Stipendien für den Master unterscheiden sich in Bedingungen und Sätzen vom Bachelor. Dieser Ratgeber zeigt die Wege, die Höchstsätze der Begabtenförderungswerke und die Regeln, die das BAföG für den Master setzt. Ein Master ist oft ein eigener Ausbildungsabschnitt, und genau dort entscheidet sich, welche Förderung überhaupt in Frage kommt.
Kurz beantwortet: Für den Master kommen Stipendien von Begabtenförderungswerken, Stiftungen, Hochschulen und dem Deutschlandstipendium infrage. Laut Heinrich-Böll-Stiftung (Stand: Oktober 2026) liegt der Höchstsatz der Begabtenförderungswerke für das Studium bei 855 Euro im Monat, dazu kommen 300 Euro Studienkostenpauschale. Ob dein Masterstudium förderungsfähig ist, prüfst du beim Förderer und beim BAföG-Amt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Begabtenförderungswerke setzen für das Studium Höchstsätze von 855 Euro im Monat, einkommensabhängig (Stand: Oktober 2026).
- Für die Promotion gelten laut derselben Quelle höhere Werte, das Grundstipendium liegt bei bis zu 1.750 Euro im Monat.
- Das BAföG setzt für den Master eigene Voraussetzungen, zum Beispiel zum vorausgehenden Abschluss.
- Im BAföG gilt eine Altersgrenze: Die Förderung endet, wenn der Ausbildungsabschnitt nach dem 45. Lebensjahr beginnt.
- Deutschlandstipendium und Hochschulstipendien sind je nach Hochschule auch im Master möglich.
- Die Bewerbungsfristen unterscheiden sich stark, prüfe sie je Werk und je Hochschule.
Welche Sätze gelten bei den Begabtenförderungswerken?
Die Begabtenförderungswerke mit BMFTR-Mitteln veröffentlichen ihre Sätze einheitlich. Laut Heinrich-Böll-Stiftung, Stand Oktober 2026, gelten folgende Höchstwerte. Die Studiensätze sind für den Master relevant, die Promotionswerte zeigen den Unterschied zur Phase danach.
| Phase | Posten | Betrag pro Monat (Höchstsatz) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Studium | Höchstsatz | 855 Euro | einkommensabhängig nach BAföG-Regeln |
| Studium | Studienkostenpauschale | 300 Euro | einkommensunabhängig |
| Promotion | Grundstipendium | 1.750 Euro | Höchstbetrag |
| Promotion | Forschungskostenpauschale | 100 Euro | Pauschale |
| Promotion | Familienzulage | 155 Euro | Voraussetzungen laut Werk |
Ältere Werte (1.450, 1.550 oder 1.650 Euro für die Promotion) sind überholt. Lass dich nicht von alten Beiträgen verwirren. Andere Werke nutzen laut derselben Quelle dieselben BMFTR-Sätze, prüfe den Einzelfall trotzdem beim jeweiligen Werk.
Annahme: Du bekommst in der Promotion das Grundstipendium von 1.750 Euro und die Forschungskostenpauschale von 100 Euro. Das ergibt 1.850 Euro im Monat oder 22.200 Euro im Jahr, ohne Familienzulage.
Wie wirkt das BAföG beim Master?
Das BAföG fördert den Master nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Regeln stehen im Gesetz, unter anderem in § 7 BAföG. Die Altersgrenze regelt § 10 Abs. 3 BAföG: Förderung wird nicht geleistet, wenn du bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 45. Lebensjahr vollendet hast (Stand: Oktober 2026). Für den Master gehst du in dieser Reihenfolge vor:
- Prüfe, ob dein Masterstudiengang im BAföG als förderungsfähige Ausbildung gilt. Das Amt beantwortet die Frage verbindlich.
- Kläre den Abschluss, auf dem der Master aufbaut, damit die Voraussetzungen zusammenpassen.
- Rechne mit deinem Einkommen und dem Vermögen, das bei der Berechnung angerechnet wird.
- Kläre vor der Einschreibung, ob ein Stipendium mit dem BAföG verrechnet wird.
Worauf achten Förderer beim Master?
Förderer prüfen den Studienverlauf, die Note des ersten Abschlusses, die Passung des Masters zu deinem bisherigen Weg und deine Zielsetzung. Viele verlangen einen Lebenslauf mit Studienverlauf, ein Motivationsschreiben und häufig eine Empfehlung. Ein Forschungs- oder Berufsprofil, das zum Masterthema passt, stärkt die Bewerbung, sofern die Ausschreibung solche Kriterien nennt.
Wie planst du Master und Stipendium zusammen?
Ein Masterstudium dauert je nach Studiengang und Regelstudienzeit. Als Rechenbasis dient hier eine Annahme von zwei Jahren, die du an deinem Studiengang prüfst. Rechne Studienkosten, Lebenshaltung und die Zeit für die Bewerbung mit ein, denn die Bewerbung läuft oft Monate vor dem Studienstart.
Annahme: Du studierst zwei Jahre und erhältst die Studienkostenpauschale von 300 Euro im Monat. Das ergibt insgesamt 7.200 Euro über die gesamte Dauer. Prüfe außerdem, ob ein Stipendium über den Abschluss hinaus läuft, denn ein neuer Förderantrag braucht Vorlauf.
Welche Unterlagen brauchst du für ein Masterstipendium?
- Zeugnis über den ersten Abschluss mit allen Einzelnoten und der Abschlussnote
- Nachweis über Berufserfahrung oder Praktika, falls vorhanden
- Skizze des Masterthemas oder ein Forschungsinteresse, wenn die Ausschreibung das verlangt
- Empfehlung von Lehrenden, möglichst aus dem bisherigen Studium
Schreibe das Motivationsschreiben so, dass es den Weg vom Bachelor zum Master begründet. Ein Satz über den Wunsch nach Vertiefung reicht nicht. Nenne Themen, Kurse oder Projekte, die dich dorthin gebracht haben.
Häufige Fragen
Gilt ein Stipendium aus dem Bachelor auch im Master?
Nicht automatisch. Viele Förderer vergeben Stipendien für einen Studienabschnitt neu. Lies die Bedingungen, ob eine Verlängerung oder ein Wechsel möglich ist. Frag bei Unklarheit direkt nach, bevor du deine Finanzplanung darauf aufbaust.
Wird ein zweiter Master vom BAföG gefördert?
Ein weiterer Abschluss ist nach BAföG nicht immer förderungsfähig. Die Regeln für Zweitstudium und Weiterbildung sind eng gefasst, und die Kosten, das Kindergeld und die Steuern hängen vom Einzelfall ab. Den Überblick findest du im Ratgeber zum Zweitstudium.
Gelten die Sätze für den Master gleich wie für den Bachelor?
Die genannten Studiensätze stammen aus BMFTR-Mitteln. Ob ein Werk den Master als Studium anerkennt und welche Sätze es anwendet, steht in seinen Förderbedingungen. Prüfe das schriftlich, bevor du dich entscheidest.
Kann ich im Master mit einem Nebenjob ein Stipendium bekommen?
Ja, ein Nebenjob schließt Stipendien nicht aus. Entscheidend ist, wie viel Einkommen angerechnet wird, wenn das Werk eine einkommensabhängige Förderung zahlt. Rechne deshalb vorab nach.
Welche Unterlagen sind typisch?
Typisch sind Zeugnisse, ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und oft eine Empfehlung. Die genaue Liste steht in der Ausschreibung. Plane genug Zeit für die Empfehlungen ein, denn sie brauchen meist mehrere Wochen.
So gehst du jetzt vor
- Liste die Masterprogramme auf, die für dich in Frage kommen, und prüfe jeweils die Fördermöglichkeiten.
- Kläre mit dem BAföG-Amt die Förderungsfähigkeit, bevor du dich einschreibst.
- Bewirb dich bei zwei oder drei Förderern, deren Profil zu deinem Masterthema passt.
- Rechne deine monatliche Finanzlücke durch und vergleiche sie mit den Sätzen der Angebote.
Passend dazu
- Zweitstudium: Kosten, BAföG, Kindergeld und Steuern
- Master im Ausland: Länder, Bewerbung und Kosten
- Promotion in Deutschland: Wege, Dauer, Finanzierung und Doktortitel
- Stipendium im Studium finden: Arten, Anbieter und Voraussetzungen
- Master berufsbegleitend: Steuern, Kosten und Versicherung
Welche Rolle spielt der Hochschultyp?
An Fachhochschulen und Universitäten laufen Stipendienprogramme oft unterschiedlich. Ein Masterprogramm an einer Fachhochschule kann andere Auswahlverfahren haben als eines an einer Universität. Frag bei der Hochschule nach, welche Förderprogramme für den konkreten Studiengang gelten.
Auch der Studienort zählt. Die Studierendenwerke informieren über Wohnen und Finanzen am Ort, während die Regeln des BAföG bundesweit gelten. Die Bewerbung um ein Stipendium bleibt aber immer an den jeweiligen Förderer gebunden. Vergleiche vor einer Zusage die Lebenshaltungskosten in den Städten, zu denen du dich bewirbst. Das lohnt sich bei jeder Zusage, egal wie attraktiv der Betrag klingt. Plane dafür mindestens zwei Monate Vorlauf ein, denn Unterlagen und Empfehlungen brauchen Zeit. Notiere dir die Fristen direkt beim Vergleich.
Quellen: Heinrich-Böll-Stiftung, Stipendienhöhen Begabtenförderung, Stand Oktober 2026; Deutschlandstipendium, Startseite, abgerufen Oktober 2026; Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), §§ 7 und 10, gesetze-im-internet.de.
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.