Die Frage nach dem Budget gehört zu den ersten, die Studierende vor einem Work-and-Travel-Aufenthalt stellen. Eine allgemeingültige Summe gibt es jedoch nicht, weil jedes Land eigene Nachweise verlangt. Dieser Ratgeber zeigt am Beispiel Australien, welche Beträge die Deutsche Botschaft Canberra nennt, und wie du die übrigen Posten für dein Land einplanst.
Kurz beantwortet: Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Land, deshalb gibt es keinen Standardbetrag. Für das australische Working-Holiday-Visum nennt die Deutsche Botschaft Canberra einen Nachweis von 2.466 Euro für die ersten drei Monate, dazu eine Gebühr von 75 Euro und eine Krankenversicherung mit mindestens 30.000 Euro Deckung. Stand: November 2026. Die Seite nennt eine Änderung ab dem 1. Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anforderungen sind länderspezifisch, deshalb taugt kein einziger Pauschalbetrag für alle Ziele.
- Für Australien verlangt die Botschaft einen Nachweis von 2.466 Euro für die ersten drei Monate.
- Dazu kommen laut Seite eine Gebühr von 75 Euro und eine Krankenversicherung mit mindestens 30.000 Euro Deckung.
- Wer ohne Unterkunft und Rückflugticket einreist, muss nach der Seite 3.966 Euro nachweisen.
- Für andere Länder baust du dein Budget mit den Angaben der jeweils zuständigen Vertretung auf.
Warum es keinen Standardbetrag gibt
Flug, Visum, Unterkunft und Lebenshaltung unterscheiden sich von Land zu Land, und dazu kommen unterschiedliche Nachweispflichten. Ein einziger Pauschalbetrag würde deshalb in die Irre führen. Wir beginnen daher mit einem konkreten Beispiel aus einer amtlichen Quelle und zeigen danach, welche Posten du bei jedem Land prüfst.
Was verlangt die Botschaft für Australien?
Die Deutsche Botschaft Canberra beschreibt auf ihrer Seite zum Working-Holiday-Visum die Nachweise. Die folgende Tabelle übernimmt die Angaben dieser Seite. Sie nennt eine Änderung ab dem 1. Oktober 2026, deshalb prüfe vor der Antragstellung, ob sich die Beträge danach noch einmal verändert haben.
| Nachweis | Betrag laut Seite |
|---|---|
| Unterkunft pro Monat (erste drei Monate) | 380 Euro |
| Lebenshaltung pro Monat (erste drei Monate) | 442 Euro |
| Gesamtbetrag für die ersten drei Monate | 2.466 Euro |
| Einreise ohne Unterkunft und Rückflugticket | 3.966 Euro |
| Zusätzlich ohne Flugticket | 1.500 Euro |
| Gebühr | 75 Euro |
| Krankenversicherung, Mindestdeckung | 30.000 Euro |
Die Seite nennt die Beträge in Euro und erwähnt daneben einen Gegenwert in australischen Dollar. Die Summe für die ersten drei Monate ergibt sich aus Unterkunft und Lebenshaltung: 380 plus 442 Euro, mal drei Monate, also 2.466 Euro.
Rechenbeispiel (Annahme): Du reist ohne feste Unterkunft und ohne Rückflugticket ein. Dann gilt laut Seite der Wert von 3.966 Euro, und die Gebühr von 75 Euro kommt als separate Zahlung hinzu.
Welche Posten prüfst du für jedes Land?
Unabhängig vom Ziel tauchen dieselben Kostenblöcke auf. Die Tabelle zeigt, woher du die Beträge erfährst. Trage Zahlen erst in deine Planung ein, wenn du sie aus einer offiziellen Quelle oder einem schriftlichen Angebot hast.
| Posten | Woher die Zahl kommt |
|---|---|
| Visum und Gebühr | Seite der zuständigen Auslandsvertretung |
| Finanzieller Nachweis | Seite der Auslandsvertretung, wie im Beispiel Australien |
| Krankenversicherung | Angebot des Versicherers mit Angabe der Mindestdeckung |
| Flug | Buchungsangebot zum geplanten Abflugdatum |
| Unterkunft in den ersten Wochen | Angebote von Vermietern oder Unterkünften |
| Lebenshaltung | Eigene Berechnung auf Basis der Angebote |
| Reserve für Zeiten ohne Lohn | Eigene Festlegung |
Wie baust du dein eigenes Budget auf?
Ein Budget entsteht in drei Schritten. Zuerst sammelst du die offiziellen Nachweise deines Ziellandes. Danach ergänzt du Angebote für Flug, Versicherung und Unterkunft. Zuletzt legst du eine Reserve fest und prüfst, ob du die Summe insgesamt nachweisen kannst.
Achte darauf, dass die Reserve auch dann reicht, wenn die erste Lohnzahlung später kommt. Wie hoch sie ausfällt, hängt von Ort, Unterkunft und deinem Lebensstil ab, deshalb nennen wir hier keinen Pauschalbetrag. Plane mit einem Puffer für Unvorhergesehenes, zum Beispiel für eine Reparatur am Gepäck oder eine kurzfristige Arztrechnung.
Wenn du mehrere Länder in einer Reise verbindest, rechne jede Strecke getrennt mit ihren eigenen Nachweisen. Die Anforderungen eines Landes ersetzen nicht die eines anderen. Lege deshalb für jedes Ziel eine eigene Tabelle an, in der du Quelle, Stand und Datum des Abrufs festhältst. So erkennst du später, welche Angabe noch aktuell ist.
Für Australien gilt außerdem, dass die Angaben aus der Botschaft in Euro formuliert sind, während der Nachweis in australischen Dollar erbracht werden kann. Rechne den Gegenwert zum Zeitpunkt deiner Antragstellung nach, denn der Kurs schwankt. Plane einen kleinen Sicherheitsabstand ein, damit eine Veränderung dich nicht unter die Grenze drückt.
Typische Ausgaben vor der Abreise
Viele Ausgaben fallen an, bevor das Geld überhaupt verdient wird. Dazu zählen Passfotos, Gebühren für Dokumente, eine Impfberatung, eine Versicherung und die Anschaffung von Ausrüstung. Wer diese Posten früh auflistet, vermeidet Engpässe in den Wochen vor dem Abflug.
Hinzu kommen oft Kosten für den Transport zum Flughafen, für Gepäck über den erlaubten Umfang hinaus und für eine Erstausstattung mit Kleidung oder Haushaltsartikeln. Diese Beträge sind klein im Vergleich zu Flug oder Unterkunft, summieren sich aber schnell. Trage sie in eine eigene Spalte deiner Planung ein.
Das Budget während des Aufenthalts im Blick behalten
Ein Budget hilft nur, wenn du es regelmäßig prüfst. Notiere deine Ausgaben wöchentlich und vergleiche sie mit deiner Planung. Wenn die Lebenshaltung höher ausfällt als kalkuliert, passt du früh an, zum Beispiel bei Unterkunft oder Mobilität.
Achte auch auf Wechselkurse und Gebühren für Auslandszahlungen. Frag deine Bank vor der Abreise, welche Kosten beim Bezahlen und Abheben entstehen. Eine kleine Abweichung bei jeder Zahlung summiert sich über drei Monate spürbar und wird in der Planung oft übersehen.
Häufige Fragen zum Work-and-Travel-Budget
Reicht der Betrag aus der Botschaft für den ganzen Aufenthalt?
Die Seite nennt den Betrag für die ersten drei Monate. Für einen längeren Aufenthalt musst du die Lebenshaltung selbst hochrechnen und eine Reserve einplanen. Die Summe der ersten drei Monate ist daher nur der Ausgangspunkt.
Wie muss ich das Geld nachweisen?
Welche Form des Nachweises akzeptiert wird, regelt die Seite der Botschaft. Prüfe dort, welche Unterlagen angenommen werden, bevor du Kontoauszüge sammelst. Im Zweifel fragst du die Auslandsvertretung direkt.
Gilt das auch für andere Länder wie Kanada oder Neuseeland?
Nein. Die Angaben gelten für das australische Working-Holiday-Visum. Andere Länder haben eigene Nachweispflichten, die du über die jeweilige Vertretung prüfst. Die Werte aus Australien übertragen wir nicht auf andere Staaten.
Brauche ich eine Krankenversicherung mit Rücktransport?
Die Seite verlangt eine in Deutschland gültige Versicherung für den gesamten Aufenthalt mit einer Deckung von mindestens 30.000 Euro. Sie muss laut Seite Rücktransportkosten und Pandemien wie Covid-19 einschließen. Für längere Aufenthalte hilft unser Beitrag zur Auslandskrankenversicherung für lange Aufenthalte.
Wie hoch sollte die Reserve sein?
Eine feste Zahl nennen wir nicht, weil sie von Ort und Lebensstil abhängt. Plane so, dass deine Ausgaben bis zur ersten Zahlung gedeckt sind. Wer den Antrag früh stellt, hat zudem Zeit, Angebote zu vergleichen.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe auf der Seite der zuständigen Vertretung die aktuellen Nachweise für dein Land.
- Hole Angebote für Versicherung und Flug mit dem geplanten Abflugdatum ein.
- Lege die Reserve fest und rechne sie mit deiner Wohnsituation durch.
- Lege die Unterlagen so ab, dass du sie beim Antrag sofort vorlegen kannst.
Passend dazu
- Working Holiday Australien: Visum, Versicherung und Kosten 2026
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Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.