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Landarztquote nach Bundesland: Wo es sie gibt und wie sie laufen

Die Landarztquote gibt es in mehreren Bundesländern, aber mit unterschiedlichen Regeln. Dieser Überblick zeigt, wo sie gilt und worauf du je Land achten musst.
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Inhalt

Wer Medizin studieren möchte, kennt die Hürde: Der Numerus clausus ist hoch, und die allgemeinen Auswahlwege sind nicht für jeden Bewerbenden gleich gut geeignet. Die Landarztquote bietet einen zusätzlichen Weg. Bundesländer vergeben dabei einen Teil der Medizinstudienplätze an Bewerbende, die sich verpflichten, nach dem Studium und der Weiterbildung in einer festgelegten Region hausärztlich tätig zu sein. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land deutlich, deshalb lohnt der Blick auf das jeweilige Landesrecht.

Kurz beantwortet: Mehrere Bundesländer vergeben Medizinstudienplätze über eine Landarztquote, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Jedes Land hat eigene Regeln. In Baden-Württemberg sieht die Durchführungsverordnung von April 2021 eine hausärztliche Tätigkeit von mindestens zehn Jahren vor. Den aktuellen Stand je Land prüfst du im Landesrecht. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Landarztquote ist ein Auswahlweg für Medizinstudienplätze und kein Ersatz für das allgemeine Verfahren.
  • Viele Länder haben eigene Verordnungen, deshalb gibt es kein bundesweit einheitliches Modell.
  • Die Verpflichtung zur späteren Tätigkeit ist der Kern jeder Quote und steht im Mittelpunkt des Vertrags.
  • In Baden-Württemberg ist eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro bei schuldhafter Nichterfüllung vorgesehen.
  • Bewerbungsfenster sind je Land verschieden, in Sachsen-Anhalt öffneten sie zum Beispiel am 13. Februar 2026.

Welche Bundesländer bieten eine Landarztquote an?

Eine Landarztquote gibt es in mehreren Bundesländern, unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Weitere Länder können eigene Regelungen haben, die sich in Verfahren und Verpflichtung unterscheiden. Die Übersicht ändert sich, wenn Länder Verordnungen anpassen oder neue Quoten einführen. Vor einer Bewerbung solltest du deshalb auf der Seite des zuständigen Ministeriums nachsehen.

LandWas sich belegen lässtQuelle
Baden-WürttembergLandarztgesetz vom 4. Februar 2021, Durchführungsverordnung vom 20. April 2021 (Fassung von 2021) mit einer Tätigkeit von mindestens zehn JahrenDurchführungsverordnung (PDF) auf baden-wuerttemberg.de
Sachsen-AnhaltBewerbungen für die Landarzt- und Amtsarztquote waren ab 13. Februar 2026 möglichPressemitteilung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
BayernEine Landarzt- und ÖGD-Quote gehört zur Strategie gegen den Ärztemangel auf dem LandLandesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Jahresbericht 2023
Nordrhein-WestfalenLandarztquote nach Landesrecht, Einzelheiten und aktuelle Fristen stehen beim zuständigen MinisteriumZuständiges Landesministerium, dort den Stand erfragen

Konkrete Quoten, Auswahlgewichte und Bewerbungsfristen ändern sich häufig. Deshalb solltest du bei jeder Zahl die aktuelle Verordnung des Landes und die Seite des zuständigen Ministeriums heranziehen, bevor du dich entscheidest. Die Angaben zu Baden-Württemberg geben die Durchführungsverordnung in der Fassung vom 20. April 2021 wieder und stehen als Beispiel eines Landes. Ob die Verordnung seither geändert wurde, prüfst du im Landesrecht.

Wie unterscheiden sich die Verfahren?

Die Unterschiede betreffen vor allem drei Punkte: Das Auswahlverfahren, die Dauer der Verpflichtung und die Folgen, wenn sie nicht eingehalten wird. Manche Länder arbeiten mit Auswahlgesprächen oder Eignungstests, andere mit eigenen Kriterien, die in der Verordnung festgelegt sind. Welche Kriterien im Einzelfall gelten, steht in der Ausschreibung des Landes. Wer sich vorbereitet, liest die Verordnung zweimal: Einmal für das Verfahren und einmal für die Verpflichtung.

Was bedeutet die Verpflichtung konkret?

Die Verpflichtung ist der Kern jeder Landarztquote. Wer den Studienplatz über die Quote erhält, verpflichtet sich in der Regel schriftlich, nach dem Studium und der Weiterbildung in einer festgelegten Region hausärztlich zu arbeiten. In Baden-Württemberg sieht die Durchführungsverordnung eine Tätigkeit von mindestens zehn Jahren vor. Die Weiterbildung soll dabei unmittelbar nach dem Studium beginnen. Wie sich ein Ausstieg auswirkt, erklärt der Beitrag Landarztquote: Vertragsbindung und was bei einem Ausstieg gilt.

Bei schuldhafter Nichterfüllung ist in der baden-württembergischen Verordnung eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro vorgesehen. Das macht deutlich, dass die Entscheidung für eine Quote weit über das Studium hinausreicht. Die Höhe und die Voraussetzungen anderer Länder können abweichen und müssen einzeln geprüft werden.

Wie vergleichst du die Länder sinnvoll?

Ein Vergleich gelingt am besten, wenn du alle Länder nach denselben Kriterien betrachtest. Die folgende Tabelle hilft dabei, die Informationen geordnet zusammenzutragen.

KriteriumWorauf du achtestWo du es findest
BewerbungsfensterZeitraum, in dem du dich bewerben kannstSeite des Landesministeriums
AuswahlverfahrenKriterien, Gespräche oder TestsVerordnung des Landes
Dauer der VerpflichtungJahre hausärztlicher Tätigkeit und OrtLandesgesetz und Verordnung
Folgen bei NichterfüllungVertragsstrafe oder RückforderungVertrag und Landesrecht

Wenn du einen Vergleich vorbereitest, notiere bei jedem Land das Datum des Standes. Verordnungen werden geändert, und ein Vergleich vom Vorjahr kann schon falsch sein.

Warum gibt es die Landarztquote überhaupt?

Die Landarztquote setzt an einem Problem an, das viele Regionen betrifft: In ländlichen Gebieten fehlen Hausärztinnen und Hausärzte, und Praxen finden häufig keine Nachfolge. Die Länder wollen deshalb Medizinstudierende gewinnen, die später bereit sind, dort zu arbeiten. Die Durchführungsverordnung aus Baden-Württemberg nennt das Ziel eindeutig: Es geht um die hausärztliche Versorgung in den Regionen, in denen sie gefährdet ist. Für dich bedeutet das, dass die Quote nicht nur ein Auswahlweg ist, sondern eine Gegenleistung verlangt.

Aus Sicht der Länder ist die Quote ein Instrument unter mehreren. Sie ersetzt keine Maßnahmen für die Ausbildung, sondern ergänzt sie. Ob eine Quote für dich passt, hängt deshalb weniger vom Ruf des Landes ab als davon, ob du dir die spätere Tätigkeit dort realistisch vorstellen kannst. Deshalb gibt es neben der Hausarztquote auch Modelle für den öffentlichen Gesundheitsdienst und für andere Versorgungsbereiche. Wer sich bewirbt, sollte sich deshalb genau anschauen, welche Quote er tatsächlich bedient.

Häufige Fragen

Kann ich mich in jedem Bundesland bewerben?

Nein. Die Quote gilt nur in dem Bundesland, das sie anbietet. Ob du dich dort bewerben kannst, hängt von den Regeln dieses Landes ab, etwa von Wohnsitz, Schulabschluss oder einer späteren Tätigkeit im Land. Die Voraussetzungen stehen in der Verordnung.

Gibt es die Landarztquote auch für andere Fächer?

Die bekannten Quoten betreffen vor allem das Medizinstudium. Ob weitere Fächer einbezogen sind, regelt das Landesrecht. Bei Unklarheiten fragst du am besten bei der zuständigen Behörde nach, bevor du Zeit in eine Bewerbung investierst.

Muss ich nach dem Studium sofort als Landarzt arbeiten?

Nach der Verordnung in Baden-Württemberg soll die Weiterbildung unmittelbar nach dem Studium beginnen. Die genaue Reihenfolge, die Dauer und die Anerkennung der Weiterbildung hängen vom Land ab und sollten im Vertrag eindeutig geregelt sein.

Was ist die ÖGD-Quote?

Die ÖGD-Quote zielt auf Stellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst, also etwa in Gesundheitsämtern. In Bayern gibt es eine Landarzt- und ÖGD-Quote. Die Anforderungen unterscheiden sich von denen einer Hausarztquote, deshalb solltest du die Ausschreibung genau lesen.

Ersetzt die Landarztquote eine gute Abiturnote?

Die Quote ist ein zusätzlicher Auswahlweg und kein Freibrief. Ob und wie stark die Abiturnote zählt, regelt das Land. Eine Übersicht über weitere Wege bietet der Beitrag Medizinstudium ohne Einser-Abitur: Auswahlwege im Überblick.

So gehst du jetzt vor

  1. Wähle das Bundesland, in dem du später arbeiten möchtest, und lies dort die Verordnung.
  2. Vergleiche Bewerbungsfenster, Auswahlkriterien und die Dauer der Verpflichtung.
  3. Prüfe, welche Folgen eine Nichterfüllung hat, und lass dir den Vertrag vorab erläutern.
  4. Plane deine Bewerbung nach dem Bewerbungsfenster deines Landes und halte Unterlagen bereit.

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Quellen:

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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