgen eine Pflichtversicherung als Angestellter, Arbeitslosengeld I oder eine Pause mit der bestehenden Versicherung. Aus dem Ausbildungsverhältnis im Rechtsreferendariat geht es in die Anschlussversicherung, wenn nichts anderes beginnt.

Wann lohnt sich eine Anwartschaft in der PKV?

Sie sichert dir den Weg zurück in die private Versicherung ohne neue Gesundheitsprüfung. Sie kann passen, wenn du zunächst gesetzlich pflichtversichert wirst und später verbeamtet werden willst. Sie kostet laufend einen Beitrag, ob sich das lohnt, hängt von Gesundheit, Budget und Plänen ab.

Passend dazu

Quellen und Prüfung

Information, keine individuelle Beratung.
Redaktion: Academycon · Stand: Oktober 2026

Stand: 20. Oktober 2026

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Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung. Information, keine individuelle Beratung.

This guide is also available in English: Read the English version.

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