More info

Auszahlplan beim Altersvorsorgedepot: Was 20 Jahre bedeuten

Ein Auszahlplan beim Altersvorsorgedepot endet laut Gesetz frühestens mit 85. Was 20 Jahre ab 65 bedeuten, wie die Monatszahlung entsteht und was du prüfen solltest.
Studentin mit Fahrradhelm vor einem Universitätsgebäude

Inhalt

Kurz beantwortet: Ein Auszahlplan beim Altersvorsorgedepot verteilt das Guthaben in regelmäßigen Zahlungen. Laut Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz endet er frühestens mit Vollendung des 85. Lebensjahres. Ohne abweichende Vereinbarung beginnt die Auszahlungsphase mit 65 Jahren, sodass ein Plan mindestens rund 20 Jahre läuft. Die monatliche Höhe wird zu festen Stichtagen neu festgelegt (Stand: November 2026).

Viele Sparer stellen sich die Auszahlung des Altersvorsorgedepots wie eine Rente vor, die ein Leben lang gezahlt wird. Der Gesetzgeber sieht für neue Verträge ab 2027 aber einen Auszahlplan vor, der über einen festen Zeitraum läuft. Dieser Ratgeber erklärt, was der Begriff Auszahlplan über 20 Jahre bedeutet, ab wann er beginnt, wie die Monatszahlung entsteht und worauf du bei der Planung achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Auszahlplan verteilt das Guthaben auf regelmäßige Zahlungen und ersetzt keine Einmalauszahlung.
  • Frühestens endet der Plan mit Vollendung des 85. Lebensjahres (Stand: November 2026).
  • Ohne abweichende Vereinbarung beginnt die Auszahlungsphase mit 65 Jahren, für Verträge, die nach dem 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden.
  • Die monatliche Höhe wird zu festen Stichtagen neu festgelegt, sie ist also keine feste Summe für die ganze Laufzeit.
  • Ob nach dem Ende des Plans noch eine Leistung folgt, regelt der Vertrag und nicht das Gesetz allein.

Was ein Auszahlplan überhaupt ist

Ein Auszahlplan wandelt das angesparte Guthaben in eine Serie von Zahlungen um. Statt die Summe auf einmal zu erhalten, bekommst du über eine festgelegte Zeit regelmäßige Beträge. Die Grundidee dabei ist, das Geld so zu verteilen, dass es über die Laufzeit reicht. Wie lange das gelingt, hängt vom Guthaben, von der Anlage während der Auszahlung und von der Höhe der Zahlungen ab.

Im Altersvorsorgedepot bindet das Gesetz die Laufzeit an eine Altersgrenze. Der Plan darf nicht vor dem 85. Lebensjahr enden. Die feste Laufzeit gibt dem Plan damit einen klaren Rahmen, den du in deiner Rechnung berücksichtigen solltest.

Wann die Auszahlung beginnt

Ohne eine abweichende Vereinbarung beginnt die Auszahlungsphase mit der Vollendung des 65. Lebensjahres. Das gilt für Verträge, die nach dem 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden. Im Vertrag kannst du einen anderen Beginn festlegen, soweit der Anbieter dies vorsieht. Wer später anfangen möchte, verkürzt die Laufzeit des Plans, weil das Ende bei 85 bleibt.

Wie lange der Plan mindestens läuft

Nach dem Gesetz endet der Auszahlplan frühestens mit der Vollendung des 85. Lebensjahres. Beginnt die Auszahlung mit 65, sind das mindestens 20 Jahre. Deshalb ist der Begriff Auszahlplan über 20 Jahre eine Rechnung über die Mindestlaufzeit und keine Empfehlung. Startest du später, kann der Plan entsprechend kürzer ausfallen, weil das Ende beim 85. Lebensjahr bleibt.

MerkmalRegelStandQuelle
Frühestes Ende des PlansMit Vollendung des 85. LebensjahresGesetz in der Fassung ab 1. Januar 2027AltZertG, § 1 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b
Beginn ohne VereinbarungVollendung des 65. Lebensjahres für Verträge nach dem 31. Dezember 2026Gesetz in der Fassung ab 1. Januar 2027AltZertG, § 7b Abs. 1
Monatliche HöheWird zu festen Stichtagen neu festgelegtGesetz in der Fassung ab 1. Januar 2027AltZertG, § 1 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b

Rechenbeispiel: 100.000 Euro über 20 Jahre

Annahme: Das Guthaben beträgt zu Beginn der Auszahlung 100.000 Euro, die Laufzeit ist 20 Jahre (240 Monate), und es entsteht während der Auszahlung kein Ertrag. Dann ergibt sich eine gleichmäßige Monatszahlung von rund 417 Euro brutto.

Guthaben zu Beginn (Annahme)LaufzeitMonatszahlung ohne Ertrag (Annahme)
50.000 Euro240 Monaterund 208 Euro
100.000 Euro240 Monaterund 417 Euro
150.000 Euro240 Monaterund 625 Euro

Die Beispiele sind bewusst vereinfacht. In der Realität wächst das Guthaben während der Auszahlung weiter, wenn die Anlage Ertrag bringt, und die Höhe wird zu den Stichtagen neu festgelegt. Die steuerliche Behandlung der Zahlungen ist in den Rechnungen nicht berücksichtigt.

Ist ein Auszahlplan wie eine Rente?

Ein Auszahlplan endet nach einem festen Zeitraum. Das unterscheidet ihn von einer lebenslangen Zahlung, auch wenn beide dem Ruhestand dienen. Ob nach dem Ende des Plans noch eine Leistung folgt, hängt vom Vertrag ab und ist deshalb vor Abschluss zu klären. Wer eine lebenslange Zahlung erwartet, sollte das ausdrücklich beim Anbieter erfragen und nicht aus dem Begriff ableiten.

Ein weiterer Unterschied betrifft das Risiko. Bei einem Auszahlplan trägst du das Langlebigkeitsrisiko nur bis zum Ende der Laufzeit. Wer länger lebt, muss mit dem Restguthaben planen, das nach dem Plan übrig bleibt, sofern der Vertrag dafür keine Regelung vorsieht.

Was du bei der Planung beachten solltest

  1. Prüfe, ab wann die Auszahlung beginnt und ob du im Vertrag einen anderen Beginn vereinbaren kannst.
  2. Kläre, wie die monatliche Höhe zu den Stichtagen festgelegt wird und nach welchen Regeln sie sich ändert.
  3. Rechne mit dem erwarteten Guthaben am Ende der Ansparphase, nicht mit der Summe deiner Einzahlungen, und plane einen Sicherheitsabstand ein.
  4. Lass dir die steuerliche Behandlung der Auszahlungen erläutern, bevor du dich festlegst.

Häufige Fragen

Kann ich den Auszahlplan später ändern?

Ob und wie der Plan angepasst werden kann, regelt der Vertrag. Frage den Anbieter danach, bevor du dich festlegst, denn Anpassungen sind nicht überall gleich geregelt.

Was passiert, wenn ich vor 65 Geld brauche?

Eine Auszahlung vor Beginn der Auszahlungsphase kann steuerliche und förderrechtliche Folgen haben. Die Einzelheiten zur vorzeitigen Auszahlung behandelt ein eigener Ratgeber, der unten verlinkt ist.

Ist ein Auszahlplan über 20 Jahre immer die richtige Wahl?

Nein. Die Dauer ist eine gesetzliche Untergrenze für das Ende des Plans und keine Empfehlung. Ob sie zu deinem Bedarf passt, hängt von deinen übrigen Einkünften, deinen Ausgaben und deiner Anlage ab.

Wer erhält die Auszahlung, wenn ich früher sterbe?

Das richtet sich nach den Regeln für den Todesfall. Der Ratgeber zum Vererben erklärt, was für Hinterbliebene gilt.

Annahmen offenlegen

Ein Auszahlplan wirkt nur so gut wie die Annahmen dahinter. Wer mit einer hohen Rendite während der Auszahlung rechnet, kommt zu einer höheren Monatszahlung als jemand, der mit null Ertrag plant. Lass dir deshalb zwei Varianten zeigen, eine vorsichtige und eine optimistische, und entscheide dich nicht allein nach der höheren Zahl.

Prüfe außerdem, wie der Anbieter mit einem späteren Wechsel der Auszahlung umgeht. Eine Änderung des Plans kann die Monatszahlung verändern und sollte schriftlich bestätigt werden.

Ein Auszahlplan ist außerdem nur dann planbar, wenn du das Ende kennst. Notiere das Alter, in dem der Plan endet, neben dem Datum der Auszahlung.

Passend dazu

Quellen: Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz in der Fassung mit Änderungen durch das Altersvorsorgereformgesetz, § 1 Abs. 1 Nr. 4 und § 7b (Fassung ab 1. Januar 2027), § 93 EStG, schädliche Verwendung (geltende Fassung).

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

Teilen

Weitere Artikel

Studentin liest am Küchentisch ein Schreiben ihrer Krankenkasse

Karenztag: Was Beschäftigte am ersten Krankheitstag verlieren würden

Studentin mit Rucksack und Reisepass am Fenster einer Flughafenhalle

Reisepass verloren im Ausland: Was jetzt zu tun ist

Zwei Studentinnen auf dem Campus im Herbst

Freistellung für Ehrenamt: Anspruch gegen den Arbeitgeber