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Medizinstudium ohne Einser-Abitur: Auswahlwege im Überblick

Medizin wird über Quoten, Tests und das Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. Der Überblick zeigt, welche Wege es ohne Einser-Abitur gibt und wie sie gewichtet werden.
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Inhalt

Ein Medizinstudium ohne Einser-Abitur ist möglich, aber der Weg führt über andere Auswahlwege als die reine Abiturnote. Wer einen schwächeren Schnitt hat, sollte wissen, welche Quoten es gibt, welche Tests zählen und welche Angaben die Hochschulen selbst gewichten. Dieser Überblick zeigt die Struktur am Beispiel der Universität Hamburg und ordnet sie ein.

Kurz beantwortet: Medizin wird über mehrere Quoten vergeben, darunter die Abiturbestenquote, eine zusätzliche Eignungsquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen. An der Universität Hamburg entfallen laut Hochschulseite 30 Prozent der Plätze auf die Abiturbestenquote, 10 Prozent auf die Eignungsquote und 60 Prozent auf das Auswahlverfahren. Stand der Seite: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abiturnote ist nur einer von mehreren Zugängen. Für die Abiturbestenquote zählt die Punktzahl, für das Auswahlverfahren der Hochschulen zählen eigene Kriterien.
  • An der Universität Hamburg nennt die Universität 30 Prozent Abiturbestenquote, 10 Prozent Eignungsquote und 60 Prozent Auswahlverfahren der Hochschulen.
  • Die Wartezeit spielt laut derselben Seite seit dem Sommersemester 2022 bei der Vergabe keine Rolle mehr.
  • Eignungstests wie der Medizinertest können in den Verfahren eine Rolle spielen. Die genauen Gewichte legen die Hochschulen fest.
  • Zusätzliche Wege gibt es über die Landarztquote, Härtefälle und Bundeswehr-Quoten. Ihre Anteile unterscheiden sich je nach Studienort.

Welche Quoten gibt es bei Medizin?

Bevor die eigentlichen Vergabequoten greifen, werden an vielen Standorten Plätze für Sonderquoten abgezogen. Die Universität Hamburg nennt dafür unter anderem Plätze für ausländische Studienbewerbende ohne deutsche Gleichstellung, für Zweitstudienbewerbende, für Härtefälle und für von der Bundeswehr Benannte. Erst danach verteilt sich der Rest. Dieser Aufbau ist ein Beispiel, denn die Anteile unterscheiden sich von Standort zu Standort.

VergabewegAnteil an den verbleibenden Plätzen (Hamburg)Was zählt
Abiturbestenquote30 ProzentPunktzahl der Hochschulzugangsberechtigung
Zusätzliche Eignungsquote10 Prozentschulnotenunabhängige Kriterien der Hochschule
Auswahlverfahren der Hochschulen60 ProzentKriterien, die die Hochschule festlegt

Die Abiturbestenquote ist der klassische Weg über die Note. Sie richtet sich nach der Punktzahl der Hochschulzugangsberechtigung. Das Auswahlverfahren der Hochschulen dagegen bewertet mehr als die Note. Gerade dort liegt die Chance für Bewerbende mit einem schwächeren Schnitt, sofern sie andere Stärken belegen können.

Wie zählt das Auswahlverfahren der Hochschulen?

Für Medizin in Hamburg nennt die Hochschulseite konkrete Punkte für das Auswahlverfahren. Die Abiturnote kann höchstens 40 Punkte bringen, der Medizinertest HAM-Nat ebenfalls höchstens 40 Punkte und der SJT höchstens 20 Punkte. Die Summe ergibt das Ergebnis. Diese Aufteilung ist eine Hamburger Regel und gilt nicht automatisch an anderen Hochschulen.

BestandteilHöchstpunktzahl (Medizin, Hamburg)
Abiturnote40
Medizinertest HAM-Nat40
SJT20

Wer also eine schwächere Abiturnote hat, kann im Test und in der Eignungsquote Punkte ausgleichen. Die Eignungsquote in Hamburg arbeitet anders: Dort zählt für Medizin der HAM-Nat mit 80 Punkten und der SJT mit 20 Punkten. Schulnoten fließen dort nicht ein. Wer sich bewirbt, sollte deshalb die Auswahlordnung der konkreten Hochschule lesen, bevor er die Strategie festlegt.

Welche Rolle spielt die Wartezeit?

Früher war die Wartezeit ein zentraler Weg ins Medizinstudium. Laut der Hochschulseite der Universität Hamburg spielt sie bei der Vergabe seit dem Sommersemester 2022 keine Rolle mehr. Für Bewerbende ohne Einser-Abitur bedeutet das: Die Zeit seit dem Schulabschluss allein bringt keinen Platz. Wer dennoch auf Wartezeit hofft, sollte prüfen, ob es an der gewünschten Hochschule noch andere Regeln gibt.

Den Hintergrund der Wartezeit und ihrer Anrechnung erklärt der Ratgeber zu NC und Wartezeit im Studium. Dort geht es um die allgemeinen Regeln, während dieser Ratgeber nur den Medizinzugang betrachtet.

Welche Wege gibt es zusätzlich?

Neben den zentralen Quoten gibt es Wege, die nur für bestimmte Gruppen oder Länder gelten. Dazu zählt die Landarztquote, bei der sich Bewerbende zu einer späteren hausärztlichen Tätigkeit verpflichten. Auch Härtefälle und die Quote für von der Bundeswehr Benannte sind eigene Kategorien. Ihre Anteile sind in Hamburg klein, unterscheiden sich aber je nach Standort. Wer einen dieser Wege nutzen will, muss die Voraussetzungen genau prüfen.

Die Landarztquote ist ein Sonderfall, weil sie an eine lange Bindung geknüpft ist. Der Ratgeber zur Landarztquote erklärt die Fristen und Pflichten im Detail.

Häufige Fragen

Kann ich ohne Einser-Abitur überhaupt Medizin studieren?

Ja. Die Abiturbestenquote ist nur ein Weg. Daneben gibt es das Auswahlverfahren der Hochschulen und die Eignungsquote, in denen andere Kriterien zählen. Die Wahl des Weges hängt von deinem Profil ab, nicht allein von der Note.

Wie viel Gewicht hat der Medizinertest?

Das hängt vom Verfahren ab. In Hamburg zählt der Test im Auswahlverfahren mit maximal 40 Punkten und in der Eignungsquote mit 80 Punkten. Andere Hochschulen gewichten anders, deshalb ist die Ordnung der jeweiligen Stelle maßgeblich.

Ist ein Auswahlgespräch Teil des Verfahrens?

Manche Hochschulen nutzen Auswahlgespräche oder andere Eignungsprüfungen. Ob und wie, regelt die Hochschule selbst. Für Hamburg nennt die Seite die genannten Bestandteile, nicht jedes Gespräch. Frage deshalb bei der Hochschule nach.

Lohnt sich die Bewerbung trotzdem?

Ja, wenn du die Auswahlregeln der Hochschulen kennst und deine Stärken gezielt darstellst. Eine Bewerbung ist kein Fehlschlag, nur weil die Abiturnote unter dem Durchschnitt liegt. Entscheidend ist, dass du die Quoten und Fristen im Blick hast.

So gehst du bei der Planung vor

  1. Quoten prüfen: Informiere dich, welche Vergabewege die Hochschule für Medizin anbietet und wie viele Plätze auf jeden entfallen.
  2. Test planen: Kläre, welcher Medizinertest in deinem Jahrgang gilt und welche Fristen dafür gelten.
  3. Eignungsangebote nutzen: Prüfe, ob du Ausbildung, Freiwilligendienst oder Ehrenamt mit Patientenkontakt nachweisen kannst.
  4. Fristen festhalten: Trage die Bewerbungsfristen aller Hochschulen in deinen Kalender ein.
  5. Finanzierung klären: Kläre früh, wie du das lange Studium finanzierst, bevor du Zusagen annimmst.

Was bedeutet das für deine Bewerbung konkret?

Wer ohne Einser-Abitur Medizin studieren will, sollte seine Bewerbung als Paket aus mehreren Bausteinen denken. Die Abiturnote bleibt ein Baustein, doch im Auswahlverfahren der Hochschulen und in der Eignungsquote können andere Angaben das Ergebnis tragen. Dazu gehören ein gut vorbereiteter Test, nachweisbare Erfahrung im Gesundheitsbereich und eine klare Motivation für das Studium. Diese Punkte lassen sich nicht kurzfristig aufbauen, deshalb lohnt sich ein früher Start.

Praktisch heißt das: Kläre zuerst, welche Hochschulen überhaupt Plätze über die Quoten vergeben, die dich betreffen. Prüfe dann, welche Angaben dort zählen. Erst danach entscheidest du, ob du dich über die Abiturbestenquote, das Auswahlverfahren der Hochschulen oder eine Sonderquote bewirbst. Wer mehrere Wege parallel verfolgt, sollte die Fristen und Formulare jedes Verfahrens getrennt im Blick behalten.

Für Bewerbende mit Berufserfahrung in einem medizinnahen Beruf gilt ein ähnlicher Grundsatz. Die Erfahrung hilft nur, wenn sie in den Unterlagen klar belegt ist. Eine Bescheinigung mit Tätigkeit, Zeitraum und Art des Patientenkontakts macht den Unterschied. Vage Angaben helfen in der Regel wenig.

Ein Blick auf den Studienort lohnt sich zusätzlich. Die Sonderquoten werden laut Hamburger Hochschulseite je Studienort abgezogen, die Anteile können also zwischen Standorten abweichen. Wer mehrere Städte in Betracht zieht, sollte deshalb für jede Hochschule getrennt nachsehen, welche Quoten dort gelten und wie viele Plätze sie vergeben.

Passend dazu

Quellen: Universität Hamburg, Seite „Das Auswahlverfahren von hochschulstart.de“ (Stand laut Seite: Oktober 2026).

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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