Heizkosten lassen sich oft senken, ohne dass eine Wohnung umgebaut werden muss. Entscheidend sind die Raumtemperatur, das richtige Lüften und die Einstellung der Heizkörper. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was der Verbraucherratgeber co2online als Richtwerte nennt, und zeigt, wie du die Zahlen für deine eigene Wohnung einordnest.
Kurz beantwortet: Der Herausgeber co2online nennt rund 20 Grad Celsius für Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer und etwa 16 Grad für Schlafzimmer und Flur. Laut Seite kann eine Absenkung um ein Grad den Heizenergieverbrauch um etwa 6 Prozent senken. Empfohlen wird Stoßlüften drei- bis viermal täglich. Stand: November 2026, Angaben vom 22.09.2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer nennt co2online etwa 20 Grad, für Schlafzimmer und Flur etwa 16 Grad.
- Laut co2online entspricht Stufe 3 bei herkömmlichen Thermostatventilen ungefähr 20 Grad. Stufe 5 macht den Raum nicht schneller warm.
- Stoßlüften ist laut Seite besser als dauerhaftes Kippen, und die Thermostate sollen beim Lüften heruntergedreht werden.
- Eine Absenkung um ein Grad kann nach Angaben der Seite den Verbrauch um etwa 6 Prozent senken.
- Ob eine Maßnahme in deiner Wohnung etwas bringt, hängt von Gebäude, Heizsystem und Energiepreis ab.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Die Raumtemperatur ist der größte einzelne Hebel für den Verbrauch, weil jedes Grad spürbar ins Gewicht fällt. Der Verbraucherratgeber co2online nennt für Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer etwa 20 Grad Celsius. Für Schlafzimmer und Flur reichen laut Seite etwa 16 Grad. Wer seine Wohnung gleichmäßig auf 20 Grad hält, heizt in Räumen, in denen niemand lange sitzt, unnötig mit.
Für den Alltag heißt das: Räume, die du nur zum Schlafen nutzt, brauchen keine Wohlfühltemperatur. Eine Tür zu einem wenig genutzten Raum schließt den Bereich ab, und die Wärme verteilt sich nicht unnötig in Flure und Nebenräume.
Wie stellst du die Thermostate richtig ein?
Bei herkömmlichen Thermostatventilen entspricht laut co2online die Stufe 3 ungefähr 20 Grad Celsius. Stufe 5 bringt keinen schnelleren Erfolg, sondern nur einen höheren Wärmeeintrag, der oft ungenutzt verpufft. Die Seite nennt Stufe 5 deshalb ausdrücklich kein Heizungs-Turbo. Eine Einstellung, die du einmal findest und dann beibehältst, ist meist sinnvoller als häufiges Drehen.
| Raum | Richtwert laut co2online | Hinweis |
|---|---|---|
| Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer | etwa 20 Grad Celsius | Stufe 3 bei herkömmlichen Ventilen |
| Schlafzimmer | etwa 16 Grad Celsius | Niedriger Wert genügt meist |
| Flur | etwa 16 Grad Celsius | Kaum genutzt, daher niedriger |
Wie lüftest du richtig, ohne Wärme zu verlieren?
Die Seite empfiehlt Stoßlüften statt dauerhaftes Kippen. Dabei werden die Fenster weit geöffnet und nur kurz gelüftet. Laut co2online sind drei bis vier Lüftungsvorgänge am Tag sinnvoll. Während des Lüftens sollen die Thermostatventile heruntergedreht werden, damit die Heizung nicht gegen die offene Luft arbeitet.
Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Wände und Fensterlaibungen aus und führen trotzdem zu einem hohen Wärmeverlust. Das ist ein Grund, warum Stoßlüften für viele Haushalte die bessere Variante ist. Wichtig ist außerdem, Feuchtigkeit zu vermeiden, damit sich kein Schimmel bildet.
Was bringt ein Grad weniger in Zahlen?
Laut co2online kann eine Absenkung um ein Grad den Heizenergieverbrauch um etwa 6 Prozent senken. Die Seite nennt außerdem ein Beispiel: Für eine Wohnung mit 130 Quadratmetern und Gasheizung seien rund 1.000 Kilowattstunden und etwa 120 Euro Heizkosten im Jahr angegeben. Der Herausgeber betont, dass die tatsächliche Ersparnis von Gebäude, Heizsystem und Energiepreis abhängt.
Annahme: Deine jährlichen Heizkosten liegen bei 1.200 Euro. Eine Absenkung um ein Grad würde dann rechnerisch 6 Prozent davon ausmachen, also 72 Euro. Die Zahl dient nur der Orientierung. Wie viel davon in deiner Abrechnung tatsächlich ankommt, zeigt erst der Verbrauch über ein ganzes Jahr.
Welche Maßnahmen gehen ohne Umbau?
Viele Maßnahmen kosten nichts oder wenig. Dazu gehören das Freihalten der Heizkörper von Möbeln und Vorhängen, das Schließen von Rollläden in der Nacht und die Kontrolle von Fensterdichtungen. Auch eine Fenstertür mit Zugluft lohnt einen Blick. Konkrete Einsparwerte für diese Maßnahmen sind in den geprüften Quellen nicht belegt, deshalb nennt dieser Ratgeber keine Zahlen dazu.
Wichtig ist außerdem, Maßnahmen nicht gleichzeitig und ohne Vergleich zu starten. Wer alles auf einmal ändert, weiß am Ende nicht, welche Änderung gewirkt hat. Eine Woche mit der neuen Einstellung, danach die nächste Maßnahme, ist ein nüchterner Weg, der auch in der Abrechnung nachvollziehbar bleibt.
Dokumentiere dabei auch, wann du Fenster geöffnet, Thermostate verstellt oder Vorhänge verschoben hast. Diese Notizen helfen dir später bei der Auswertung und bei Gesprächen mit dem Vermieter über Heizgewohnheiten und mögliche Ursachen für hohe Verbräuche, etwa einen hydraulisch unausgewogenen Heizkreis oder ein defektes Thermostatventil, das ein Fachbetrieb prüfen sollte.
Warum Möbel vor dem Heizkörper die Wärme bremsen
Ein Heizkörper, der hinter einem Sofa, einem Vorhang oder einer Schrankwand steht, gibt seine Wärme nur eingeschränkt an den Raum ab. Die Luft zirkuliert schlechter, und der Raum wird trotzdem nicht warm, weil die Heizung länger laufen muss. Freiraum vor dem Heizkörper ist deshalb eine der einfachsten Maßnahmen, die keinen Euro kostet.
Gleiches gilt für Heizkörperverkleidungen und Rollos direkt über dem Heizkörper. Wenn du eine Verkleidung hast, prüfe, ob sie die Wärme eher staut als verteilt. Bei Unsicherheit hilft ein Blick auf die Oberflächentemperatur des Heizkörpers nach einer Betriebsstunde.
Wie du deinen Verbrauch über das Jahr verfolgst
Eine einmalige Änderung wirkt nur, wenn du sie über den Winter überprüfst. Notiere dafür am Monatsanfang den Zählerstand deiner Heizung oder die Angaben aus deiner Verbrauchsübersicht, falls sie monatlich verfügbar ist. So siehst du, ob sich der Verbrauch verändert, wenn du Temperaturen oder Lüftungsgewohnheiten anpasst.
Ein einfaches Tabellenblatt oder eine Notiz am Kühlschrank reichen dafür. Wichtig ist, dass du Zeiträume vergleichst, die ähnlich kalt waren. Ein milder Januar kann die Zahlen stärker verändern als jede Maßnahme. Halte deshalb auch die Außentemperatur fest, wenn du sie erfassen kannst.
Häufige Fragen zum Heizen in der Mietwohnung
Darf ich die Heizung im Mietshaus selbst einstellen?
Ja, die Thermostate gehören zur Bedienung der Wohnung. Ob bestimmte Mindesttemperaturen im Mietvertrag oder in der Hausordnung festgelegt sind, sollte aber geprüft werden. Bei Schimmelgefahr durch zu geringe Temperaturen ist der Vermieter zu informieren.
Lohnt sich das Lüften im Winter überhaupt?
Ja. Gerade im Winter ist Lüften wichtig, um Feuchtigkeit abzuführen. Das Stoßlüften nach den Empfehlungen von co2online verbindet einen guten Luftaustausch mit einem geringen Wärmeverlust, weil die Fenster nur kurz offen sind.
Warum sind die Heizkosten trotz Sparen manchmal höher?
Die Heizkosten hängen auch von Witterung, Gebäude und Energiepreisen ab. Ein kälterer Winter oder steigende Preise können eine niedrigere Raumtemperatur überlagern. Deshalb ist es sinnvoll, den Verbrauch über mehrere Jahre zu vergleichen, nicht nur einen Monat.
So gehst du jetzt vor
- Lies deine letzte Heizkostenabrechnung und notiere den Verbrauch und die Kosten je Jahr.
- Stelle die Thermostate für jeden Raum auf einen festen Wert ein und dokumentiere die Einstellung.
- Führe das Stoßlüften mit drei bis vier kurzen Lüftungsvorgängen am Tag ein und drehe die Thermostate dabei herunter.
- Vergleiche nach einem Winter den Verbrauch mit dem Vorjahr, und prüfe die Abrechnung auf Auffälligkeiten.
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Quellen: Co2online, Ratgeber Lüften und Heizen, Artikel vom 22.09.2026.
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.