Ein Eignungstest oder ein Eignungsfeststellungsverfahren entscheidet bei manchen Studiengängen darüber, ob du überhaupt studieren darfst. Anders als eine reine Orientierung geht es hier um eine Prüfung, die bestanden werden muss oder die in die Auswahl einfließt. Wer sich für Kunst, Musik, Sport, Schauspiel oder bestimmte Gesundheitsberufe interessiert, begegnet diesem Verfahren oft früher als erwartet.
Kurz beantwortet: Ein Eignungstest prüft, ob du für einen bestimmten Studiengang geeignet bist. Die Form reicht von schriftlichen und mündlichen Prüfungen bis zur Auswertung eingereichter Unterlagen. Im Sächsischen Hochschulzulassungsgesetz gilt ein fachspezifischer Studieneignungstest als eigenes Auswahlkriterium. Stand: November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Eignungsfeststellungsverfahren ist eine Voraussetzung für das Studium und keine Orientierungshilfe.
- Die Form ist unterschiedlich. An der LMU München reicht sie von persönlichen Prüfungen bis zur Auswertung von Unterlagen.
- Die Termine und Anforderungen stehen auf den Seiten der Studiengänge, nicht im allgemeinen Hochschulportal.
- Im Sächsischen Hochschulzulassungsgesetz darf ein Eignungstest als Auswahlkriterium genutzt werden, und die Kriterien müssen standardisiert und qualitätsgesichert sein.
- Der Medizinertest TMS ist ein eigenes Verfahren und wird in einem separaten Beitrag behandelt.
Was ist ein Eignungstest und worin unterscheidet er sich von der Zulassung?
Ein Eignungstest prüft Fähigkeiten, die für ein Fach typisch sind, etwa räumliches Vorstellungsvermögen, musikalisches Gehör, gestalterisches Talent oder Sprachgefühl. Er ist vom Zulassungsverfahren zu unterscheiden, das über Abiturnote, Wartezeit und Quoten entscheidet. Häufig läuft der Eignungstest zusätzlich zur Bewerbung, manchmal ersetzt er sie. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: Der Aufwand fällt an, bevor der Studienplatz feststeht, und er lohnt sich nur, wenn du das Fach vorher gut kennst.
Die LMU München weist darauf hin, dass ein solches Verfahren die Immatrikulation nicht ersetzt, sondern Voraussetzung dafür ist. Den erfolgreichen Abschluss weist man bei der Einschreibung oder beim Fachwechsel durch einen Bescheid nach. Das klingt nach Formsache, ist aber der Punkt, an dem viele Bewerber Fristen verpassen.
Welche Formen gibt es?
Das Format variiert stark. Nach den Angaben der LMU München gibt es persönliche schriftliche oder mündliche Prüfungen, und manchmal werden nur eingereichte Unterlagen ausgewertet. Ausdrücklich genannt werden dort weder ein Test noch ein Gespräch oder eine Probe. Ob dein Studiengang einen Test, ein Gespräch oder eine praktische Probe vorsieht, steht deshalb nur in den Unterlagen der jeweiligen Einrichtung.
| Form | Typischer Inhalt | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Schriftliche Prüfung | Fachwissen, Denkaufgaben, teils Sprachkenntnisse | Aufgabentypen und Bearbeitungszeit aus den Unterlagen ableiten |
| Mündliche Prüfung | Gespräch über Motivation, Vorkenntnisse und Fachfragen | Ablauf und Gesprächsdauer vorab erfragen |
| Auswertung von Unterlagen | Mappe, Lebenslauf, Zeugnisse oder Nachweise | Vollständigkeit und Fristen des Einreichens prüfen |
| Praktische Probe | Vorführung, Übung oder Arbeitsprobe | Anforderungen an Material und Vorbereitung klären |
Die Tabelle beschreibt typische Konstellationen, sie ist keine Aufzählung aller Verfahren. Ob ein Studiengang eine der genannten Formen verwendet, entscheidet die jeweilige Hochschule in ihrer Prüfungs- oder Auswahlordnung.
Wie ist der Test im Auswahlverfahren gewichtet?
Das Sächsische Hochschulzulassungsgesetz zeigt, wie ein Eignungstest rechtlich eingeordnet werden kann. Nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ist der fachspezifische Studieneignungstest ein Auswahlkriterium. Die Hochschule kann Auswahlkriterien dieser Art in einem bestimmten Umfang der Plätze verwenden. Ein Teil der Plätze kann zudem nach den besten Prüfungsergebnissen vergeben werden, wo die Eignung durch eine Prüfung nachzuweisen ist. Nach § 6 Abs. 4 können dafür bis zu 30 Prozent der Plätze an die besten Prüfungsergebnisse gehen.
Wichtig ist außerdem die Qualität der Kriterien. Nach § 3 Abs. 4 müssen sie standardisiert, strukturiert und qualitätsgesichert angewendet werden und den Studienerfolg hinreichend vorhersagen. Das ist ein Qualitätsanspruch, den du bei einem Verfahren erwarten kannst, und er gilt nur für das Land, dessen Gesetz hier zitiert wird.
Wie bereitest du dich vor?
Die Vorbereitung beginnt mit der genauen Kenntnis der Anforderungen. Lies die Seite des Studiengangs, die Prüfungsordnung und frühere Aufgabenbeispiele, sofern die Hochschule sie veröffentlicht. Viele Verfahren fragen nach Motivation und nach dem Verständnis des Fachs, deshalb solltest du beides bewusst durchdenken, statt einen Text auswendig zu lernen.
Bei praktischen Verfahren hilft es, rechtzeitig mit Material zu üben und eine Arbeitsprobe anzufertigen. Bei schriftlichen Prüfungen lohnt sich ein Probelauf unter Zeitdruck. Frage außerdem nach, ob es Vorbereitungskurse oder Probestunden gibt. Ein Probestudium kann ebenfalls helfen, das Fach vorab kennenzulernen.
Häufige Fragen
Muss ich einen Eignungstest bestehen, um mich zu bewerben?
Das hängt vom Studiengang ab. Bei einem Eignungsfeststellungsverfahren ist das bestandene Verfahren Voraussetzung für die Einschreibung. Bei einem Auswahlkriterium fließt das Ergebnis in die Rangliste ein, ohne dass man das Verfahren automatisch besteht. Prüfe die Satzung des Studiengangs.
Wann findet das Verfahren statt?
Die Termine stehen auf den Seiten der Studiengänge und variieren je nach Hochschule und Fach. Die LMU München verweist ausdrücklich auf die Studiengangsseiten, weil dort die Fristen und Anforderungen stehen. Plane deshalb früh und notiere die Termine im Kalender.
Gibt es für jeden Studiengang einen eigenen Test?
Nein. Die LMU München verweist darauf, dass die Zugangswege sich nach Staatsangehörigkeit und Vorbildung unterscheiden. Bei Studiengängen mit zwei Fächern musst du zudem die Seite des zweiten Fachs prüfen, weil die Zugangswege abweichen können.
Was ist, wenn ich das Verfahren nicht bestehe?
Dann ist der Zugang zu diesem Studiengang an dieser Hochschule in der Regel nicht möglich. Ob es eine Wiederholungsmöglichkeit gibt, regelt die Prüfungs- oder Auswahlordnung. Die Studienberatung kann dir erläutern, welche Alternativen es gibt.
Ist der TMS ein Eignungstest?
Der Test für Medizin (TMS) ist ein fachspezifischer Studieneignungstest, der im Auswahlverfahren für Medizin eine Rolle spielt. Der Bildungsserver nennt ihn als Test für medizinische Studiengänge. Die aktuellen Regeln zum TMS behandelt der Beitrag TMSnat 2027 gesondert.
Ein verbreiteter Irrtum lautet, ein Eignungstest prüfe vor allem schwierige Fachfragen. Oft geht es aber eher darum, ob du den Ablauf verstehst, Aufgaben strukturiert angehst und dein Interesse nachvollziehbar begründen kannst. Deshalb lohnt es sich, neben dem Fachwissen auch einen eigenen Standpunkt zum Fach vorzubereiten. Notiere dir zwei bis drei konkrete Gründe, warum du genau dieses Studium willst, und überlege, wie du sie mit Beispielen belegst.
Wer aus einem anderen Bundesland oder aus dem Ausland kommt, sollte besonders genau prüfen, welche Nachweise verlangt werden. Übersetzungen, Beglaubigungen und Einreichungsfristen sind häufige Stolpersteine. Frage im Studienbüro nach, ob eine Vorab-Prüfung der Unterlagen möglich ist, damit du weißt, ob alles vollständig ist, bevor die Frist abläuft.
So gehst du jetzt vor
- Prüfe, ob dein Studiengang ein Eignungsfeststellungsverfahren oder einen Studieneignungstest verlangt.
- Lies die Seite des Studiengangs und die Prüfungs- oder Auswahlordnung genau durch.
- Notiere Fristen, Termine und einzureichende Unterlagen in einer Checkliste.
- Bereite dich gezielt auf die Form vor, etwa mit Probeaufgaben oder einer Arbeitsprobe.
- Kläre offene Fragen früh mit der Studienberatung oder dem Studienbüro.
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Quellen: LMU München, Studiengänge mit Eignungsfeststellungsverfahren (Abruf November 2026), Sächsisches Hochschulzulassungsgesetz, § 3 und § 6 (Fassung auf Revosax), Bildungsserver, Studienwahltests und Orientierungstests (Abruf November 2026).
Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine individuelle Beratung.