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Kontaktlos bezahlen: Was bei Kartenverlust und Sperre zählt

Verlierst du deine Karte, haftest du nach § 675v BGB in der Regel nur bis zu 50 Euro. So sperrst du schnell und prüfst die Abbuchungen richtig.
Studentin füllt in der Bibliothek einen Förderantrag aus

Inhalt

Kontaktlos zu bezahlen ist bequem, und genau deshalb sollte man im Verlustfall schnell handeln. Wer seine Karte verliert oder sie gestohlen wird, muss die Sperre rasch veranlassen. Was die Haftung angeht, zählt vor allem § 675v des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Dieser Ratgeber zeigt, was bei Kartenverlust und Sperre gilt.

Kurz beantwortet: Bei Verlust oder Diebstahl deiner Karte haftest du nach § 675v Abs. 1 BGB grundsätzlich nur bis zu 50 Euro. Entfällt die Haftung, wenn du den Verlust vor einer Zahlung nicht bemerken konntest (Abs. 2 Nr. 1). Sperre die Karte sofort über deine Bank. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kontaktlose Zahlungen funktionieren über Funk am Terminal, ohne Eingabe der Geheimzahl bis zu einer Grenze.
  • Bei Verlust oder Diebstahl haftest du nach § 675v Abs. 1 BGB in der Regel bis zu 50 Euro.
  • Hast du den Verlust vor einer Zahlung nicht bemerken können, entfällt die Haftung nach Abs. 2 Nr. 1.
  • Die Sperre veranlasst du sofort bei deiner Bank. Halte Zeitpunkt und Uhrzeit fest.
  • Die Ausnahmen für grobe Fahrlässigkeit regelt das Gesetz in weiteren Absätzen.

Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Bei kontaktlosen Zahlungen überträgt die Karte die Daten per Funk, wenn du sie kurz an das Terminal hältst. Das Verfahren ist schneller als das Einstecken, weil keine Geheimzahl nötig ist, solange der Betrag unter der Grenze liegt, die deine Bank festgelegt hat. Genau darin liegt auch das Risiko: Jemand mit einem Lesegerät kann in der Nähe Zahlungen auslösen, wenn er die Karte in die Hand bekommt.

Die Höhe der Grenze und die Regeln für Zahlungen ohne PIN stehen in deinen Kartenbedingungen. Prüfe sie einmal bewusst, bevor du die Karte im Alltag nutzt.

Was passiert bei Verlust oder Diebstahl?

Sobald du merkst, dass deine Karte fehlt, solltest du sie umgehend sperren. Die Sperre verhindert weitere Zahlungen mit dieser Karte. Die Sperrnummer deiner Bank findest du in deinen Bankunterlagen oder auf der Webseite deiner Bank. Eine Anzeige bei der Bank sollte unverzüglich erfolgen. Die genauen Anzeigepflichten für Zahlungsinstrumente ergeben sich aus dem Gesetz, auf das § 675v BGB verweist.

Wie hoch ist die Haftung nach dem Gesetz?

Das Bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet mehrere Situationen. Die Tabelle zeigt die Grundregeln, wie sie im Gesetzestext stehen. Für Einzelfälle gilt der Wortlaut der Vorschrift.

SituationWas § 675v BGB regelt
Verlust oder Diebstahl des ZahlungsinstrumentsDer Zahler kann bis zu einem Betrag von 50 Euro in Anspruch genommen werden (Abs. 1)
Verlust, den du vor der Zahlung nicht bemerken konntestKeine Haftung nach Abs. 1 (Abs. 2 Nr. 1)
Grob fahrlässiges VerhaltenAbweichende Regeln in weiteren Absätzen, Wortlaut im Gesetz

Annahme: Deine Karte wird vor deiner Sperre für Zahlungen von insgesamt 180 Euro genutzt, und du konntest den Verlust vorher nicht bemerken. Dann greift Abs. 2 Nr. 1, und eine Haftung nach Abs. 1 entfällt. Hättest du den Verlust bemerkt und nicht reagiert, würde die Haftungsgrenze von 50 Euro relevant. Den Rest regeln die Erstattungsvorschriften für nicht autorisierte Zahlungen.

Welche Schritte zählen bei der Sperre?

  • Sperre die Karte sofort über die Sperrnummer deiner Bank.
  • Notiere Zeitpunkt, Ort und den Betrag der letzten Zahlung.
  • Erstatte die Anzeige bei der Bank und frage nach der Bestätigung.
  • Prüfe danach deinen Kontoauszug und melde unbekannte Zahlungen.

Ist kontaktlos ein Sicherheitsrisiko?

Kontaktlose Zahlungen sind nicht automatisch unsicherer als andere Verfahren. Das Risiko liegt vor allem darin, dass eine verlorene oder gestohlene Karte ohne PIN benutzt werden kann, solange der Betrag unter der Grenze liegt. Wer die Karte in einer separaten Hülle aufbewahrt, reduziert das Risiko. Ob dein Institut zusätzlich Schutzmaßnahmen anbietet, erfährst du bei der Bank.

Häufige Fragen

Muss ich die Karte bei der Bank oder bei der Polizei sperren?

Die Sperre erfolgt über deine Bank. Eine Anzeige bei der Polizei kann sinnvoll sein, wenn ein Diebstahl vorliegt. Frage bei deiner Bank nach, welche Nachweise sie für Erstattungsansprüche benötigt.

Haftest du auch ohne PIN-Eingabe?

Die Haftung hängt davon ab, ob die Nutzung unautorisiert war und ob du dein Zahlungsinstrument sorgfältig behandelt hast. Die Haftungsgrenze von 50 Euro gilt nach § 675v Abs. 1 BGB bei Verlust oder Diebstahl. Ausnahmen und Einschränkungen stehen im Gesetz und in deinen Kartenbedingungen.

Gilt das auch für Zahlungen per Smartphone?

Dieser Ratgeber behandelt die physische Karte. Zahlungen über das Smartphone haben eigene technische Abläufe und Bedingungen, die hier nicht gesondert dargestellt werden.

Was tue ich bei unbekannten Abbuchungen?

Prüfe zuerst den Kontoauszug und die Umsatzliste in deinem Banking. Melde jede unbekannte Zahlung unverzüglich deiner Bank. Die Bank klärt dann, ob die Zahlung autorisiert war, und prüft den Erstattungsanspruch.

So gehst du jetzt vor

  1. Sperre die Karte sofort über die Sperrnummer deiner Bank.
  2. Erstatte die Anzeige und notiere Zeitpunkt sowie Betrag.
  3. Prüfe deinen Kontoauszug auf unbekannte Zahlungen.
  4. Lies deine Kartenbedingungen und stelle die Grenze für kontaktlose Zahlungen ein, falls möglich.

Wie du nach einem Verlust dein Konto sicherst

Nach dem Sperren geht es darum, weitere Schäden zu verhindern. Ändere die Zugangsdaten für dein Online-Banking, wenn du vermutest, dass sie mit der Karte zusammen verloren gingen. Prüfe, ob auf deinem Konto Daueraufträge oder Lastschriften bestehen, die du nicht kennst.

  • Ändere Passwörter und PIN, wenn du den Verdacht hast, dass sie mit der Karte in fremde Hände geraten sind.
  • Prüfe Daueraufträge und Lastschriften auf unbekannte Einträge.
  • Notiere alle Vorgänge mit Datum und Uhrzeit.
  • Lass dir von der Bank eine neue Karte zusenden, sobald der Vorgang abgeschlossen ist.

Was du in den Kartenbedingungen findest

Die Kartenbedingungen regeln, wie du deine Karte verwahren musst, welche Sperrnummer gilt und wann du dich melden musst. Dort steht auch, bis zu welchem Betrag kontaktlose Zahlungen ohne PIN möglich sind. Lies diese Abschnitte einmal in Ruhe, bevor du sie im Ernstfall brauchst.

Was tust du bei Abbuchungen nach der Sperre?

Wenn nach der Sperre noch Abbuchungen auf dem Konto erscheinen, melde sie sofort der Bank. Halte fest, welche Zahlungen gemeint sind, und frage nach, ob der Vorgang über die gesperrte Karte lief. Die Bank prüft dann die Umsätze und kann dir Auskunft geben, wie der Erstattungsanspruch geprüft wird.

Was tun, wenn die Karte im Ausland verloren geht?

Auch im Ausland gilt: Sperre die Karte zuerst, und zwar über die Nummer deiner Bank, die du vor der Reise notiert hast. Halte die Sperrnummer getrennt von der Karte fest, damit du sie auch dann hast, wenn das Handy fehlt. Lege zusätzlich eine Kopie deiner Kartennummer sicher ab, ohne sie auf dem Handy zu speichern.

  • Sperrnummer vor der Reise notieren und getrennt von der Karte aufbewahren.
  • Kartennummer sicher, aber nicht auf dem Smartphone, dokumentieren.
  • Bei einem Diebstahl im Ausland zusätzlich eine Anzeige vor Ort erwägen.
  • Nach der Rückkehr alle Umsätze der Reise prüfen.

Passend dazu

Quellen: § 675v BGB: Haftung des Zahlers bei missbräuchlicher Nutzung eines Zahlungsinstruments (gesetze-im-internet.de, Stand November 2026).

Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.

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