Wenn du einen Master berufsbegleitend studierst, kannst du die Kosten als Werbungskosten ohne Höchstbetrag von der Steuer absetzen, sobald du eine Erstausbildung abgeschlossen hast. Krankenversichert bleibst du über deinen Job, denn die studentische Krankenversicherung gilt nur, wenn keine vorrangige Pflichtversicherung besteht. Was das Studium selbst kostet, legt die Hochschule fest. Staatliche Hochschulen erheben keine allgemeinen Studiengebühren, bei privaten Anbietern und Weiterbildungsangeboten können Entgelte anfallen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein berufsbegleitender Master ist ein Masterstudium neben dem Job, als Teilzeitstudium, Fernstudium oder in Wochenend-, Abend- und Blockformaten.
- Die Kosten sind nach einer abgeschlossenen Erstausbildung Werbungskosten ohne Höchstbetrag. Ein Verlust wird in spätere Jahre vorgetragen.
- Wer von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss bekommt, klärt die steuerliche Behandlung vorab mit dem Lohnbüro. Abgesetzt werden nur Kosten, die du selbst trägst.
- Arbeitnehmer unterhalb der Versicherungspflichtgrenze sind über den Job gesetzlich pflichtversichert. Die studentische Krankenversicherung gibt es dann nicht.
- Das Aufstiegsstipendium fördert ein erstes Studium, in der Regel bis zum Bachelor. Für den Master kommen das Deutschlandstipendium, sofern deine Hochschule es vergibt, und Kredite in Frage. Der Bildungskredit setzt ein Vollzeitstudium voraus.
Welche Formate gibt es für einen berufsbegleitenden Master?
Ein berufsbegleitender Master ist ein Masterstudium, das so aufgebaut ist, dass du daneben weiter arbeiten kannst. Die gängigen Formate:
- Teilzeitstudium: Du belegst pro Semester weniger Module als im Vollzeitstudium und brauchst dadurch mehr Semester.
- Fernstudium: Du lernst überwiegend zu Hause, Präsenztermine gibt es nur für Prüfungen oder einzelne Veranstaltungen.
- Wochenend-, Abend- und Blockformate: Die Lehrveranstaltungen liegen außerhalb der üblichen Arbeitszeit.
Wie viele Stunden pro Woche das Studium kostet, steht im Studienplan und im Modulhandbuch der jeweiligen Hochschule. Lass dir von der Hochschule die Präsenztermine eines kompletten Semesters nennen und gleiche sie mit deinen Dienstplänen ab. Ob sich der Master für dich überhaupt lohnt, klärt der Beitrag Master oder direkt arbeiten. Einen Überblick über andere Wege gibt Weiterbildung nach dem Studium.
Was kostet ein berufsbegleitender Master?
Allgemeine Studiengebühren gibt es in keinem Bundesland. Für ein Zweitstudium nach einem abgeschlossenen Studium können dennoch Gebühren anfallen. Ob und in welcher Höhe, erfährst du beim Studierendensekretariat deiner Hochschule. Bei privaten Hochschulen und kostenpflichtigen Weiterbildungsmastern legt der Anbieter das Entgelt fest. Die Summe steht in der Entgeltordnung des Studiengangs, oft zerlegt in Raten pro Semester oder Monat.
| Kostenposten | Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Semesterbeitrag | Setzt sich aus Beiträgen für die Studierendenschaft, das Studierendenwerk und gegebenenfalls das Semesterticket zusammen. Die Höhe ist an jeder Hochschule anders. |
| Verwaltungsgebühren | Einige Länder verlangen Einschreibe-, Verwaltungs- oder Rückmeldegebühren von etwa 50 Euro pro Semester. |
| Studiengangsentgelt | Kann bei privaten Anbietern und Weiterbildungsangeboten anfallen. Frage nach der Gesamtsumme bis zum Abschluss, nicht nur nach der Rate. |
| Fachliteratur und Technik | Bücher, Software und gegebenenfalls ein Laptop. Nach einer abgeschlossenen Erstausbildung zählen die Kosten steuerlich als Werbungskosten, bei privater Nutzung eines Laptops nur anteilig. |
| Fahrten und Unterkunft | Reisen zu Präsenzphasen und Prüfungen, bei Bedarf mit Übernachtung. |
Bei einem Fernstudium fallen vor allem Reise und Übernachtung für die Präsenzphasen an. Das Deutschland-Semesterticket kostet 2026 monatlich 37,80 Euro, wo es angeboten wird.
Kannst du einen berufsbegleitenden Master von der Steuer absetzen?
Ja, wenn du bereits eine Erstausbildung abgeschlossen hast. Die Erstausbildung ist eine geordnete Ausbildung von mindestens zwölf Monaten Vollzeit, die mit einer Abschlussprüfung endet (§ 9 Abs. 6 EStG, Gesetzestext). Nach einer abgeschlossenen Erstausbildung sind die Kosten jeder weiteren Ausbildung und jedes weiteren Studiums Werbungskosten. Das gilt sowohl für den Master nach dem Bachelor als auch für ein Studium nach einer Berufsausbildung.
| Merkmal | Werbungskosten (Zweitausbildung) | Sonderausgaben (Erstausbildung) |
|---|---|---|
| Höchstbetrag | Keiner | 6.000 Euro im Kalenderjahr |
| Wirkung | Mindern das zu versteuernde Einkommen | Wirken nur bei steuerpflichtigen Einkünften im selben Jahr |
| Verlustvortrag | Ja, Verluste werden in spätere Jahre vorgetragen | Nein |
Absetzbar sind zum Beispiel das Studiengangsentgelt, der Semesterbeitrag, Fachliteratur, Software, Arbeitsmittel wie ein Laptop sowie Fahrten zu Präsenzphasen. Bewahre die Rechnungen und Zahlungsbelege für jedes Jahr auf.
Wie viel bringt das? Ein Beispiel
Beispiel mit angenommenen Werten: Lena, 29, arbeitet als Angestellte und hat einen Bachelor. Im Jahr 2026 zahlt sie für ihren berufsbegleitenden Master 3.400 Euro Entgelt an die Hochschule, 450 Euro für Fachliteratur, 600 Euro für Fahrten und 300 Euro für den beruflich genutzten Anteil ihres Laptops. Das sind 4.750 Euro. Weitere Werbungskosten hat sie nicht. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro ist bei der Lohnsteuer ohnehin berücksichtigt. Zusätzlich mindern also 4.750 Euro minus 1.230 Euro = 3.520 Euro ihr zu versteuerndes Einkommen. Wie viel Steuer das spart, hängt von ihrem persönlichen Steuersatz ab.
Bis wann kannst du die Kosten geltend machen?
Eine freiwillige Steuererklärung ist bis zum 31. Dezember des vierten Folgejahres möglich, für das Jahr 2026 also bis zum 31. Dezember 2030. Besteht eine Pflicht zur Abgabe, gilt ohne Steuerberater grundsätzlich der 31. Juli des Folgejahres. Übersteigen die Kosten in einem Jahr deine Einnahmen, etwa weil du die Arbeitszeit stark reduziert hast, stellt das Finanzamt einen Verlust fest, den du später verrechnest. Die Details zum Zweitstudium erklärt der Beitrag Zweitstudium und Steuern, eine allgemeine Übersicht gibt steuerliche Vorteile im Studium.
Zahlt der Arbeitgeber den Master?
Ein Anspruch auf Kostenübernahme besteht nicht automatisch. Ob dein Arbeitgeber das Studium bezahlt, bezuschusst oder dich nur freistellt, vereinbarst du mit ihm. Halte die Absprache vor der Einschreibung schriftlich fest, auch zu Freistellung für Präsenzphasen und Prüfungen sowie zu den Folgen, falls du das Unternehmen vor dem Abschluss verlässt.
Zwei Punkte klärst du vorab mit dem Lohnbüro oder einer Steuerberatung. Erstens ist offen, ob ein Zuschuss steuerfrei bleibt oder als Arbeitslohn versteuert wird. Die Antwort hängt vom Einzelfall ab. Zweitens setzt du nur Kosten ab, die du selbst trägst. Was nach einem Zuschuss übrig bleibt, rechnest du mit dem Lohnbüro oder der Steuerberatung durch. Ob dir Bildungsurlaub zusteht, fragst du bei der Personalabteilung nach.
Welche Förderung gibt es für einen berufsbegleitenden Master?
| Förderung | Betrag | Was du wissen musst |
|---|---|---|
| Aufstiegsstipendium | 3.045 Euro pro Kalenderjahr bei berufsbegleitendem Studium | Fördert ein erstes akademisches Studium, in der Regel bis zum Bachelor. Voraussetzung sind eine Berufsausbildung, mindestens zwei Jahre Berufstätigkeit und eine besondere berufliche Leistung. |
| Deutschlandstipendium | 300 Euro pro Monat | Die Hochschule wählt nach Leistung und Engagement aus. Fristen sind je Hochschule verschieden. |
| Bildungskredit | 100, 200 oder 300 Euro pro Monat, 4,09 Prozent effektiver Zins | Setzt ein Vollzeitstudium in fortgeschrittener Phase voraus und einen Antrag vor dem 36. Geburtstag. |
| KfW-Studienkredit | 100 bis 650 Euro pro Monat, 6,38 Prozent effektiver Zins | Für Alter 18 bis 44. Prüfe vor dem Antrag, ob dein Studiengang förderfähig ist. |
Das Aufstiegsstipendium ist für den Master in der Regel keine Lösung, weil es ein erstes Studium fördert. Informationen zum Verfahren stehen beim Programm der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Beim Bildungskredit zählt das Vollzeitstudium als Voraussetzung. Ob dein berufsbegleitender Studiengang dazu passt, klärst du vor dem Antrag mit dem Bundesverwaltungsamt. Alle Bedingungen erklärt der Beitrag Bildungskredit.
Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gilt für zugelassene Weiterbildungsmaßnahmen. Ob ein Master dazu zählt, entscheidet die Agentur im Beratungsgespräch.
Wie bist du als Berufstätiger krankenversichert?
Als Arbeitnehmer bist du über deinen Job gesetzlich pflichtversichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Die studentische Krankenversicherung der Studierenden entfällt, wenn eine vorrangige Pflichtversicherung besteht, zum Beispiel als Arbeitnehmer (Gesetzestext § 5 SGB V). Ein Vollzeitjob neben dem Master ändert an deiner Versicherung deshalb nichts. Liegt dein Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze von 6.450 Euro im Monat (2026), bist du freiwillig gesetzlich oder privat versichert.
Der Beitrag wird vom Bruttogehalt berechnet. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent, dazu kommt der Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Durchschnitt 2,9 Prozent im Jahr 2026. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Beitrag. Er wird bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat berechnet.
Die Hochschule verlangt vor der Einschreibung dennoch eine digitale Bestätigung einer gesetzlichen Krankenkasse über deinen Versicherungsstatus. Du forderst sie bei deiner eigenen Kasse an. Der Abruf ist frühestens ab dem 1. Juni für das Wintersemester und ab dem 1. Dezember für das Sommersemester möglich. Auch Privatversicherte brauchen diese Bestätigung einer gesetzlichen Kasse.
Was gilt, wenn du die Arbeitszeit stark reduzierst?
Arbeitest du höchstens 20 Stunden pro Woche und überwiegt das Studium zeitlich, giltst du als Werkstudent. Dann bleibst du in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung frei, die Rentenversicherung bleibt pflichtig. Dann greift die studentische Krankenversicherung, solange du an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben bist. Sie endet mit dem Semester, in dem du 30 wirst, und gilt darüber hinaus nur bei besonderen Gründen. Ob ein Teilzeitstudium als zeitlich überwiegend gilt, lässt du dir vor einer Vertragsänderung von deiner Krankenkasse bestätigen. Alle Details zum Werkstudentenstatus erklärt der Beitrag Werkstudent und Krankenversicherung, die Besonderheiten beim Fernstudium der Beitrag Krankenversicherung im Fernstudium.
Wenn du deine Situation durchsprechen willst, findest du auf der Startseite von Academycon den Weg zur Beratung.
Erfahrungen zu uns findest du bei ProvenExpert, Trustlocal und Trustindex.
Was ändert sich bei Rente und Gehalt?
Als Arbeitnehmer zahlst du weiter Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Beiträge richten sich nach deinem Bruttogehalt. Reduzierst du für das Studium die Arbeitszeit, sinken Gehalt und Beiträge im gleichen Maß.
Beispiel mit angenommenen Werten: Arbeitest du statt 40 Stunden nur 30 Stunden bei gleichem Stundenlohn, sinkt dein Bruttogehalt auf 30 ÷ 40 = 75 Prozent. Aus 3.200 Euro werden 2.400 Euro, also 800 Euro weniger im Monat. Wie sich das auf deine spätere Rente auswirkt, kann die Deutsche Rentenversicherung für dich berechnen. Rechne die Gehaltseinbuße in dein Budget ein, bevor du Stunden reduzierst.
Häufige Fragen
Kann ich einen berufsbegleitenden Master von der Steuer absetzen?
Ja, wenn du bereits eine Erstausbildung abgeschlossen hast. Die Kosten für Entgelt, Semesterbeitrag, Fachliteratur, Arbeitsmittel und Fahrten sind dann Werbungskosten ohne Höchstbetrag. Reichen deine Einnahmen nicht aus, stellt das Finanzamt einen Verlust fest, den du in späteren Jahren verrechnest.
Zahlt der Arbeitgeber den Master?
Nicht automatisch. Ob dein Arbeitgeber die Kosten übernimmt, bezuschusst oder dich freistellt, vereinbarst du mit ihm, am besten schriftlich vor der Einschreibung. Ob ein Zuschuss steuerfrei bleibt, klärst du vorab mit dem Lohnbüro. Absetzen kannst du nur Kosten, die du selbst trägst.
Bin ich als berufsbegleitend Studierender studentisch versichert?
In der Regel nicht. Als Arbeitnehmer bist du über deinen Job pflichtversichert, und die studentische Krankenversicherung gilt nur ohne vorrangige Versicherung. Von der Hochschule brauchst du trotzdem eine Bestätigung deiner gesetzlichen Krankenkasse. Bei höchstens 20 Wochenstunden und überwiegendem Studium kommt der Werkstudentenstatus in Frage.
Was kostet ein berufsbegleitender Master?
Das hängt vom Anbieter ab. Staatliche Hochschulen erheben keine allgemeinen Studiengebühren, aber einen Semesterbeitrag und in manchen Ländern Verwaltungsgebühren von etwa 50 Euro pro Semester. Bei privaten Anbietern und Weiterbildungsmastern legt der Anbieter ein Entgelt fest. Frage nach der Gesamtsumme bis zum Abschluss.
Gibt es Förderung für den berufsbegleitenden Master?
Ja, in begrenztem Umfang. Das Deutschlandstipendium zahlt 300 Euro im Monat, wenn die Hochschule dich auswählt. Der Bildungskredit und der KfW-Studienkredit sind Darlehen mit festen Voraussetzungen. Das Aufstiegsstipendium fördert dagegen ein erstes Studium, in der Regel bis zum Bachelor, und passt für den Master meist nicht.
So gehst du jetzt vor
- Kläre mit der Hochschule Format, Präsenztermine, Gesamtkosten und Förderfähigkeit des Studiengangs.
- Sprich mit deinem Arbeitgeber über Zuschuss, Freistellung und Arbeitszeit und halte alles schriftlich fest.
- Fordere bei deiner Krankenkasse die Bestätigung für die Hochschule an.
- Sammle ab dem ersten Semester alle Belege und trage die Kosten in deiner Steuererklärung als Werbungskosten ein.
Passend dazu
- Zweitstudium: Kosten, BAföG, Kindergeld und Steuern
- Master oder direkt arbeiten: Was lohnt sich mehr?
- Weiterbildung nach dem Studium: Optionen im Überblick
- Krankenversicherung im Fernstudium: Pflicht, Beitrag und Besonderheiten
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Steuerberatung.
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