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BAföG und Nebenjob: Hinzuverdienstgrenze 2026 und 2027

BAföG und Nebenjob: Minijob-Grenze 603 € (2026) und 633 € (2027), Freibetrag, Pauschalen und Rechenbeispiele mit Rechenweg. So wirkt Einkommen aufs BAföG.

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Kurz beantwortet

Beim BAföG gibt es keine feste Hinzuverdienstgrenze, sondern eine Einkommensanrechnung über den Bewilligungszeitraum. Einkünfte bis zur Minijob-Grenze von 603 Euro brutto im Monat (2026) mindern das BAföG nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks nicht. Darüber wird nach Abzug von Pauschalen und einem monatlichen Freibetrag von 389 Euro angerechnet.

KernfaktWertStand und Quelle
Minijob-Grenze603 € im Monat (2026), 633 € im Monat (2027)§ 8 SGB IV, Minijob-Zentrale, Stand 20.10.2026, Mindestlohn 13,90 € und 14,60 €
Freibetrag für eigenes Einkommen389 € im Monat ab 2026 (353 € im Jahr 2025)Bekanntmachung nach § 23 Abs. 6 BAföG (BGBl. 2025 I Nr. 279), bafög.de, Stand Dezember 2025
Werbungskostenpauschale1.230 € im Jahr§ 9a EStG, Stand 2026
Sozialpauschale22,3 % bei rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, höchstens 17.200 € im Jahr§ 21 Abs. 2 Nr. 1 BAföG, gelesen am 25.10.2026
BerechnungszeitraumBewilligungszeitraum, Gesamteinkommen geteilt durch die Zahl der Monate§ 22 BAföG, gelesen am 25.10.2026

Wie wirkt Nebenverdienst auf das BAföG?

Eigenes Einkommen mindert das BAföG nur, soweit es nach Abzügen über einem Freibetrag liegt. Das Amt berechnet das Einkommen für den gesamten Bewilligungszeitraum (§ 22 Abs. 1 BAföG), teilt es durch die Zahl der Kalendermonate und rechnet den so ermittelten gleichmäßigen Monatsbetrag auf den Bedarf jedes Monats an (§ 22 Abs. 2).

Als Einkommen zählt die Summe der positiven Einkünfte nach dem Einkommensteuergesetz (§ 21 Abs. 1 BAföG). Abgezogen werden unter anderem Einkommensteuer, Kirchensteuer und eine Pauschale für die soziale Sicherung. Für Angestellte kommt die Werbungskostenpauschale hinzu, von der pro Monat des Bewilligungszeitraums ein Zwölftel abgesetzt wird. Eine Ausbildungsvergütung aus einem Ausbildungsverhältnis wird dagegen voll angerechnet (§ 23 Abs. 3).

Auch ein Stipendium kann zählen: Bei begabungs- oder leistungsabhängiger Vergabe ohne konkreten Verwendungszweck wird nur der Teil über 300 € im Monatsdurchschnitt als Einkommen gewertet (§ 21 Abs. 3). Mehr dazu im Beitrag Stipendium: Steuern und Sozialversicherung.

Welche Grenze gilt 2026?

Als Faustregel gilt die Minijob-Grenze von 603 € brutto im Monat. Das Deutsche Studierendenwerk schreibt, dass Einkünfte bis zu diesem Betrag das BAföG nicht mindern. Das BAföG-Portal des Bundes beschreibt den Mechanismus dahinter: Nach Abzug von Werbungskostenpauschale und Sozialpauschale bleibt ein monatlicher Freibetrag von 389 € (2025: 353 €) anrechnungsfrei.

Zur Einordnung der Zahl: Der Gesetzestext von § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BAföG nennt noch 353 € und steht unter dem Vorbehalt einer Bekanntmachung nach Abs. 6. Diese Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2025 I Nr. 279) setzt den Freibetrag zum 1. Januar 2026 auf 389 € fest. Mit diesem Wert rechnen wir im Folgenden. Wie die Zahlen zusammenpassen, zeigt das erste Rechenbeispiel.

Wert2026Hinweis
Minijob-Grenze brutto im Monat603 €Mindestlohn 13,90 € mal 130 geteilt durch 3, aufgerundet
Werbungskostenpauschale im Jahr1.230 €ein Zwölftel je Monat des Bewilligungszeitraums
Sozialpauschale22,3 %rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, höchstens 17.200 € im Jahr
Freibetrag im Monat389 €Bekanntmachung zu § 23 Abs. 6 BAföG, der Gesetzestext nennt noch 353 €
Vermögensfreibetrag15.000 € bis 29, 45.000 € ab 30Deutsches Studierendenwerk, FAQ BAföG Januar 2026

Was gilt ab 2027?

Die Minijob-Grenze steigt 2027 auf 633 € im Monat, weil der Mindestlohn auf 14,60 € steigt (14,60 mal 130 geteilt durch 3 ergibt 632,67, aufgerundet 633). Das ist amtlich festgelegt. Für den BAföG-Freibetrag des Auszubildenden gibt es für 2027 noch keine Bekanntmachung. § 23 Abs. 6 BAföG koppelt ihn an die Geringfügigkeitsgrenze nach § 8 Abs. 1a SGB IV, abzüglich eines Zwölftels der Werbungskostenpauschale und der Sozialpauschale von 22,3 Prozent. Das Ministerium berechnet den Betrag jeweils zum 1. Januar und macht eine Änderung im Bundesgesetzblatt bekannt. Nach unserer Rechnung ergäbe die Formel mit 633 € rund 413 € (633 € minus 102,50 € mal 0,777, aufgerundet). Verbindlich ist erst die Bekanntmachung. Die im Regierungsentwurf zur BAföG-Reform vorgesehene jährliche Anhebung der Freibeträge um 1,5 Prozent erst ab 1. August 2028 erfasst den Freibetrag des Auszubildenden selbst nicht, und auch dieser Entwurf ist nicht beschlossen. Mehr zum Stand steht im Beitrag BAföG-Reform 2027.

Die Folge hängt vom Freibetrag ab. Bleibt er bei 389 €, liegt die volle Minijob-Grenze 2027 leicht darüber. Folgt er der Formel, bleibt sie anrechnungsfrei. Das dritte Beispiel rechnet beide Fälle.

Wie rechnet man ein Beispiel?

Die folgenden drei Beispiele sind vereinfacht und ersetzen keinen Bescheid. Annahmen: Du bist rentenversicherungspflichtig beschäftigt (Pauschale 22,3 %), hast keine weiteren Einkünfte, zahlst keine Einkommensteuer, der Bewilligungszeitraum hat zwölf Monate, so wie es § 50 Abs. 3 BAföG als Regelfall vorsieht. Ein Minijob ist rentenversicherungspflichtig, solange du dich nicht befreien lässt. Wer sich von der Rentenversicherung befreien lässt, gehört nach § 21 Abs. 2 Nr. 3 zu einer anderen Gruppe mit einer Pauschale von 38,8 %, die das Ergebnis zu deinen Gunsten verschiebt.

Beispiel 1: Minijob mit 603 € im Monat (2026)

  1. Jahresbrutto: 603 € mal 12 ergibt 7.236 €.
  2. Abzug Werbungskostenpauschale: 7.236 € minus 1.230 € ergibt 6.006 €.
  3. Abzug Sozialpauschale: 22,3 % von 6.006 € sind 1.339,34 €, es bleiben 4.666,66 €.
  4. Monatsbetrag: 4.666,66 € geteilt durch 12 ergibt rund 389 €.
  5. Das entspricht dem Freibetrag von 389 €. Angerechnet werden 0 €.

Beispiel 2: Teilzeitjob mit 800 € brutto im Monat (2026)

  1. Jahresbrutto: 800 € mal 12 ergibt 9.600 €.
  2. Abzug Werbungskostenpauschale: 9.600 € minus 1.230 € ergibt 8.370 €.
  3. Abzug Sozialpauschale: 22,3 % von 8.370 € sind 1.866,51 €, es bleiben 6.503,49 €.
  4. Monatsbetrag: 6.503,49 € geteilt durch 12 ergibt rund 541,96 €.
  5. Abzug Freibetrag: 541,96 € minus 389 € ergibt rund 152,96 €. Dieser Betrag mindert dein BAföG monatlich.

Beispiel 3: Minijob mit 633 € im Monat (2027, Szenario)

Annahme: Werbungskostenpauschale und Sozialpauschale bleiben unverändert. Der Freibetrag für 2027 ist nicht amtlich festgelegt, deshalb gibt es zwei Fälle.

  1. Jahresbrutto: 633 € mal 12 ergibt 7.596 €.
  2. Abzug Werbungskostenpauschale: 7.596 € minus 1.230 € ergibt 6.366 €.
  3. Abzug Sozialpauschale: 22,3 % von 6.366 € sind 1.419,62 €, es bleiben 4.946,38 €.
  4. Monatsbetrag: 4.946,38 € geteilt durch 12 ergibt rund 412,20 €.
  5. Fall A, der Freibetrag bleibt bei 389 €: 412,20 € minus 389 € ergibt rund 23,20 €. Rechnerisch würden monatlich gut 23 € angerechnet.
  6. Fall B, der Freibetrag folgt der Formel und steigt auf rund 413 €: 412,20 € liegen darunter. Angerechnet werden 0 €.

Was ist bei Semesterferien und Ferienjobs zu beachten?

Ein Ferienjob wird nicht in dem Monat angerechnet, in dem du ihn ausübst, sondern über den ganzen Bewilligungszeitraum verteilt (§ 22 Abs. 2 BAföG). Das Beispiel: Du arbeitest drei Monate in den Ferien für je 1.800 € brutto und hast sonst keine Einkünfte.

  1. Jahresbrutto: 3 mal 1.800 € ergibt 5.400 €.
  2. Abzug Werbungskostenpauschale: 5.400 € minus 1.230 € ergibt 4.170 €.
  3. Abzug Sozialpauschale: 22,3 % von 4.170 € sind 929,91 €, es bleiben 3.240,09 €.
  4. Monatsbetrag: 3.240,09 € geteilt durch 12 ergibt rund 270,01 €.
  5. Das liegt unter dem Freibetrag von 389 €. Angerechnet werden 0 €.

Eine kurzfristige Beschäftigung ist als geringfügige Beschäftigung versicherungsfrei. Für solche Arbeitnehmer nennt § 21 Abs. 2 Nr. 3 BAföG die Pauschale von 38,8 %, die den anzurechnenden Betrag weiter senkt. Wie sich Ferienjobs auf Kindergeld und Krankenversicherung auswirken, steht in den Beiträgen Kindergeld und Nebenjob und Werkstudent und die 20-Stunden-Regel.

Was gilt bei einer Selbstständigkeit?

Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit gilt als Einkommen nach dem Einkommensteuergesetz. Für Nichtarbeitnehmer sieht § 21 Abs. 2 Nr. 3 BAföG eine Pauschale von 38,8 % vor, höchstens 29.500 € im Jahr. Eine Werbungskostenpauschale entfällt, weil Betriebsausgaben bereits den Gewinn mindern. Beispiel mit angenommenen Werten und ohne Steuerabzug: Gewinn 6.000 € im Jahr. Davon gehen 2.328 € Pauschale ab, es bleiben 3.672 €, geteilt durch 12 sind das 306 € im Monat und damit weniger als der Freibetrag. Die Rechtslage rund um Gewerbe, Steuer und Versicherung erklärt der Beitrag Selbstständig im Studium.

So gehst du jetzt vor

  1. Schätze dein Einkommen für den gesamten Bewilligungszeitraum, nicht für einzelne Monate.
  2. Rechne es nach dem Muster der Beispiele durch und vergleiche den Monatsbetrag mit dem Freibetrag.
  3. Gib das erwartete Einkommen im Antrag an. Den Ablauf erklärt BAföG beantragen.
  4. Melde dem Amt später wesentliche Änderungen, etwa einen neuen Job, damit Bescheid und tatsächliches Einkommen zusammenpassen.
  5. Prüfe parallel Kindergeld und Krankenversicherung, denn dort gelten andere Grenzen: Minijob-Grenze 2027.

Häufige Fragen

Wie viel darf ich bei BAföG hinzuverdienen?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Das Einkommen wird über den Bewilligungszeitraum berechnet und nach Abzug von Pauschalen und einem Freibetrag auf den Bedarf angerechnet. Einkünfte bis zur Minijob-Grenze von 603 € brutto im Monat (2026) mindern das BAföG laut Studierendenwerk nicht.

Gilt die Minijob-Grenze von 603 € auch 2027?

Nein, die Geringfügigkeitsgrenze steigt 2027 auf 633 € im Monat, weil der Mindestlohn auf 14,60 € steigt. Für den BAföG-Freibetrag gibt es für 2027 noch keine Bekanntmachung. Er ist nach § 23 Abs. 6 BAföG an die Geringfügigkeitsgrenze gekoppelt und dürfte deshalb steigen. Bleibt er unverändert, löst ein Minijob bis 633 € rechnerisch eine kleine Anrechnung aus.

Zählt beim BAföG das Brutto oder das Netto?

Ausgangspunkt sind die positiven Einkünfte nach dem Einkommensteuergesetz, bei Angestellten also das Brutto abzüglich der Werbungskostenpauschale. Davon zieht das Amt Steuern und eine Pauschale für die soziale Sicherung ab. Danach folgt der monatliche Freibetrag.

Wie wirkt sich ein Ferienjob auf das BAföG aus?

Das Amt teilt das Gesamteinkommen des Bewilligungszeitraums durch die Zahl der Monate. Ein Ferienjob wird also auf zwölf Monate verteilt. Bleibt der Monatsdurchschnitt unter dem Freibetrag, wird nichts angerechnet. Ein Rechenbeispiel steht oben.

Wie wird Gewinn aus einer Selbstständigkeit behandelt?

Gewinn zählt als Einkommen nach dem Einkommensteuergesetz, und es gilt eine höhere Pauschale für die soziale Sicherung. Die Rechnung weicht deshalb von der für Angestellte ab. Wie dein Amt einen Mischfall aus Anstellung und Selbstständigkeit behandelt, erfragst du dort.

Passend dazu

Quellen und Prüfung

Redaktion: Academycon

Stand: 25. Oktober 2026

Wenn du wissen willst, wie dein Nebenjob zu Versicherung und Förderung passt, startest du im Online-Check von Academycon.

Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung. Information, keine individuelle Beratung. Werte für 2027 sind Entwurf oder geplant.

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