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Freelancing als Student: So startest du mit den ersten Aufträgen

Fähigkeiten, Portfolio, Stundensatz mit Rechenbeispiel, Plattformen, erste Kunden und Rechnung als Kleinunternehmer: So startest du als Student ins Freelancing.
Symbolbild: Freelancing als Student

Inhalt

Freelancing als Student gelingt in vier Schritten. Du legst ein Angebot fest, sammelst Arbeitsproben, kalkulierst einen Preis und gewinnst erste Aufträge über Plattformen oder dein Umfeld. Hinzu kommen drei Formalien. Du meldest die Tätigkeit beim Gewerbeamt oder Finanzamt an, schreibst Rechnungen mit den richtigen Angaben und prüfst deine Krankenversicherung, denn in der Familienversicherung darf dein Gesamteinkommen höchstens 565 € im Monat betragen.

Die rechtlichen Details zu Gewerbe, Steuern und Versicherung stehen im Beitrag zu einem Gewerbe als Student.

Das Wichtigste in Kürze

  • Starte mit einem klar umrissenen Angebot, das auf deinem Studium oder einem Hobby aufbaut, und belege es mit zwei bis drei Arbeitsproben.
  • Für den Stundensatz rechnest du Wunschgewinn plus Kosten geteilt durch die tatsächlich bezahlten Stunden. Akquise und Buchhaltung gehören nicht dazu.
  • Als Kleinunternehmer musst du keine Umsatzsteuer ausweisen, solange du im Vorjahr höchstens 25.000 € und im laufenden Jahr höchstens 100.000 € Umsatz machst. Im Gründungsjahr gilt die Grenze von 25.000 €.
  • Gewerbe meldest du beim Gewerbeamt an, freie Berufe beim Finanzamt. Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung übermittelst du innerhalb eines Monats nach Beginn.
  • Familienversichert bleibst du bei höchstens 565 € Gesamteinkommen im Monat und nur, wenn die Selbstständigkeit nicht hauptberuflich ist.

Welche Fähigkeiten kannst du als Student verkaufen?

Verkaufen lässt sich alles, wofür andere keine Zeit oder kein Wissen haben und was du ohne teure Ausstattung liefern kannst. Fang bei deinem Studium an: Was musst du ohnehin können, und was fragen Kommilitonen dich regelmäßig? Danach schaust du auf Hobbys und Nebenerfahrungen.

AngebotTypischer AuftragArbeitsprobe
Texten und LektoratBlogartikel, Produkttexte, Korrektur von AbschlussarbeitenZwei bis drei Textproben, ein Vorher-nachher-Beispiel
Grafik und DesignLogo, Social-Media-Vorlagen, PräsentationenOnline-Portfolio mit eigenen Entwürfen
Web und ProgrammierungLandingpage, Skripte, kleine ToolsEigene Website oder ein Projekt im Code-Repository
Social MediaKanäle betreuen, Beiträge planen, Reels schneidenEigener Kanal oder Konzept für einen fiktiven Kunden
ÜbersetzenWebsites, Dokumente, UntertitelÜbersetzte Textpassage mit Original
NachhilfeEinzelunterricht per Video in deinem FachKurzprofil mit Fach, Niveau und Lernzielen
Foto und VideoEventfotos, Porträts, Schnitt von KurzvideosGalerie mit Beispielen

Entscheidend ist, dass sich dein Angebot in einem Satz sagen lässt: „Ich schreibe Produkttexte für Onlineshops“ verkauft sich leichter als „Ich schreibe alles“. Mit einer Spezialisierung fällt es Kunden auch leichter, dich weiterzuempfehlen.

Wie baust du ein Portfolio ohne Kundenerfahrung auf?

Ein Portfolio besteht aus Arbeitsproben, die zeigen, was du lieferst. Dafür brauchst du keine bezahlten Aufträge. Nimm Texte, Designs oder Code aus dem Studium, die du zeigen darfst, oder erstelle Beispiele für einen fiktiven Kunden, etwa ein Logo für ein erfundenes Café oder einen Blogbeitrag zu einem Thema, das dich interessiert.

Eine einfache Seite mit drei Beispielen, einer kurzen Vorstellung und einer Kontaktmöglichkeit reicht für den Start. Zeig sie vorab Kommilitonen und frag, was unklar ist. Wenn du später Kunden hast, ersetzt du die Beispiele nach und nach durch echte Aufträge, mit Erlaubnis der Auftraggeber.

Wie viel Stundensatz kannst du als Freelancer-Student verlangen?

Dein Stundensatz muss deinen gewünschten Gewinn und deine Kosten decken. Rechne mit den Stunden, die ein Kunde tatsächlich bezahlt. Zeit für Akquise, Angebote, Abstimmungen und Buchhaltung kommt hinzu und wird nicht vergütet.

Beispiel: Du willst 500 € Gewinn im Monat erzielen (Annahme; das liegt unter der Grenze von 565 € der Familienversicherung). Software und Hosting kosten 50 € im Monat. Du investierst 12 Stunden pro Woche, davon sind 8 Stunden bezahlte Kundenarbeit. Das sind 8 × 4,35 Wochen = 34,8 bezahlte Stunden im Monat. Rechnung: (500 € + 50 €) ÷ 34,8 Stunden = rund 15,80 € pro Stunde.

Dieser Satz ist die Untergrenze, bei der sich der Auftrag für dich lohnt. Zum Vergleich: Angestellte bekommen seit 2026 mindestens 13,90 € brutto pro Stunde, ab 2027 mindestens 14,60 €. Als Selbstständiger zahlst du außerdem selbst für Krankenversicherung und gegebenenfalls Steuern und bist nicht bezahlt, wenn du krank bist. Fallen Plattformgebühren an, rechne sie in den Preis ein.

Viele Anfänger bieten zusätzlich Pauschalpreise pro Projekt an, etwa „Logo mit zwei Entwürfen“. Das schafft Klarheit für beide Seiten. Kalkuliere dafür die Stunden vorab durch und lege fest, wie viele Korrekturrunden im Preis enthalten sind.

Wie nutzt du Freelance-Plattformen für den Start?

Freelance-Plattformen und Nachhilfeportale bringen dich schnell mit Auftraggebern zusammen. Die Konkurrenz ist groß, und viele Anbieter behalten einen Teil deines Honorars ein. Gebühren und Bedingungen unterscheiden sich, lies sie vor der Anmeldung und vergleiche mehrere Anbieter.

  • Fülle dein Profil vollständig aus und nenne ein konkretes Angebot statt einer langen Liste.
  • Bewirb dich auf Projekte, die du wirklich liefern kannst, und gehe im Anschreiben auf die Aufgabe des Kunden ein.
  • Liefere pünktlich und bitte nach dem Auftrag um eine Bewertung. Die ersten Bewertungen entscheiden, ob du weitere Aufträge bekommst.
  • Bleibe mit Kommunikation und Zahlung innerhalb der Plattform, wenn Auftraggeber dich auf andere Wege lenken wollen.

Wer lieber angestellt von zu Hause arbeitet, findet Ideen unter Remote Jobs für Studenten.

Wie bekommst du deine ersten Aufträge?

Die ersten Kunden kommen meist aus deinem Umfeld. Sag Familie, Freunden, Kommilitonen und Dozierenden, was du anbietest. Kleine Betriebe in deiner Stadt, Vereine und Gründerinnen brauchen oft Unterstützung bei Texten, Social Media oder Websites und haben keine Agentur.

Ein Profil in einem Business-Netzwerk mit deinem Angebot macht dich auffindbar. Lokale Stammtische für Freelancer und Gründer sind eine Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Frag zufriedene Kunden nach einer kurzen Empfehlung, die du in dein Portfolio übernehmen darfst.

Halte jeden Auftrag schriftlich fest: Leistung, Preis, Abgabetermin, Zahl der Korrekturrunden und Zahlungsziel. Eine Bestätigung per E-Mail genügt für den Anfang und schützt beide Seiten.

Wie schreibst du eine Rechnung als Freelancer?

Welche Angaben eine Rechnung enthalten muss, regelt das Umsatzsteuergesetz (§ 14 UStG). Üblich sind Name und Anschrift von dir und deinem Kunden, das Rechnungsdatum, eine fortlaufende Rechnungsnummer, die Beschreibung der Leistung mit Leistungszeitpunkt, der Betrag und deine Steuernummer. Die Steuernummer schickt dir das Finanzamt per Post, nachdem es den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung geprüft hat. Ob deine Rechnung vollständig ist, klärt im Zweifel das Finanzamt.

Als Kleinunternehmer weist du keine Umsatzsteuer aus und vermerkst auf der Rechnung, dass die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG gilt. Sie greift, solange dein Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 € betrug und im laufenden Jahr höchstens 100.000 € beträgt (ELSTER). Im Gründungsjahr unterliegt bereits der Umsatz, der 25.000 € übersteigt, der Regelbesteuerung. Maßgeblich ist der Umsatz, nicht der Gewinn. Alle selbstständigen Tätigkeiten einer Person werden zusammengezählt.

Lege dir für jede Rechnung eine eigene Datei an, nummeriere sie fortlaufend und hebe Belege auf. So behältst du den Überblick für die Steuererklärung.

Was musst du vor dem Start anmelden und versichern?

Ein Gewerbe meldest du beim Gewerbeamt an, freie Berufe beim Finanzamt. Innerhalb eines Monats nach Beginn übermittelst du dem Finanzamt über ELSTER den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dort schätzt du deinen Umsatz, und die Schätzung sollte realistisch sein.

Bei der Krankenversicherung gilt: Die Familienversicherung bleibt möglich, wenn dein Gesamteinkommen höchstens 565 € im Monat beträgt und die Selbstständigkeit nicht hauptberuflich ist. In der studentischen Krankenversicherung muss die Selbstständigkeit nebenberuflich bleiben, als Richtwert gelten 20 Wochenstunden in der Vorlesungszeit. Auch darunter kann eine hauptberufliche Tätigkeit vorliegen. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur Versicherung bei Selbstständigkeit im Studium. Bei Aufträgen mit Haftungsrisiko, etwa in der Programmierung oder Beratung, lohnt sich zusätzlich die Frage, ob eine Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll ist.

Einkommensteuer fällt erst über dem Grundfreibetrag von 12.348 € im Jahr an. Bei selbstständiger Tätigkeit kann sich allerdings eine Pflicht zur Steuererklärung ergeben. Einen Laptop für die Arbeit kannst du bei beruflicher Nutzung ansetzen, bis 800 € netto als geringwertiges Wirtschaftsgut im Anschaffungsjahr. Leg regelmäßig einen Teil deiner Einnahmen für Steuern und Versicherung zurück.

Freelancing ist nur einer von mehreren Wegen. Feste Stunden und Beitragsabführung durch den Arbeitgeber bietet eine Stelle als studentische Hilfskraft. Wie du einen Nebenjob finden kannst, steht in einem eigenen Beitrag, und alle Wege mit ihren Grenzen zeigt der Überblick zu Jobs für Studierende.

Häufige Fragen

Brauche ich als Freelancer im Studium ein Gewerbe?

Das kommt auf die Tätigkeit an. Ein Gewerbe meldest du beim Gewerbeamt an, freie Berufe meldest du direkt beim Finanzamt. Welche Einordnung auf dich zutrifft, klärt das Finanzamt anhand deiner Angaben. In beiden Fällen übermittelst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats nach Beginn.

Wie viel darf ich als selbstständiger Student verdienen?

Für die Familienversicherung gilt ein Gesamteinkommen von höchstens 565 € im Monat, und die Selbstständigkeit darf nicht hauptberuflich sein. Für die studentische Krankenversicherung muss die Tätigkeit nebenberuflich bleiben, als Richtwert gelten 20 Wochenstunden in der Vorlesungszeit. Einkommensteuer fällt erst über 12.348 € im Jahr an.

Muss ich als Freelancer Umsatzsteuer ausweisen?

Nicht, wenn die Kleinunternehmerregelung gilt: Dein Umsatz lag im Vorjahr bei höchstens 25.000 € und liegt im laufenden Jahr bei höchstens 100.000 €. Dann vermerkst du auf der Rechnung, dass du die Kleinunternehmerregelung nutzt. Im Gründungsjahr gilt die Grenze von 25.000 €.

Was ist ein guter Stundensatz für Einsteiger?

Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Rechne deinen Satz aus Wunschgewinn, Kosten und bezahlten Stunden aus. Im Beispiel oben sind das rund 15,80 € pro Stunde als Untergrenze. Je klarer dein Angebot und je besser deine Arbeitsproben, desto leichter lässt sich ein höherer Preis begründen.

So gehst du jetzt vor

  1. Lege dein Angebot in einem Satz fest und sammle zwei bis drei Arbeitsproben.
  2. Kalkuliere deinen Stundensatz mit Wunschgewinn, Kosten und bezahlten Stunden.
  3. Melde die Tätigkeit beim Gewerbeamt oder Finanzamt an und übermittle den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats.
  4. Informiere deine Krankenkasse über die Selbstständigkeit, bevor der erste Auftrag läuft.
  5. Wenn du deine Situation durchsprechen willst, findest du auf der Startseite von Academycon den Weg zur Beratung.

Erfahrungen zu uns findest du bei ProvenExpert, Trustlocal und Trustindex. Erwähnt wurde Academycon unter anderem in einem Bericht im VersicherungsJournal. Eine Übersicht aller Erwähnungen steht auf der Presseseite.

Passend dazu

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Beratung und keine Steuerberatung.

This guide is also available in English: Read the English version.

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