Wer das Referendariat Baden-Württemberg Gehalt überschlagen möchte, muss zwei Dinge trennen: Die Anwärterbezüge, die dein Dienstherr zahlt, und die Beihilfe, die einen Teil deiner Krankheitskosten übernimmt. Beides zusammen bestimmt, wie viel du am Ende für Versicherung und Lebenshaltung zur Verfügung hast.
Kurz beantwortet: Im Referendariat in Baden-Württemberg erhältst du Anwärterbezüge. Laut dbb-Besoldungstabelle liegt der Betrag für das Eingangsamt A 13 bei 1.786,46 Euro brutto im Monat, Stand April 2026 und vorbehaltlich der Verkündung. Die Beihilfe übernimmt als Regelsatz 50 Prozent der beihilfefähigen Kosten, wenn du keine Kinder hast. Stand: April 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anwärterbezüge in Baden-Württemberg betragen laut dbb 1.786,46 Euro (A 13) bzw. 1.753,53 Euro (A 12) brutto pro Monat.
- Die Werte stammen aus einer Übersicht, die unter Vorbehalt der Verkündung steht. Den Gesetzesstand solltest du selbst prüfen.
- Der Regelsatz der Beihilfe liegt für Beamte auf Widerruf ohne Kinder bei 50 Prozent.
- Die ausgewerteten Übersichten führen Baden-Württemberg als Land mit pauschaler Beihilfe. Die Wahl und ihre Bedingungen regelt das Landesrecht.
- Für die Krankenversicherung brauchst du einen Tarif, der die andere Hälfte der Kosten abdeckt.
Wie hoch sind die Anwärterbezüge in Baden-Württemberg?
Anwärterbezüge sind das Gehalt während des Vorbereitungsdienstes. Maßgeblich ist das Eingangsamt, also die Besoldungsgruppe, in die du eingestuft wirst. Die folgenden Werte stammen aus der Besoldungstabelle des dbb für Baden-Württemberg, Stand April 2026, vorbehaltlich der Verkündung im Gesetzblatt:
| Eingangsamt | Anwärterbezüge brutto pro Monat | Stand |
|---|---|---|
| A 13 | 1.786,46 Euro | April 2026 |
| A 12 | 1.753,53 Euro | April 2026 |
Ob du in A 13 oder A 12 eingestuft wirst, hängt von deinem Ausbildungsweg ab. Ob die Grundschule in Baden-Württemberg noch in A 12 eingestuft ist, wurde nicht geprüft. Frag deshalb bei der Einstellung nach der Besoldungsgruppe. Für eine Netto-Rechnung nutzt du den Abgabenrechner des Bundesministeriums der Finanzen, denn die Lohnsteuer hängt von deinen persönlichen Daten ab.
Wie greift die Beihilfe im Referendariat in Baden-Württemberg?
Wer im Krankheitsfall Anspruch auf Beihilfe hat, ist nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V in der Regel nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Beamte sind dann versicherungsfrei. Ob du als Beamter auf Widerruf oder im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis stehst, regelt das Landesrecht. Die Einstellungsbescheinigung nennt dir die Rechtsstellung.
Der Bemessungssatz für Beamte auf Widerruf ohne Kinder liegt bei 50 Prozent. Die Einzelheiten stehen in der Landesbeihilfenverordnung. Mit einem Kind steigt der Satz. Prüfe die Regel für deine Familiensituation, bevor du eine Entscheidung triffst.
Rechenbeispiel: Eigenanteil bei einer Behandlung
Annahme: Du hast keine Kinder und lässt eine beihilfefähige Rechnung über 400 Euro erstatten. Die Schritte lauten so:
- Die Beihilfe übernimmt 50 Prozent von 400 Euro, also 200 Euro.
- Die verbleibenden 200 Euro musst du über deine Krankenversicherung abrechnen oder selbst tragen.
- Bei mehreren Rechnungen im Jahr summiert sich der Eigenanteil, auch wenn jede einzelne Rechnung klein wirkt.
- Lass dir vor der Behandlung bestätigen, dass die Leistung beihilfefähig ist, wenn du unsicher bist.
Der Eigenanteil hängt also von deinen Kosten und vom Leistungsumfang deines Tarifs ab. Das Vorgehen bei der Abrechnung beschreibt der Ratgeber zur Beihilfe im Referendariat genauer.
Welche Krankenversicherung passt zum Referendariat in Baden-Württemberg?
Mit 50 Prozent Beihilfe brauchst du für den Rest einen Tarif. Ein Anwärtertarif der PKV ist auf die Ausbildungszeit zugeschnitten. Entscheidend sind aber nicht nur der Beitrag, sondern auch Vorerkrankungen, Leistungen bei Zahn und Brille sowie die Frage, wie dein Tarif nach der Verbeamtung weiterläuft.
Wenn du die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Absicherung nebeneinander sehen willst, hilft der Ratgeber zu GKV oder PKV im Referendariat. Für eine persönliche Einordnung bietet Academycon ein Gespräch an, Details unter So arbeiten wir.
Was bedeutet die pauschale Beihilfe in Baden-Württemberg?
Bei der pauschalen Beihilfe bekommst du einen festen monatlichen Zuschuss statt der Erstattung nach Bemessungssatz. Sie ist eine Wahlmöglichkeit, und das Landesrecht legt fest, ob und unter welchen Bedingungen du später wechseln kannst. Ob sie sich lohnt, hängt von deinen erwarteten Behandlungskosten und deinem Tarif ab. Den Überblick über die Länder findest du im Ratgeber zur pauschalen Beihilfe für Referendare.
Bevor du dich entscheidest, prüfe die aktuelle Landesregelung und lass dir die Bedingungen schriftlich geben. Eine Entscheidung, die du einmal getroffen hast, lässt sich nicht beliebig zurückdrehen.
Worauf du beim Vergleich der Beihilfeformen achtest
Die Form der Beihilfe beeinflusst deine Kosten spürbar. Bei der Erstattung nach Bemessungssatz zahlst du die Rechnung und reichst sie ein. Bei einer pauschalen Beihilfe erhältst du einen festen Betrag, und deine Versicherung für den Rest muss zu diesem Modell passen. Wer beides vergleichen will, sollte mit denselben Beispielen rechnen, etwa einer Arztrechnung über 400 Euro im Jahr und einer über 2.000 Euro.
Dafür hilft eine einfache Übersicht: Notiere deine erwarteten Kosten für ein Jahr, die Erstattung nach Satz oder Pauschale und den Beitrag des Tarifs. Die Beitragszahlen holst du direkt beim Tarifanbieter, denn die Preise einzelner Versicherer sind in diesem Ratgeber bewusst nicht enthalten.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Referendariat Baden-Württemberg Gehalt netto?
Ein Nettobetrag hängt von Steuerklasse, Familienstand, Freibeträgen und Versicherung ab, deshalb nenne ich keine Zahl. Der Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums rechnet die Lohnsteuer mit deinen Angaben durch. Die Krankenversicherung rechnest du davon getrennt, weil Beamte andere Beiträge zahlen als Angestellte.
Gilt der Betrag auch für Rechtsreferendare?
Nicht automatisch. Die Tabellenwerte beziehen sich auf die Anwärterbesoldung. Wenn die Rechtsstellung anders geregelt ist, etwa über eine Unterhaltsbeihilfe, gelten andere Regeln. Die Höhe nennt dir die zuständige Stelle im Einstellungsbescheid.
Ändert sich die Besoldung während der Ausbildung?
Ja, Besoldungstabellen werden vom Land angepasst, und die Werte für die Folgejahre stehen in den Gesetzen. Wenn du einen Stufenwechsel oder eine Anpassung erwartest, kläre den Zeitpunkt mit deinem Dienstherrn. Plane zunächst mit dem Betrag, der für deinen Dienstbeginn gilt.
Bekomme ich Familienzuschlag, wenn ich ein Kind habe?
Mit Kindern erhältst du in der Regel einen Familienzuschlag, und der Beihilfesatz steigt. Die genaue Höhe richtet sich nach der Besoldungstabelle des Landes und nach der Zahl der Kinder. Für deine Rechnung solltest du deshalb die tatsächliche Familiensituation zugrunde legen.
Wie beantrage ich die Beihilfe?
Du reichst Originalbelege mit den geforderten Angaben bei deiner Beihilfestelle ein. Die Antragsfristen und Formulare stehen auf den Unterlagen der Stelle. Heb Belege deshalb sorgfältig auf und dokumentiere, was du wann eingereicht hast.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe deine Einstellungsbescheinigung auf Besoldungsgruppe und Rechtsstellung.
- Vergleiche die Anwärterbezüge mit der aktuellen Besoldungstabelle des Landes, bevor du dein Budget planst.
- Kläre bei der Beihilfestelle, ob die pauschale Beihilfe für dich in Frage kommt und welche Bedingungen gelten.
- Vergleiche Anwärtertarife nach Leistungen und Bedingungen, bevor du dich vor dem Dienstbeginn festlegst.
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Quellen: Besoldungstabelle Baden-Württemberg 2026 des dbb (Stand April 2026, vorbehaltlich der Verkündung); § 6 SGB V, Versicherungsfreiheit (Abruf Oktober 2026).
Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.